Zeitarbeit Banker gesucht
Trotz Finanzkrise: In Deutschland fahnden Zeitarbeitsfirmen und Headhunter nach neuen Mitarbeitern für die gebeutelte Geldbranche
Angeblich werden in New York und London langsam die Therapieplätze knapp. Viele Banker, einst bewundert, beneidet und auch umschwärmt, plagen sich mit der Angst vor dem sozialen Abstieg, empfinden Wut und Frust, weil sie ihre hoch bezahlten Jobs verlieren. 300000 Mitarbeiter der Finanzbranche in den beiden Metropolen wird das Schicksal treffen, schätzt die Internationale Arbeitsorganisation, eine Agentur der Vereinten Nationen.
Aber längst nicht überall auf der Welt stürzt die Krise Banker scharenweise in die Arbeitslosigkeit. In Deutschland herrscht derzeit kein Mangel an Finanzjobs. Es klingt paradox: Inmitten der größten Finanzkrise seit Jahrzehnten fahnden Zeitarbeitsfirmen und Headhunter hierzulande nach neuen Bankmitarbeitern.
Vor allem das in den vergangenen Jahren von den Vorständen oft stiefmütterlich behandelte Privat- und Firmenkundengeschäft bietet Chancen für Tausende neuer Mitarbeiter. Denn das ist neuerdings wieder en vogue: Banker, die persönlich reiche Privatkunden beraten oder sich um die Kreditwünsche kleinerer Mittelständler kümmern. Auch im Bereich des Topmanagements suchen die Finanzhäuser nach qualifiziertem Personal. Kein Wunder, denn »es werden etliche Vorstände ausgetauscht«, wie Nicola Sievers von der Headhuntingfirma Inner Circle erklärt. Besonders gesucht sind außerdem Experten für Risikomanagement und Controlling – einen Bereich, dem man schon vor der Krise mehr Aufmerksamkeit hätte schenken sollen. Es ist schon merkwürdig, dass ausgerechnet in der Branche, von der diese Krise ausging, erstaunlich wenig von ihr zu spüren ist.
Auch ein Dreivierteljahr nach der Lehman-Pleite tauchen in der Arbeitslosenstatistik kaum Bankfachleute auf. »Wir haben hier quasi Vollbeschäftigung«, sagt Jens Thau, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes des privaten Bankengewerbes. Im Februar waren nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit in Hessen 618 Bankkaufleute arbeitslos gemeldet; knapp die Hälfte davon im Agenturbezirk Frankfurt. Angesichts von 85000 Beschäftigten in hessischen Banken würden manche Banker selbst da wohl von Peanuts sprechen.
Viele Finanzhäuser wollen ihren Mitarbeiterstamm hierzulande sogar noch erweitern. Alleine die Deutsche Bank plant 2500 zusätzliche Vertriebsstellen und 150 neue Filialen in Deutschland – und meldet gleichzeitig, dass rund 1500 Investmentbankern in New York und London die Kündigung überreicht worden sei. Auch die Commerzbank, die im Zuge der Dresdner-Bank-Übernahme den Abbau von mehr als 2000 Stellen angekündigt hat, bietet auf ihrer Homepage noch freie Arbeitsplätze an, insbesondere in der Kundenberatung und Strategieabteilung. »Die Banken kehren wieder in ihr Kerngeschäft zurück«, sagt Ingolf Jungmann, Vizepräsident der Frankfurt School of Finance. Und versichert: »Massenentlassungen wird es nicht geben.«
Bei vielen Headhuntern und einigen Zeitarbeitsfirmen, die sich um die Vermittlung der begehrten Klientel bemühen, brummt deshalb das Geschäft ausgerechnet im Bankensektor. Der Personaldienstleister Bankpower etwa hat derzeit 200 offene Stellen zu vergeben. »2008 war für uns das beste Geschäftsjahr, die Finanzkrise spüren wir kaum«, sagt Bankpower-Chefin Melanie Reitz. Doch die Suche nach neuem Personal gestaltet sich nicht immer einfach. Die Wechselwilligkeit der Kandidaten sei derzeit stark eingeschränkt, bedauert Reitz. Statt sich neuen Herausforderungen zu stellen, bleiben die Banker lieber an ihren Stühlen kleben. »Man bewegt sich nicht und hat Angst«, bestätigt auch Anne-Marie Castel von der Frankfurter Personalberatungsagentur MZ Consulting. Denn die Leute, die jetzt in eine neue Anstellung gingen, seien auch die Ersten, die bei einer Kündigungswelle wieder entlassen würden.
Deshalb profitieren nicht alle Personalvermittler von dem Einstellungswunder. Mitte März musste der erste international tätige Frankfurter Personalberater Smith & Jessen Insolvenz anmelden. Die Firma hatte sich auf die Vermittlung von Investmentbankern spezialisiert, da sich damit lange Jahre am meisten Geld verdienen ließ.
Doch selbst in diesem auch in Deutschland monatelang brachliegenden Markt sprießen schon wieder erste Stellenpflänzchen. Die Geldhäuser suchen zwar nicht mehr nach risikohungrigen Investmentprofis, dafür aber nach Experten, die in der Lage sind, die viel zitierten »toxischen« Wertpapiere abzuwickeln. Und das können am besten die, die das Desaster verursacht haben: die Investmentbanker.
