Meinung Verstörend
Der Nahostkonflikt beginnt lange vor 1948. Eine Entgegnung auf Leon de Winter (ZEIT Nr. 15/09)

© MOHAMMED ABED/AFP/Getty Images
Jabalia im Gaza-Streifen nach dem Krieg: Ein Mädchen spielt in den Trümmers des Hauses ihrer Familie
Leon de Winter macht es sich in seinem Artikel Besessen vom Leid (ZEIT Nr. 15/09) viel zu leicht. Europas Verantwortung Israel und den Palästinensern gegenüber ist nicht allein dem Zweiten Weltkrieg und seinen furchtbaren Verbrechen geschuldet, wie de Winter behauptet. Schon 1920, nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches, übernahm Großbritannien das Mandat für Palästina. Nachdem der britische Außenminister Balfour dem jüdischen Volk 1917 die Unterstützung für "eine nationale Heimstätte in Palästina" zugesagt hatte, wurden in den Jahren der britischen Mandatsmacht die Weichen für den bis heute andauernden Nahostkonflikt gestellt.
Es ist der Unfähigkeit der Europäer zuzuschreiben, keine für jüdische Einwanderer ebenso wie für ansässige Palästinenser, Juden und Christen gemeinschaftliche Lösung in einem Staat gefunden zu haben. Dies führte dazu, dass sich nach zahlreichen Kämpfen und Aufständen die UN des Problems annahmen. Diese teilten den Staat 1947 auf dem Papier in zwei Hälften, führten den Plan jedoch nie vollständig durch. So gründete sich zwar 1948 der Staat Israel, über Palästina wird hingegen bis heute noch immer diskutiert.
Wer die Geschichte für seine Argumentation nutzt, wie de Winter es tut, sollte genau sein mit den historischen Daten. Demzufolge irrt de Winter auch, wenn er die Bedrohung Israels gleichsetzt mit der islamistischen Bedrohung der westlichen Welt. Nur oberflächlich betrachtet verfolgen Hamas und Hisbollah, die Taliban und al-Qaida die gleichen Ziele.
Wirklich verstörend aber wird der Text, wenn de Winter die in Gaza lebenden Menschen per se als "Feinde Israels" und "Judenhasser" bezeichnet. Unerträglich ist seine höhnische Schlussfolgerung, die Menschen in Gaza hätten nur darauf gewartet, endlich "Juden zu töten" – eine Möglichkeit, die Israel ihnen im Gazakrieg geboten habe. Hier überschreitet der Autor den schmalen Grad zwischen Polemik und Hass.
Elisabeth Knoblauch, 34, ist Redaktionsassistentin im Politischen Ressort der ZEIT
- Datum 08.04.2009 - 13:54 Uhr
- Serie opi
- Quelle DIE ZEIT, 08.04.2009 Nr. 16
- Kommentare 84
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auf de Winters Pamphlet!
Kurz und bündig rückt Frau Knoblauch die Fakten zurecht, ohne sich selbst in das Bierzelt des Herrn de Winter zu begeben.
Empfehlung: Die ZEIT könnte getrost ihren Josef Joffe in Rente schicken. Diese Redaktionsassistentin ist sicher um einiges preiswerter und sie schreibt um Längen besser.
Gratulation, Herr oder Frau koepke! Operation gelungen!
Herr de Winter sitzt also im Bierzelt. Da denkt man natürlich an München, wo beim Oktoberfest das Bier in Strömen fließt: Inbegriff deutschen Spießertums.
Und natürlich denkt man an den Münchener Bürgerbräukeller, wo Hitler agitierte und von wo aus 1923 der Hitler-Putsch ausging, der im Englischen deshalb auch Beer Hall Putsch heißt.
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf indirekte Unterstellungen. Die Redaktion/jk)
Gratulation, Herr oder Frau koepke! Operation gelungen!
Herr de Winter sitzt also im Bierzelt. Da denkt man natürlich an München, wo beim Oktoberfest das Bier in Strömen fließt: Inbegriff deutschen Spießertums.
Und natürlich denkt man an den Münchener Bürgerbräukeller, wo Hitler agitierte und von wo aus 1923 der Hitler-Putsch ausging, der im Englischen deshalb auch Beer Hall Putsch heißt.
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf indirekte Unterstellungen. Die Redaktion/jk)
Bücher von Barbara Tuchman über dieses Problem.
Frau Knoblauch zeigt, dass es möglich ist, mit einem Drittel der Worte von M. de Winter der Komplexität der Situation gerecht zu werden. Sehr gut gemacht!
Natürlich wird Leon "Phosphor"* de Winter sie darob sofort als "Judenhasserin" verorten und ihre Argumentation für keiner weiteren Diskussion würdig erachten. Daran, unter anderem, scheiterte die Aufklärung: dass Vernunft gegen irrationale und vor Emotionen überschäumende Gegner nutzlos ist...
* gr. = Lichtträger
Ein wichtiges Datum ist der Einfall der Moslems in Palästina, im Zuge dessen 638 Jerusalem erobert wird. Die islamische Herrschaft über Palästina geht also auf eine Zeit von vor über einem Jahrtausend zurück. Entgegen dem weitverbreiteten Märchen, Juden und Christen hätten unter islamischer Herrschaft stets komfortalbel gelebt, gilt es festzuhalten, dass nicht-islamische Heiligtümer systematisch zerstört oder in islamische Stätten umgewandelt wurden. (Als 1009 schließlich die Grabeskirche von den islamischen Besatzern zerstört wird, beschließen die christlichen Machthaber Europas den Kreuzzug.)
