Ostern "Höher als alle Vernunft"

Was ist dran am Auferstehungsglauben? Eine kleine Quellenkunde für Atheisten

Ein orthodoxer Christ hält Kreuz und Evangelium

Ein orthodoxer Christ hält Kreuz und Evangelium

Was kann man über Ostern wissen – wenn man gar nicht daran glaubt? Über das Ereignis der Auferstehung Christi wissen wir im Sinne eines historischen Wissens schlechterdings nichts. Die vielen Kunstwerke, die uns die Auferstehung Christi vor Augen führen, dürfen uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Autoren des Neuen Testaments es geradezu auffallend deutlich vermeiden, Vorlagen oder Zeugen für solche Bilder zu liefern. Doch über die Geschichte von Ostern wissen wir sehr viel. Es ist also sorgfältig zu unterscheiden zwischen historisch belegten Tatsachen und der Tatsache einer historisch belegten Geschichte.

Dass Jesus von Nazareth als Mensch geboren und zum Tod am Kreuz verurteilt wurde, ist historisch hinreichend belegt, auch durch jüdische und römische Autoren. Aber diese beiden historischen Tatsachen allein hätten kein Neues Testament ausgelöst und wären, für sich genommen, so wenig eine weltbewegende Geschichte geworden wie ungezählte andere grausam vollstreckte Todesurteile: ein allzu radikal Frommer mehr oder weniger…

Die selber zur historischen Tatsache gewordene Geschichte von Ostern fängt also genau dort an, wo der Historiker erst einmal passen muss. Noch pointierter ausgedrückt: Ein Historiker könnte mit seinen wissenschaftlichen Instrumenten auch gar nicht positiv helfen, ja, er würde geradezu stören, falls er die Auferstehung Jesu von den Toten als historisch-empirisches Faktum "beweisen" könnte. Wollen doch schon die ersten Zeugen des christlichen Osterglaubens ganz bewusst etwas zur Sprache zu bringen, was – mit Paulus im Philipperbrief – "höher ist als alle Vernunft", was also selbst die höchste Rationalität und dichteste Empirie übersteigt.

Eine letzte Vorbemerkung: Man muss vor allem zwei verschiedene Weisen der Geschichtsschreibung voneinander unterscheiden. Der "normale" Historiker verfolgt, vereinfacht ausgedrückt, den Fortgang der Geschichte chronologisch. Die Autoren des Neuen Testaments aber schreiben ihre Geschichte vom Ende her – und aufs Ende der Welt hin. Erst von Ostern her interessiert sie das Leben Jesu vor seinem Tod wirklich. Sie sind nicht wirklich an der Vergangenheit als solcher interessiert, sondern an der Zukunft, und dies im Licht einer künftig erwarteten Welt. Man kann also sehr wohl ihre Texte mit den Mitteln der historischen Kritik untersuchen – aber sie selber untersuchen ihre Welt eben nicht mit den Mitteln der historischen Kritik.

Zudem: Weder der Apostel Paulus noch die vier Evangelisten waren zu Ostern an Ort und Stelle dabei. Sie finden den Osterglauben der christlichen Urgemeinde, der so prononciert über die sie umgebende jüdische Religion hinausgeht, bereits als Faktum vor – und sind von ihm bereits ergriffen. Und genau deshalb fangen sie an aufzuschreiben, was und weshalb sie selber glauben – und woran andere glauben sollen. Die ältesten Texte des Neuen Testaments gehören, insofern wenig verwunderlich, der Gattung der Glaubensformeln an, also den dogmatischen Grundaussagen. Die Erzählungen der Evangelien hingegen sind späteren Datums. Der Glaube folgt also nicht aus den uns verschriftet zugänglichen Erzählungen, sondern diese Erzählungen entstehen ihrerseits aus dem Glauben.

