Gentechnik Die Revolution muss grün werden
Gentechpflanzen sind eine Chance für Deutschland – und eine Hoffnung für die Welt

Protest gegen Monsantos Gen-Mais MON810 bt, Berlin Im März 2009
Es gibt gute Gründe gegen die grüne Gentechnik: Sie stellt einen Eingriff in die Natur dar. Ihre ökologischen und ökonomischen Risiken sind nicht im Detail vorhersagbar. Mit ihrer Hilfe strebt das amerikanische Saatgut- und Chemieunternehmen Monsanto nach globaler Marktführerschaft – und vor allem nach Profit. Und Deutschland hätte bei einer Genehmigung des Anbaus als kleinräumiger Agrarstaat keine Chance, ein einig gentechnikfreies Bioland zu werden.
Wer diese Argumente für stichhaltig hält, muss die Entscheidung gegen die grüne Gentechnik politisch durchsetzen. Der gegenwärtig umstrittene Genmais Mon810 ist jedoch der schlechteste Feind, den sich die Kritiker suchen konnten.
Dabei sind Bedenken wichtig! Um Forscher vor die richtigen Fragen zu stellen, um zwischen wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen zu vermitteln. Die Debatte um die sogenannte grüne Gentechnik aber dreht sich seit Jahrzehnten im Kreis. Viele Fragen sind heute beantwortet, viele Zweifel ausgeräumt.
Bei den ersten Schritten vom Labor aufs freie Feld konnte noch kein Forscher vorhersagen, wie sich die neuen Pflanzen verhalten würden. Würden sie ihre urtümlichen Verwandten in einem unfairen evolutionären Wettbewerb sprichwörtlich aus dem Feld schlagen? Heute, fast 25 Jahre später, wachsen Soja, Mais, Raps und Baumwolle auf weltweit 125 Millionen Hektar, vor allem in den USA, Argentinien und Brasilien. Der Anbau von Gentechpflanzen hat ähnliche Auswirkungen wie jede andere Monokultur von Hochleistungssorten, ein spezifisches evolutionäres Risiko ist jedoch niemals aufgetreten.
Und die genetischen und ökologischen Risiken sind erforscht worden. Seit dem ersten deutschen Freisetzungsversuch, bei dem 1990 in Köln Petunien gepflanzt wurden, hat es in kaum einem anderen Land so viel, so gute und so kritische Risikoforschung gegeben wie hier.
Ihre Ergebnisse indes werden oft schlicht nicht zur Kenntnis genommen. Natürlich kann man keiner besorgten Mutter, die ihr Kind mit Biogemüse füttern möchte, keinem Nebenerwerbsbauern, der seine Feldfrüchte auf dem Markt verkauft, und keinem Globalisierungsgegner, der Angst vor Quasimonopolisten wie Monsanto hat, zumuten, sich durch schwer zugängliche Fachliteratur zu quälen. Aber manchmal wird die Forschung auch gerade deshalb ignoriert (oder diskreditiert), weil sich beim genauen Hinsehen viele Ängste als unbegründet erweisen, Einwände im Wandel der Technik gegenstandslos wurden.
Gerade wegen seiner intensiven Risikoforschung hat Deutschland in der grünen Gentechnik ein enormes ökonomisch wie ökologisch nutzbares Potenzial: Entwicklung mit Verantwortung. Doch wenn eine Technik auf deutschen Äckern grundsätzlich nicht zur Anwendung kommen kann, wird sie auch in deutschen Laboren nicht weiter erforscht werden. Schon jetzt haben sich viele Einrichtungen aus der aktiven Forschung zurückgezogen.
Die Risiken eines Ausstiegs sind absehbar: Einige der wichtigsten Durchbrüche in der Pflanzengenetik sind in Deutschland erzielt worden. Den Profit machen andere. Schlimmer noch: Der Umgang mit der Gentechnik in Deutschland fördert leider gerade das, was die Kritiker von Monsanto beklagen: die Quasimonopolstellung eines global agierenden amerikanischen Unternehmens.
Es gibt jenseits der recht primitiven Pflanzenschöpfungen der ersten Transgen-Generation eine Nachfolgegeneration, deren erste Hoffnungsträger bereits in den Gewächshäusern stehen: schnell wachsende Energiepflanzen, die auf Brachflächen Biomasse liefern können, Speisekartoffeln, die ein Gen aus Wildkartoffeln gegen Krankheit immunisiert, Ölpflanzen, die gesundheitlich wertvolle Fettsäuren produzieren.