Es ist müßig, die unzähligen Übergriffe auf Juden in Palästina seitdem aufzuzählen, erwähnt sei jedoch das Massaker der arabisch-jüdischen Beölkerung Hebrons, 1927, durch fanatische Moslems. Spätestens seit diesem Blutbad war klar, dass ein Zusammenleben von Moslems und Juden in Palästina eine unrealistische Vision sein würde. Das zielgerichte Vorgehen der Zionisten dürfte wohl besonders durch dieses historische Ereignis motiviert sein.
Es ist aus islamischer Sicht eine Demütigung, dass die Herrschaft über Palästina mit der Gründung Israels zuende gegangen ist und "Ungläubige", wie im Islam Andersgläubige genannt werden, an den Ursprungsort ihrer Religion zurückgekehrt sind. De Winter verweist mit seiner Polemik auf diese tiefere psychologische Schicht des Palästina-Konflikts. Keineswegs alle Palästinener hassen die Juden. Im Gegenteil: viele schreiben der Einwanderung der Juden einen Schub an zivilisatorischer Entwicklung zu. Aber diese Stimmen sind es nicht, die die gesellschaftliche Ausrichtung der arabischen Gesellschaft bestimmen können. Frau Knoblochs Artikel setzt sich mit diesen Problemen nicht auseinander und hat daher keinerlei Informationswert.
hat denn de Winters zynisches Pamphlet?............
Und was bedeutet die Bezeichnung Goj bei den Juden?
Eine liebevolle Bezeichnung für Menschen anderen Glaubens??
Man kann auch bis Adam und Eva zurück gehen und Kain und Abel erwähnen. Kein vernünftiger Mensch würde behaupten, dass in einer frühen Zeit Glaubensüberzeugung in Verbindung mit Eroberungen (siehe Christentum) friedlich-freundlich und die andere Überzeugung respektierend verlaufen sind.
Fakt ist, die jüdischen Zionisten kamen in ein Land, in dem seit über tausend Jahren eine Bevölkerung(für mich wäre es noch eine Frage, ob diese Bevölkerung eingewandert ist oder dort lebte und islamisiert wurde) lebt und sie erhoben Anspruch auf deren Land. Es ist doch lächerlich anzunehmen, die dortigen Einwohner sagten: Ach klar, steht ja schon in der Tora, dass Gott Euch das Land gegeben hat und wir sind ja auch erst später gekommen, deshalb räumen wir unser Land, unsere Häuser, nehmen unsere Herden und gehen eben woanders hin. Da entstünde dann zwar ein ähnliches Problem, macht aber nix, denn die Juden haben ja das Buch und die ältesten "Rechte".
Muss man erst eine Nation gebildet haben, bevor man Rechte als Ureinwohner hat? Schwer in Zeiten des Kolonialismus und schließlich hatten zu dem Zeitpunkt auch die einwandernden Juden noch keinen Staat. Der sollte in dem UNO-Beschluss ihnen nur unter der Bedingung auch eines palästinensischen Staates gewährt werden. Und dazu hatten sie von Beginn an wenig Absichten und heute um so weniger, wenn man sich die ganzen Winkelzüge ansieht, mit denen einmal besetztes Gebiet behalten und erweitert wird und die Gründung eines palästinensischen Staates, der diese Bezeichnung verdiente, verhindert wird.
Man kann diese Diskussion ja bis zum Erbrechen durchkauen, insofern nicht anders als in dem Konflikt selbst.
Meiner Ansicht nach muss diese Tatsache von der jüdisch-israelischen Bevölkerung und natürlich von der Politik anerkannt werden um die palästinensischen Menschen in den Stand eines gleichberechtigten Gesprächspartners zu versetzen, der auch Rechte hat, die er einfordern kann und nicht nur als ein Gegenüber, dem einseitig zu erfüllende Forderungen gestellt werden, bevor man auch nur bereit ist mal zu sprechen.
Glücklicherweise gibt es ja auch diese Stimmen, nur sind sie seit der Ermordung Rabins, der diese Hoffnung beflügelte, sehr leise geworden oder wurde auch mundtot gemacht durch die Propagandamaschinerie der Hardliner und der Israel-Lobby.
hat denn de Winters zynisches Pamphlet?............
Und was bedeutet die Bezeichnung Goj bei den Juden?
Eine liebevolle Bezeichnung für Menschen anderen Glaubens??
Man kann auch bis Adam und Eva zurück gehen und Kain und Abel erwähnen. Kein vernünftiger Mensch würde behaupten, dass in einer frühen Zeit Glaubensüberzeugung in Verbindung mit Eroberungen (siehe Christentum) friedlich-freundlich und die andere Überzeugung respektierend verlaufen sind.
Fakt ist, die jüdischen Zionisten kamen in ein Land, in dem seit über tausend Jahren eine Bevölkerung(für mich wäre es noch eine Frage, ob diese Bevölkerung eingewandert ist oder dort lebte und islamisiert wurde) lebt und sie erhoben Anspruch auf deren Land. Es ist doch lächerlich anzunehmen, die dortigen Einwohner sagten: Ach klar, steht ja schon in der Tora, dass Gott Euch das Land gegeben hat und wir sind ja auch erst später gekommen, deshalb räumen wir unser Land, unsere Häuser, nehmen unsere Herden und gehen eben woanders hin. Da entstünde dann zwar ein ähnliches Problem, macht aber nix, denn die Juden haben ja das Buch und die ältesten "Rechte".
