KulturwandelEs war einmal

Die Ära des gedruckten Buches geht zu Ende. Kein Grund zur Trauer von Jürgen Neffe

Im Schatten der globalen Geldkrise des frühen 21. Jahrhunderts gewinnt eine Revolution an Gewicht, deren Folgen weit über korrigierbare wirtschaftliche Verwerfungen hinausreichen. Ihre Tragweite lässt sich allenfalls am Epochenwandel nach Gutenberg messen. Mit ihr geht die Ära des Buchdrucks zu Ende. Digital aufgelöst wie zuvor schon Ton und Bild, beliebig häufig kopierbar und mit einem Schlag weltweit millionenfach abrufbar, fügt sich das Buch in die Multimediawelt seiner entleibten Verwandten von Foto, Film und Musik. Damit zerfällt auch der älteste serienmäßig herstellbare Datenträger in Gefäß und Inhalt.

Das Medium der Aufklärung verliert seine Message und mit ihr ein Stück Sinn und Sinnlichkeit. Über kurz oder lang werden gebundene Packen bedruckten Papiers nur noch als Hochpreisprodukte in Spezialgeschäften zu haben sein wie heute Vinylschallplatten. Selbst eisern Bibliophile werden Gutenbergs Erbe in seiner jetzigen Form nicht erhalten können. Der Niedergang von Buchherstellung und -handel, so bitter wir ihn beklagen, folgt der Logik einer langen Kette bereits untergegangener Handwerke, Manufakturtechniken und Handelsverfahren.

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Die Entwicklung ist unaufhaltsam, nur über den Zeitraum herrscht noch Uneinigkeit. Er wird sich aber kaum in Generationen messen lassen. Erinnert sich noch jemand an die Schreibmaschine, bis vor Kurzem unverzichtbares Attribut aller Tippsen und Texter? Erleben wir nicht, wie schnell die Mail den Brief verdrängt? Und Wikipedia das gute alte Lexikon? Vor 20 Jahren wurde das World Wide Web erstmals vorgeschlagen. Allenfalls die Älteren können sich noch eine Welt ohne Internet vorstellen.

Mag das Buch aus Sicht der Vergangenheit seine Seele verlieren – mit Blick nach vorn ist sie dabei, sich aus ihrem Körper zu befreien. Als Fluchthelfer stehen ausgerechnet jene bereit, die für ihren Namen auf dem vorderen Umschlag eines Druckwerks mitunter alles geben: Den Autoren als Urhebern (und ihren Partnern, den Lesern) eröffnet die Ära des entleibten Buches ungekannte Dimensionen – falls sie tun, was Kulturschaffende immer getan haben, wenn sich ihnen neue Techniken und Entfaltungschancen bieten. Aus ihrer »Feder« wird das Buch der Zukunft kommen, das über die Zukunft des Buches entscheidet.

Wenn Bücher demnächst auf allen möglichen Geräten lesbar werden, die gleichzeitig Bilder zeigen, Töne abspielen und Verbindungen zu Internet und anderen Geräten herstellen können, dann wird es nicht mehr lange dauern, bis sich ihrerseits ihre Erzeuger mehr und mehr multimedialer Mittel bedienen, um Werke zu produzieren, die in Gutenbergs Universum keinen Platz mehr finden. Es wird Bestseller geben, die nie als Druckerzeugnis erscheinen, Handyromane in Fortsetzung, die alle lesen, weil alle darüber sprechen (in der U-Bahn von Tokyo eindrucksvoll zu beobachten), undruckbare, multimediale, ständig aktualisierte, reichhaltig animierte Sachbücher, Individualreiseführer oder Enzyklopädien, die kaum noch etwas mit ihren papiernen Vorfahren gemeinsam haben, vernetzte Werke aus Netzwerken von Autoren, verzweigte Geschichten, die vor den Augen des Publikums entstehen, und so vieles mehr, das wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.

