Spielen Schach

Aus gegebenem Anlass heute etwas zu Banken und Bankern. Vor mir liegt ein Werbeplakat, auf dem jemand verzückt zu einem über ihm in der Luft wirbelnden weißen (Schach-)König aufblickt, wobei ihm versichert wird: »Ihr Berater kennt den Markt, er kennt die Produkte und er kennt Sie … So kann er erfolgsorientiert an etwas ganz und gar Einzigartigem arbeiten – an der Strategie Ihres Lebens.«

Verdammt vielverheißend! Doch sollte sich meine Lebensplanung wirklich auf das Wohl und Wehe meiner Kontobewegungen beschränken?! Im Finanzteil meiner Zeitung lese ich von der »Katerstimmung« und vom »großen Wundenlecken« und schließlich, nun ganz ernüchtert, die Einschätzung des Bundeskanzlers a. D. Helmut Schmidt: »Ich teile die Menschheit in drei Kategorien ein: Wir normalen Menschen, die irgendwann in ihrer Jugend Äpfel geklaut haben; die zweite hat eine kleine kriminelle Ader, und die dritte besteht aus Investmentbankern.« Das klingt nicht vertraueneinflößend. Und schon habe ich sowohl Bertolt Brecht, der eher zu einer Bankgründung als einem Bankraub riet, als auch den ehemaligen Schachgroßmeister und einen der führenden Finanzexperten der Welt, den Harvard-Professor Kenneth Rogoff, im Ohr, der viele Bankiers einfach »feuern« möchte, und schließlich denke ich an meinen verstorbenen Freund Ricardo Calvo, der seit jeher allen Banken misstraute. Wie gewann Ricardo, vor 25 Jahren in der Bundesliga für Bayern München gegen den Hamburger Schachklub spielend, als Schwarzer am Zug schnell gegen Christian Hess?

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Helmut Pfleger

Lösung aus Nr. 15:
Weiß zieht an, und zwölfmal hintereinander verschwindet die jeweils matt- gebende Figur sofort in der Schachtel, um die nächste zum Mattgeben ranzulassen. Wie kommt es so zwölfmal zu einem Matt in einem Zug? 1.Sh8xf7 2.Sh4xg6 3.g3xf4 4.f3–f4 5.f2–f4 6.Tf1xf5 7.c3xd4 8.d3–d4 9.d2–d4 10.Lc1–f4 11.Ta1xe1 12.Dc4–e4 und zum letzten Mal endgültig Matt

 
  • Quelle DIE ZEIT, 08.04.2009 Nr. 16
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  • Schlagworte Helmut Schmidt | Schach | Bertolt Brecht | Bundesliga | Bank | Bayern | München
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