Muss man erst eine Nation gebildet haben, bevor man Rechte als Ureinwohner hat? Schwer in Zeiten des Kolonialismus und schließlich hatten zu dem Zeitpunkt auch die einwandernden Juden noch keinen Staat. Der sollte in dem UNO-Beschluss ihnen nur unter der Bedingung auch eines palästinensischen Staates gewährt werden. Und dazu hatten sie von Beginn an wenig Absichten und heute um so weniger, wenn man sich die ganzen Winkelzüge ansieht, mit denen einmal besetztes Gebiet behalten und erweitert wird und die Gründung eines palästinensischen Staates, der diese Bezeichnung verdiente, verhindert wird.
Man kann diese Diskussion ja bis zum Erbrechen durchkauen, insofern nicht anders als in dem Konflikt selbst.
Meiner Ansicht nach muss diese Tatsache von der jüdisch-israelischen Bevölkerung und natürlich von der Politik anerkannt werden um die palästinensischen Menschen in den Stand eines gleichberechtigten Gesprächspartners zu versetzen, der auch Rechte hat, die er einfordern kann und nicht nur als ein Gegenüber, dem einseitig zu erfüllende Forderungen gestellt werden, bevor man auch nur bereit ist mal zu sprechen.
Glücklicherweise gibt es ja auch diese Stimmen, nur sind sie seit der Ermordung Rabins, der diese Hoffnung beflügelte, sehr leise geworden oder wurde auch mundtot gemacht durch die Propagandamaschinerie der Hardliner und der Israel-Lobby.
"Europas Verantwortung Israel und den Palästinensern gegenüber ist nicht allein dem Zweiten Weltkrieg und seinen furchtbaren Verbrechen geschuldet, wie de Winter behauptet."
Mit dieser Behauptung steht de Winter aber nicht allein, sondern ich würd eher sagen, das sind Kernaussagen aller Parteien bei uns, von CDU bis PDS. Oder sehe ich das jetzt falsch? Also ich meine z.B. das Merkel-Zitat betreffe der Staatsräson....... Von den Arabern wird da ja definitiv der Verzicht auf Palästina, oder zumindest wesentlichen Teilen davon, erwartet. Und Merkels Position fußt da ja recht eindeutig auf der NS-Periode der deutschen Geschichte. Weitere Politiker-Aussagen ließen sich anführen.
Also doch ein komplexerer Konflikt. Zurück zur Balfour-Daklaration, auch ins 19. Jahrhundert, die Rangeleien der europäischen Mächte um die osmanische Beute..... sogar Wilhelm war ja mal da. Als ich in die Schule ging, da waren das alles Selbverständlichkeiten, aber das war ja in der "DDR".
Welche Abgrenzung der von den Arabern für die "Heimstatt" abzutretende Teil nun hat, ist ja offensichtlich nicht klar. Häufig wird heute von den "völkerrechtlich anerkannten Grenzen Israels" gesprochen, und man meint damit die grüne Linie von 1948. Aber hält das einer näheren Überprüfung eigentlich stand? In Israel de facto nicht akzeptiert, und auf arabischer Seite offensichtlich auch nicht. Mit Verlaub: ich verstehe beide. Wiederherstellung des Status einer geteilten Stadt in Jerusalems? Schwer vorstellbar. Ebenso ist es für mich absolut nachvollziehbar, wie der im Teilungsplan vorgesehene Verlust Galiläas auf arabischer Seite Bestürzung und Verbitterung hervorrief. Wenn man die Gegend bereist, kann man nicht anders, als sie als den Vorhof zum Paradies empfinden. Die war dann also weg. (Oder ist das mit dem "Paradies" dann erst mit den Kibbuzniks so geworden.....) Insofern sehe ich auch die Formulierung der Autorin von dem "nie vollständig" durchgezogenen Plan problematisch. Wie hätte es denn laufen sollen, wenn nicht im Konflikt?
Also die Briten standen bei der Entstehung des Konflikte mit Pate, und die arabischen Mächte ("Verlierer") hätten sich mit mehr Ruhm bei der Neuansiedlung der Flüchtlinge bekleckern können. Und die "diesseits" der grünen Linie gebliebenen Araber haben Glück gehabt, die haben jetzt eine israelische Sozialversicherungsnummer....
Von allen Verantwortungs- uns Schuldfragen abgesehen: Wenn Israelis "ihr Land" präsentieren, und dabei auf ein mehrtausendjähriges geschichtliches Erbe verweisen - und man die konkrete Aufbauarbeit der vergangenen Jahrzehnte sieht, das wirkt schon beeindruckend......
Schade eigentlich, daß die "Einstaatenlösung" heute fernab der politischen Realität steht.
Als 1009 schließlich die Grabeskirche von den islamischen Besatzern zerstört wird, beschließen die christlichen Machthaber Europas den Kreuzzug.
Wenn ich Gibbons "Decline and Fall" richtig in Erinnerung habe, begannen die Kreuzzüge mehr als ein Menschenleben später (in den 1090er-Jahren) durch ein politisches Manöver des byzantinischen Kaisers Alexios Komnenos, der sich ausrechnete, dass auf diese Weise der türkische Druck auf das Reich von Byzanz verringert werden könnte -- so niedergeschrieben von jemandem, der zugegen war, nämlich Alexios' als Historikerin berühmter Tochter Anna.
Seltsamerweise werden die Mächtigen auch heute immer noch in der Bewertung geschont, und man faselt lieber von "einer mystischen Grundstimmung in Europa" etc. als Auslöser der Kreuzzüge. Ohne dass ich tiefergehende Nahostkenntnisse hätte, scheint es mir dennoch, dass eine Partei und ihre Verantwortung in allen Diskussionen zum Thema Israel/Palästina grundsätzlich ausgespart wird: nämlich ein gewisses mittelalterlich denkendes, die Menschenrechte mit Füßen tretendes Feudal- und Fundamentalistenregime, das aufgrund seiner immensen wirtschaftlichen Macht vom Westen hofiert wird und zugleich mit Hingabe und viel Geld die Nahostprobleme aus eigenem politischem Kalkül am Kochen erhält.
