Grüne GentechnikTeufelsmais

Mit dem Anbauverbot für MON 810 erliegt die Politik der Ideologie von 

Vordergründig war es eine Entscheidung zum Schutz von Mensch und Umwelt. Am Dienstag hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner den Anbau der gentechnisch veränderten Maissorte MON 810 mit dem Verweis auf mögliche Risiken für Schmetterlinge, Marienkäfer und einzelne Wasserorganismen gestoppt. Möglich wird ihr Verbot durch eine Schutzklausel. Sie erlaubt den Mitgliedsstaaten, eine in der EU zugelassene Gentechpflanze zu verbieten – wenn es wissenschaftliche Hinweise auf eine Gefahr für Mensch und Umwelt gibt.

Vordergründig ist der Anbaustopp die Folge einer Bewertung des Einzelfalls. Ilse Aigner will ihr Diktum vom Dienstag explizit nicht als Grundsatzentscheidung für den künftigen Umgang mit grüner Gentechnik verstanden wissen.

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Vordergründig war es eine fachliche, keine politische Entscheidung. Das betont die Bundesministerin allerdings so überdeutlich, dass spätestens hier Zweifel an all dem Vordergründigen angebracht sind.

Hintergründig wird Ilse Aigner nämlich von der heimischen CSU in München unter Druck gesetzt, wo der bayerische Umweltminister Markus Söder mindestens den Freistaat, lieber noch ganz Deutschland zur gentechnikfreien Zone erklären möchte.

Hintergründig stehen schon ähnliche Verbote in Österreich oder Frankreich auf wissenschaftlich wackeligen Beinen. Das in den Mais eingebaute Toxin gegen Fraßschädlinge spritzen Biolandwirte mit höchstem ökologischen Segen auf ihre Felder. Das Gift stammt aus Bodenbakterien und ist seit mehr als hundert Jahren bekannt.

Hintergründig geht es um die Zukunft dieser Zukunftstechnologie in Deutschland. Allen Beteuerungen zum Trotz: Die Politik macht sich hier in populistischer Absicht die Stimmungsmache der Gentechnikgegner zunutze, die wiederum fühlen sich durch die politische Entscheidung bestärkt und bestätigt. So schließt sich ein ideologischer Teufelskreis.

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Leserkommentare
    • Chali
    • 15. April 2009 11:15 Uhr

    Diese Ideologen aber auch! Ein Pfui über sie!

    Deshalb muss die Regierung zum langfristigen Wohl ihrer Bürger manchmal streng sein und auch unpopuläre Entscheide treffen, so wie Eltern ihren Kindern zu deren eigenem Wohl etwas verbieten müssen. Antiautoritäre Erziehung hat sich nicht bewährt.

    Ich zitiere hier aus
    http://images.zeit.de/tex...

  1. ... ja nicht mehr wundern wenn monsanto demnächst grosszügig Anzeigen in der Zeit schaltet

  2. Beim Durchlesen des Artikels ist mir die kalte Wut gekommen. Sie haben wirklich keine Ahnung von Gentechnik und ihren Rsiken, Folgen oder Wirkungen. Andernfalls würden Sie nicht so naiv schreiben, dass der Wirkstoff im Bionanbau eingesetzt würde, der gentechnisch im MON 810 "eingebaut" wurde. Als wenn, es nur um den reinen Wirkstoff ginge!!! Pollenflug, Weiterverbreitung, unerwünschte Kreuzungen, unerforschte Nebenwirkungen, mögliche Allergien, Konsequenzen durch die Manipulation von Erbgut.....Sie sollten sich beim nächsten Mal intensiv mit den Risiken der Gentechnik auseinandersetzen, bevor Sie hier Halbwahrheiten verbreiten.

    MfG
    Akascha

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    Im Prinzip finde ich Ihre Hinweise, dass wichtige, v.a. problematische Aspekte im Artikel unerwähnt bleiben oder heruntergespielt sind, vollkommen richtig.

    Statt allerdings, wie leider viele andere Kommentatoren hier auch, wutschnaubend auf den Autor einzudreschen - erleuchten Sie uns doch bitte etwas detailreicher und unidiologisch, welche Probleme sich ergeben können.
    Dann könnte es sich lohnen, diesen Kommentarthread zu lesen.

  3. noch nicht allzulange her da galten SUVs auch als Zukunftstechnologie

    und da war jeder gedanke an stärkere schadstoffnormen auch böseböse ... naja wirklich geändert hat sich das ja bis heute nicht

  4. ist bestimmt kein konzern, dem die bekämpfung des welthungerproblems am herzen liegt. mit diesem argument kommen ja immer die lobbyisten, wenn es um die verteidigung dieser gentechnik geht. aber keine sorge herr sentker, die eu wird das schon irgendwie durchbringen. selbst wenn millionen von menschen dagegen sind. wie immer.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    unter http://www.heise.de/tr/ (technology review)

    im Artikel: Im Dienste der fleischfressenden Mittelschichten.

    schön kurz und argumentativ

  5. Der Skandal an diesen ganzen Gentechnik Nahrungsmittels ist doch die fehlende Haftung des Herstellers und die ungenügende Kennzeichnungspflicht. Gerade Gen-Mais wird ja gerne mit anderen "natürlichen" Maissorten gemischt, weil sonst niemand diesen Mais kaufen würde.

    Wer zahlt aber, wenn Nebenwirkungen auftreten und Menschen geschädigt werden? Wer muss den Nachweis erbringen, dass die plötzliche Häufung von Krankheit X bei Menschen mit den Gen Nahrungsmitteln zu tun hat? Wie viel wird in Deutschland überhaupt gezahlt wenn ein Unternehmen mit seinen Produkten systematisch Menschen schädigt? Zu wenige wie man nicht erst seit Lipobay weiss. Das Risiko für Hersteller gefährlicher Produkte ist in Deutschland viel zu gering. Nicht umsonst werden riskante Therapien in der Medizin erst mal in Deutschland erprobt, bevor man sich in die riskantere USA wagt, wo man sich hohen Schadensersatzansprüchen ausgesetzt sehen kann.

    Meiner Meinung nach sollte der Hersteller den Gegenbeweis antreten, dass es die Schädigung nicht verursacht hat. Es muss richtig Geld kosten durch seine Produkte Menschen zu schädigen.

  6. Zitat: Hintergründig stehen schon ähnliche Verbote in Österreich oder Frankreich auf wissenschaftlich wackeligen Beinen.
    Viel wackeliger noch, steht die Wissenschaft selbst da, denn was genau für Folgen des Anbaus mitsichbringt weiß keiner!
    Allein die Wissenschaftlichkeit für sich zu postulieren, ist übrigens unwissenschaftlich. Darüber hinaus ist nicht alles was Wissenschaftler sagen richtig. Wahr schon gar nicht sondern immer nur wahrscheinlich, das ist ein gewltiger Unterschied. Darum könnte man auch höchstens sagen, wahrscheinlich birgt xy keine Risiken!
    Denken Sie bitte nach, bevor sie ander verunglimpfen und für dumm erklären! Denn genau das ist der Subtext des Zitates.

    • amano
    • 15. April 2009 12:11 Uhr

    ...direkt setzt der Schreiber die Keule an: Zukunftstechnologie gefährdet und warscheinlich auch tausende Arbeitspätze in Gefahr...lieber Herr Schreiber: würde es Ihnen viel Bedenken auslösen wenn Sie, sagen wir mal, einen Kinderwunsch hätten und Ihre Liebste Genetisch veränderte Anteile in sich trüge. Das sollte aber was werden...Wie kommen Sie da denn bloß wieder raus?

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