Deutschlandkarte Städtenamen im Dialekt

"Aschebersch" und "Gütsel" - welchen Orte sich hinter diesen kryptischen Worten verbergen, zeigt unsere Karte

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Kaum jemand, der berufsbedingt – warum auch sonst? – nach Gütersloh zieht, ahnt, dass es dort üblich ist, die Stadt "Gütsel" zu nennen. In diesem Fall ist das Wissen schnell aufgeholt, die Vokabel wird rasch beherrscht. In anderen Fällen bleibt die Aussprache des lokal üblichen Stadtnamens für Zugezogene zeitlebens schwierig. Aschaffenburg ist so ein Fall. "Aschebersch" kann nur eine Annäherung des tatsächlich gebräuchlichen Genuschels sein. Auch das i in "Saarbrigge" ist kein klares i, es vermischt sich mit dem e.

Im Süden sind die Dialektnamen weitaus häufiger. Hier sprechen mehr Menschen Dialekt. Die alten plattdeutschen Namen der norddeutschen Städte, die kaum mehr verwendet werden, sind hier nicht aufgeführt. Aus Tübingen berichten Schwäbischkundige, dass sich schon ein paar Kilometer von der Stadt entfernt, auf den Dörfern, die Aussprache verändert. Diese Karte ruft also Stammtische und andere Mundartforschungsstätten ausdrücklich dazu auf, weiter zu streiten und zu fachsimpeln.

Redaktion: Matthias Stolz; Recherche: Nina Pauer und Christian Heinrich

 
Leser-Kommentare
  1. Wenn man schon mal ausdrücklich aufgefordert wird, fachlich zu simpeln, dann sei eingangs der sich vielleicht doch noch entfaltenden Diskussion darauf hingewiesen, dass in Text und Karte die Begrifflichkeiten dadurch ziemlich arg durcheinander geraten sind, dass "Dialekt" und "Mundart" einerseits und "Regionalsprache" andererseits so gebraucht werden, als handele es sich um Synonyme. Das ist nicht der Fall: Die einzige deutsche Regionalsprache ist das Niederdeutsche, dazu gibt's noch die Minderheitensprachen Dänisch, Friesisch, Romanes und Sorbisch, jeweils tw. mit eigenen Dialekten.

    Und schlimmer noch: Zumindest bei "Flensburch" und Hamburch" handelt es sich nicht um Bezeichnungen aus Dialekten, sondern - sozusagen noch eine Stufe tiefer - lediglich um die Folge eines norddeutschen Akzents: Während im Süden auslautendes "g" immer wie "k" gesprochen wird (etwa auch (falsch) "Könick" und "Wek" statt (richtig) "Könich" und "Wech"). Im Norden ist's umgekehrt: "Tach", "Troch" und "Unfuch" statt "TaK", "Trok" und "Unfuk" - und eben auch "Burch" statt "Burk". Nur die Mitte, die ist wieder mal golden.

    JoshWolf, SLDD

    • hagego
    • 21.04.2009 um 16:03 Uhr

    Sie haben ja vieles sehr klug erläutert - mein Kompliment! Aber, bitte, wo liegt jetzt "Mischmasch" und wie heißt der Ort wirklich?

    ;-)

  2. (Das "oa" gibt es nur im Dialekt. Es ist ein Vokal zwischen o und a, vergleichbar dem schwedischen A oder dem französischen Nasallaut "an").

    Ich finde Dialekt gut. Man muss heute mindestens dreisprachig sein - Dialekt, Hochdeutsch und Englisch. Da kommt man weit herum. Die badischen Mannheimer können aber alles ausser Hochdeutsch. Im übrigen gibt es badische und unsymbadische.

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    na, wo ist den der Unterschied zwischen den beiden Schwesterstaedten Mannheim - Ludwigshafen ? Letzteres brutaler ??arno-cote d'azur

    na, wo ist den der Unterschied zwischen den beiden Schwesterstaedten Mannheim - Ludwigshafen ? Letzteres brutaler ??arno-cote d'azur

  3. na, wo ist den der Unterschied zwischen den beiden Schwesterstaedten Mannheim - Ludwigshafen ? Letzteres brutaler ??arno-cote d'azur

    Antwort auf "Moannem = Mannheim"
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    Mannheim: BaWü, Ludwigshafen: Rheinland-Pfalz.

    Ich habe mich in genau dieses Nesselbett auch gelegt, als ich hier (HD) ankam...

    ...dea wo die vunn iwwerm roi ned leida koann, sachd zu dänne iam Oard "Lumbehaffe".

    ...sind schwierig zu beschreiben. Die Ludwigshafener Kultur ist stark von Unternehmenskultur der BASF geprägt. Beides sind Industriestädte - gewesen.

    Im übrigen gibt es solche und solche Mannheimer und Ludwigshafener. Manche lieben sich gegenseitig, manche sind mürrisch - aber nur manchmal. Besonders wenn sie müde von der Arbeit sind.

    Mannheim: BaWü, Ludwigshafen: Rheinland-Pfalz.

    Ich habe mich in genau dieses Nesselbett auch gelegt, als ich hier (HD) ankam...

    ...dea wo die vunn iwwerm roi ned leida koann, sachd zu dänne iam Oard "Lumbehaffe".

    ...sind schwierig zu beschreiben. Die Ludwigshafener Kultur ist stark von Unternehmenskultur der BASF geprägt. Beides sind Industriestädte - gewesen.

    Im übrigen gibt es solche und solche Mannheimer und Ludwigshafener. Manche lieben sich gegenseitig, manche sind mürrisch - aber nur manchmal. Besonders wenn sie müde von der Arbeit sind.

  4. Mannheim: BaWü, Ludwigshafen: Rheinland-Pfalz.

    Ich habe mich in genau dieses Nesselbett auch gelegt, als ich hier (HD) ankam...

    Antwort auf "DIALEKTE"
  5. ...dea wo die vunn iwwerm roi ned leida koann, sachd zu dänne iam Oard "Lumbehaffe".

    Antwort auf "DIALEKTE"
    • Anonym
    • 21.04.2009 um 20:42 Uhr

    aber meine oma sagte gern:

    i schloa di glai a lauk nin kop datne kau drut suupen kan.

    :))

  6. Also, als gebürtiges Münchner Kindl und als auch als "Migrantenkind", das im zarten Alter von 12 Jahren ins Oberland (Lkrs. Weilheim-Schongau mit nahem Hang zu Murnau) umgesiedelt wurde, möchte ich mal hier eine Episode erzählen, die mir immer in Erinnerung bleiben wird:

    Erster Tag im Oberlandinternat - München trifft auf Oberland (jenseits der Weißwurstgrenze ist ein richtiger Begriff):

    Huaba Marä: "Kimmst z'Minga, wod Leid stinga!"
    maremosso: "Hä?"
    Huaba Marä: " Woasst nacha, i bin 'z Eschla!" (ich komme aus Eschenlohe).

    Beim letzten Klassentreffen (vor vier!! Jahren) treffe ich vorgenannte Huaba Marä und Sie begrüßt mich:

    "Bist oiwei no 'z Minga, wod Leid stinga?"

    Jessas Maria, soviel dazu: Der Münchner sagt zu seiner Stadt "München". Und bei allen die "Minga" sagen, des san dann de, de außerhalb vom Weißwurstkessel wohnen.

    De Saupreißn de greislichen :-)

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