Kirche und Ökonomie »Paderborner Barock«

Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, versteht sich als Wirtschaftsfachmann der katholischen Kirche. Mit dem »Kapital« hat er einen Bestseller gelandet

Die Zigarrenkiste kam aus Rom. Vom Papst persönlich. Philippinische Tabakware, die Papst Benedikt XVI. geschenkt bekommen hatte, obwohl er bekanntermaßen Nichtraucher ist. Als man im Vatikan darüber nachdachte, welchem führenden Katholiken die Zigarren wohl schmecken könnten, da kam man rasch auf Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising und auf diesem Posten der Nachfolger des Nachfolgers von Joseph Kardinal Ratzinger.

Reinhard Marx erzählt die Geschichte von den Zigarren mit sichtlicher Freude an diesem Abend im Kreise von Kirchenlaien in Prien am Chiemsee. Es ist ein zünftiges Essen im Hotel Bayerischer Hof, Flädlesuppe, Fleisch und Klöße, vornweg und hinterher einen Birnenschnaps.

Mit Zigarre fotografieren oder filmen lässt sich Reinhard Marx nur ungern. Ein Kapitalismuskritiker mit dickem Stumpen im Mund? Das macht sich nicht gut. Dabei würde es eigentlich passen, denn die Leidenschaft für Zigarren gehört zu den Dingen, die Reinhard Marx neben einem grauen Vollbart mit seinem Namensvetter Karl Marx gemeinsam hat. Auch der war ein starker Raucher. Er meinte sogar, das Kapital werde ihm weniger Geld einbringen, als die Zigarren gekostet hätten, die er beim Schreiben geraucht habe.

Bevor Reinhard Marx 2008 Erzbischof von München und Freising wurde, hatte er sechs Jahre lang im kleineren Bistum Trier gewirkt, wo 1818 Karl Marx geboren wurde. Auch deshalb nannte Johannes Paul II. den Bischof Reinhard Marx gerne »unseren Marxisten«.

Reinhard Marx’ Buch, das im vergangenen Herbst erschien, just als es so richtig zu krachen anfing in der Weltwirtschaft, trägt den Titel Das Kapital. Es ist ein Bestseller, und es entspricht auch dem Zeitgeist.

In freier bayerischer Wildbahn ist der Bischof leutselig und kumpelhaft

Reinhard Marx, 55 Jahre alt, ist kein großer Theoretiker, auch kein abgehobener Kleriker, sondern »nah bei den Menschen«, wie man das bei Politikern gerne nennt.

An diesem Februartag sind die Menschen des Landkreises Rosenheim dran. Es ist der vorletzte Besuch, dann hat Marx sein neues Erzbistum einmal komplett bereist. An diesen vollgestopften Arbeitstagen ist er ein Bischof zum Anfassen. Gespräche mit Kirchenleuten und Unternehmern, Gottesdienste, zwischendrin immer wieder Interviews. Und Groupies. Auf der Fraueninsel im bayerischen Alpenvorland, wo Reinhard Marx gerade das Benediktinerinnenkloster besucht hat, nimmt eine Frau im lila Pulli die Verfolgung auf. »Darf ich Ihnen hinterherlaufen?«, ruft sie von ferne. Beim Bischof angekommen, hält sie ihm ein Exemplar seines Buchs unter die Nase, das sie in der Klosterbücherei gekauft hat. Reinhard Marx signiert es, obwohl er es eilig hat. Auf der Fähre wartet ein Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks. Aber noch bevor er sich von seinem Pressesprecher (der früher bei Bild am Sonntag war) letzte Instruktionen geben lassen kann, hüpft eine Kirchenmusikantin von dem anlandenden Boot. »Darf ich ein Foto mit Ihnen machen?« Auch das wird gewährt.

So ist der Erzbischof Reinhard Marx draußen in der freien bayerischen Wildbahn: leutselig, manchmal fast kumpelhaft, wenn er am Wegesrand alle Hände schüttelt, die er greifen kann, und die Leute im Zweifel lieber duzt als siezt. Doch mit der lockeren Art hat es ein schnelles Ende, wenn der Erzbischof Menschen innerhalb seiner Kirche begegnet und wenn es um mehr geht als ein Erinnerungsfoto oder ein Autogramm. Etwa um Prinzipientreue und Tradition.