Als 1009 schließlich die Grabeskirche von den islamischen Besatzern zerstört wird, beschließen die christlichen Machthaber Europas den Kreuzzug.
Wenn ich Gibbons "Decline and Fall" richtig in Erinnerung habe, begannen die Kreuzzüge mehr als ein Menschenleben später (in den 1090er-Jahren) durch ein politisches Manöver des byzantinischen Kaisers Alexios Komnenos, der sich ausrechnete, dass auf diese Weise der türkische Druck auf das Reich von Byzanz verringert werden könnte -- so niedergeschrieben von jemandem, der zugegen war, nämlich Alexios' als Historikerin berühmter Tochter Anna.
Seltsamerweise werden die Mächtigen auch heute immer noch in der Bewertung geschont, und man faselt lieber von "einer mystischen Grundstimmung in Europa" etc. als Auslöser der Kreuzzüge. Ohne dass ich tiefergehende Nahostkenntnisse hätte, scheint es mir dennoch, dass eine Partei und ihre Verantwortung in allen Diskussionen zum Thema Israel/Palästina grundsätzlich ausgespart wird: nämlich ein gewisses mittelalterlich denkendes, die Menschenrechte mit Füßen tretendes Feudal- und Fundamentalistenregime, das aufgrund seiner immensen wirtschaftlichen Macht vom Westen hofiert wird und zugleich mit Hingabe und viel Geld die Nahostprobleme aus eigenem politischem Kalkül am Kochen erhält.
hat denn de Winters zynisches Pamphlet?............
Und was bedeutet die Bezeichnung Goj bei den Juden?
Eine liebevolle Bezeichnung für Menschen anderen Glaubens??
Man kann auch bis Adam und Eva zurück gehen und Kain und Abel erwähnen. Kein vernünftiger Mensch würde behaupten, dass in einer frühen Zeit Glaubensüberzeugung in Verbindung mit Eroberungen (siehe Christentum) friedlich-freundlich und die andere Überzeugung respektierend verlaufen sind.
Fakt ist, die jüdischen Zionisten kamen in ein Land, in dem seit über tausend Jahren eine Bevölkerung(für mich wäre es noch eine Frage, ob diese Bevölkerung eingewandert ist oder dort lebte und islamisiert wurde) lebt und sie erhoben Anspruch auf deren Land. Es ist doch lächerlich anzunehmen, die dortigen Einwohner sagten: Ach klar, steht ja schon in der Tora, dass Gott Euch das Land gegeben hat und wir sind ja auch erst später gekommen, deshalb räumen wir unser Land, unsere Häuser, nehmen unsere Herden und gehen eben woanders hin. Da entstünde dann zwar ein ähnliches Problem, macht aber nix, denn die Juden haben ja das Buch und die ältesten "Rechte".
Muss man erst eine Nation gebildet haben, bevor man Rechte als Ureinwohner hat? Schwer in Zeiten des Kolonialismus und schließlich hatten zu dem Zeitpunkt auch die einwandernden Juden noch keinen Staat. Der sollte in dem UNO-Beschluss ihnen nur unter der Bedingung auch eines palästinensischen Staates gewährt werden. Und dazu hatten sie von Beginn an wenig Absichten und heute um so weniger, wenn man sich die ganzen Winkelzüge ansieht, mit denen einmal besetztes Gebiet behalten und erweitert wird und die Gründung eines palästinensischen Staates, der diese Bezeichnung verdiente, verhindert wird.
Man kann diese Diskussion ja bis zum Erbrechen durchkauen, insofern nicht anders als in dem Konflikt selbst.
Meiner Ansicht nach muss diese Tatsache von der jüdisch-israelischen Bevölkerung und natürlich von der Politik anerkannt werden um die palästinensischen Menschen in den Stand eines gleichberechtigten Gesprächspartners zu versetzen, der auch Rechte hat, die er einfordern kann und nicht nur als ein Gegenüber, dem einseitig zu erfüllende Forderungen gestellt werden, bevor man auch nur bereit ist mal zu sprechen.
Glücklicherweise gibt es ja auch diese Stimmen, nur sind sie seit der Ermordung Rabins, der diese Hoffnung beflügelte, sehr leise geworden oder wurde auch mundtot gemacht durch die Propagandamaschinerie der Hardliner und der Israel-Lobby.
vergessen:
Nur mal ein paar, ganz spontan:
- Unterdrückung der Kurden
- Unterdrückung der Berber
- Besatzung Nord-Zyperns
- Christenverfolgung im Irak
- Vertreibung der Juden aus den arabischen Ländern
- Armenier-Holokaust
Informieren Sie sich mal hierzu, dann rundet sich Ihr Nahost-Bild ein wenig ab.
Man kann natürlich die Einwanderung der Juden in Palästina als fragwürdig ansehen.
Das gilt allerdings für die Eroberung der Araber von Palästina 1000 Jahre vorher genauso.
Dabei war Palästina immer Siedlungsgebiet von Juden, Christen und Moslems gemeinsam, einen alleinigen eindeutigen Anspruch hat es nie gegeben, nur faktische Machtverhältnisse.
So wie heute die Palästinenser, so haben im Mittelalter die Kreuzritter auf hoffnungslosem Posten ihren Herrschaftsanspruch begründet.
Denn darum geht es, nicht um teilhabe in einem wie immer gearteten israelisch palästinensischen Staat, sondern um die alleinige Dominanz, die von den Palästinensern absolut beansprucht wurde und wird. (Mittlerweile allerdings auch von Israel)
Das aber ist genauso wenig oder genauso viel rechtmäßig wie der Anspruch der Vertriebenen auf Ostdeutschland, der Anspruch der Serben auf den Kosovo, der Anspruch der Indianer auf Amerika, der Anspruch der Argentinier auf Falkland usw.
Bejaht man den Anspruch der Palästinenser, so muss man auch alle die anderen Ansprüche bejahen, trotz gegenteiliger Fakten.
Fakten legitimieren, wenn sie lange genug Bestand haben, das ist eine Tatsache, die aus realer Notwendigkeit heraus entsteht. Genau deshalb ist die Zerstörung Israels für radikale Moslems so wichtig, denn mit einem Kompromiss würde ihre national moslemische Ideologie gegenstandslos. Deshalb können und werden radikale moslemische Palästinenser niemals auf die Zerstörung Israels verzichten. Mit Hamas wurde ein Kompromiss unmöglich. Das ist eben der Unterschied zwischen Fatah und Hamas. Es sei denn, sie würde ihre Ideologie aufgeben.
Berthold Grabe
für ein Schimpfwort. Und ein bisschen suggerieren Sie, der Ausdruck zeige, dass Fremdenfeindlichkeit auch unter Juden gang und gebe sei.
Etwas unfair, wie ich finde. Denn wenn ich mich richtig erinnere, kommt der Fremde im Judentum gleich mehrfach vor, und, was ziemlich einmalig ist - er hat Rechte. Z.B. auf Teile der Ernte.
Das ist im Einklang damit, dass der Nichtjude vor Gott genauso dasteht wie der Jude, nur, dass er nicht soviele Gebote zu befolgen hat.
Sich als Jude aber wie ein Goj zu benehmen, kann allerdings bedeuten, die zusätzlich auferlegten Gebote nicht zu befolgen und dann wird es zu einem Vorwurf, nicht an die Gojim - die dürfen ja - sondern an den Mitjuden. Ich komme darauf gleich noch mal zurück.
„Es ist doch lächerlich anzunehmen, die dortigen Einwohner sagten: Ach klar, steht ja schon in der Tora, dass Gott Euch das Land gegeben hat und wir sind ja auch erst später gekommen, deshalb räumen wir unser Land...“ schreiben Sie.
Ich bin mir nicht so sicher, ob Sie da Recht haben. Jedenfalls prägen Inhalte aus allen drei Büchern das heutige Leben von Moslems, Christen und Juden in einer Art und Weise, die nichtreligiösen Menschen leicht ebenso lächerlich vorkommen mag, und doch ist das Realität. Und nicht in allen Bereichen das Dümmste, was einem so einfallen kann: Hätte ich nur die Wahl zwischen Gammelfleisch und kosherem Essen, würde ich sofort Milchiges und Fleischiges penibelst trennen. (Geht übrigens darauf zurück, dass es als pervers empfunden wird, z.B. ein Kalb in der Milch seiner Mutter zu kochen, und da will man auf Nummer sicher gehen). Nein, wenn ich mir Separatorenfleisch und sonstige Schweinereien vorstelle - der Respekt vor der Kreatur scheint mir bei Muslimen und Juden sehr viel ausgeprägter als in unserer christlichen ‘Leitkultur’
Anspruch auf das Land - ich find’s unüblich. Aber ungewöhnlich ist schliesslich auch, dass die Juden so lange über ihren Glauben eine Identität als Volk aufrecht erhalten haben. Gibt’s dafür Verjährungsfristen? Hundert Jahre? 200? Die Donauschwaben sind jetzt, glaube ich, bei 300 Jahren, und halten sich immer ncoh für Deutsche.
Wie dem auch sei, meines Erachtens geht es, und da komme ich auf die Virulenz religiöser Inhalte und später auch wieder auf die Gojim zurück, bei diesem Konflikt um etwas anderes: Ich vermute seit langem, dass es sich bei beiden Gruppen, den jüdischen Israelis und den arabischen bzw. den Palästinensern, um Nachfahren der Bevölkerung handelt, die vor 70 im heutigen Israel lebte. Darauf deuten u.a. Untersucheungen über die Verwandtschaftsverhältnisse hin, die zeigen, dass sich in dieser Hinsicht Palästinenser und Juden sehr viel näher sind als beispielsweise Palästinenser und Saudi-Arabier oder Syrer.
U.a. - vor allem aber spricht dafür dieser mörderische Hass, der sich auf beiden Seiten finden lässt. Akzeptiert man die Prämisse - und sei es nur hypothetisch, um das Gedankenexperiment zu ermöglichen - es handele sich tatsächlich um Brüder, dann ergibt sich das Bild vom einen, der seiner Religion treu geblieben ist - und dafür Jahrhunderte das Land aufgeben musste. Der andere hat das Land - schliesslich auch heilig - über die Religion gestellt, ist geblieben, hat erst den römischen Kaiser als Gott angebetet und dann den Islam übernommen.
Behauptet also jetzt, er sei ein Goj. Daraus können Sie zig unlösbare Konflikte zimmern. Z.B.: Sind die Palästinenser in Wirklichkeit Juden, die sich wie Gojim benehmen, könnte man ihnen, aus jüdischer Sicht, zu Recht schwere Vorwürfe machen - halten die Gebote nicht. Dann wären sie aber auch prinzipiell gleichberechtigt. Und wenn andererseits aber stimmt, was sie behaupten, dass sie nämlich Gojim seien - was sollen sie sich an jüdische Gebote halten?
Über Jahrhunderte die Religion bewahrt und jetzt, quasi als Belohnung, das Land zurückerhalten. Det hat nur einen Schönheitsfehler: Den Zionismus kann man schlecht mit orthodoxem Judentum gleichsetzen. Die Pioniere in den Kibbuzim: das waren Sozialisten - also eher Juden, die sich wie Gojim benommen haben. Ben Gurion, Golda Meir - orthodoxe Juden?
