Datenschutz: In Mehdorns DienstenSeite 5/6
Eine Niederlage erlebte der Konzern hingegen im Falle eines Mitarbeiters aus dem Bereich Personenverkehr Infrastruktur. Ihm war vorgeworfen worden, er habe kritische Bemerkungen seines Chefs über den unbefriedigenden Zustand des Schienennetzes per E-Mail an Kollegen weitergeleitet. Das war zu diesem Zeitpunkt in den Augen der Verantwortlichen ein schweres Vergehen. Denn der Konzern wollte als piekfeiner, total sanierter und höchst produktiver Betrieb an die Börse und Anlegermillionen akquirieren. Ein anderer Mitarbeiter siegte vor dem Arbeitsgericht, weil der angegebene Kündigungsgrund, er habe eine kritische E-Mail an die Presse geschickt, für unzulässig erklärt wurde.
Manche Mitarbeiter haben sich mit dem Konzern aber auch auf eine Abfindung geeinigt. Zum Beispiel Herr V. Dem Revisionsmitarbeiter sollte zum Ende 2005 gekündigt werden. Er wollte als Betriebsrat kandidieren und hatte in Sachen Privatisierung und in Sachen Bespitzelung der Bahnbeschäftigten eine kritische Sicht. Auch ihm warf man vor, betriebsinternes Material nach außen gegeben zu haben. Die vorgelegten Beweise hielten allerdings einer genaueren Überprüfung nicht stand, sehr zum Ärger der Oberen. Denn ihn hatte die Personalleitung als Komplizen von Herrn A. ausgemacht, dem »Kontaktmann« zu Journalisten und anderen Kritikern der Bahnprivatisierung. Zitat aus der internen Anweisung zum Ausspähen von Herrn V. mit dem Vermerk »vertraulich«: »Nach Herrn Dr. Bähr vorliegenden Informationen bestand in der Vergangenheit ein sehr enges Verhältnis zwischen Herrn A. und Herrn V. Es besteht der Verdacht, dass Herr V. über Herrn A. vertrauliche Informationen an nicht autorisierte Adressaten weitergegeben hat.« Als »Untersuchungsziel« bestimmt die Anweisung: »die Maildateien und Daten aus dem X-Laufwerk der Herrn A. und V. sowie die Daten des Notebooks von Herrn V. zu untersuchen, um den Verdacht zu verifizieren oder zu entkräften«.
Der Verdacht bestätigte sich nicht. Stattdessen, so das Kündigungsschreiben, »ergab die Überprüfung, dass Herr V. über seinen dienstlichen Arbeitsplatzrechner während seiner Arbeitszeit tierpornografische Seiten aus dem Internet aufruft«. Und zwar in absurdem Umfang: viereinhalb Stunden täglich, in einem Großraumbüro mit zahlreichen Angestellten, in dem hoher Arbeitsdruck herrschte! Herr V. bestritt den Vorwurf und behauptete, dass sein Rechner manipuliert worden sei. Revisionsabteilung und Personalabteilung beharrten auf dem Vorwurf.
Eines Morgens fand der Betriebsratschef »Mein Kampf« auf seinem Rechner
Gerichtlich überprüft wurde die Sache nicht, weil Herrn V. nicht gekündigt wurde – warum eigentlich nicht, nach dieser angeblichen Vorgeschichte? Ihm wurde eine Abfindung angeboten. Herr V. ist leider nicht aufzufinden, wie vom Erdboden verschwunden, und so konnte er für diese Recherche nicht befragt werden. Die Bahn erklärt auf Anfrage, dass sie sich derzeit zu solchen Fällen nicht äußere, und verweist auf eine laufende Untersuchung. In dieser Sache stehen also Aussage gegen Aussage.