Wir werden solche und ähnliche Pflanzen brauchen, aus konventioneller Züchtung wie aus den Händen der Pflanzengenetiker. Wir brauchen eine nächste grüne Revolution. Der Nahrungsmittelbedarf der Menschheit wächst. Alternative Energie aus Biomasse soll den Klimawandel bremsen. Die Landwirtschaft selbst darf künftig weniger Treibhausgase freisetzen. Sie muss Trinkwasser- und Landressourcen schonen. Es ist paradox: Wer den Mais von Monsanto in Deutschland verbietet, überlässt Monsanto am Ende weltweit das Feld.
Die Angst der Menschen vor der Gentechnik ist in den vergangenen Jahren systematisch geschürt worden. Jetzt wird sie gleichsam politisch beglaubigt. Dabei wäre genau das umgekehrte Signal richtig: Forschung für die besseren Pflanzen von morgen, Konkurrenz für Monsanto, eine Chance für Deutschland, Hoffnung für die Welt.
- Datum 22.09.2009 - 16:44 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 23.04.2009 Nr. 18
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Sie sagen es: Entwicklung mit Verantwortung. Bisher ist aber kein Agrarkonzern, kein Forschungsinstitutut und kein Wissenschaftler persönlich bereit Verantwortung für mögliche Langzeitschäden zu übernehmen, denn alle wissen, dass keine gesicherten Aussagen über Langzeiteffekte getroffen werden können.
Oder weshalb ist Monsanto sonst so zögerlich eine unmittelbare Haftung für mögliche Schäden zu übernehmen??? Sind deren Wissenschaftler einfach nur dümmer als unsere? Haftung bedeutet unmittelbar für zu Verantwortendes gerade zu stehen.
Aber was hätten wir davon? Wenn Schaden entsteht wird er groß sein und irgendjemanden eine Geldstrafe aufzubrummen (mehr wird es nicht sein - siehe Finanzkrise) bringt nichts mehr. Man blicke nach Indien.
Wer, wenn nicht ein Großkonzern oder Monopolist ist in der Lage Genveränderung zu betreiben, bei dem zu leistenden Forschungs- und Zulassungsaufwand? Diese Großkonzerne und ihre Manager wollen alle GELD um ihre GIER zu befriedigen. Sagen Sie also bitte genauer, von welcher Hoffnung sie sprechen? Diese arroganten Hanswürste verändern die Gene nicht, weil es notwendig wäre, sondern weil nur so ein möglicher Patentanspruch abzuleiten ist, der Kohle sichert. Und wenn das Patent ausläuft wird ein anderes Gen verändert um ein neues Patent zu bekommen und die Pfründe zu sichern.
Selbst wenn die Genveränderung an sich keine Gefahr darstellen sollte, so ist es unverantwortlich, kurzsichtig und einfach dumm Patente auf Grundbedürfnisse der Menschheit zu vergeben oder sie gut zu heißen.
Es gibt da einen Film "We feed the world". Haben Sie den schon gesehen?
Es gibt da einen anderen Film "Mit Gift und Genen". Haben Sie den schon gesehen?
Solche tiefen Eingriffe in das Ökosystem werden nicht besser indem man in Gebetsmühlenmanier ständig die selben schwachen Pro-Argumente ausführt.
Da haben obige Journalisten schon mehr geleistet...
Wer, wenn nicht ein Großkonzern oder Monopolist ist in der Lage Genveränderung zu betreiben, bei dem zu leistenden Forschungs- und Zulassungsaufwand?
Der Staat. Oder, als Überbau, die EU. Genau das geschieht ja bereits. Die Risikoforschung wird von staatlich bezahlten und geführten Instituten gemacht. Leider werden die jahrelangen und teuren Forschungsarbeiten dann immer von Kriminellen zertrampelt. So kann man Steuergeld auch verbrennen, wenn schon mal wieder die Finanzkrise für Rechtsstaatsversagen herhalten muss.
Diese arroganten Hanswürste verändern die Gene nicht, weil es notwendig wäre, sondern weil nur so ein möglicher Patentanspruch abzuleiten ist, der Kohle sichert.