Es wird runde Bücher geben, endlose Texte ohne Anfang und ohne Ende

Jenseits der Oberfläche winkt eine Welt aus Information und Kommentaren. Wer gerade nicht weiß, wo Timbuktu liegt oder wie es zum Bruch zwischen Nietzsche und Wagner kam, findet die Antwort unverzüglich auf einer der Ebenen unter dem Buch, das er gerade liest. All die Lesegruppen, die sich um den Da Vinci Code, Sophies Welt oder Die Globalisierungsfalle scharten, können nun Spuren hinterlassen, die jeder weitere Leser verfolgen kann. Wir werden mit Büchern leben können wie nie zuvor – und dabei, wenn es uns gefällt, immer noch auf Papierversionen zurückgreifen und sie linear in einem Schwung zu Ende lesen. Solche Bücher wird es immer geben.

Doch wenn wir mögen, hören wir obendrein die Musik, die der Held in der Stunde des Abschieds vernimmt. Wir sehen Venedig im 17. Jahrhundert, lassen uns durch Vatikan oder Pentagon führen, verfolgen den Briefroman mit der täglichen Mail oder erfahren den biografischen Hintergrund einer Schlüsselszene bei Robert Walser. Wir erleben Autoren im Ringen um ihr Lebenswerk, das sie immer weiter verfolgen und verändern. Andere schreiben runde Bücher mit unendlichen Geschichten ohne Anfang und Ende. Zettels Albtraum als Erfüllung der Träume von Walker Percy und David Foster Wallace mit seinen unsterblichen Fußnoten. Und nur ein Augenzwinkern entfernt, sämtliche Sekundärliteratur – goldene Zeiten für Kundschafter auf Spuren des K., die mehr verstehen wollen als sie allein begreifen können.

Die Frage, ob »wir« das wollen, ist so müßig wie die, ob wir Privatfernsehen wollten oder Handy oder Internet. Ist der Geist aus der Flasche, kehrt er nicht mehr dorthin zurück. Kommende Generationen werden kaum glauben, dass er je hineingepasst hat. Wie das Leben selbst, so erobert sich als Ausdruck seines Bewusstseins die Kultur auf Dauer jeden verfügbaren Raum. Die Grenzen zwischen dem Buch und dem Rest der Medienwelt werden sich schließlich so vollständig verlieren wie die zwischen Werbung und Unterhaltung. Am längsten dürften sich noch Genres wie Roman, Biografie oder Wörterbuch gegen andere und neue Formen behaupten – bis wir »Buch« nur noch gebrauchen wie heute die »Feder« der Autoren.

Die neuartigen Lesegeräte scheinen von dieser Zukunft noch nicht viel zu wissen. Mit ihren Stärken – gedruckt scharfen Bildschirmen und langen Laufzeiten – lenken sie nur von ihrer größten Schwäche ab: Sie bieten alten Wein in neuen Schläuchen. Im Moment erlauben sie kaum mehr, als Bücher genau so zu lesen, wie wir sie kennen – nur statt von echtem Papier nun von elektronischem und auf Wunsch in Rentnerschrift. Dass sich Texte, auch ganze Bibliotheken, auf Computer herunterladen, auf ihnen manierlich lesen und nach Stichworten durchsuchen lassen, dürfte kaum noch jemanden überraschen. Dass die Speicher der neuen Buchersatzmaschinen angesichts der Selbstverständlichkeit, tausend dicke Bücher auf ein Handy laden und von ihm auch lesen zu können, prähistorisch klein wirken, lässt sie schon bei ihrer Einführung seltsam museal erscheinen.

Im Museum werden die Apparate aber auch irgendwann landen, weil sich Bücher und andere Druckwerke im Prinzip schon jetzt auf jedem Gerät mit Bildschirm sehen lassen können – und erst recht auf jenen preisgünstigen Multimediakommunikatoren, die in allen Größen von Jacken- bis Aktentaschenformat gerade entstehen. Vielleicht sind die heutigen E-Books nur als trojanische Pferde zu verstehen, die in halbwegs vertrauter Verpackung neuartige Ideen unters Volk schmuggeln sollen. Wer sich einen Faust oder eine Kafka-Biografie herunterladen kann, vergisst leichter seine Berührungsängste.