- Datum 16.04.2009 - 09:40 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 16.04.2009 Nr. 17
- Kommentare 19
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Seit der Finanzkrise ist eigentlich jeder qualifiziert genug um einen Bankkonzern zu leiten, (im Management, oder in der strategischen Ausrichtung) oder gar im Aufsichtsrat zu kontrollieren.
Stellen wir uns vor wir hätten die netten Müllmänner unserer Stadt in der Bank eingestellt.
Das schlimmste mögliche Szenario das eintreten könnte wäre folgendes:
Die Bank macht Verluste, im extrem Fall sogar Millarden Verluste. Der Müllmann im Vorstand kennt sich nicht aus und kauft wertlose Papiere. Der Müllmann in der strategischen Ausrichtung sagt, mehr Risiko bedeutet mehr Gewinn, was die andern Tun können wir schon lange, und der Müllmann im Aufsichtsrat, ist froh dass es nach den Sitzungen immer ein gutes Abendessen gibt. Er nickt regelmässig und lächelt seinen Kollegen freundlich zu. Stellen wir uns vor wir hätten Ihnen Ihr zehnfaches bisheriges Müllmann-Gehalt ausgezahlt, dann hätten wir immerhin noch sehr viel Geld gespart.
Zurück zur Realität:
Genauso wertlos wie die Papiere der Banker, scheinen die Titel und das Fachwissen zu sein, genauso künstlich die Labels und die entwickelte Fachsprache die dem "einfachen" Laien die Kompetenz und die Mitsprache verweigert. Es wurde eine "wissende" Klasse geschaffen, die bewiesen hat, dass Sie Ihre eigenen Spielregeln nicht verstanden hat und sich selbst den Fuß gestellt hat.
In der Wirtschaftskrise ist nicht nur das Vertrauen in Papier verschwunden, sondern auch das Vertrauen in Hochglanzprospekte und Nadelstreifenanzüge. Die Vertrauenskrise schwemmt vielleicht nicht nur Arbeitsplätze weg, sondern bedroht auch noch Diplome, Abschlüsse und Titel. "Investmentbanker" wird zum Schimpfwort, und die Commerzbank hat den Satz "Präsentiert von den Finanzexperten der Commerzbank" aus dem Wetter-Werbespot der Tagesschau genommen. Satirisch gehört klang es eher nach Werbespott da die Wettervorhersagen oft genauer waren.
Natürlich benötigen wir Fachleute um den ganzen Scherbenhaufen aufzuräumen, wobei ich nicht ganz sicher bin, ob unsere Müllmänner nicht auch hier die geeigneteren wären.
Zum Schluss möchte ich mich noch bei den Müllmännern entschuldigen, falls ich Sie hiermit in die Nähe einer verruchten Branche gerückt habe.
kwer-denker
Sie haben da einen guten Punkt: Da betonten die Banken, daß sie ihre eigenen Qualifikationswege haben und dann sind da die wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten unserer Universitäten ... was haben die eigentlich gelehrt und gelernt die letzen zwanzig Jahre? Stellen Sie sich vor, die Autos fallen (fast) alle auseinander und die Ingenieure sagen: Oh, haben wir nicht kommen sehen. Mist. Aber Mensch, die haben sich doch bis gerade eben noch prima verkauft ...
Theo Rem
Sie haben da einen guten Punkt: Da betonten die Banken, daß sie ihre eigenen Qualifikationswege haben und dann sind da die wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten unserer Universitäten ... was haben die eigentlich gelehrt und gelernt die letzen zwanzig Jahre? Stellen Sie sich vor, die Autos fallen (fast) alle auseinander und die Ingenieure sagen: Oh, haben wir nicht kommen sehen. Mist. Aber Mensch, die haben sich doch bis gerade eben noch prima verkauft ...
Theo Rem
Im Mittelalter waren Job's in Verbindung mit Geldgeschäften minderwertige Job's! Banker bleibt Banker = Sklave;)
Bankgeschäfte wurden im Mittelalter nicht direkt als "minderwertig" betrachtet - sie waren einfach mehr oder weniger verboten, weil sich die Christen im stark religiös geprägten Mittelalter noch strikt an das biblische Verbot des Zinsnehmens zu halten hatten. Und da es damals noch keine "kreativen Finanzprodukte" gab, gab es für Christen im Grunde gar keine Möglichkeit sich mit Finanzgeschäften das Brot zu verdienen.
Das Nehmen von Zinsen ist zwar auch im Islam und dem Judentum als unmoralisch betrachtet und daher verboten - den Juden jedoch war es nur verboten Zinsen von anderen Juden zu nehmen, nicht jedoch von goi (Nichtjuden).
Da den Juden viele andere Tätigkeiten im Mittelalter untersagt wurden, waren Bankgeschäfte schlicht eines der wenigen Felder auf denen sie sich legal betätigen durften und das "Bankgeschäft" damals fast ausschliesslich in jüdischer Hand.