Als Erzbischof in Trier ging er linientreu und hart gegen den Priester Gotthold Hasenhüttl vor, der beim gemeinsamen Kirchentag Protestanten die heilige Kommunion gereicht hatte. Er enthob ihn seines Amtes, das fanden auch Kritiker innerhalb der Kirche übertrieben. Einer renommierten Theologin, die sich über Sexualmoral habilitieren wollte, verweigerte Marx das »nihil obstat«, die kirchliche Lehrerlaubnis.

In München wussten viele schon vorher, wen sie da bekommen würden. »Er war als Hardliner bekannt, bevor er hierher kam, und das hat sich letztlich auch bestätigt«, sagt eine Katholikin aus Rosenheim, während sie drei Plätze vom Bischof entfernt ihre Klöße isst. In seiner ersten Amtshandlung verfügte Reinhard Marx, dass Laien im Erzbistum nicht länger Pfarrbeauftragte der Gemeinde sein durften, wie es sein Vorgänger Erzbischof Wetter eingeführt hatte. Marx möchte diese Aufgabe traditionell wieder den Geweihten vorbehalten.

Friedhelm Hengsbach ist ein Sozialethiker wie Reinhard Marx. Auch er beruft sich auf die katholische Soziallehre, wenn er die Zustände in der Wirtschaft kritisiert. Die beiden kennen sich aus einer Zeit, als Marx noch das Sozialinstitut des Erzbistums in Dortmund leitete, und arbeiteten damals häufiger zusammen. Hengsbach ist 71 Jahre alt, und als Jesuitenpater steht er in der Kirchenhierarchie ein bisschen außer der Reihe. Er spricht sehr offen.

Hengsbach sagt, er schätze an Marx, dass sich da ein deutscher Bischof Gedanken mache zu drängenden diesseitigen Fragen wie Arbeitslosigkeit und Entfesselung der Finanzmärkte. Schon nach Marxens Priesterweihe in Paderborn habe er ihn als ambitionierten Vermittler während des Zechensterbens im Ruhrgebiet erlebt. Aber Hengsbach findet Marx auch widersprüchlich: »Nach außen sozial engagiert, nach innen reaktionär bis aufs Skelett.« Überdies sei er auf eine manchmal unangenehme Art vereinnahmend. »Da, wo er ist, ist nicht viel Platz für andere.« Einmal saßen sie gemeinsam vor einer Fernsehkamera. Als Hengsbach gefragt wurde, antwortete Marx an seiner Stelle. »Danach hat er mir gönnerhaft das Wort erteilt«, erinnert sich Hengsbach.

Die wuchtige Präsenz, mit der Marx jeden Raum füllen kann, wirkt auf manche erdrückend. Wenn der Erzbischof die Messe liest, wenn er durch das Kirchenschiff schreitet und predigt, dann ist sein Auftreten von Vorteil. Er spricht frei, und er findet klare Worte. Im Gottesdienst in Prien spricht er spontan auch den Fall des Bischofs der Pius-Bruderschaft Richard Williamson an, dessen Exkommunikation der Papst aufgehoben hat. »Antisemiten und Holocaustleugner haben in der Kirche keinen Platz«, dekretiert er mit sonorer Stimme.

Vielleicht liegt es an seinen kleinen Händen, die an die von Adeligen in barocken Gemälden erinnern und mit denen Reinhard Marx seinen Worten fortwährend gestikulierend mehr Gewicht verleiht – trotz seiner kräftigen Statur wirkt er nicht wie einer, der in sich ruht. Während er redet, spreizt er energisch die Finger, ballt sie dann wieder zu Fäusten, und manchmal führt er mit der Rechten auch Schläge in die Luft aus. Zum Beispiel, wenn er sagt: »Alles kann, wer glaubt.« Und dann tatsächlich: »Yes, we can.« Da hört man hin.