Ne, da hätte man sich eher mit Arafat in der sozialistischen Internationalen zusammenhocken können. Aber das wäre eine Seite der Brüderlichkeit gewesen, die beiden nicht behagte - sich umarmen. Dann lieber die andere Variante, Sie erwähnten die zwei schon, Kain und seinen Bruder Abel.
Eifersucht: Wen liebt Gott mehr?
„Und dazu hatten sie von Beginn an wenig Absichten und heute um so weniger, wenn man sich die ganzen Winkelzüge ansieht, mit denen einmal besetztes Gebiet behalten und erweitert wird...“, Sie meinen offenbar die Israelis.
Mir kommt das zu sehr von hinten gelesen vor, und völlig zu kurz kommt mir in dieser Betrachtung das komplette und entsetzliche Versagen der palästinensischen Führung. Angefangen mit jenem unseligen Mufti von Jerusalem - ein fürchterlicher Nazi -, der den modernen Antisemitismus in die arabische Welt importiert hat und den Krieg 48 ausrief, bis hin zu Arafat, der, in weltweiten Terror verstrickt, noch jede Chance auf irgendeinen Kompromiss verspielt hat.
Denn Israel in den Grenzen von 48 - diese damalige Realität scheint heute ein utopische Ziel. Ich finde, man sollte es aufgeben.
Orthodoxe Juden - meiner Meinung nach leben die vor allem in Mea Shearim. Ein moderner Staat Israel sollte in meinen Augen allen seinen Bewohnern Sicherheit und Freiheit, gerade auch, was die Religion angeht, garantieren können. Langfristig wird dies ohne die Unterstützung seiner Nachbarn nicht möglich sein.
In diesem Zusammenhang möchte ich gerne, wie Sie in einem anderen Kommentar, an das goldene Zeitalter in Spanien erinnern, als unter maurischer Herrschaft Religionsfreiheit herrschte und interreligiöse Dialoge in Moscheen, Kirchen und Synagogen statfanden.
Ob es hilfreich ist, wenn es dazu Ratschläge aus Deutschland gibt? Die historischen Vergleiche zu Nazi-Deutschland, die ich in anderen Kommentaren bei Zeit-online gelesen habe, haben mir zum Teil den Atem verschlagen.
Vielleicht könnte man, wenn man schon vergleichen will, nach Indien blicken: Die Auseinandersetzungen, auch auf den jeweiligen Besitz bezogen, zwischen Muslimen und Hindus scheinen mir tatsächlich manche Parallelen zu bieten.
Und natürlich sticht das Fehlen einer charismatischen Persönlichkeit wie Gandhi ins Auge.
Und das entsetzt mich ziemlich, gerade auch hier im Forum - wie ein friedliebender Mann wie der Dalai Lama ein Standing als notorischer Unruhestifter und, glaubt man manchen Kommentaren aus China, einen fast teuflischen Charakter hat, während Jassir Arafat hierzulande schon seit Apo-Zeiten als tapferer Freiheitskämpfer verehrt wird.
vergessen:
Nur mal ein paar, ganz spontan:
- Unterdrückung der Kurden
- Unterdrückung der Berber
- Besatzung Nord-Zyperns
- Christenverfolgung im Irak
- Vertreibung der Juden aus den arabischen Ländern
- Armenier-Holokaust
Informieren Sie sich mal hierzu, dann rundet sich Ihr Nahost-Bild ein wenig ab.
Man kann natürlich die Einwanderung der Juden in Palästina als fragwürdig ansehen.
Das gilt allerdings für die Eroberung der Araber von Palästina 1000 Jahre vorher genauso.
Dabei war Palästina immer Siedlungsgebiet von Juden, Christen und Moslems gemeinsam, einen alleinigen eindeutigen Anspruch hat es nie gegeben, nur faktische Machtverhältnisse.
So wie heute die Palästinenser, so haben im Mittelalter die Kreuzritter auf hoffnungslosem Posten ihren Herrschaftsanspruch begründet.
Denn darum geht es, nicht um teilhabe in einem wie immer gearteten israelisch palästinensischen Staat, sondern um die alleinige Dominanz, die von den Palästinensern absolut beansprucht wurde und wird. (Mittlerweile allerdings auch von Israel)
Das aber ist genauso wenig oder genauso viel rechtmäßig wie der Anspruch der Vertriebenen auf Ostdeutschland, der Anspruch der Serben auf den Kosovo, der Anspruch der Indianer auf Amerika, der Anspruch der Argentinier auf Falkland usw.
Bejaht man den Anspruch der Palästinenser, so muss man auch alle die anderen Ansprüche bejahen, trotz gegenteiliger Fakten.
Fakten legitimieren, wenn sie lange genug Bestand haben, das ist eine Tatsache, die aus realer Notwendigkeit heraus entsteht. Genau deshalb ist die Zerstörung Israels für radikale Moslems so wichtig, denn mit einem Kompromiss würde ihre national moslemische Ideologie gegenstandslos. Deshalb können und werden radikale moslemische Palästinenser niemals auf die Zerstörung Israels verzichten. Mit Hamas wurde ein Kompromiss unmöglich. Das ist eben der Unterschied zwischen Fatah und Hamas. Es sei denn, sie würde ihre Ideologie aufgeben.
Berthold Grabe
für ein Schimpfwort. Und ein bisschen suggerieren Sie, der Ausdruck zeige, dass Fremdenfeindlichkeit auch unter Juden gang und gebe sei.