Und da die Juden damals generell kaum Rechte hatten, hatten sie ausserdem auch nur sehr begrenzte Möglichkeiten sich das Geld von zahlungsunfähigen/-unwilligen Schuldnern zu holen - weshalb sie sich gegen dieses finanzielle Risiko durch hohe Zinssätze absichern mussten. Das wiederum brachte Ihnen den Ruf ein geldgierig zu sein und Wucherzinsen zu verlangen, den sie ja bis heute nicht mehr ganz los geworden sind.
Bankgeschäfte wurden im Mittelalter nicht direkt als "minderwertig" betrachtet - sie waren einfach mehr oder weniger verboten, weil sich die Christen im stark religiös geprägten Mittelalter noch strikt an das biblische Verbot des Zinsnehmens zu halten hatten. Und da es damals noch keine "kreativen Finanzprodukte" gab, gab es für Christen im Grunde gar keine Möglichkeit sich mit Finanzgeschäften das Brot zu verdienen.
Das Nehmen von Zinsen ist zwar auch im Islam und dem Judentum als unmoralisch betrachtet und daher verboten - den Juden jedoch war es nur verboten Zinsen von anderen Juden zu nehmen, nicht jedoch von goi (Nichtjuden).
Da den Juden viele andere Tätigkeiten im Mittelalter untersagt wurden, waren Bankgeschäfte schlicht eines der wenigen Felder auf denen sie sich legal betätigen durften und das "Bankgeschäft" damals fast ausschliesslich in jüdischer Hand.
Und da die Juden damals generell kaum Rechte hatten, hatten sie ausserdem auch nur sehr begrenzte Möglichkeiten sich das Geld von zahlungsunfähigen/-unwilligen Schuldnern zu holen - weshalb sie sich gegen dieses finanzielle Risiko durch hohe Zinssätze absichern mussten. Das wiederum brachte Ihnen den Ruf ein geldgierig zu sein und Wucherzinsen zu verlangen, den sie ja bis heute nicht mehr ganz los geworden sind.
Sie haben da einen guten Punkt: Da betonten die Banken, daß sie ihre eigenen Qualifikationswege haben und dann sind da die wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten unserer Universitäten ... was haben die eigentlich gelehrt und gelernt die letzen zwanzig Jahre? Stellen Sie sich vor, die Autos fallen (fast) alle auseinander und die Ingenieure sagen: Oh, haben wir nicht kommen sehen. Mist. Aber Mensch, die haben sich doch bis gerade eben noch prima verkauft ...
Theo Rem
Die Kommentare hier zeigen ein erschreckendes Ausmaß an Unwissenheit, was Bankberater können, was sie nicht können, wofür sie verantwortlich sind und gemacht werden können oder eben auch nicht.
Zunächst einmal ersetzt eine noch so qualifizierte Ausbildung nicht das selber Denken, betriebswirtschaftliches know how in der Bankenbranche steht nicht im luftlehren Raum und ist zunächst nur eine Methodenlehre.
Eine Anlageempfehlung ist auch nicht mit dem Kauf einer Ware, wie ein Auto zu vergleichen, das klar umrissene Eigenschaften und Ausmasse hat, die messbar sind. Finanzanlagen sind immer auch eine Wette auf die Zukunft und damit immer und grundsätzlich mit Unsicherheit behaftet.
Zusätzlich würde auch jeder Autobauer unsinniges bauen, wenn dies durch Gesetze und Regeln für Kunden attraktiv wird zu kaufen z.b ein Schleudersitz für Unfälle. Der Unterschied liegt darin, dass mechanischer Unsinn leichter erkennbar ist. Da allerdings käme kaum jemand auf die Idee die Automobilindustrie verantwortlich zu machen.
Wenn die Basisparameter, also die als konstant angenommenen Werte, durch starke Veränderungen (Mauerfall + Folgen, Globalisierung etc.) anfangen sich zu verändern, gibt es nur ganz wenige Fachleute, die die Fantasie besitzen so etwas mit einzubeziehen, und wenn doch, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Zusätzlich stehen sie dabei auch noch in Konkurrenz zu den Anderen, die sich für kaum weniger kompetent halten. Da sind schlicht die Grenzen formalen Lernens bzw. der richtigen Prognostizierbarkeit erreicht.
Ein zweites Problem sind die Abhängigkeiten in der Branche. Durch viele gesetzliche Vorschriften und Kontrollen ist ein immenser Wasserkopf entstanden, der finanziert werden muss, das hat den Ertragsdruck in den letzten Jahrzehnten enorm erhöht. Der Versuchung, dies mit aggressivem Vertrieb hochmargiger Produkte zu kompensieren, halten nicht viele Stand, wenn ansonsten Jobabbau droht. Im Grunde hat unsere automobilbranche auch nichts anderes gemacht.