Wie üblich...Polemik über Verstand. Der "Golden Rice" ist beispielsweise frei erhältlich. Aber die Grundfrage ists doch die, dass die meisten Gene nicht in Firmen erforscht werden. Diese Firmen benutzen nur das Forschungsmaterial. Und deswegen muss die Forschung/wissenschaftliche Anwendung erlaubt und kontrolliert werden.
Solche tiefen Eingriffe in das Ökosystem werden nicht besser indem man in Gebetsmühlenmanier ständig die selben schwachen Pro-Argumente ausführt.
Dasselbe gilt für die contra Argumentation. Vom nativen Ökossystem sind wir schon so weit weg, dass dieses Argument nur noch lächerlich ist. Oder glauben sie tatsächlich, der Weizen oder der Mais sind von Natur aus "Herdenpflanzen" in Hektarformat?
Leute wie Sie sind die willfährigsten Helfer von Monsanto. Die unabhängige Forschung wird unmöglich gemacht. Und sie ist doch der einzige Schutz gegen die Desinformationspolitik der Agrarlobby. Und wer, wenn nicht staatliche Institutionen sollten Patente auf die Dinge des Lebens halten? Natürlich wäre das absolut freie Wissen eine schöne Sache. Mit der Realität hat das aber (leider) nichts zutun.
Das (kritikwürdige) Geschäftsgebaren von Agrar-Grosskonzernen hat absolut nichts mit Gentechnik zu tun. Wann lernen die ökologischen Lobbykonzerne wie Greenpeace das endlich...
1. Wie zu lesen ist, machen viele Forschungsinstitute bereits wegen den mangelnden Aussichten auf eine Anwendung der Gentechnik dicht. Wenn es also alleine darum ginge zu forschen um Agrarunternehmen zu kontrollieren, hätten diese Institute eigentlich beste Gründe um weiterzumachen. Aber auch Forschungsinstitute brauchen Geldgeber und damit eine Anwendung. Es bekommt eben nicht jede Einrichtung ihren (vollen) Etat vom Staat.
2. Den Staat als Aufseher und gerechten Verteiler kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. In meinem Verständnis hat der Staat nicht den Agrarhändler zu spielen um uns von widerlichen Auswüchsen der Marktwirtschaft zu schützen. Er hat seine Gesetzgebungspflicht und Strafverfolgungspflicht und einen "Gestaltungsauftrag" im Sinne der Bevölkerung wahrzunehmen und auch gegen die Großen durchzusetzen. Überdies zeigt die momentane Situation eben auch, dass die Marktwirtschaft Zügel braucht. Und wo es an Existenzbedürfnisse geht hat der Staat erst recht die Freiheit und Vielfalt zu verteidigen.
3. Verzeihen Sie mir meine Polemik, aber ich kann gewissen Hanswürsten - und dazu zähle ich die Chefs von unverantwortlichen Bio/Chemie/Waffen- und anderen Firmen, die "nicht auf einen Dollar" verzichten können um Menschenleben zu retten, die sie selbst auf dem Gewissen haben - keinen Respekt mehr entgegenbringen. Hier im Kommentar ist schon der Link auf "Mit Gift und Genen" gepostet. Schauen Sie sich das bitte an.
Ich glaube, das Video ist schon verlinkt, aber dennoch:
http://criticaldocs.wordp...
Was voll staatlich finanzierte, neutrale Risikoforschung betrifft bin ich sicher dafür und halte sie auch für notwendig. Hier stimme ich Ihnen zu. Mein Punkt 1 war deshalb nicht vollständig...
1. Wie zu lesen ist, machen viele Forschungsinstitute bereits wegen den mangelnden Aussichten auf eine Anwendung der Gentechnik dicht. Wenn es also alleine darum ginge zu forschen um Agrarunternehmen zu kontrollieren, hätten diese Institute eigentlich beste Gründe um weiterzumachen. Aber auch Forschungsinstitute brauchen Geldgeber und damit eine Anwendung. Es bekommt eben nicht jede Einrichtung ihren (vollen) Etat vom Staat.
2. Den Staat als Aufseher und gerechten Verteiler kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. In meinem Verständnis hat der Staat nicht den Agrarhändler zu spielen um uns von widerlichen Auswüchsen der Marktwirtschaft zu schützen. Er hat seine Gesetzgebungspflicht und Strafverfolgungspflicht und einen "Gestaltungsauftrag" im Sinne der Bevölkerung wahrzunehmen und auch gegen die Großen durchzusetzen. Überdies zeigt die momentane Situation eben auch, dass die Marktwirtschaft Zügel braucht. Und wo es an Existenzbedürfnisse geht hat der Staat erst recht die Freiheit und Vielfalt zu verteidigen.