Dass jetzt Buchhändler Lesegeräte vertreiben (müssen) wie Schaufeln fürs eigene Grab, gibt dem Umbruch ein Gesicht seiner Opfer. Jedes einzelne Buch, das als legale oder illegale Kopie oder als Download statt gedruckt über den Ladentisch bezogen wird, fehlt in den Bilanzen derer, die vor Kurzem noch allein Gutenbergs Erbe verbreitet haben.

Leserkommentare
    • chanul
    • 25. April 2009 12:16 Uhr
    1. Danke!

    Lieber Herr Neffe,

    das war der beste Artikel, den ich zu diesem Thema aus dem Bereich etablierter Medien in letzten Monaten gelesen habe.

    Und gerade das betrübt mich. Alle von Ihnen genannten Ideen und Argumente sind mindestens 10 Jahre alt und wurden innerhalb der Internet-Community bereits tausendfach diskutiert.

    Dass man sie an dieser Stelle noch einmal so deutlich wiederholen muss, kann eigentlich nur der Hysterie geschuldet sein, welche die etablierten Medienhäuser angesichts der Wirtschaftskrise befällt.

    Auch wenn ich Verständnis für die Sorgen der Vertriebsabteilungen habe: Es kann (und darf) keine Garantie für das Überleben traditioneller Verwertungsmechanismen in der Medienindustrie geben.

    Und eine rückwärtsgewandte und leicht zu durchschauende Kampagne 'pro Urheberrecht', wie sie 'FAZ', 'Welt' und teilweise leider auch die 'Zeit' führen, wird diese Verwertungsmechanismen auch nicht retten.

  1. die Aufbruchstimmung trüben. Trotzdem einige Anmerkungen:
    1. Wer wie ich in einem Büro arbeitet, macht die befremdliche Erfahrung, daß digitale Dokumente von Wichtigkeit sofort erst einmal ausgedruckt werden. Dann kommt der Kopierer drann (lieber einmal mehr!).
    Das Wort Begreifen hat offensichtlich einen gewissen Doppelsinn.
    2. Masse hat bisher immer zur Entwertung geführt. Die inflationäre Flut von Worten, Bildern und Musik eröffnen nicht nur ungeahnte Möglichkeiten, sie verringern auch die Möglichkeit, Gutes und Wichtiges zu finden.
    Von den mir zur Verfügung stehenden X Fernsehprogrammen habe ich keinen Gewinn. Die verfügbare Zeit zum Fernsehen ist beschränkt, je länger ich suche, desto weniger kann ich sehen.
    3. Die Arbeitsteilung ist als Fortschrittselement sicher unumstritten. Ich möchte die Arbeit der Vorarbeiter des Lesens nicht missen, die die Spreu vom Weizen trennen.
    4. Im Keller habe ich noch ein kleines Bändchen, welches ich gemeinsam mit meiner ersten Freundin am Ostseestrand gelesen habe. Ich weiß nicht, was aus ihr geworden ist, aber aus dem kleinen Buch fallen immer noch winzige Sandkörnchen heraus .....

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    Bei mir kommt an, dass Sie befremdliche Erfahrungen machen und aus Ihrem Medienkonsum keinen Gewinn haben.

    Ich selbst sehe Lesen oder sonstigen Medienkonsum eher als Freizeitbeschäftigung, die mich nach der Arbeit entspannt. Die Fernsehsendungen die ich mir auswähle verfolge ich mit Interesse - es sind überwiegend politische Talkshows. Die sind mir wichtig. Es ist also mE wirklich nur ein Problem der persönlichen Auswahl aus einem Programm, das noch nie so reichhaltig war wie heute. Ích sehe das positiv. Ohne Abstriche, ohne Kritik. Ich spreche da nicht von "inflationärer Flut". Eher von Qual der Wahl. Auch Wählen will gelernt sein. Und Sehen von Grenzen der eigenen Belastbarkeit. Und Suche nach einem persönlich passenden Tagesprogramm.

    Nichts für ungut...