Wie man an der Finanzkrise sehen kann, sind die meisten dieser Kontrollen eher formal und wirkungslos! Durch ihre Masse und Unübersichtlichkeit begünstigen sie sogar Fehlentwicklungen. Die Politik kann aber damit gegenüber dem Bürger Aktivität und Verbesserung suggerieren, die auf diesem Wege letztlich gar nicht erzielbar ist. Zu dem vereinfachen diese vielen bürokratischen Formalismen den Aufstieg von Bürokraten in die Führungsspitzen, die zwar Unternehmen verwalten, aber letztlich nicht wirklich führen können, aber deshalb weniger angreifbar sind als echte Unternehmer.
Der Hang das Risiko des Ungewissen ausschließen zu wollen leistet hier den meisten Fehlentwicklungen Vorschub.
Nicht zuletzt die jüngsten Gesetze zum "Verbraucherschutz" hinsichtlich der Finanzberatung sind eher ein weiterer massiver Schritt in die Verteuerung der Dienstleistung, welche den Ertragsdruck weiter erhöht. Wegen der Haftungsumkehr, die ebenso Bestandteil dieses Gesetzes ist, werden zwar die Fallzahlen vor den Finanzgerichten zurückgehen, vor allem aber weil Beratungsprotokolle und Formalismen letztlich den Beweis einer Fehlberatung erschweren. Wegen der hohen Anfangskosten begünstigen diese Regeln direkt durch die Stückkosten große Unternehmen und sind damit eine versteckte Subvention. Das ist kein Zufall, haben doch die Großen der Branche zuletzt mit erheblicher Kundenabwanderung zu kämpfen, hin zu unabhängigen Beratern und Kleineren Unternehmen, deren Wettbewerbsfähigkeit man damit erst mal deutlich verschlechtert hat
Die Verbraucherschützer sind hier in der Regel auf dem Holzweg. Fast sämtliche gut gemeinten Initiativen des Verbraucherschutzes in der Finanzbranche sind entweder fehlgeschlagen oder haben sogar die Probleme verschärft.
Man denke da z.B. an die Erzwingung der Herausgabe der stillen Reserven in der Versicherungsbranche, die heute zu einem massiven Problem zu werden droht.
Hinsichtlich des Artikels glaube ich nicht, dass die Branche von Entlassungswellen verschont bleibt, schon gar nicht, wenn sich an diesen Strukturen nichts ändert.
Allerdings ist genau dies das Interesse auch des Staates, weil ansonsten die Frage nach der Aufsicht sehr schnell politische Dimensionen erreichen wird.
Berthold Grabe
Die Kommentare hier zeigen ein erschreckendes Ausmaß an Unwissenheit, was Bankberater können, was sie nicht können, wofür sie verantwortlich sind und gemacht werden können oder eben auch nicht.
Zunächst einmal ersetzt eine noch so qualifizierte Ausbildung nicht das selber Denken, betriebswirtschaftliches know how in der Bankenbranche steht nicht im luftlehren Raum und ist zunächst nur eine Methodenlehre.
Eine Anlageempfehlung ist auch nicht mit dem Kauf einer Ware, wie ein Auto zu vergleichen, das klar umrissene Eigenschaften und Ausmasse hat, die messbar sind. Finanzanlagen sind immer auch eine Wette auf die Zukunft und damit immer und grundsätzlich mit Unsicherheit behaftet.
Zusätzlich würde auch jeder Autobauer unsinniges bauen, wenn dies durch Gesetze und Regeln für Kunden attraktiv wird zu kaufen z.b ein Schleudersitz für Unfälle. Der Unterschied liegt darin, dass mechanischer Unsinn leichter erkennbar ist. Da allerdings käme kaum jemand auf die Idee die Automobilindustrie verantwortlich zu machen.
Wenn die Basisparameter, also die als konstant angenommenen Werte, durch starke Veränderungen (Mauerfall + Folgen, Globalisierung etc.) anfangen sich zu verändern, gibt es nur ganz wenige Fachleute, die die Fantasie besitzen so etwas mit einzubeziehen, und wenn doch, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Zusätzlich stehen sie dabei auch noch in Konkurrenz zu den Anderen, die sich für kaum weniger kompetent halten. Da sind schlicht die Grenzen formalen Lernens bzw. der richtigen Prognostizierbarkeit erreicht.
Ein zweites Problem sind die Abhängigkeiten in der Branche. Durch viele gesetzliche Vorschriften und Kontrollen ist ein immenser Wasserkopf entstanden, der finanziert werden muss, das hat den Ertragsdruck in den letzten Jahrzehnten enorm erhöht. Der Versuchung, dies mit aggressivem Vertrieb hochmargiger Produkte zu kompensieren, halten nicht viele Stand, wenn ansonsten Jobabbau droht. Im Grunde hat unsere automobilbranche auch nichts anderes gemacht.
Wie man an der Finanzkrise sehen kann, sind die meisten dieser Kontrollen eher formal und wirkungslos! Durch ihre Masse und Unübersichtlichkeit begünstigen sie sogar Fehlentwicklungen. Die Politik kann aber damit gegenüber dem Bürger Aktivität und Verbesserung suggerieren, die auf diesem Wege letztlich gar nicht erzielbar ist. Zu dem vereinfachen diese vielen bürokratischen Formalismen den Aufstieg von Bürokraten in die Führungsspitzen, die zwar Unternehmen verwalten, aber letztlich nicht wirklich führen können, aber deshalb weniger angreifbar sind als echte Unternehmer.