Etwas unfair, wie ich finde. Denn wenn ich mich richtig erinnere, kommt der Fremde im Judentum gleich mehrfach vor, und, was ziemlich einmalig ist - er hat Rechte. Z.B. auf Teile der Ernte.
Das ist im Einklang damit, dass der Nichtjude vor Gott genauso dasteht wie der Jude, nur, dass er nicht soviele Gebote zu befolgen hat.
Sich als Jude aber wie ein Goj zu benehmen, kann allerdings bedeuten, die zusätzlich auferlegten Gebote nicht zu befolgen und dann wird es zu einem Vorwurf, nicht an die Gojim - die dürfen ja - sondern an den Mitjuden. Ich komme darauf gleich noch mal zurück.
„Es ist doch lächerlich anzunehmen, die dortigen Einwohner sagten: Ach klar, steht ja schon in der Tora, dass Gott Euch das Land gegeben hat und wir sind ja auch erst später gekommen, deshalb räumen wir unser Land...“ schreiben Sie.
Ich bin mir nicht so sicher, ob Sie da Recht haben. Jedenfalls prägen Inhalte aus allen drei Büchern das heutige Leben von Moslems, Christen und Juden in einer Art und Weise, die nichtreligiösen Menschen leicht ebenso lächerlich vorkommen mag, und doch ist das Realität. Und nicht in allen Bereichen das Dümmste, was einem so einfallen kann: Hätte ich nur die Wahl zwischen Gammelfleisch und kosherem Essen, würde ich sofort Milchiges und Fleischiges penibelst trennen. (Geht übrigens darauf zurück, dass es als pervers empfunden wird, z.B. ein Kalb in der Milch seiner Mutter zu kochen, und da will man auf Nummer sicher gehen). Nein, wenn ich mir Separatorenfleisch und sonstige Schweinereien vorstelle - der Respekt vor der Kreatur scheint mir bei Muslimen und Juden sehr viel ausgeprägter als in unserer christlichen ‘Leitkultur’
Anspruch auf das Land - ich find’s unüblich. Aber ungewöhnlich ist schliesslich auch, dass die Juden so lange über ihren Glauben eine Identität als Volk aufrecht erhalten haben. Gibt’s dafür Verjährungsfristen? Hundert Jahre? 200? Die Donauschwaben sind jetzt, glaube ich, bei 300 Jahren, und halten sich immer ncoh für Deutsche.
Wie dem auch sei, meines Erachtens geht es, und da komme ich auf die Virulenz religiöser Inhalte und später auch wieder auf die Gojim zurück, bei diesem Konflikt um etwas anderes: Ich vermute seit langem, dass es sich bei beiden Gruppen, den jüdischen Israelis und den arabischen bzw. den Palästinensern, um Nachfahren der Bevölkerung handelt, die vor 70 im heutigen Israel lebte. Darauf deuten u.a. Untersucheungen über die Verwandtschaftsverhältnisse hin, die zeigen, dass sich in dieser Hinsicht Palästinenser und Juden sehr viel näher sind als beispielsweise Palästinenser und Saudi-Arabier oder Syrer.
U.a. - vor allem aber spricht dafür dieser mörderische Hass, der sich auf beiden Seiten finden lässt. Akzeptiert man die Prämisse - und sei es nur hypothetisch, um das Gedankenexperiment zu ermöglichen - es handele sich tatsächlich um Brüder, dann ergibt sich das Bild vom einen, der seiner Religion treu geblieben ist - und dafür Jahrhunderte das Land aufgeben musste. Der andere hat das Land - schliesslich auch heilig - über die Religion gestellt, ist geblieben, hat erst den römischen Kaiser als Gott angebetet und dann den Islam übernommen.
Behauptet also jetzt, er sei ein Goj. Daraus können Sie zig unlösbare Konflikte zimmern. Z.B.: Sind die Palästinenser in Wirklichkeit Juden, die sich wie Gojim benehmen, könnte man ihnen, aus jüdischer Sicht, zu Recht schwere Vorwürfe machen - halten die Gebote nicht. Dann wären sie aber auch prinzipiell gleichberechtigt. Und wenn andererseits aber stimmt, was sie behaupten, dass sie nämlich Gojim seien - was sollen sie sich an jüdische Gebote halten?
Über Jahrhunderte die Religion bewahrt und jetzt, quasi als Belohnung, das Land zurückerhalten. Det hat nur einen Schönheitsfehler: Den Zionismus kann man schlecht mit orthodoxem Judentum gleichsetzen. Die Pioniere in den Kibbuzim: das waren Sozialisten - also eher Juden, die sich wie Gojim benommen haben. Ben Gurion, Golda Meir - orthodoxe Juden?
Ne, da hätte man sich eher mit Arafat in der sozialistischen Internationalen zusammenhocken können. Aber das wäre eine Seite der Brüderlichkeit gewesen, die beiden nicht behagte - sich umarmen. Dann lieber die andere Variante, Sie erwähnten die zwei schon, Kain und seinen Bruder Abel.
Eifersucht: Wen liebt Gott mehr?
„Und dazu hatten sie von Beginn an wenig Absichten und heute um so weniger, wenn man sich die ganzen Winkelzüge ansieht, mit denen einmal besetztes Gebiet behalten und erweitert wird...“, Sie meinen offenbar die Israelis.
Mir kommt das zu sehr von hinten gelesen vor, und völlig zu kurz kommt mir in dieser Betrachtung das komplette und entsetzliche Versagen der palästinensischen Führung. Angefangen mit jenem unseligen Mufti von Jerusalem - ein fürchterlicher Nazi -, der den modernen Antisemitismus in die arabische Welt importiert hat und den Krieg 48 ausrief, bis hin zu Arafat, der, in weltweiten Terror verstrickt, noch jede Chance auf irgendeinen Kompromiss verspielt hat.
Denn Israel in den Grenzen von 48 - diese damalige Realität scheint heute ein utopische Ziel. Ich finde, man sollte es aufgeben.
Orthodoxe Juden - meiner Meinung nach leben die vor allem in Mea Shearim. Ein moderner Staat Israel sollte in meinen Augen allen seinen Bewohnern Sicherheit und Freiheit, gerade auch, was die Religion angeht, garantieren können. Langfristig wird dies ohne die Unterstützung seiner Nachbarn nicht möglich sein.
In diesem Zusammenhang möchte ich gerne, wie Sie in einem anderen Kommentar, an das goldene Zeitalter in Spanien erinnern, als unter maurischer Herrschaft Religionsfreiheit herrschte und interreligiöse Dialoge in Moscheen, Kirchen und Synagogen statfanden.
Ob es hilfreich ist, wenn es dazu Ratschläge aus Deutschland gibt? Die historischen Vergleiche zu Nazi-Deutschland, die ich in anderen Kommentaren bei Zeit-online gelesen habe, haben mir zum Teil den Atem verschlagen.
Vielleicht könnte man, wenn man schon vergleichen will, nach Indien blicken: Die Auseinandersetzungen, auch auf den jeweiligen Besitz bezogen, zwischen Muslimen und Hindus scheinen mir tatsächlich manche Parallelen zu bieten.
Und natürlich sticht das Fehlen einer charismatischen Persönlichkeit wie Gandhi ins Auge.
Und das entsetzt mich ziemlich, gerade auch hier im Forum - wie ein friedliebender Mann wie der Dalai Lama ein Standing als notorischer Unruhestifter und, glaubt man manchen Kommentaren aus China, einen fast teuflischen Charakter hat, während Jassir Arafat hierzulande schon seit Apo-Zeiten als tapferer Freiheitskämpfer verehrt wird.
Gratulation, Herr oder Frau koepke! Operation gelungen!
Herr de Winter sitzt also im Bierzelt. Da denkt man natürlich an München, wo beim Oktoberfest das Bier in Strömen fließt: Inbegriff deutschen Spießertums.
Und natürlich denkt man an den Münchener Bürgerbräukeller, wo Hitler agitierte und von wo aus 1923 der Hitler-Putsch ausging, der im Englischen deshalb auch Beer Hall Putsch heißt.
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf indirekte Unterstellungen. Die Redaktion/jk)
Ostern ist vorüber und erst jetzt komme ich dazu, Ihnen kurz zu antworten.
Es ist schon abenteuerlich, welche Ableitungen sie aus dem Begriff Bierzelt konstruieren. Ich denke da sollten sie zu allererst Ihr eigenes Unterbewusstsein befragen. Das Bierzelt zur Qualifizierung von de Winters Traktat schien mir schlicht eine passende und eher vornehme Umschreibung.
Aber sie haben natürlich Recht. Ich hätte de Winters abgründigen Text auch fieses Stammtischgerede, dumpfe Propaganda oder schlicht als Hasspredigt bezeichnen können, denn im Gegesatz zu Ihnen lieber gerthans, wägt de Winter nicht so sorgsam seine Worte, sondern er schießt scharf und mit grobem Schrot. Einen Beitrag zu gegeseitiger Verständigung ist damit nicht zu leisten. Das hatte de Winter auch ganz sicher nicht im Sinn.
So sehr ich deutscher Spießer nun mein Unterbewusstsein befrage, nein, ein Antisemit bin ich dennoch nicht. Frau Knoblauch hat schon in der richtigen Weise den Schritt in dieses Mienenfeld gewagt und die nötigen Klarstellungen geleistet – ohne sich auf das Niveau von Herrn de Winter hinab zu begeben. Juden und Niveau möchte ich zumindestens auch in Zukunft noch in einem Satz nennen dürfen (Fragen Sie mich mal wieviel ich für meine Barbra Streisand und Neil Diamond Konzertkarten bezahlt habe – und seien Sie sicher, ich habe es nicht bereut!)
Ostern ist vorüber und erst jetzt komme ich dazu, Ihnen kurz zu antworten.
Es ist schon abenteuerlich, welche Ableitungen sie aus dem Begriff Bierzelt konstruieren. Ich denke da sollten sie zu allererst Ihr eigenes Unterbewusstsein befragen. Das Bierzelt zur Qualifizierung von de Winters Traktat schien mir schlicht eine passende und eher vornehme Umschreibung.
Aber sie haben natürlich Recht. Ich hätte de Winters abgründigen Text auch fieses Stammtischgerede, dumpfe Propaganda oder schlicht als Hasspredigt bezeichnen können, denn im Gegesatz zu Ihnen lieber gerthans, wägt de Winter nicht so sorgsam seine Worte, sondern er schießt scharf und mit grobem Schrot. Einen Beitrag zu gegeseitiger Verständigung ist damit nicht zu leisten. Das hatte de Winter auch ganz sicher nicht im Sinn.
So sehr ich deutscher Spießer nun mein Unterbewusstsein befrage, nein, ein Antisemit bin ich dennoch nicht. Frau Knoblauch hat schon in der richtigen Weise den Schritt in dieses Mienenfeld gewagt und die nötigen Klarstellungen geleistet – ohne sich auf das Niveau von Herrn de Winter hinab zu begeben. Juden und Niveau möchte ich zumindestens auch in Zukunft noch in einem Satz nennen dürfen (Fragen Sie mich mal wieviel ich für meine Barbra Streisand und Neil Diamond Konzertkarten bezahlt habe – und seien Sie sicher, ich habe es nicht bereut!)
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