Eine der prägnantesten und frühesten Glaubensformeln findet sich im 1. Brief des Paulus an die Korinther, geschrieben im Jahr 55 nach Christus – oder ein Jahr zuvor, also 25 Jahre nach der Kreuzigung Jesu, wenn man diese ungefähr auf das Jahr 30 nach Christus datiert. Diese Formel der Verse 3 bis 7 im 15. Kapitel, die der große Theologe Gerhard Ebeling als "historisches Urgestein innerhalb der Anfänge des Christentums" bezeichnete, lautet: "Denn als Erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift; und dass er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen. Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln." Paulus fügt dann hinzu: "Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden."

Das früheste der erzählerischen Werke, hier also der Evangelien, ist das Markusevangelium, das um 70 nach Christus in Rom entstanden sein dürfte – mithin 15 Jahre nach dem 1. Korintherbrief. Ungefähr weitere zwanzig Jahre später entstehen in Syrien das Matthäusevangelium und (wahrscheinlich) in Rom das Lukasevangelium; Matthäus und Lukas, beides Namen von Autoren, die wir nicht als Person kennen, benutzten das Markusevangelium als eine ihrer Quellen. Schließlich datiert man das Johannesevangelium, das sich von den drei anderen, den synoptischen Evangelien, deutlich unterscheidet, auf das Jahr 100 bis 110 nach Christus, entstanden in Kleinasien. Die hier sehr vereinfacht wiedergegebenen Datierungen und Lokalisierungen zeigen zweierlei: All diese Texte entstanden weder in örtlicher Nähe zum "Tatort" Jerusalem noch in der zeitlichen Nähe zum "Tatzeitpunkt" Kreuzigung/Ostern. Sie sind ursächlich nicht für die Entstehung des Osterglaubens, wohl aber für dessen weitere Ausbreitung. Sie setzen zum einen den manifesten Osterglauben voraus, zum anderen aber auch schon dessen stattgehabte Ausbreitung – denn alle Evangelien sind bereits im hellenistischen Raum entstanden und haben dort ihre Adressaten. Bei dem "Heidenmissionar" Paulus findet man zwei, drei Jahrzehnte früher noch die Gründe und Spuren seiner Kontroverse mit Petrus, ob denn die Botschaft des Jesus überhaupt an andere als gesetzestreue Juden weitergegeben werden dürfe. (Heute fragt man eher umgekehrt: ob man Juden überhaupt christlich missionieren dürfe.) Zum Zeitpunkt der Evangelienschreibung ist diese Frage bereits zugunsten der Heidenmission entschieden.

Die Aufklärung versuchte, die Auferstehung "rational" zu deuten

Wenngleich also diese Erzählberichte nicht als Augenzeugenberichte zu betrachten sind, so lassen sie dennoch erkennen, was denn nun eigentlich entscheidend für das Entstehen des Osterglaubens war. Dabei stellt sich heraus, dass das für den modernen Menschen besonders anstößige "leere Grab" eigentlich eher sekundär, wenn nicht gar legendär ist, ja dass es sogar zu einem Missverständnis dessen einlädt, worum es bei Ostern eigentlich geht.

Merkwürdigerweise wurde am Anfang der Moderne und der Aufklärung das "leere Grab" durchaus noch als historisches Faktum genommen, das man dann aber – um im Rationalismus der Epoche bleiben zu können – "rational" erklären musste: etwa als Folge eines Grabraubes oder als Hinweis darauf, dass Jesus gar nicht wirklich gestorben, sondern nur scheintot gewesen sei. Liest man die Evangelien genauer, stellt man freilich fest, dass die Wurzel des Osterglaubens woanders liegt, nämlich in den Erscheinungsberichten, also in den Zeugnissen jener ersten Christen, die sagten, der Auferweckte sei ihnen nach der Grablegung erschienen – oder wie es in der zitierten paulinischen Formel schon vor allen Evangelienberichten heißt: "dass er gesehen worden ist von Kephas (also von Petrus, Anm. d. Red.), danach von den Zwölfen. Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal."

Dass das Grab leer war, konnte, für sich genommen, keinen weltbewegenden Glauben an den Auferweckten erzeugen, sondern hätte schon seinerzeit mancherlei, zur Not kriminalistische Erklärungen finden können: Wenn ein Grab leer ist, heißt das noch lange nicht, dass ein Verstorbener wieder lebt. Dass aber Jesus den Zwölfen und anderen nach Ostern als Gegenwärtiger erschienen ist, allein das begründet den Glauben an seine Auferweckung.

Ein Glaube, der Berge versetzt oder auch das Leben kostet

Nun kann man auf Visionen mit dem Spottspruch reagieren, wer Visionen habe, solle doch zum Arzt gehen. Aber gegen ein banalisiertes Visionsverständnis kann man die Erfahrung stellen, dass es eben solche und solche gibt. Es gibt Visionen, die gehen vorüber wie ein flüchtiger Traum; es gibt aber welche, zum Beispiel einschneidende Glaubenserfahrungen oder Bekehrungserlebnisse, die das Leben der von ihnen Erfassten grundstürzend und unwiderruflich verändern, und zwar so, dass sie fürderhin dazu beitragen, auch die Welt um sie herum objektiv zu verändern, zur Not unter Hinnahme des Martyriums – ein Glaube also, der Berge versetzt oder das Leben kostet. Genau dies war die Folge der Erscheinungen des präsenten Jesus vor seinen Jüngern, die von Stund an glaubten, dass der vor ihren Augen Hingerichtete von Gott nicht im Tod gelassen, sondern auferweckt wurde. Die Vorstellung von der Auferstehung aller Toten am Ende der Welt war seinerzeit kein Fremdkörper, wohl aber die Aussage, dass dieses Gattungsschicksal an einem Individuum schon vorweggenommen wurde – für den frommen Juden so anstößig wie die Glaubensaussage der ersten Christen, sie hätten den endzeitlichen Messias schon vor Augen gehabt.

Die Erzählung vom leeren Grab ist also nicht die Ursache des Auferstehungsglaubens, sondern umgekehrt dessen narrative Folge, eine nachträgliche Choreografie eines Erkenntnisvorganges. Sie darf, darauf macht der Tübinger Systematiker Eberhard Jüngel aufmerksam, nicht falsch eingesetzt werden: "Wollte man sie für die Entstehung des Osterglaubens jedoch historisch in Anspruch nehmen, dann liefe dies auf die pseudowissenschaftliche These hinaus, dass die Auferweckung Jesu in der Wiederbelebung seines Leichnams bestanden habe. Auferweckung von den Toten wäre dann in der Tat nichts anders als Rückgängigmachung des Todes und Rückkehr in das gelebte Leben – ein gespenstischer Vorgang."

Man stößt auch an dieser Stelle auf das fundamentale Paradoxon des christlichen Glaubens überhaupt. Wenn sich Gott so vollständig mit seiner Welt und seinen Geschöpfen solidarisiert hat, dass er in seinem Sohn auch den Tod auf sich nahm, dann muss der als heilsnotwendig geglaubte Tod am Kreuz auch wirklich ein "echter" und nicht bloß ein halber Tod gewesen sein. Auferweckung weist deshalb nicht zurück ins vorige, sondern in ein künftiges Leben.

Erst gut vierhundert Jahre nach Ostern gelingt es der alten Kirche im Jahr 451 nach Christus auf dem Konzil von Chalcedon, die damit aufgegebenen Denkprobleme in eine für sie gültige paradoxe Formel ihrer Orthodoxie zu bringen: Jesus Christus als wahrer Mensch und wahrer Gott! Weder haben wir nur einen besonders vorbildlichen Menschen – eine Art Albert Schweitzer plus Mutter Theresa – vor uns, noch eine Gottesgestalt, die sich als Mensch nur für eine Weile verkleidet. Beide "Naturen" des Christus müssen immer gleich präsent gehalten werden, wenn der christliche Glaube nicht entweder in ein angeblich besonders edles Menschentum oder in ein gegenstandsloses Gottwesen abrutschen soll. Die Autoren des Neuen Testaments würden es noch nicht so ausgedrückt haben, obwohl sie genau dies aufschrieben: Die Geschichte vom leeren Grab hat niemandem seinen Tod erspart – aber die Geschichte von der Auferweckung lässt niemanden im Tod hängen.

 
Leser-Kommentare
    • Kometa
    • 10.04.2009 um 15:55 Uhr

    Komisch und verhängisvoll und nie der Liebe dienend (... sondern Kampf, Krampf und Tücke und Wissenschaftsfeindlichkeit produzierend...) - und gegen ein zentrales Gebot der Alten und Weisesten im Mittelmeerraum (auch Zehn Gebote genannt), ist die patriarchalische Verbilderung des unbenannten Gottes als eines Vaters, der 'irgendwie' zeugte - und eines Sohnes, der von einer "jungen Frau geboren wurde - und eines 'Heiligen Geistes', der similis-spermatös in die Vor-Mutter eindringen sollte.

    Mit solchen Spiriti- und Sperenzchen kann man keinen Jude, keinen Moslem, keinen naturbewussten, sprachlich integren Mensch überzeugen.

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    aha!?

    aha!?

    • TDU
    • 10.04.2009 um 16:52 Uhr
    2. Gut

    Interessante und informative Fakten und Schlussfolgerungen.

    Nur die Überschrift gefällt mir nicht so gut. Nämlich die postulierte Unvereinbarkeit von Glaube und Vernunft.

    Wäre es vernünftig gewesen, in der griechischen Antike nicht an Zeus und Co, zu glauben? Bei den Germanen nicht an Wotan und Co?. Gesehen gehört, gefühlt und gerochen kann sie keiner haben, den es gibt und gab sie ja nicht.

    Natürlich wissen wir viel mehr. Und zwar eine riesengroße Menge mehr, aber nur in einzelnen Bereichen. Und jede Erkenntnis, nicht Meinung oder Prognose, wirft neue Fragen auf und bringt neue Möglichkeiten.

    Bei der Frage nach der Zukunft, nach gesamten Zusammenhängen, Leben Tod, danach, was ist hinter dem Weltall, sind wir aber auch nicht viel weiter und kommen ohne Glauben gar nicht aus, wenn wir da etwas feststellen wollen z. B. das nach dem Tode nichts ist.

    Deswegen sind Glaube und Vernunft kein Widerspruch., sie können nur nicht auf jedem Gebiet gleiche Geltung beanspruchen.

    • Anonym
    • 10.04.2009 um 16:54 Uhr

    Wenn ein Mensch einem anderen Menschen Vertrauen schenkt (wohlgemerkt: "schenkt"), ist dieses Vertrauen in der Regel ungeprüft, d.h. der Schenkende weiß nicht, ob jener Mensch eine solche Vertrautheit wie das geschenkte Vertrauen überhaupt verdient. Vertrauen ist so etwas wie eine ungepanzerte Offenheit, in der ich Menschen begegne und darum riskant. Aber es ist eine wunderbare Basis, wie ich denke, auf der Gedeihliches entstehen kann. Mit dem Glauben ist es vielleicht ähnlich.

    Wünsche einen friedlichen Tag
    Eleonora Guiadagio

  1. ... würde es etwas geben das höher ist als Vernunft, würde es sich nicht mit Logik beweisen noch widerlegen lassen. Aus diesem Grund ist es für viele Aber- und Recht-gläubige sowie für Atheisten hinfällig darüber zu diskutieren, da ein Beweis laut Definition über die Vernunft geschieht.

    Deshalb bleibt die "Auferstehung" in der Welt der Thesen und Antithesen genauso richtig wie die Behauptung dass in einem schwarzen Loch vor genau 5000 Jahren eine Herde gelber Elefanten verschwunden ist.
    Sobald man sich der Religion nähert befindet man sich in dem Bereich der Überlogik (oder Unterlogik). Es ist für mich genauso mühsam Menschen zuzhören die es mir beweisen wollen dass da etwas dran ist, wie den Menschen zuhören die diesen Menschen Inteligenz absprechen.
    Der Begriff "Glauben" bedeutet eben einer nicht zu beweisenden und widerlegbaren These zuzustimmen.
    Je nach intensität der Thesen und Glauben leiten sich dann die unterschiedlichsten Wertesysteme ab, und damit entwickeln sich auch die unterschiedlichsten Lebensentwürfe. Viele Personen prägen daraus ihr eigenes Lebensmotto dass dann ganz tief verankert ist. Deshalb werden Diskusionen gerne emotionell, und leidenschaftlich geführt.
    Aber nur keine Aufregung in spätestens 100 Jahren (2109) werden wir es alle wissen, (oder auch nicht), ob es eine Auferstehung gibt oder gab.

    kwer-denker

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    für die Zeugen der Auferstehung die Jesus nach seinem Tod getroffen haben ist der Glaube in die Auferstehung ein Fakt von dem sie Zeugen waren. Es ist also elementares Wissen und vollkommen mit der Vernunft vereinbar. Nachkommende Generationen die sich auf die Berichte der ersten Zeugen verlassen müssen können, müssen sich ihren Glauben über die Vernunft erarbeiten in dem sie die Glaubwürdigkeit der ersten Zeugen analysieren. Auch dies ist mit der Vernunft vereinbar. Erfundene Aussagen über Elefanten und Schwarze Löcher sind dagegen nicht mit der Vernunft zu vereinbaren.

    • TDU
    • 10.04.2009 um 19:27 Uhr

    Dagegen gut, dafür schlecht. Keine Argumentation zum Artikel, und die üblichen Beschimpfungen dürfen nicht fehlen. Wie immer, wenn es um Religion oder Klima geht. Frohe Ostern allseits.

    für die Zeugen der Auferstehung die Jesus nach seinem Tod getroffen haben ist der Glaube in die Auferstehung ein Fakt von dem sie Zeugen waren. Es ist also elementares Wissen und vollkommen mit der Vernunft vereinbar. Nachkommende Generationen die sich auf die Berichte der ersten Zeugen verlassen müssen können, müssen sich ihren Glauben über die Vernunft erarbeiten in dem sie die Glaubwürdigkeit der ersten Zeugen analysieren. Auch dies ist mit der Vernunft vereinbar. Erfundene Aussagen über Elefanten und Schwarze Löcher sind dagegen nicht mit der Vernunft zu vereinbaren.

    • TDU
    • 10.04.2009 um 19:27 Uhr

    Dagegen gut, dafür schlecht. Keine Argumentation zum Artikel, und die üblichen Beschimpfungen dürfen nicht fehlen. Wie immer, wenn es um Religion oder Klima geht. Frohe Ostern allseits.

    • mwo
    • 10.04.2009 um 18:45 Uhr

    Wenn sich jemand, aus welchen Gründen auch immer, eine eigene Wirklichkeit bastelt, dann wird dies in der Regel als Psychose bezeichnet und gilt als behandlungsbedürftig. Handelt es sich allerdings um eine religiös motivierte Massenpsychose, dann gilt keine Vernunft mehr. Ich will mich einfach nicht an dieses Messen mit zweierlei Mass gewöhnen.

    mwo

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    http://www.darwin-jahr.de...

  2. Ich staune immer wieder die Unverfrorenheit und lockeren Umgang mit der „Wahrheit“, mit der so genannte Gläubige einerseits sich auf den Glauben berufen, wenn man „geschichtliche oder wissenschaftliche Beweise“ reklamiert (im Sinne von „man muss ganz einfach daran glauben“), dann aber immer wieder doch von hinten herum versuchen, hanebüchene „Beweise“ zu konstruieren. Beispiel ist, dass im Artikel behauptet wird, dass Leben und Sterben Jesu gesichert sind.

    Nein – nicht einmal das ist gesichert – bei weitem nicht. Es ist durchaus möglich, dass die Person Jesu à la Wilhelm Tell (den es wahrscheinlich als einzelne geschichtliche Person nie gegeben hat) eine zusammenfassende Beschreibung von mehreren Personen ist – bei denen unter anderem Johannes der Täufer eine wichtige Rolle gespielt hat.

    Aber warum erwähnt man dann das im gegenständlichen als „gesichert“ und bezieht sich dabei auf „jüdische und römische Autoren“ – wenn doch ein „Historiker bei der Wahrheitsfindung nichts helfen würde“?

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    Die römische Art der Bürokratie war berüchtigt, aber umfassend. Und eine Beschreibung der Hinrichtung eines Sektenführers existiert schlicht nicht. Wenn aber die Anführer der Herrschenden Orthodoxie den Tod eines Ketzers fordern, ist das keine so kleine Sache. Das wäre vermerkt worden - zumal die Kreuzigung nicht glaubenskonform war als Todesart.

    _________________________________________________
    In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
    aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
    werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
    ideologische Heimat hat: die FDP.…
    ______

    Die römische Art der Bürokratie war berüchtigt, aber umfassend. Und eine Beschreibung der Hinrichtung eines Sektenführers existiert schlicht nicht. Wenn aber die Anführer der Herrschenden Orthodoxie den Tod eines Ketzers fordern, ist das keine so kleine Sache. Das wäre vermerkt worden - zumal die Kreuzigung nicht glaubenskonform war als Todesart.

    _________________________________________________
    In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
    aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
    werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
    ideologische Heimat hat: die FDP.…
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  3. für die Zeugen der Auferstehung die Jesus nach seinem Tod getroffen haben ist der Glaube in die Auferstehung ein Fakt von dem sie Zeugen waren. Es ist also elementares Wissen und vollkommen mit der Vernunft vereinbar. Nachkommende Generationen die sich auf die Berichte der ersten Zeugen verlassen müssen können, müssen sich ihren Glauben über die Vernunft erarbeiten in dem sie die Glaubwürdigkeit der ersten Zeugen analysieren. Auch dies ist mit der Vernunft vereinbar. Erfundene Aussagen über Elefanten und Schwarze Löcher sind dagegen nicht mit der Vernunft zu vereinbaren.

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    nehmen wir die Evangelien mal als einen Teil von diverser sich damals herausbildender Evangelien-Literatur, alle mit ähnlichen Geschichten, wohl auch der Jesus-Geschichte. (Vier hat man dann ja wohl für den christlichen Buch-Kanon ausgewählt.) Wie es dort schon geschrieben steht, konnten wohl schon damals die allerwenigsten prüfen, mit Leuten in Kontakt treten bzw. gekommen sein, die meinten, die Auferstehung Jesu gesehen zu haben.

    Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist m. E. ebenso groß, wie die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Menschen ähnliche Wahnvorstellungen hatte, wie sich dies ja in späteren Marienerscheinungen zeigte. Was haben die Menschen nicht alles schon gesehen und aufgeschrieben - Ufos, den Bezelbub, das Ungeheuer von Loch Ness, Elfen, Trolle, Feen und sonstwas. Wieviele haben nicht auch schon gemeint, ein oder der Messias zu sein - und auch diese haben alle ihre Anhänger gefunden, nur eben nicht den Boden, den Bedarf, dass so viele andere Menschen daraus dann eine Weltreligion gemacht haben. Nach Jesus bzw. den Evangelisten und römischen Herrschern schaffte dies dann ja noch Mohammed im Bunde hier wohl auch mit arabischen Eliten.
    Es gibt ja auch hirnwissenschaftliche Untersuchungen, dass manche Menschen, Epileptiker, in bestimmten Phasen für solche Hallzinationen dtl. empfänglicher seien als andere. (Moses und Paulus könnten solche Personen gewesen sein.) Wie dann die Massendynamik aussieht, das hat man doch in bester Art und Weise an den großen Ideologien des letzten Jahrhunderts gesehen - wie schnell sind hier einzelne Menschen von riesigen Menschenmassen vergöttert worden, hat man ihnen einfach alles geglaubt! Genauso wichtig wie Jesus waren viele andere Menschen, gerade ja auch der Paulus. Wenn nur dieser sich hier etwas eingebildet hat und er das nötige Charisma, eine starke geistige und körperliche Kraft und den nötigen Eifer mitbrachte - dann werden dass all die anderen halt von ihm einfach so übernommen haben.

    Warum soll das - blinder Glaube an kluge charismatische Vorbilder, - die durchaus auch neue und bessere Gedanken, hier nun eben ein bessere Religion) brachten und protegierten, - damals hier anders gewesen sein???

    nehmen wir die Evangelien mal als einen Teil von diverser sich damals herausbildender Evangelien-Literatur, alle mit ähnlichen Geschichten, wohl auch der Jesus-Geschichte. (Vier hat man dann ja wohl für den christlichen Buch-Kanon ausgewählt.) Wie es dort schon geschrieben steht, konnten wohl schon damals die allerwenigsten prüfen, mit Leuten in Kontakt treten bzw. gekommen sein, die meinten, die Auferstehung Jesu gesehen zu haben.

    Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist m. E. ebenso groß, wie die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Menschen ähnliche Wahnvorstellungen hatte, wie sich dies ja in späteren Marienerscheinungen zeigte. Was haben die Menschen nicht alles schon gesehen und aufgeschrieben - Ufos, den Bezelbub, das Ungeheuer von Loch Ness, Elfen, Trolle, Feen und sonstwas. Wieviele haben nicht auch schon gemeint, ein oder der Messias zu sein - und auch diese haben alle ihre Anhänger gefunden, nur eben nicht den Boden, den Bedarf, dass so viele andere Menschen daraus dann eine Weltreligion gemacht haben. Nach Jesus bzw. den Evangelisten und römischen Herrschern schaffte dies dann ja noch Mohammed im Bunde hier wohl auch mit arabischen Eliten.
    Es gibt ja auch hirnwissenschaftliche Untersuchungen, dass manche Menschen, Epileptiker, in bestimmten Phasen für solche Hallzinationen dtl. empfänglicher seien als andere. (Moses und Paulus könnten solche Personen gewesen sein.) Wie dann die Massendynamik aussieht, das hat man doch in bester Art und Weise an den großen Ideologien des letzten Jahrhunderts gesehen - wie schnell sind hier einzelne Menschen von riesigen Menschenmassen vergöttert worden, hat man ihnen einfach alles geglaubt! Genauso wichtig wie Jesus waren viele andere Menschen, gerade ja auch der Paulus. Wenn nur dieser sich hier etwas eingebildet hat und er das nötige Charisma, eine starke geistige und körperliche Kraft und den nötigen Eifer mitbrachte - dann werden dass all die anderen halt von ihm einfach so übernommen haben.

    Warum soll das - blinder Glaube an kluge charismatische Vorbilder, - die durchaus auch neue und bessere Gedanken, hier nun eben ein bessere Religion) brachten und protegierten, - damals hier anders gewesen sein???

  4. nehmen wir die Evangelien mal als einen Teil von diverser sich damals herausbildender Evangelien-Literatur, alle mit ähnlichen Geschichten, wohl auch der Jesus-Geschichte. (Vier hat man dann ja wohl für den christlichen Buch-Kanon ausgewählt.) Wie es dort schon geschrieben steht, konnten wohl schon damals die allerwenigsten prüfen, mit Leuten in Kontakt treten bzw. gekommen sein, die meinten, die Auferstehung Jesu gesehen zu haben.

    Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist m. E. ebenso groß, wie die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Menschen ähnliche Wahnvorstellungen hatte, wie sich dies ja in späteren Marienerscheinungen zeigte. Was haben die Menschen nicht alles schon gesehen und aufgeschrieben - Ufos, den Bezelbub, das Ungeheuer von Loch Ness, Elfen, Trolle, Feen und sonstwas. Wieviele haben nicht auch schon gemeint, ein oder der Messias zu sein - und auch diese haben alle ihre Anhänger gefunden, nur eben nicht den Boden, den Bedarf, dass so viele andere Menschen daraus dann eine Weltreligion gemacht haben. Nach Jesus bzw. den Evangelisten und römischen Herrschern schaffte dies dann ja noch Mohammed im Bunde hier wohl auch mit arabischen Eliten.
    Es gibt ja auch hirnwissenschaftliche Untersuchungen, dass manche Menschen, Epileptiker, in bestimmten Phasen für solche Hallzinationen dtl. empfänglicher seien als andere. (Moses und Paulus könnten solche Personen gewesen sein.) Wie dann die Massendynamik aussieht, das hat man doch in bester Art und Weise an den großen Ideologien des letzten Jahrhunderts gesehen - wie schnell sind hier einzelne Menschen von riesigen Menschenmassen vergöttert worden, hat man ihnen einfach alles geglaubt! Genauso wichtig wie Jesus waren viele andere Menschen, gerade ja auch der Paulus. Wenn nur dieser sich hier etwas eingebildet hat und er das nötige Charisma, eine starke geistige und körperliche Kraft und den nötigen Eifer mitbrachte - dann werden dass all die anderen halt von ihm einfach so übernommen haben.

    Warum soll das - blinder Glaube an kluge charismatische Vorbilder, - die durchaus auch neue und bessere Gedanken, hier nun eben ein bessere Religion) brachten und protegierten, - damals hier anders gewesen sein???

    Antwort auf "Glaube als Wissen"
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    Schon möglich dass die Dinge sich so zugegeben haben wie Sie beschrieben haben. Der Glaube sollte letzlich auf innerer Erfahrung grunden. Der Einzelne als Zeuge von Geschehnissen und Nachvollzieher der Wahrheit die auch in der Gemeinschaft mit anderen Menschen geteilt werden kann.

    Der "moderne Aberglaube" an Kommunismus, Nationalsozialismus, Feminismus und andere "ismen" ersetzen möglicherweise das Bedürfnis nach religiöser Erfahrung, aber durch seinen Glauben an eine revolutionäre Änderung der Natur der Dinge und des Menschen ist eher mit Magie zu vergleichen.

    Entscheidend für Glaube oder Unglaube ist die Autentizität der Bibel.Hier gilt es den göttlichen Geist zu entdecken oder zu verwerfen.Das Christentum ist eine Buchreligion.Es gehört Unterscheidungsvermögen dazu, herauszuspüren welche Gedanken göttlichen, ewigen Ursprungs sind und was zeitgebunden ist.Jesus Christus hat uns Gott nahe gebracht wie niemand vor ihm und seine Auferstehung wurde von vielen bezeugt.Was nach der Nacht von Golgatha passiert und bezeugt ist, das will ich glauben und das ist mein Trost im Leben und hoffentlich auch noch im Sterben.

    Schon möglich dass die Dinge sich so zugegeben haben wie Sie beschrieben haben. Der Glaube sollte letzlich auf innerer Erfahrung grunden. Der Einzelne als Zeuge von Geschehnissen und Nachvollzieher der Wahrheit die auch in der Gemeinschaft mit anderen Menschen geteilt werden kann.

    Der "moderne Aberglaube" an Kommunismus, Nationalsozialismus, Feminismus und andere "ismen" ersetzen möglicherweise das Bedürfnis nach religiöser Erfahrung, aber durch seinen Glauben an eine revolutionäre Änderung der Natur der Dinge und des Menschen ist eher mit Magie zu vergleichen.

    Entscheidend für Glaube oder Unglaube ist die Autentizität der Bibel.Hier gilt es den göttlichen Geist zu entdecken oder zu verwerfen.Das Christentum ist eine Buchreligion.Es gehört Unterscheidungsvermögen dazu, herauszuspüren welche Gedanken göttlichen, ewigen Ursprungs sind und was zeitgebunden ist.Jesus Christus hat uns Gott nahe gebracht wie niemand vor ihm und seine Auferstehung wurde von vielen bezeugt.Was nach der Nacht von Golgatha passiert und bezeugt ist, das will ich glauben und das ist mein Trost im Leben und hoffentlich auch noch im Sterben.

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