Der Hang das Risiko des Ungewissen ausschließen zu wollen leistet hier den meisten Fehlentwicklungen Vorschub.
Nicht zuletzt die jüngsten Gesetze zum "Verbraucherschutz" hinsichtlich der Finanzberatung sind eher ein weiterer massiver Schritt in die Verteuerung der Dienstleistung, welche den Ertragsdruck weiter erhöht. Wegen der Haftungsumkehr, die ebenso Bestandteil dieses Gesetzes ist, werden zwar die Fallzahlen vor den Finanzgerichten zurückgehen, vor allem aber weil Beratungsprotokolle und Formalismen letztlich den Beweis einer Fehlberatung erschweren. Wegen der hohen Anfangskosten begünstigen diese Regeln direkt durch die Stückkosten große Unternehmen und sind damit eine versteckte Subvention. Das ist kein Zufall, haben doch die Großen der Branche zuletzt mit erheblicher Kundenabwanderung zu kämpfen, hin zu unabhängigen Beratern und Kleineren Unternehmen, deren Wettbewerbsfähigkeit man damit erst mal deutlich verschlechtert hat
Die Verbraucherschützer sind hier in der Regel auf dem Holzweg. Fast sämtliche gut gemeinten Initiativen des Verbraucherschutzes in der Finanzbranche sind entweder fehlgeschlagen oder haben sogar die Probleme verschärft.
Man denke da z.B. an die Erzwingung der Herausgabe der stillen Reserven in der Versicherungsbranche, die heute zu einem massiven Problem zu werden droht.
Hinsichtlich des Artikels glaube ich nicht, dass die Branche von Entlassungswellen verschont bleibt, schon gar nicht, wenn sich an diesen Strukturen nichts ändert.
Allerdings ist genau dies das Interesse auch des Staates, weil ansonsten die Frage nach der Aufsicht sehr schnell politische Dimensionen erreichen wird.
Berthold Grabe
Jetzt sollen sie mal selber spüren wie es ist.....
....und noch lachen, wenn in anderen Branchen längst Massenentlassungen an der Tagesordnung sind.
....und noch lachen, wenn in anderen Branchen längst Massenentlassungen an der Tagesordnung sind.
...vermutlich sucht man Leute für Haustürgeschäfte und CallCenter. Bei uns vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwer von irgendeiner Bank an der Tür steht um irgendwelche neuwertigen Finanzprodukte zu verkaufen. Bei genauerer Hinschau wird dann auch schnell klar, worum es geht: man will so schnell es geht aus alten Verträgen raus, in denen gute Zinserträge vereinbart wurden.
Interessant ist auch, wo man sonst noch Bänker sieht - an Tapeziertischen auf den Bahnhöfen. Dort gilt es, Passanten anzusprechen und zumindest Adressen und Telefonnummern zu bekommen. Vielleicht lassen sich auch da Verträge zu für den Kunden schlechteren Konditionen machen.
Angesichts der Finanzkrise ist zu beobachten: die Vertriebsbranche im Bankensektor boomt...
Die Kommentare hier zeigen ein erschreckendes Ausmaß an Unwissenheit, was Bankberater können, was sie nicht können, wofür sie verantwortlich sind und gemacht werden können oder eben auch nicht.
Zunächst einmal ersetzt eine noch so qualifizierte Ausbildung nicht das selber Denken, betriebswirtschaftliches know how in der Bankenbranche steht nicht im luftlehren Raum und ist zunächst nur eine Methodenlehre.
Eine Anlageempfehlung ist auch nicht mit dem Kauf einer Ware, wie ein Auto zu vergleichen, das klar umrissene Eigenschaften und Ausmasse hat, die messbar sind. Finanzanlagen sind immer auch eine Wette auf die Zukunft und damit immer und grundsätzlich mit Unsicherheit behaftet.
Zusätzlich würde auch jeder Autobauer unsinniges bauen, wenn dies durch Gesetze und Regeln für Kunden attraktiv wird zu kaufen z.b ein Schleudersitz für Unfälle. Der Unterschied liegt darin, dass mechanischer Unsinn leichter erkennbar ist. Da allerdings käme kaum jemand auf die Idee die Automobilindustrie verantwortlich zu machen.
Wenn die Basisparameter, also die als konstant angenommenen Werte, durch starke Veränderungen (Mauerfall + Folgen, Globalisierung etc.) anfangen sich zu verändern, gibt es nur ganz wenige Fachleute, die die Fantasie besitzen so etwas mit einzubeziehen, und wenn doch, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Zusätzlich stehen sie dabei auch noch in Konkurrenz zu den Anderen, die sich für kaum weniger kompetent halten. Da sind schlicht die Grenzen formalen Lernens bzw. der richtigen Prognostizierbarkeit erreicht.
Ein zweites Problem sind die Abhängigkeiten in der Branche. Durch viele gesetzliche Vorschriften und Kontrollen ist ein immenser Wasserkopf entstanden, der finanziert werden muss, das hat den Ertragsdruck in den letzten Jahrzehnten enorm erhöht. Der Versuchung, dies mit aggressivem Vertrieb hochmargiger Produkte zu kompensieren, halten nicht viele Stand, wenn ansonsten Jobabbau droht. Im Grunde hat unsere automobilbranche auch nichts anderes gemacht.
