Selbst Menschen, denen an der Kirche nichts liegt, bedauern es, wenn ihre örtliche Kirche geschlossen wird, ist sie doch außer einem Symbol für das Christentum auch eines für Beständigkeit. Wer sich den Erhalt der Kirchengebäude wünscht, sollte nicht aus der Kirche austreten. Sie werden geschlossen, weil es an Mitgliedern und somit an Geld fehlt. Und weil die Kirchen sonntags so gut wie leer sind (Zum Öffnen der Karte klicken Sie bitte hier).

Man sieht: Im Süden des Landes, wo der Gottesdienstbesuch noch zum Leben gehört, wurde kaum eine Kirche geschlossen. Im Bistum Essen dagegen traf es besonders viele Kirchen, ungefähr jede vierte – das Bistum verlor in den letzten 50 Jahren mehr als ein Drittel seiner Mitglieder. Die wenigsten Gebäude werden abgerissen. Es werden Museen, Restaurants und Kindergärten daraus. Die evangelischen Kirchen verschwinden eher aus den katholischen Gegenden – die katholischen Kirchen eher aus den evangelischen Gegenden. Paradox: Das Land wird profaner und der verbleibende konfessionelle Graben etwas tiefer.

Redaktion: Matthias Stolz; Recherche: Nina Pauer