    Gruss

    Dem stimme ich voll und ganz zu. Meines Erachtens sind auch die Vergleiche mit anderen Medien etwas schief: denn ob ich eine Videokassette in einen Recorder stecke, eine DVD in einen DVD-Player schiebe, oder einen Film aus dem Internet herunterziehe, ändert überhaupt nichts an der Art und Weise, wie ich diesen Film anschaue, nämlich an einem Bildschirm, höchstens dass die Qualität der Bildschirme heute besser ist als vor 15 Jahren. Dasselbe gilt fürs Fotografieren und Musikhören. Durch die Digitalisierung dieser Medien hat sich lediglich der Träger geändert, nicht aber die sinnliche Erfahrung (des Filmschauens, Musikhörens, Fotografierens/Fotos-Anschauens). Beim Buch jedoch ist die sinnliche Erfahrung eine völlig andere, ob man ein Buch in der Hand hält, Seiten umblättert etc., vielleicht auch etwas an den Rand schreiben oder anstreichen kann, oder ob man vor einem Bildschirm sitzt. Dass es vielleicht Koch- und Reisebücher bald nur noch digital gibt, kann ich mir vorstellen, aber ich bin überzeugt davon, dass die Mehrheit derer, die Bücher aus geistigem und literarischem Interesse liest, nach wie vor zur gedruckten Ausgabe greifen wird. Denn für diese Mehrheit gehört die sinnliche Seite am Lesen genauso dazu wie zu einem guten Rotwein das Glas.

    sie haben mit ihren Argumenten den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Noch ein Wort zu den Betrieben: Mittlerweile muss ja auch Speicherplatz gespart werden. Wenn jeder seine Mails abspeichert, dann ist der zulässige Speicherplatz schnell überschritten - also wird doch wieder ausgedruckt.
    Auch ihr Statement zum Wort "Begreifen", wo ja greifen drin steckt, ist voll und ganz auch meine Meinung. Wer schon den ganzen Tag auf Arbeit am Bildschirm sitzt, ist froh, wenn er mal bedruckte Seiten sieht. Das ist doch was ganz anderes (kommt eben von Be"Greifen").

    Mir ist es gleichgültig, ob ich Texte gedruckt oder am Bildschirm lese. Wir hatten schon 1958 einen Fernseher, da war ich 6. Ich kann bis heute nicht feststellen, dass mir der Fernsehkonsum geschadet hätte. Auch meinen Augen nicht. Wenn meine Augen weh tun schalte ich ab.

    Jetzt haben wir also die Bildschirmzeitung und das Bildschirmbuch. Das ist die nächste mediale Revolution nach Einführung des Fernsehens. Ein bekannter Lehrer von uns hat heute noch keinen Fernseher. Aus Prinzip. Gründe unbekannt. Opposition gibt es immer.

    Mit google.scholar habe ich bei meiner Abschlussarbeit gute Erfahrungen gemacht. Ich habe mir Habilitations- und Dissertationsarbeiten heruntergeladen - mit der Flatrate waren sie bezahlt. Ich unterscheide da weniger nach Wichtigkeit.

    Texte muss ich nicht in die Hand nehmen, wenn ich sie "begreifen" will, es genügt, wenn ich sie verstehe. Dann bin ich happy.

    Meine verfügbare Zeit ist mittlerweile gut strukturiert. Ich verwende sie im wesentlichen für Arbeit (7 Stunden), Fernsehen, Internet. Ich suche nicht mehr lange, weil ich mich auf meine Interessensgebiete konzentriert habe. Anne Will verpasse ich selten, das ist Ritual am Sonntag abend. Im Moment lese ich Bücher in der Strassenbahn, wenn die Konzentration reicht. Weil ich mehr im Internet bin lese ich weniger.

    Gruss

  2. noch mehr Elektronik-Schrott;) ich hoffe diesmal ohne Wegfahrsperre. ich werde Bücher aus Papier lesen, bis ich tot umfalle und mir ist es total egal, ob die Spass-Industrie nur überlebt, wenn sie total sinnlose Dinge verkaufen kann! dann stirbt sie halt. ist nicht schade drum!

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    • dnaber
    • 25. April 2009 23:21 Uhr

    Auch ich werde weiter mit der Pferdekutsche zur Arbeit fahren -- diese sogenannte "S-Bahn", betrieben von unpersönlichem Strom, kann mir gestohlen bleiben!

  3. Bei mir kommt an, dass Sie befremdliche Erfahrungen machen und aus Ihrem Medienkonsum keinen Gewinn haben.

    Ich selbst sehe Lesen oder sonstigen Medienkonsum eher als Freizeitbeschäftigung, die mich nach der Arbeit entspannt. Die Fernsehsendungen die ich mir auswähle verfolge ich mit Interesse - es sind überwiegend politische Talkshows. Die sind mir wichtig. Es ist also mE wirklich nur ein Problem der persönlichen Auswahl aus einem Programm, das noch nie so reichhaltig war wie heute. Ích sehe das positiv. Ohne Abstriche, ohne Kritik. Ich spreche da nicht von "inflationärer Flut". Eher von Qual der Wahl. Auch Wählen will gelernt sein. Und Sehen von Grenzen der eigenen Belastbarkeit. Und Suche nach einem persönlich passenden Tagesprogramm.

    Nichts für ungut...

    Gruss

  4. Nicht, dass es keine sehr guten Argumente für eBooks und das Internet gäbe. Aber ich lese gedruckte Bücher, wenn sie mir wichtig sind und ich sie geniessen möchte, der Monitor ist eher für den schneller Konsum, Recherche oder die Arbeit reserviert.

    Alleine die Freiheit zu lesen wo und wann ich möchte, kann auf absehbare Zeit kein elektronisches Lesegerät bieten. Auch das beliebig schnelle Hin- und Herblättern, Zettel als Lesezeichen oder für Notizen zu verwenden, vielleicht Notizen und Errata direkt auf eine Seite zu schreiben -- alles bei einem eBook oder in einer Datei sehr viel aufwändiger und weniger intuitiv.

    Dann muss ich als Journalist und Autor natürlich auch wirtschaftlich denken und sehe in den Bemühungen der großen Medienunternehmen im Bereich elektronisches Publizieren bislang meist den Versuch Geistesarbeit zu entwerten und zu verramschen. So etwa über den Austausch mit anderen Unternehmen oder honorarfreie, unkontrollierbare Vielfachnutzung, schnelle Vermarktung.

    Dabei bleibt die Sorgfalt auf der Strecke und so gibt es immer weniger fachliches oder Duden-Lektorat -- rückwirkend auch bei gedruckten Zeitschriften, Zeitungen oder Büchern. Geschwindigkeit, Effektivität und Profit sind wichtiger, als Qualität und Zuverlässigkeit. Das merkt natürlich auch der Leser, der etwa auf den meisten Nachrichtenseiten im Internet Fehler um Fehler um Fehler findet; es lässt sich ja so einfach korrigieren und die nächste Version wird mit Leserhilfe schon richtiger sein.

    Und zu guter Letzt muss ich als Liebhaber und Sammler elektronische Medien als minderwertig ansehen. Wie bedeutend und oft auch wertvoll ist die gedruckte Erstausgabe eines wichtigen Buches, ein handgeschriebenes Manuskript, der Vintage-Print eines Fotos im Vergleich zu einer elektronischen Kopie, auch wenn sie nachweislich die Mutter aller übrigen Kopien ist?

    Alles Gute
    Kai Hamann

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    Ich frage mich, warum Sie von "Monitor" reden und annehmen, dass Freizeitlesen auf absehbare Zeit nicht durch elektronische Lesegeräte ermöglicht würde.

    Vielleicht sollten Sie sich mal einen flachen Pad-Computer oder ein eInk-Endgerät anschauen. Die Geräte sind leichter als die meisten Bücher, handlicher, praktischer, haben eine eingebaute Beleuchtung des Dargebotenen und speichern obendrein auf Wunsch tausende Bücher. Mit so einem Gerät sitzt man nicht vor einem "Monitor", sondern macht es sich auf der Couch, im Bett oder auf der Liegewiese bequem.

    Ihre Einwände sind nostalgischer Art und das wird zukünftig kaum Gehör finden werden.

    Grüße

  5. wahrscheinlich von der Schraube eines Supertankers mächtig stark beschädigt worden!

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    diese Anmerkung sollte eine Antwort für 4 sein!

  6. Dem stimme ich voll und ganz zu. Meines Erachtens sind auch die Vergleiche mit anderen Medien etwas schief: denn ob ich eine Videokassette in einen Recorder stecke, eine DVD in einen DVD-Player schiebe, oder einen Film aus dem Internet herunterziehe, ändert überhaupt nichts an der Art und Weise, wie ich diesen Film anschaue, nämlich an einem Bildschirm, höchstens dass die Qualität der Bildschirme heute besser ist als vor 15 Jahren. Dasselbe gilt fürs Fotografieren und Musikhören. Durch die Digitalisierung dieser Medien hat sich lediglich der Träger geändert, nicht aber die sinnliche Erfahrung (des Filmschauens, Musikhörens, Fotografierens/Fotos-Anschauens). Beim Buch jedoch ist die sinnliche Erfahrung eine völlig andere, ob man ein Buch in der Hand hält, Seiten umblättert etc., vielleicht auch etwas an den Rand schreiben oder anstreichen kann, oder ob man vor einem Bildschirm sitzt. Dass es vielleicht Koch- und Reisebücher bald nur noch digital gibt, kann ich mir vorstellen, aber ich bin überzeugt davon, dass die Mehrheit derer, die Bücher aus geistigem und literarischem Interesse liest, nach wie vor zur gedruckten Ausgabe greifen wird. Denn für diese Mehrheit gehört die sinnliche Seite am Lesen genauso dazu wie zu einem guten Rotwein das Glas.

    • Bree
    • 25. April 2009 23:15 Uhr

    Ist es nicht der wunderbare Geruch , der das Buch so besonders macht, und ist es nicht die Tatsache, dass das Buch wie wir es heute kennen die Menschheit und dessen Denken entscheidend geprägt und verändert hat.
    Mit Verlaub kann man sagen, dass es sich zum Positiven ausgeartet hat, doch was passiert mit uns durch eine noch schnellere und gewaltigere Flut an Informationen?
    muss man sich nicht jetzt fragen inwiefern die Menschheit davon geprägt und verändert wird?
    Ich sehe hierbei Entfremdung, Verfall von Kultur und den Untergang für die Schätzung von geistiger Arbeit.
    Kann man sich überhaupt vorstellen eine prächtige Bibliothek gegen ein eBook zu tauschen?
    Ich nicht!

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    ... ganz abgesehen von Kultur und Geschichtsschreibung: stellen Sie sich mal vor, Platon hätte seine Dialoge statt auf Schriftrollen digital veröffentlicht. Technische Geräte halten gerade mal ein paar Jahre, im besten Fall ein paar Jahrzehnte, und außerdem unterliegen Kulturen (Gesellschaften) Zyklen, sie gehen unter, erstehen wieder auf, versinken im Chaos, ordnen sich neu. Bücher bzw. Schriftrollen gehen vielleicht verschütt, werden unter Häusertrümmern begraben etc.; aber das Schöne ist, dass einige von ihnen Jahrhunderte oder Jahrtausende später gefunden, ausgegraben und entziffert werden. Ein digitales Lesegerät, das nur 10 Jahre unter der Erde liegt, ist dagegen nicht wiederbelebbar und sein Inhalt für immer verloren.

    "Kann man sich überhaupt vorstellen, eine prächtige Bibliothek gegen eineBook zu tauschen. Ich nicht!"

    Ich auch nicht!

    Das Lesen eines Buches ist ein sinnliches Erlebnis. Es in der Hand zu halten, darin zu blättern, daran zu riechen, es liebevoll wieder ins Regal zu stellen. Das alles muss man empfenden. Es ist eine Empfindung, die ich gegenüber einem eBook nie haben würde.

    Und noch eines. Ich beschäftige mich mit Geschichte und verfüge über eine Bibliothek mit rund 1.000 (eintausend) Bänden. Wenn ich etwas nachschlagen muss, um für eigene Artikel zu nutzen, die ich hin und wieder schreibe, dann finde ich diese Stelle in meiner Bibliothek schneller als im eBook, weil ich recht genau weiß, wo ich suchen muss.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass das eBook das gedruckte Buch nicht verdrängen wird. Denn die Leser von Büchern lieben das Buch und werden es sich nie vom einem Technik-Freak wegnehmen lassen!

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