Wie man an der Finanzkrise sehen kann, sind die meisten dieser Kontrollen eher formal und wirkungslos! Durch ihre Masse und Unübersichtlichkeit begünstigen sie sogar Fehlentwicklungen. Die Politik kann aber damit gegenüber dem Bürger Aktivität und Verbesserung suggerieren, die auf diesem Wege letztlich gar nicht erzielbar ist. Zu dem vereinfachen diese vielen bürokratischen Formalismen den Aufstieg von Bürokraten in die Führungsspitzen, die zwar Unternehmen verwalten, aber letztlich nicht wirklich führen können, aber deshalb weniger angreifbar sind als echte Unternehmer.
Der Hang das Risiko des Ungewissen ausschließen zu wollen leistet hier den meisten Fehlentwicklungen Vorschub.
Nicht zuletzt die jüngsten Gesetze zum "Verbraucherschutz" hinsichtlich der Finanzberatung sind eher ein weiterer massiver Schritt in die Verteuerung der Dienstleistung, welche den Ertragsdruck weiter erhöht. Wegen der Haftungsumkehr, die ebenso Bestandteil dieses Gesetzes ist, werden zwar die Fallzahlen vor den Finanzgerichten zurückgehen, vor allem aber weil Beratungsprotokolle und Formalismen letztlich den Beweis einer Fehlberatung erschweren. Wegen der hohen Anfangskosten begünstigen diese Regeln direkt durch die Stückkosten große Unternehmen und sind damit eine versteckte Subvention. Das ist kein Zufall, haben doch die Großen der Branche zuletzt mit erheblicher Kundenabwanderung zu kämpfen, hin zu unabhängigen Beratern und Kleineren Unternehmen, deren Wettbewerbsfähigkeit man damit erst mal deutlich verschlechtert hat
Die Verbraucherschützer sind hier in der Regel auf dem Holzweg. Fast sämtliche gut gemeinten Initiativen des Verbraucherschutzes in der Finanzbranche sind entweder fehlgeschlagen oder haben sogar die Probleme verschärft.
Man denke da z.B. an die Erzwingung der Herausgabe der stillen Reserven in der Versicherungsbranche, die heute zu einem massiven Problem zu werden droht.
Hinsichtlich des Artikels glaube ich nicht, dass die Branche von Entlassungswellen verschont bleibt, schon gar nicht, wenn sich an diesen Strukturen nichts ändert.
Allerdings ist genau dies das Interesse auch des Staates, weil ansonsten die Frage nach der Aufsicht sehr schnell politische Dimensionen erreichen wird.
Berthold Grabe
Nach ihrem Beitrag scheint vor allem der Gesetzgeber für die missliche Lage verantwortlich zu sein. In D, USA und GB gleichermaßen?
Leute wie Funke und Willumstad waren/sind definitiv überfordert und Häuser die Spitzenpersonal nach Kleiderordnung eingestellt haben (und das waren nicht wenige), weil klare Leistungsmaßstäbe fehlten, haben heute auch zwangsweise massive Kompetenzprobleme.
Ihre Argumentation liest sich ein wenig wie die Ausrede nach einem Kinderstreich: "Ich war's nicht, der war's!" und vermag nicht wirklich zu überzeugen.
Nach ihrem Beitrag scheint vor allem der Gesetzgeber für die missliche Lage verantwortlich zu sein. In D, USA und GB gleichermaßen?
Leute wie Funke und Willumstad waren/sind definitiv überfordert und Häuser die Spitzenpersonal nach Kleiderordnung eingestellt haben (und das waren nicht wenige), weil klare Leistungsmaßstäbe fehlten, haben heute auch zwangsweise massive Kompetenzprobleme.
Ihre Argumentation liest sich ein wenig wie die Ausrede nach einem Kinderstreich: "Ich war's nicht, der war's!" und vermag nicht wirklich zu überzeugen.
Wir leisten uns neben einem effizienten staatlichen Sozialversicherungssystem aus ideologischen Gründen? ein ineffizientes privates.
Wären alle Einkommensarten sozialversicherungspflichtig sind Wohlfahrtsgewinne in 3stelliger Milliardenhöhe drin.
Alle meine Bekannten haben ihr Wohneigentum mit Krediten staatlicher Banken finanziert.
Die Zinsen privater Banken sind nicht bezahlbar.
Wieso sollte das Sozialversicherungssystem effizient sein?
Ein System was sich ständig verteuert bei gleichzeitiger Leistungseinschränkung?
Ein System das ursprünglich gezielt und bewußt mit Abwehrmaßnahmen gegenüber Selbständigen und Unternehmer ausgestattet war, damit diese sich nicht am Ende auf Kosten der Allgemeinheit billig versichern konnten?