Das Buch ist eine solide Kritik, eine fulminante Streitschrift ist es nicht

Das Kapital des Reinhard Marx ist dagegen mitunter seltsam schwammig formuliert. Häufig bleibt er vage, wo er konkret werden sollte. Zu Mindestlöhnen etwa schreibt er: »Vielleicht geht es derzeit zumindest in einigen Branchen nicht anders.« Wenn die Löhne gegen die guten Sitten verstoßen, müsse der Staat eingreifen. Im nächsten Atemzug aber fordert er, die Tarifautonomie nicht zu schwächen: Man müsse »realistisch bleiben und mit Augenmaß handeln«.

Statt einer Einleitung schreibt der Bischof an seinen Namensvetter Karl, der Kapitalismus stehe in diesen Tagen erkennbar unter Rechtfertigungsdruck, vielleicht so sehr wie in den vergangenen 100 Jahren nicht mehr. Aber trotz allen »Respekts für Ihre scharfsinnigen Beobachtungen und Gedanken« bleibe er ein entschiedener Gegner der marxistischen Theorien. Reinhard Marx steht fest in der Tradition der katholischen Soziallehre. Wirtschaft und Gesellschaft sollten »nicht nur effizient, sondern auch gerecht« sein, schreibt er. Marx geißelt die Raffgier der Manager, das unethische Finanzsystem. So bietet Das Kapital zwar einen leicht verständlichen Abriss der aktuellen Debatte um strengere Regeln für das Wirtschaftssystem. Aber meist kratzt seine Analyse eben doch nur an der Oberfläche. Eine fulminante Streitschrift ist der Band des Bischofs jedenfalls nicht geworden.

Im persönlichen Gespräch wirkt Marx etwas angespannt. Bei ihm, der als medienerfahrener Kirchenmann gilt, hat man fortwährend den Eindruck, es missfalle ihm zutiefst, die Interpretation des Gesagten dem Zuhörer überlassen zu müssen. Als sei das ein riskanter Kontrollverlust.

Er entspanne sich beim Musikhören, erzählt er. Auf Nachfrage: bei Rock und Reggae.

Was genau?

No woman, no cry.

Eine schöne Pointe, eigentlich. Wenn er nicht gleich mit scharfem Unterton korrigieren würde, nein, das sei natürlich nicht sein Lebensmotto. Sein Wahlspruch sei: »Ubi spiritus Domini, ibi libertas.« Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit. Jemand, der in der Kirche noch höher hinauswill, als er schon ist, der darf nicht als entspannter Scherzbold wahrgenommen werden.

Der Sohn eines Schlossermeisters sagt über sich, er sei nie besonders ehrgeizig gewesen. In der Schule war er eher gutes Mittelmaß als Spitze. Aber mit 17 war er Schülersprecher. Er hielt die Abiturrede, in Teilen auf Latein, wie sich sein Schulkamerad Friedrich Bergmann erinnert. Zusammen waren sie damals schon im Geseker Schützenverein, der Sankt-Sebastianus-Bruderschaft. Auch als bayerischer Bischof sei Marx erkennbar Westfale geblieben.

»Das Bodenständig-Joviale hat er, weil er von hier wech ist«, sagt Bergmann.

Friedhelm Hengsbach nennt das: »Paderborner Barock.«

Hinter der Fassade des Reinhard Marx ist auch ein wenig Unsicherheit zu spüren. Wenn man den Erzbischof fragt, warum denn, bitte schön, die Kirche eine Mitsprache beansprucht in der Frage, wie ein modernes Finanzsystem aussehen soll, wo sie sich doch andererseits in der Seuchenbekämpfung weigert, in der Neuzeit anzukommen, dann könnte er diese Provokation – Kondome! – einfach ignorieren. Aber es bricht geradezu aus ihm heraus. Er ballt die Faust und ruft zornig, was man denn an Kondomen modern finden solle. Am Ende des Gesprächs sagt er, diese Frage habe doch gar nichts mit Wirtschaft zu tun, und er wundert sich, warum sie ihm überhaupt gestellt wurde.

Während des Abendessens mit den Rosenheimern hat im Nebenraum ein Kamerateam der ARD eine Liveschalte für die Sendung Brennpunkt aufgebaut. Reinhard Marx soll ein Statement abgeben zu Papst und Pius-Brüdern. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat sich mittlerweile auch im überregionalen Fernsehen geäußert, und da muss Reinhard Marx gleichziehen.

Er hat noch fünf Minuten, bevor er auf Sendung geht, und schimpft ein wenig auf die Medien, die alles immer so aufbauschen müssten. Dann steht er da, bildfüllend. Seine Sätze sind kurz, auf den Punkt, gekonnt. Aber als er fertig ist, reißt er sich die Verkabelung vom Leib. Schluss. Aus. Die Anspannung fällt ab.

Vor einem Jahr, bei der Vollversammlung der deutschen Bischöfe, galt Reinhard Marx als Favorit für den Vorsitz der Bischofskonferenz. Doch Karl Kardinal Lehmann setzte den liberaleren Zollitsch durch, der mit seinen 70 Jahren eher als Übergangslösung gilt. Wird Marx bei der nächsten Wahl die Mehrheit erlangen?

Bei den Schützen in Geseke hält man jedenfalls noch eine andere Karriere für möglich. »Wenn du denn auch noch Papst wirst…«, sagte jüngst ein Oberst der Sankt-Sebastianus-Bruderschaft. Reinhard Marx fiel ihm ins Wort: »…dann wird erst mal die Schweizer Garde ausgetauscht.«

 
Leser-Kommentare
  1. hieß ein anderer ZEIT-Artikel, dem katholischen Marx gewidmet. Das trifft´s.
    Er schwimmt nur grad mal auf der Westerwelle der Kapitalismuskritik, um sich einen sozialen Anstrich zu verpassen. Ansonsten könnte er auch jederzeit das Gegenteil von sich geben, wenn es denn opportun wäre. So hängt er sein Mäntelchen in den Wind und wird es noch weit bringen. Ein christkatholischer Karrierist.

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    Beweise?

    Beweise?

    • Fokko
    • 12.04.2009 um 15:47 Uhr

    Ein offensichtlich gescheiter Mann - und doch so dokrtinär-dogmatisch? Da mag mein Vorposter wohl mit seiner Einschätzung durchaus richtig liegen...

    Fokko
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    Selbstversorger-Blog
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  2. leider lie-st sich das Buch so, wie das Wahlprogramm der SPD vor der ersten Schröder-Wahl.

    Das, was dann kam, lief auf eine revolvierende Volte hinaus. Im Kern exakt das Gegenteil zu praktizieren, was vor der Wahl in Aussicht gestellt und qua Wahlprogramm als politische Zusage als Grundlage des nachfolgenden Amtseides zu gelten hatte.

    Diesen Wählerbetrug wird der gute Marx sicherlich nicht abliefern. Nur mit seiner Kapitalismuskritik, da stimme ich mistablista ohne Abstriche zu, scheint er sich ein soziales Mäntelchen umzuhängen, das so wirkt wie ein amerikanischer Quilt, dem etliche Kernflächen fehlen.

    Legen wir diesen Marx getrost zu Adam Smith, das sich die soziale Verantwortung in beiden Fällen darin erschöpft, dass der Habende zur Abgabe von Almosen verpflichtet sei und die Welt im übrigen so bleiben könne, wie sie zur Zeit ist.

    Experience is the only way to understand.

  3. des Artikels weiß ich nicht, für welche Volkswirtschaft Reinhard Marx eintritt.

    Frau Marohn informiert mich: "Sein Buch trägt den Titel "Das Kapital". Es ist ein Bestseller, und es entspricht auch dem Zeitgeist."

    Aha.

    "Das Kapital des Reinhard Marx ist dagegen mitunter seltsam schwammig formuliert."

    Ja, dieser Artikel nicht minder.

    Ferner führt sie aus:
    "Reinhard Marx, 55 Jahre alt, ist kein großer Theoretiker, auch kein abgehobener Kleriker, sondern »nah bei den Menschen«, wie man das bei Politikern gerne nennt."

    Äh - außer bei Lafontaine, da nennt die ZEIT das "Populismus".
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    Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]

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    ... und jeder/jede seine/ihre eigene Philosophie. Schwammige Formulierungen hin oder her, sie ändern nichts an der Tatsache, dass der Mensch als solcher die universellen, oder zumindest erdbezogen, Sachverhalte gar nicht erfassen kann. Da werden religiöse den politischen, ökonomischen und ökologischen Standpunkten gegenübergestellt. Ein einziges Wirrwarr von Dogmen und kleingeistigen Betrachtungen wie Behauptungen. Alle fühlen sich im Recht, gesegnet mit der göttlichen Erkenntnis und dem Anspruch, auf alles eine Antwort und die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben.
    Letztlich kann alles richtig oder falsch sein bzw. die Wahrheit in der Mitte liegen. Im Grunde genommen wissen wir gar nichts, wir befriedigen uns selbst im vermeintlichen Glauben, Antworten gefunden zu haben oder zu erhalten, von welchem selbsternannten Propheten (religiös, politisch, weltanschaulich/philosophisch) auch immer. Wir alle essen immer nur das, was uns schmeckt und nicht außerhalb unseres Tellerrands liegt. Wäre auch ein bisschen anstrengend und zuweilen unbekömmlich.....

    ... und jeder/jede seine/ihre eigene Philosophie. Schwammige Formulierungen hin oder her, sie ändern nichts an der Tatsache, dass der Mensch als solcher die universellen, oder zumindest erdbezogen, Sachverhalte gar nicht erfassen kann. Da werden religiöse den politischen, ökonomischen und ökologischen Standpunkten gegenübergestellt. Ein einziges Wirrwarr von Dogmen und kleingeistigen Betrachtungen wie Behauptungen. Alle fühlen sich im Recht, gesegnet mit der göttlichen Erkenntnis und dem Anspruch, auf alles eine Antwort und die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben.
    Letztlich kann alles richtig oder falsch sein bzw. die Wahrheit in der Mitte liegen. Im Grunde genommen wissen wir gar nichts, wir befriedigen uns selbst im vermeintlichen Glauben, Antworten gefunden zu haben oder zu erhalten, von welchem selbsternannten Propheten (religiös, politisch, weltanschaulich/philosophisch) auch immer. Wir alle essen immer nur das, was uns schmeckt und nicht außerhalb unseres Tellerrands liegt. Wäre auch ein bisschen anstrengend und zuweilen unbekömmlich.....

  4. doch eine Art Ablasshandel - wie Papst Julius zu Luthers Zeiten bedruckt die Fed Papierzettel und lässt sich dafür Sachwerte geben. Darüber könnte Bischof Marx doch mal referieren!

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    Wieso herbe Unterstellung? Es ist eine Meinung, nicht mehr und nicht weniger. Es mit eben dieser herben Unterstellung abzutun, ohne inhaltliche Substanz, scheint mir dann doch mehr als nur dürftig.

    Wieso herbe Unterstellung? Es ist eine Meinung, nicht mehr und nicht weniger. Es mit eben dieser herben Unterstellung abzutun, ohne inhaltliche Substanz, scheint mir dann doch mehr als nur dürftig.

  6. wahrscheinlich dann von der Vatikan-Bank.

    'Tschuldigung, aber der musste sein. Um wieder ernst zu werden, nach der Lektüre des Artikels kann ich der folgenden Einschätzung über Marx nicht erwehren:

    Der Wolf, der Kreide gefressen hat.

    Wer glaubt, dass nur in seinem Glaube Freiheit liegt, dass nur der kann, der das gleiche glaubt wie er selbst, ist notwendig ein Hardliner, für den alle, die nicht das glauben was er glaubt, Menschen zweiter Klasse sind.

    Und das "schwammige" im Marx'schen Buch ist meines Erachtens einfach der Tatsache geschuldet, dass in der katholischen Kirche sowohl die Wirtschaftsleichen als auch die Wirtschaftsreichen sind. Da muss man sich schwammig ausdrücken, denn er will ja, dass die einen in die Kirche kommen. Und dass die anderen sie ihm finanzieren.

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    Erstaunlich, wie leicht es ist über ein Buch zu urteilen , ohne es gelesen zu haben, und einen Menschen zu verurteilen, ohne ihn zu kennen - rein a priori. Die zwingende Evidenz? Ein Zeitungsartikel, dessen Stichhaltigkeit,
    auf Grund der oben festgestellten Unkenntnisse, die Mitforisten eigentlich nicht feststellen können. Gerade von einem "Zeit" Leser ist ein Mindestmaß
    an logisches, rationales Denken zu erwarten, und so viel intellektuelle Redlichkeit und Disziplin, um sich nicht solcher plumpen Blüten antiklerikaler Vorurteile mangels Substanz bedienen zu müssen.

    Erstaunlich, wie leicht es ist über ein Buch zu urteilen , ohne es gelesen zu haben, und einen Menschen zu verurteilen, ohne ihn zu kennen - rein a priori. Die zwingende Evidenz? Ein Zeitungsartikel, dessen Stichhaltigkeit,
    auf Grund der oben festgestellten Unkenntnisse, die Mitforisten eigentlich nicht feststellen können. Gerade von einem "Zeit" Leser ist ein Mindestmaß
    an logisches, rationales Denken zu erwarten, und so viel intellektuelle Redlichkeit und Disziplin, um sich nicht solcher plumpen Blüten antiklerikaler Vorurteile mangels Substanz bedienen zu müssen.

    • maksym
    • 12.04.2009 um 20:35 Uhr

    und alle seine Rüschenröcke tragenden Kollegen geben sich bewusst schwammig, wenn es doch konkret werden sollte.

    Weil auch er nämlich folgenden Eid geschworen hat:

    http://ibka.org/artikel/a...

    Artikel 16

    Bevor die Bischöfe von ihrer Diözese Besitz ergreifen, leisten sie in die Hand des Reichsstatthalters in dem zuständigen Lande bzw. des Reichspräsidenten einen Treueid nach folgender Formel:

    »Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, dem Deutschen Reich und dem Lande... Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und vorn meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge (um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.«

    Und wenn der Kapitalismus, die so genannte freie Marktwirtschaft und alle sonstigen Auswüchse zur Staatsräson gehören, dann ist das auch für den Möchtegern-Marxisten aufgrund seines Eides bindend. Diesen Eid hat er geschworen, obwohl ihm sein oberster Chef in der Bergpredigt folgendes ins Stammbuch geschrieben hat:

    Vom Schwören
    Weiter habt ihr gehört, daß den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören, weder beim Himmel, weil er Gottes Thron ist, noch bei der Erde, weil sie der Schemel seiner Füße ist, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.
    Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, weil du nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz machen kannst. Eure Rede soll sein: Ja, ja - nein, nein. Was darüber hinausgeht, ist vom Bösen.

    Die Bergpredigt ist keine Randnotiz im NT, sondern eine zentrale Aussage, die neuen zehn Gebote. Wenn ein Geistlicher in der Lage ist, vor der weltlichen Macht (Kaiser) diesen Eid zu schwören (auf die heiligen Evangelien!), so demonstriert er damit öffentlich und unmissverständlich, auf welcher Seite er steht. Und zwar nicht auf der Seite der Bergpredigt.
    Es soll schon Kandidaten gegeben haben, die wegen dieses Eides dankend abgelehnt haben.

    Als kleine Zugabe sei noch zu erwähnen, dass dieses Konkordat der einzige Staatsvertrag ist,
    der das 3. Reich überlebt hat. Ein Vertrag also, bei dem der Adolf noch seine Finger im Spiel hatte.

    Na Herr Erzbischof et al., geht es eigentlich noch skurriler?

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    Wie geht's Ihrem Vater, Herr Maxim? Wie oft haben Sie ihn "Vater"
    genannt? Das ist aber eine klare Abweichung von Jesu Christi Verbot,
    irgendjemanden Vater zu nennen, außer des himmlische Vaters.
    Sie würden zu Recht meine Schlußfolgerung als biblischer Infantilismus
    bezeichnen, der auf Worte fixiert ist, ohne deren Sinn begriffen zu
    haben. So auch bei Ihrer Gegenüberstellung der zwei Texte.

    Wie geht's Ihrem Vater, Herr Maxim? Wie oft haben Sie ihn "Vater"
    genannt? Das ist aber eine klare Abweichung von Jesu Christi Verbot,
    irgendjemanden Vater zu nennen, außer des himmlische Vaters.
    Sie würden zu Recht meine Schlußfolgerung als biblischer Infantilismus
    bezeichnen, der auf Worte fixiert ist, ohne deren Sinn begriffen zu
    haben. So auch bei Ihrer Gegenüberstellung der zwei Texte.

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