3. Verzeihen Sie mir meine Polemik, aber ich kann gewissen Hanswürsten - und dazu zähle ich die Chefs von unverantwortlichen Bio/Chemie/Waffen- und anderen Firmen, die "nicht auf einen Dollar" verzichten können um Menschenleben zu retten, die sie selbst auf dem Gewissen haben - keinen Respekt mehr entgegenbringen. Hier im Kommentar ist schon der Link auf "Mit Gift und Genen" gepostet. Schauen Sie sich das bitte an.
Ich glaube, das Video ist schon verlinkt, aber dennoch:
http://criticaldocs.wordp...
Was voll staatlich finanzierte, neutrale Risikoforschung betrifft bin ich sicher dafür und halte sie auch für notwendig. Hier stimme ich Ihnen zu. Mein Punkt 1 war deshalb nicht vollständig...
Es scheint unmöglich sich bei dem Thema an eine sachlich, wissenschaftlich Diskussion zu halten ...
Hier ein Artikel, der sich mit den 10 wichtigsten Irrtümern beschäftigt ...
http://www.welt.de/politi...
Einen weiteren sachlichen Versuch macht folgender Artikel ...
"Erst vor wenigen Wochen zog eine deutsche Studie großes Interesse auf sich. Wissenschaftler von der Technischen Universität München fütterten Kühe 25 Monate lang mit Mais, der das Gen für das Insektengift trug. Die Forscher konnten anschließend keinerlei Rückstände des genveränderten Futters in Milch, Blut oder Fleisch der Tiere finden. „Die Studie hat noch einmal belegt, dass keine negativen Einflüsse auf Lebensmittel durch die Verfütterung von genverändertem Mais an Nutztiere feststellbar sind“, sagt Judith Kons. (...).
Address : http://www.faz.net/s/Rub5...
Der Artikel in der "Welt" stammt von M. Miersch, den man nur als Auftragsschreiber bzw. PR-Journalisten bezeichnen kann. Sein Fachwissen ist...Wie soll ich es neutral ausdrücken...Ich schreib mal: Tendiert gegen Null.
Wenn Sie gerne was sachliches wollen:
Epigenetics, Transgenic Plants & Risk Assessment
Moch, Katja (Hrsg Öko-Institut)
ISBN: 3-934490-24-7
Als pdf verfügbar unter
http://www.oeko.de/aktuel...
Einfach den Namen der Autorin in die Suche eingeben.
Zum FAZ-Artikel:
"Aus der Studie von Professor Meyer lassen sich keine abschließenden Erkenntnisse über die Risiken des Gen-Maises gewinnen, stellt Alexander Hissting von Greenpeace fest. Der Landwirtschaftsexperte kritisiert deutliche Mängel in Konzeption und Durchführung des Fütterungsversuchs. Zum Beispiel wurden 36 von 54 Kühen während des Versuchs ausgewechselt. Und nur neun Tiere wurden über die gesamte Versuchsdauer mit Gen-Mais gefüttert. Die von der TU entwickelten Testmethoden seien zudem nicht, wie sonst üblich, von anderen Laboren überprüft worden."
Über die Seite
http://www.greenpeace.de/...
von der auch das Zitat stammt, finden Sie eine ausführliche Stellungnahme als pdf.
Das das Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel der TU München in Weihenstephan (so heisst auch eine der Marken der Müller-Group) liegt, ist wahrscheinlich ein reiner Zufall.
Der Artikel in der "Welt" stammt von M. Miersch, den man nur als Auftragsschreiber bzw. PR-Journalisten bezeichnen kann. Sein Fachwissen ist...Wie soll ich es neutral ausdrücken...Ich schreib mal: Tendiert gegen Null.
Wenn Sie gerne was sachliches wollen:
Epigenetics, Transgenic Plants & Risk Assessment
Moch, Katja (Hrsg Öko-Institut)
ISBN: 3-934490-24-7
Als pdf verfügbar unter
http://www.oeko.de/aktuel...
Einfach den Namen der Autorin in die Suche eingeben.
Zum FAZ-Artikel:
"Aus der Studie von Professor Meyer lassen sich keine abschließenden Erkenntnisse über die Risiken des Gen-Maises gewinnen, stellt Alexander Hissting von Greenpeace fest. Der Landwirtschaftsexperte kritisiert deutliche Mängel in Konzeption und Durchführung des Fütterungsversuchs. Zum Beispiel wurden 36 von 54 Kühen während des Versuchs ausgewechselt. Und nur neun Tiere wurden über die gesamte Versuchsdauer mit Gen-Mais gefüttert. Die von der TU entwickelten Testmethoden seien zudem nicht, wie sonst üblich, von anderen Laboren überprüft worden."
Über die Seite
http://www.greenpeace.de/...
von der auch das Zitat stammt, finden Sie eine ausführliche Stellungnahme als pdf.
Das das Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel der TU München in Weihenstephan (so heisst auch eine der Marken der Müller-Group) liegt, ist wahrscheinlich ein reiner Zufall.
Und das weil zwei Dinge nicht getrennt werden:
Einerseits die rein wissenschaftliche Betrachtung - andererseits die wirtschaftlichen Aspekte der Entwicklung.
Wissenschaftlich gibt es Befürworter und Gegner - beide Seiten haben ihre Studien und der Rest der Welt ist am Ende dann nicht klüger. Das nennt man PR.
Das wirtschaftliche Problem liegt allerdings auf der Hand. Beispielsweise ist der Nachbau des Mais verboten. Bauern werden künftig gezwungen sein, jedes Jahr Saatgut von dem Unternehmen zu kaufen. Ziel von Monsanto ist es, die Wertschöpfungskette komplett abzudecken, und als erstes den Bauern jedes Jahr Geld fü das Saatgut abzunehmen, was vorher in dem Maße nicht tun mussten.
Der Autor hat in einem Punkt die Misere klar genannt: "Es ist paradox: Wer den Mais von Monsanto in Deutschland verbietet, überlässt Monsanto am Ende weltweit das Feld."
Man könnte auch sagen, wir stecken in einer Zwickmühle.
Ich finde, und das ist seit langem meine Meinung: Es darf keine Patente auf Grundnahrungsmittel für Unternehmen geben, damit sie ihre Monopolstellung ausbauen können. Nicht auf Pflanzen und nicht auf Tiere. Für mich spielt der ethische Gesichtspunkt hier eine besondere Rolle, auch wenn der Rest der Welt um mich herum nur an Zaster Zaster Zaster denkt.
Ich finde es auch pervers, dass Nahrungsmittelkonzerne weltweit Wasserressourcen kaufen, um den Menschen danach das Wasser zu verkaufen, dass sie früher aus dem Dorfbrunnen schöpfen konnten. Man kann das in Afrika schon beobachten. Auch die Türkei verkauft derzeit ihre Wasserressourcen, um ihren Haushalt auf EU-Niveau zu bringen.
Vielleicht kann man sich auch ja auch künftig das recht auf das Regenwasser kaufen, dass in einem bestimmten Zeitfenster fällt ;) Oder man darf riesige Auffangsysteme Bauen, um es abzuschöpfen.
Und im Übrigen, lieber Herr Sentker, glauben Sie im ernst, dass der Gen-Mais dazu da ist, irgendwie die Hungersnöte auf dieser Welt zu lindern??? Vielleicht sollten Sie öfters mit den Kollegen auf dem Politik-Ressort was essen gehen.
Beispiel Afrika: Die Afrikanischen Länder werden davon nicht, aber auch rein gar nicht haben. Wenn wir denen helfen wollen, dann sollten wir Handel mit ihnen treiben. der Kontinent könnte halb Europa mit Agrarprodukten versorgen. Aber da wir sie ja lieber in ihrem eigenen Saft schmoren lassen und unsere Bauern mit Milliarden subventionieren, werden die dort auch weiterhin krepieren. Monsanto hin oder her.
Und auch ist die Verantwortung für mich ein ganz klarer Fall: Wenn ein Unternehmen mit einem Patent auf eine Agrarpflanze hält, und diese Pflanze vermarket, muss es im Zweifel auch für Folgeschäden aufkommen. Ich weiß gar nicht, wie man da zu zwei Meinungen kommen kann (es sei denn der Gesprächspartner ist Monsanto-Lobbyist)
Vor kurzem dachte, die Verlogenheit in diesem Blatt kann nicht noch schlimmer werden, nun weiss ich, sie kann.
Eine Werbepostille für Grosskapital, Gentechnologie und Angriffskriege.
Wäre schön, die Leserschaft würde diesem Machwerk die Subventionen entziehen.
Das nutzen von gentechnisch veränderten Pflanzen birgt nicht nur ökologische Risiken, die weder abzusehen noch ausgeschlossen werden können, sondern wie schon von Jonas Siebert angemerkt beinhaltet sie eine weitere Patentierung von essenziellen Lebensgrundlagen.
Die Patente von gentechnisch verändertem Saatgut bewirken das Saatgut eben so verändert wird das die Ernte nicht zur erneuten Aussaat genutzt werden kann, sondern das sich jedes Jahr wieder neu bei den Patentinhabern Saatgut gekauft werden muss. Außerdem könnten Veränderungen vorgenommen werden sodass die Pflanzen nur oder besonders gut auf bestimmten Dünger oder Pflanzenschutzmittel reagiert, welche natürlich auch patentiert sind. Dadurch wird der ganze Agrarsektor in die Abhängigkeit weniger Großkonzerne getrieben. Gentechnik ist ein Geschenk an Großkonzerne welches einigen wenigen einen gigantischen Geldsegen bescheren wird, die Mehrheit wird nichts davon haben, aber eventuelle Risiken tragen müssen. Also warum? Um mehr zu produzieren um Hungersnöte zu verhindern? Das ist ein verdammt scheinheiliges Argument, schließlich ist es nicht so als würde zu wenig Getreide, Mais usw. produziert, jährlich wird davon haufenweise vernichtet. Es wäre genug da, nur wird es nicht nach Bedarf sondern nach Kaufkraft verteilt, daran wird auch die Gentechnik nichts ändern, es seihe denn sie würde auf den Menschen angewandt, diesen zu einem Gerechteren Wesen machen.
Ein aktueller Bericht aus meiner Tageszeitung von heute:
Seit etwa 25 Jahren bin ich mit ganzem Herzen Hobbyimker. Schlechte Jahre, harte Winter und die Varoamilbe haben meinen kleinen Honigproduzenten nie so geschadet, dass ich aufgeben musste. Aber seit der Genmais vor und hinter dem Bienenstand prächtig gedeiht, habe ich jedes Frühjahr Totalausfall. Keine einzige Biene fliegt mehr von Blüte zu Blüte und bestäubt unsere Obstbäume. Drei Jahre habe ich im Frühjahr Bienen zugekauft. Jetzt gebe ich auf. Dank Genmais! Dieses eingeschleuste Gift im Genmais wirkt doch nicht nur gegen Maisschädlinge, sondern auch gegen andere Insekten.
„Wenn die Biene von der Erde verschwunden ist, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“
Alles klar?
Der Artikel in der "Welt" stammt von M. Miersch, den man nur als Auftragsschreiber bzw. PR-Journalisten bezeichnen kann. Sein Fachwissen ist...Wie soll ich es neutral ausdrücken...Ich schreib mal: Tendiert gegen Null.
Wenn Sie gerne was sachliches wollen:
Epigenetics, Transgenic Plants & Risk Assessment
Moch, Katja (Hrsg Öko-Institut)
ISBN: 3-934490-24-7
Als pdf verfügbar unter
http://www.oeko.de/aktuel...
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Zum FAZ-Artikel:
"Aus der Studie von Professor Meyer lassen sich keine abschließenden Erkenntnisse über die Risiken des Gen-Maises gewinnen, stellt Alexander Hissting von Greenpeace fest. Der Landwirtschaftsexperte kritisiert deutliche Mängel in Konzeption und Durchführung des Fütterungsversuchs. Zum Beispiel wurden 36 von 54 Kühen während des Versuchs ausgewechselt. Und nur neun Tiere wurden über die gesamte Versuchsdauer mit Gen-Mais gefüttert. Die von der TU entwickelten Testmethoden seien zudem nicht, wie sonst üblich, von anderen Laboren überprüft worden."
Über die Seite
http://www.greenpeace.de/...
von der auch das Zitat stammt, finden Sie eine ausführliche Stellungnahme als pdf.
Das das Forschungszentrums für Milch und Lebensmittel der TU München in Weihenstephan (so heisst auch eine der Marken der Müller-Group) liegt, ist wahrscheinlich ein reiner Zufall.
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