Das Problem der Sozialversicherung ist mangelnde Kausalität und Verantwortlichkeit von Beiträgen und Leistung, es ist zu einem Ausnutzungs- und Plünderungssystem verkommen, welchem jedes Mittel Recht ist neue Einnahmequellen zu erschließen um ja nicht den sozialversicherten Massen den Systembetrug beichten zu müssen.
Ideologie ersetzt kein Wissen!
Selbstverständlich nimmt jeder Förderkredite staatlicher Banken in Anspruch, so er sie denn erhalten kann, weil sie subventioniert sind und nicht den Regeln der Wirtschaftlichkeit unterliegen. Diese Möglichkeiten sind aber begrenzt, sobald sie einen normalen Kredit bei staatlichen Banken aufnehmen haben sie dafür in der Regel eine höhere Belastung als bei privaten Instituten, weil auch die Staatsbank irgendwie Geld verdienen muss.
Berthold Grabe
Wieso sollte das Sozialversicherungssystem effizient sein?
Ein System was sich ständig verteuert bei gleichzeitiger Leistungseinschränkung?
Ein System das ursprünglich gezielt und bewußt mit Abwehrmaßnahmen gegenüber Selbständigen und Unternehmer ausgestattet war, damit diese sich nicht am Ende auf Kosten der Allgemeinheit billig versichern konnten?
Das Problem der Sozialversicherung ist mangelnde Kausalität und Verantwortlichkeit von Beiträgen und Leistung, es ist zu einem Ausnutzungs- und Plünderungssystem verkommen, welchem jedes Mittel Recht ist neue Einnahmequellen zu erschließen um ja nicht den sozialversicherten Massen den Systembetrug beichten zu müssen.
Ideologie ersetzt kein Wissen!
Selbstverständlich nimmt jeder Förderkredite staatlicher Banken in Anspruch, so er sie denn erhalten kann, weil sie subventioniert sind und nicht den Regeln der Wirtschaftlichkeit unterliegen. Diese Möglichkeiten sind aber begrenzt, sobald sie einen normalen Kredit bei staatlichen Banken aufnehmen haben sie dafür in der Regel eine höhere Belastung als bei privaten Instituten, weil auch die Staatsbank irgendwie Geld verdienen muss.
Berthold Grabe
Nach ihrem Beitrag scheint vor allem der Gesetzgeber für die missliche Lage verantwortlich zu sein. In D, USA und GB gleichermaßen?
Leute wie Funke und Willumstad waren/sind definitiv überfordert und Häuser die Spitzenpersonal nach Kleiderordnung eingestellt haben (und das waren nicht wenige), weil klare Leistungsmaßstäbe fehlten, haben heute auch zwangsweise massive Kompetenzprobleme.
Ihre Argumentation liest sich ein wenig wie die Ausrede nach einem Kinderstreich: "Ich war's nicht, der war's!" und vermag nicht wirklich zu überzeugen.
Nach ihrem Beitrag scheint vor allem der Gesetzgeber für die missliche Lage verantwortlich zu sein. In D, USA und GB gleichermaßen?
Sicher nicht in allen drei Ländern gleichermaßen und vor allem nicht überall auf die gleiche Art und Weise. Aber es gibt in allen drei Ländern Behörden für die Banken- und Börsenaufsicht. Da fragt man sich schon, wofür die denn bezahlt werden, wenn anschließend eine systemische Finanzkrise dabei herauskommt.
Mir gefällt das Wort Verantwortung besser, denn Schuld setzt irgendwie Vorsatz voraus.
Aber sicher trägt die Wirtschaftspolitik eine erhebliche Verantwortung. die amerikanische Immobilienblase ist direkt eine Folge von staatlicher Intervention der Administration Clinton. Um den Anteil der Immobilienbesitzer zu erhöhen hat diese quasi Kreditausfälle garantiert bei den mittlerweile bekannten Hypothekenbanken Freddie Mae und Fannie Mae, wo damit die Subprimeblase ihren Ausgangspunkt hat.
Der Rest ist logische Konsequenz eines Konkurrenzsystems namens Marktwirtschaft mit allen unschönen Folgeauswüchsen. Damit wurden die unschönen späteren Praktiken erst ermöglicht und begünstigt.
Es wäre naiv zu glauben, dass Marktwirtschaft im Prinzip ein soziales System wäre, es ist lediglich das Effizenteste bei gesetzten rechtlichen Rahmenbedingungen. Der soziale Nutzen hängt primär von Spielregeln ab, sind sie fair, hebeln sie die Verantwortung der Teilnehmer nicht aus, kann die Marktwirtschaft insgesamt sozial sein, was sozial belastende Verwerfungen in Einzelfällen nicht ausschließt (Pleiten, Mißmanagement, Arbeitsplatzverluste etc.). Regelungen Letzteres aufzufangen sind legitim, aber immer gefährlich, auch wenn sie sozial motiviert sind, weil sie mit dem Risiko behaftet sind die globalen Grundbedingungen für das Soziale in der Marktwirtschaft auszuhebeln (Effizienz, Fairness und Verantwortlichkeit).