Auch Ralf Skrzipietz will im Lauf der Jahre Manipulationsversuche an seinem Arbeitsplatzcomputer bemerkt haben. Er erzählt davon mit einem Kopfschütteln. Er habe zum Beispiel Hitlers Mein Kampf eines frühen Morgens auf seinem Rechner vorgefunden. Mails seien gelöscht worden, und vor mehreren Jahren gelöschte Mails seien wieder da gewesen. Führte die Spur für solche Manipulationen in den Vorstand, fragte sich Skrzipietz? Oder »nur« in die Konzernsicherheit, in die Revisionsabteilung GII, in den Lenkungsausschuss Compliance, die unter dem Druck des Autokraten Mehdorn außer Rand und Band gerieten und Beweise produzierten, wenn sie sonst keine fanden? Bis heute ist darüber nichts bekannt.
Fest steht allerdings, dass der Betriebsratsvorsitzende seit der Geschichte mit der Strafanzeige gegen Josef Bähr und andere nicht besonders wohlgelitten war bei der Konzernspitze. Und seit Skrzipietz in einem Aufsatz in der Zeitschrift Soziale Demokratie und Politik die Bahnprivatisierung und überdies das Kündigungsgebaren der Konzernleitung kritisiert hatte, wurde er noch mehr unter Druck gesetzt.
Skrzipietz ist sicher, dass er entschiedene Gegner hat. Und sie könnten diesmal erfolgreich sein, haben eine Angriffsfläche gefunden, eine ganz persönliche.
Im September 2007 sollte der Betriebsrat einer Kollegin beistehen, die kurz vor der Kündigung stand. Nennen wir sie Frau K. Sie war erst vor einem halben Jahr eingestellt worden: Sie sollte eine Expertise zum geplanten Börsengang der Bahn erarbeiten, speziell zu der Frage, wie potenzielle Investoren den Börsengang bewerten würden. Ihr Urteil fiel vernichtend aus, der Börsengang sei für alle Beteiligten von Nachteil, denn Schienen und Fahrzeuge seien jahrelang vernachlässigt worden.




Bahn Schnüffellei intensiev zu berichten. Aber diese Schnüffelei ist deutsches Problem und die Berichterstattung auf die DB zu beschränken, ist eine Verklärung.
Warum landet der bundesdeutsche Datenschutzbericht der Jahre 2007 und 2008 dieser Woche auf den hinteren Plätzen.
Der Fisch stinkt vom Kopf her, und hier beginnt es beim Staat. Als Ostdeutscher bin ich vom Regen in die Traufe gekommen und dies war mir noch vor 10 Jahren unvorstellbar.
Es ist unfassbar, mitr welch krimineller Energie man gegen Privatisierungsgegner innerhalb der Bahn vorgegangen ist.
Welche Gesetze brach man da im Speziellen? Welche Strafen stehen darauf?
Was passiert mit den zu Unrecht gekündigten?
Selbst berechtigte Kritik an der vernachlässigten Infrastruktur war nicht gelitten.
Warum wagte man das?
1. Es ging und geht um viel Geld für einige Wenige, die diese "Möhrchen" sicher nicht für eine Leistung im Dienste des Bahnfahrers bekommen. Eher sind es politische Seilschaften, die Pfründe sichern.
Selbstverständlich wissen diese Leute, dass es sich bei der Privatisierung um den großen Eisenbahnraub handelt, der sachlich nicht gerechtfertigt ist. Folglich muss man sich jeden Kritiker vom Hals, sprich: aus dem Arbeitsverhältnis schaffen.
2. Tiefensee hat alles mitgemacht, was Mehdorn wollte. Erst zum Schluss, als er vor der Selbstbeschädigung stand, gab er ihn auf.
... was sich da unter wohlwollender Duldung des Kanzler-buddys Hartmut Mehdorn zugetragen hat, ist Stasi-Pur vom Allerschlechtesten.
Noch schlechter kann einem nur noch werden, wenn man diesen feisten Machtfetischisten als Ehrengast auf der Geburtstagsparty des Gashaendlers sieht, wie etwa letztes Wochenende in Hannover.
Die Schroeder-AG - inkl. Clement & Schily - steht fuer mich auf einer Stufe mit dem System Mielke - ohne allerdings die sozialen Abfederungen desselbigen aufweisen zu koennen.
Haette ich heutzutage die Wahl zwischen Honecker & Co. und der Schroeder-AG wuerde ich ohne Zoegern dem erstgenannten meine Stimme geben & sagen: Je ne regrette rien...
...ist jedem Zeitungsleser seit Monaten bekannt. Dieser Artikel von Herrn Wallraff, den ich seit Jahrzehnten bewundere, kann nichts mehr ändern. Mehdorn ist von dem ( traditionell so bezeichneten ) Aufsichtsrat entlastet - Bezüge und Pension sprudeln munter weiter. Nicht nachvollziehbar bleibt die Rolle des Betriebsrates und der Gewerkschaften, die m.E. über ausreichende Informationen - und auch die Macht - verfügten, dem skandalösen Treiben der geschäftsführenden Mafia ein frühzeitiges und nachhaltiges Ende zu bereiten. Hier sehe ich einen sinnvollen Ansatz für Wallraffs weitere Recherchen.
Wenn dieser Recherche auch nur Ansatzweise den Fakten entspricht, wurde es mehr als Zeit, dass Hr. Mehdorn gehen musste. Wobei auch die Frage nach den übrigen Vorstandsmitgliedern, wie z.B. Fr. Sukale, zu stellen ist. Wie schon richtig formuliert, der Fisch stinkt vom Kopf her. Mein Eindruck verdichtet sich in letzter Zeit immer mehr: Ob Post, Telekom, Lidl, etc.. Offensichtlich ist es wichtiger sich um "Revoluzzer" im Unternehmen zu kümmern, als um operative Aufgaben. Erschreckend, aber leider nicht von der Hand zu weisen. Der Schritt zur "Bananenrepublik" erscheint danach nicht mehr besonders weit. Eine grauenhafte Vorstellung, für jeden Mitarbeiter der tagtäglich versucht seinen Job mit hoher Motivation und im Sinne des Unternehmens zu tätigen. Armes Deutschland...
Es ist aber schlimmer.
Die Schergen vom Reichssicherheitshauptamt, der Gestapo und verwandter Sicherheitsdienste hätten sich angesichts dieser Spitzel- und Kontrollmöglichkeiten vor lauter Begeisterung eigenhändig das Hakenkreuz in die Gonaden gemeißelt.
Nix Banane.
Es ist aber schlimmer.
Die Schergen vom Reichssicherheitshauptamt, der Gestapo und verwandter Sicherheitsdienste hätten sich angesichts dieser Spitzel- und Kontrollmöglichkeiten vor lauter Begeisterung eigenhändig das Hakenkreuz in die Gonaden gemeißelt.
Nix Banane.
Also wenn der Bericht im Großen und Ganzen stimmt, wovon ich ausgehen muss, dann sind das doch teilweise kriminelle Machenschaften. Da muss doch dringend der Staatsanwalt ran.
Und ich denke auch, dass man von Mehdorn Schadenersatz verlangen muss.
Wie lange kann das noch gehen, dass die Großen tun und lassen können, wie sie wollen, sozusagen ohne Gesetz, und die kleinen hängt man wegen einem Euro.
Wen wunderts?
Schließlich machen es Schily, Schäuble und von Leyen doch schon jahrelang vor. Unter dem Lügenetikett von Sicherheit und Kinderpornografie werden immer Grundrechte vernichtet und ein gigantisches Überwachungssystem aufgebaut. Heute haben wir doch einen Überwachungsstaat, von dem die Stasi nur träumen konnte. Warum sollen in einem neoliberalen und menschenverachtenden Wirtschaftsystem andere Methoden herrschen?
Ich wäre verwundert, wenn es bei Lidl, der Bundesbahn, der Post, der Telekom anders zugehen würde. Und dass Staat und Industrie gut zusammen arbeiten zeigt doch der Datentransfer von der englischen Regierung zu Eon über Umweltschützer. Gibt es noch jemand, der glaubt, dass dies in diesem unseren Staat anders ist?
Was mich immer wieder wundert, ist die Naivität und der Bückling der deutschen Justiz vor den Mächtigen. Sobald es um Konzerne geht, werden Beweislasten umgekehrt, Aussagen falsch interpretiert oder ignoriert oder es wird geschlampt.
Wenn sich unsere deutschen Staatanwaltschaften und die Gerichte endlich einmal ihren Job richtig machen würden, d.h. in alle Richtungen wirklich zu ermitteln, dann hätte die Mehdorns, Zumwinkels, von Pierers usw. nicht so leichtes Spiel. Oder aber sobald Staatsanwälte richtig hartnäckig werden, schreitet die Politik ein und pfeift sie zurück - siehe Fall Zumwinkel.
Denn genau genommen ist das Verhalten der Gerichte in diesen Fällen eine Schande für den Rechtsstaat Deutschland. Man könnte schon behaupten, der Rechtsstaat ist auf dem Altar der Wirtschaft geopfert worden.
"Wenn sich unsere deutschen Staatanwaltschaften und die Gerichte endlich einmal ihren Job richtig machen würden..."
Mit Verlaub und Gewinn, das tun sie bestens.
Trennen wir uns von der Vorstellung, das Recht sei gesetzlich garantierte Gerechtigkeit.
Nix ist falscher.
Recht ist die gesetzliche Form der Herrschaftsverhältnisse, es gibt bisher keinen Beleg dafür, daß jemals die Unterlegenen eines gesellschaftlichen Kampfes das Recht definiert hätten.
Man darf also nicht erwarten - wie die Erfahrung sattsam belegt - daß die Justiz ihre HerrenDamen beißt.
Schon gar nicht bei politischem Weisungsrecht.
wie koennen SIE "unsere " Justiz so angreifen ? DIE SIND FLEISSIG damit beschaeftigt Park- und Temposuender "im Namen des Volkes" zu verfolgen und abzuurteilen, einen von den "Grossen" auf die Schippe nehmen ? das schadet der Karriere umgehend und das haben Sie doch im Fall ZUMWINKEL mit der sehr mutigen Staatsanwaeltin gesehen, Zufall ? NEIN !
Alles steckt unter einer Decke die "unser Gerhard" mitgestrickt hat;
Nun verdammt man aus allen Ecken Frau Gesine Schwan und HerrnSommer nur weil diese nicht "ausschliessen" wollten, dass der VOLKSZORN eskaliert, weiter so und ich befuerchte, dass Tage kommen werden wo so mancher "im Namen des Volkes" aus seiner "Burg" geholt wird.Arno-cote d'azur
"Wenn sich unsere deutschen Staatanwaltschaften und die Gerichte endlich einmal ihren Job richtig machen würden..."
Mit Verlaub und Gewinn, das tun sie bestens.
Trennen wir uns von der Vorstellung, das Recht sei gesetzlich garantierte Gerechtigkeit.
Nix ist falscher.
Recht ist die gesetzliche Form der Herrschaftsverhältnisse, es gibt bisher keinen Beleg dafür, daß jemals die Unterlegenen eines gesellschaftlichen Kampfes das Recht definiert hätten.
Man darf also nicht erwarten - wie die Erfahrung sattsam belegt - daß die Justiz ihre HerrenDamen beißt.
Schon gar nicht bei politischem Weisungsrecht.
wie koennen SIE "unsere " Justiz so angreifen ? DIE SIND FLEISSIG damit beschaeftigt Park- und Temposuender "im Namen des Volkes" zu verfolgen und abzuurteilen, einen von den "Grossen" auf die Schippe nehmen ? das schadet der Karriere umgehend und das haben Sie doch im Fall ZUMWINKEL mit der sehr mutigen Staatsanwaeltin gesehen, Zufall ? NEIN !
Alles steckt unter einer Decke die "unser Gerhard" mitgestrickt hat;
Nun verdammt man aus allen Ecken Frau Gesine Schwan und HerrnSommer nur weil diese nicht "ausschliessen" wollten, dass der VOLKSZORN eskaliert, weiter so und ich befuerchte, dass Tage kommen werden wo so mancher "im Namen des Volkes" aus seiner "Burg" geholt wird.Arno-cote d'azur
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren