Transeuropalauf Vier Millionen SchritteSeite 2/2

Schütz will auch der Frage nachgehen, ob es eine Regeneration unter Belastung gibt. »Die Läufer ignorieren den Schmerz, das Warnsignal des Körpers, und laufen immer weiter«, sagt er. Wie sich der Körper darauf einstellt, können die Wissenschaftler anhand der Aufnahmen auf zellulärer Ebene ergründen.

»Bei den Läufern hat die Studie eine hohe Akzeptanz«, sagt Schütz. Voraussetzung ist allerdings, dass sie durch die Untersuchung nicht zusätzlich belastet werden. Die Sportler sind während des gesamten Rennens sowohl körperlich als auch emotional und geistig im absoluten Grenzbereich. Da können sie eine weitere Beeinträchtigung nicht gebrauchen.

40 bis 45 Minuten dauert ein Scan im MRT, der auf einem (mitsamt der Last) fast 40 Tonnen schweren Lastwagenausleger vom einen zum anderen Etappenort transportiert wird. Die Läufer liegen dabei entspannt und hören über Kopfhörer Musik. Zusätzlich nehmen die Wissenschaftler Blut- und Urinproben.

Fühlt sich ein Proband nicht in der Lage, an der Untersuchung teilzunehmen, kommt er an einem anderen Tag wieder. Uwe Schütz ist sich sicher, dass es auch Situationen geben wird, in denen er die Läufer vor sich selbst schützen muss. Sollten er und seine Kollegen ernsthafte Erkrankungen feststellen, müssen sie es dem Läufer sagen.

Auch wenn die Laufleistungen der Athleten für ihn jenseits des Vorstellbaren liegen – eines verbindet den Hobbyjogger Schütz mit den Extremsportlern: Er benötigt wie sie eine gehörige Portion Ausdauer. Die Läufer im Wettkampf und Schütz bei der Durchführung der Untersuchung, vor allem aber bei der späteren Auswertung. Insgesamt hofft der Orthopäde und Radiologe darauf, 400 Kernspinuntersuchungen durchzuführen. Jede liefert rund 600 Bilder. »Die Auswertung wird reine Fleißarbeit«, sagt er. Die Läufer sind am 21. Juni im Ziel. Für Uwe Schütz und seine Kollegen beginnt die Arbeit dann erst.

 
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