In Deutschland ist die Hauptursache die Staatsverschuldung durch den Sozialstaat, der Einnahmehunger der Haushalte (wegen des Kapitaldienstes) hat bei der Produktauswahl insbesondere im Eigenhandel der Staatsbanken den Druck soweit erhöht, dass Risiken harmloser erschienen, bzw. nicht sorgfältig zu Kenntnis genommen wurden. Da Positionen z.B. auch im Aufsichtsrat häufig nach Versorgungsgesichtspunkten oder politischen Kalkül vergeben werden, mangelt es auch nicht selten an der nötigen Kompetenz und Qualifikation. (Problem der fehlenden Rechtsnormen, Praxis zur Effizienz und Verantwortlichkeit)
Teilweise ist es auch extrem schwer, bzw. kann man es sich kaum leisten, einen Trend nicht mitzumachen, besonders wenn er Jahre lang anhält und damit Wettbewerbsnachteile für Verweigerer verursacht (fehlende Rechtsnormen zur Fairness).
Über die Depfa ist dann die HypoRealEstate ins schlingern geraten, also mit nichts anderem als der Refinanzierung der Staatsschulden, auch deshalb das Interesse an der Verstaatlichung.
Das durch diese Entwicklung der Aufstieg von Managern bzw. Managementmethoden begünstigt wurde, die wir wohl eher nicht an der Spitze der Unternehmen sehen wollen (fehlende Rechtsnormen bezüglich Fairness und Verantwortlichkeit), nimmt ändert nichts an der ursächlichen Kausalität.
Berthold Grabe
Nach ihrem Beitrag scheint vor allem der Gesetzgeber für die missliche Lage verantwortlich zu sein. In D, USA und GB gleichermaßen?
Sicher nicht in allen drei Ländern gleichermaßen und vor allem nicht überall auf die gleiche Art und Weise. Aber es gibt in allen drei Ländern Behörden für die Banken- und Börsenaufsicht. Da fragt man sich schon, wofür die denn bezahlt werden, wenn anschließend eine systemische Finanzkrise dabei herauskommt.
Mir gefällt das Wort Verantwortung besser, denn Schuld setzt irgendwie Vorsatz voraus.
Aber sicher trägt die Wirtschaftspolitik eine erhebliche Verantwortung. die amerikanische Immobilienblase ist direkt eine Folge von staatlicher Intervention der Administration Clinton. Um den Anteil der Immobilienbesitzer zu erhöhen hat diese quasi Kreditausfälle garantiert bei den mittlerweile bekannten Hypothekenbanken Freddie Mae und Fannie Mae, wo damit die Subprimeblase ihren Ausgangspunkt hat.
Der Rest ist logische Konsequenz eines Konkurrenzsystems namens Marktwirtschaft mit allen unschönen Folgeauswüchsen. Damit wurden die unschönen späteren Praktiken erst ermöglicht und begünstigt.
Es wäre naiv zu glauben, dass Marktwirtschaft im Prinzip ein soziales System wäre, es ist lediglich das Effizenteste bei gesetzten rechtlichen Rahmenbedingungen. Der soziale Nutzen hängt primär von Spielregeln ab, sind sie fair, hebeln sie die Verantwortung der Teilnehmer nicht aus, kann die Marktwirtschaft insgesamt sozial sein, was sozial belastende Verwerfungen in Einzelfällen nicht ausschließt (Pleiten, Mißmanagement, Arbeitsplatzverluste etc.). Regelungen Letzteres aufzufangen sind legitim, aber immer gefährlich, auch wenn sie sozial motiviert sind, weil sie mit dem Risiko behaftet sind die globalen Grundbedingungen für das Soziale in der Marktwirtschaft auszuhebeln (Effizienz, Fairness und Verantwortlichkeit).
In Deutschland ist die Hauptursache die Staatsverschuldung durch den Sozialstaat, der Einnahmehunger der Haushalte (wegen des Kapitaldienstes) hat bei der Produktauswahl insbesondere im Eigenhandel der Staatsbanken den Druck soweit erhöht, dass Risiken harmloser erschienen, bzw. nicht sorgfältig zu Kenntnis genommen wurden. Da Positionen z.B. auch im Aufsichtsrat häufig nach Versorgungsgesichtspunkten oder politischen Kalkül vergeben werden, mangelt es auch nicht selten an der nötigen Kompetenz und Qualifikation. (Problem der fehlenden Rechtsnormen, Praxis zur Effizienz und Verantwortlichkeit)
Teilweise ist es auch extrem schwer, bzw. kann man es sich kaum leisten, einen Trend nicht mitzumachen, besonders wenn er Jahre lang anhält und damit Wettbewerbsnachteile für Verweigerer verursacht (fehlende Rechtsnormen zur Fairness).
Über die Depfa ist dann die HypoRealEstate ins schlingern geraten, also mit nichts anderem als der Refinanzierung der Staatsschulden, auch deshalb das Interesse an der Verstaatlichung.
Das durch diese Entwicklung der Aufstieg von Managern bzw. Managementmethoden begünstigt wurde, die wir wohl eher nicht an der Spitze der Unternehmen sehen wollen (fehlende Rechtsnormen bezüglich Fairness und Verantwortlichkeit), nimmt ändert nichts an der ursächlichen Kausalität.
Berthold Grabe
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren