Wer denkt für morgen? Der WeltverändererdenkerSeite 4/4

Pogge verkörpert einen neuen Typus des Intellektuellen, einen, der nicht mehr allein an die Öffentlichkeit appelliert, sondern der sich selbst ins Handgemenge begibt und die Theorie praktisch macht. Pharmafirmen laden ihn ein, und Pogge kommt, denn wenn die Manager schon seine Argumente nicht widerlegen können, soll er wenigstens die Macht der Fakten zu spüren bekommen. »So einfach ist das nicht, Herr Philosoph!«

Philosophie, sagt Pogge, sei Liebe zur Weisheit, und weise sein heiße verstehen, was wichtig ist. Viele Philosophen verwechselten das mit der Frage, was »für uns« wichtig sei, aber das sei nur ein Teil der Wahrheit. Es komme darauf an, den Narrenstatus des Philosophen zu nutzen und zu sagen, was Ökonomen und Politikwissenschaftler niemals sagen dürften: »So mächtig und selbstgerecht die globale Elite der Privilegierten auch sein mag; so schwach und furchtsam die Masse der Menschen am anderen Ende auch ist: Unrecht bleibt Unrecht.«

Klar, Pogge kennt den Einwand der Meisterdenker, von Nietzsche bis zu den Postmodernen: Gerechtigkeit, lautet er, ist die Feindin des Lebens. »Mit diesem Zynismus ist noch jede Sauerei gerechtfertigt worden.« Umgekehrt sei es richtig. »Genießen kann man sein Glück nur, wenn man es nicht auf Kosten anderer tut.«

 
Leser-Kommentare
  1. Endlich kommt - nach Habermas - http://www.zeit.de/2008/4...

    ein zweiter Philosoph von Weltrang zu Wort, der zu den gegenwärtigen Weltproblemen und der skandalösen Ungerechtigkeit Stellung nimmt.

    Die gegenwärtige Weltfinanzsystemkrise könnte als
    CHANCE für einen grundlegenden CHANGE genutzt werden.

    Der Weltfinanzsystemexperte Dirk Solte, hat in seinem Buch "Weltfinanzsystem am Limit" - wie der Titel bereits ankündigt,
    die Weltfinanzsystemkrise 2007 in einem seiner Szenarien vorhergesagt. Nun ist soeben sein Buch

    "Weltfinanzsystem in Balance"

    erschienen, das ausführt, wie sich mehrere Weltprobleme durch einen weltinnenpolitischen Paradigmenwechsel - siehe auch den o.a. ZEIT- Artikel von HABERMAS - gleichzeitig lösen lassen:

    - das Weltfinanzsystem- und das Weltwirtschaftsproblem
    - das Klimakatastrophenproblem
    - das Armutsproblem und allgemeiner die Verwirklichung der Millenniumziele über einen Global Marshall Plan und damit das friedensgefährdende
    - Gerechtigkeitsproblem.

    Sein zentraler Gedanke:

    Eine Mehrwertsteuer auf Geld und Finanztransaktionen = Mehrgeldsteuer !!

    damit in Zukunft das meiste Geld nicht mit Geld, sondern mit innovativen Produkten geschöpft werden kann, die z.B. auch der Klimakatastrophe entgegenwirken, die also eine

    Ressourcen- und eine Effizienzrevolution, eine ökologische "Weltrevolution" fördern.

    Unter nachfolgendem Link können die Grundgedanken der systemischen Lösung der Weltprobleme auf 10 Seiten (Leseprobe) gelesen:

    http://news.forum-fuehrun...

    Diese Grundgedanken könnten einer tiefgründigen Diskussion des notwendigen weltinnenpolitischen Paradigmenwechsels dienen.

    Legen wir los !

  2. An sich stimmt natürlich, was Herr Pogge da verlangt, aber, wenn wir die Armut bekämpfen würden, würde die Anzahl der Menschen auf der Erde nochmal stetig zunehmen und so würde es dazu kommen, dass letztlich die Übervölkerung sich nur noch mehr summiert, als sie es eh schon tut.
    Wenn mit der Armutsbekämpfung eine Geburtenkontrolle und Kondom-PFLICHT kommen würde, würde ich da nicht gegen stimmen. Ansonsten halte ich es für utopisch. Man sollte auch damit rechnen, dass eine gute Tat immer einen Haken hat.

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    muss dabei auch den Bildungsmangel bekämpfen, besonders den von Frauen. Eine der unbestreitbarsten Korrelationen ist die zwischen dem Bildungsniveau, besonders von Frauen, und der Fertilitätsrate.
    So kann der Kampf gegen die Armut den Sieg beim Kampf gegen das globale Bevölkerungswachstum in sich tragen.

    _________________________________________________
    In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
    aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
    werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
    ideologische Heimat hat: die FDP.…
    ______

    muss dabei auch den Bildungsmangel bekämpfen, besonders den von Frauen. Eine der unbestreitbarsten Korrelationen ist die zwischen dem Bildungsniveau, besonders von Frauen, und der Fertilitätsrate.
    So kann der Kampf gegen die Armut den Sieg beim Kampf gegen das globale Bevölkerungswachstum in sich tragen.

    _________________________________________________
    In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
    aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
    werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
    ideologische Heimat hat: die FDP.…
    ______

    • Witan
    • 26.04.2009 um 9:12 Uhr

    über die Überbevölkerung.
    Wieso sollen wir dafür aufkommen, wenn in Gegenden ohne ausreichend Wasser und Nahrung 5-10 Kinder an der Tagesordnung sind?
    Das klappt nie und nimmer!

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    • Anonym
    • 26.04.2009 um 10:02 Uhr

    Da wir auf eine schrumpfende Bevölkerung zusteuern, sollte man das ausgleichen können. Es gibt natürlich auch Menschen, die meinen, jeder solle dort sein Glück versuchen, wo er geboren wurde.

    Aber mal im Ernst: erst durch die europäische Kolonialisierung hat Afrika eine Abnahme der Sterblichkeit aller Altersgruppen erlebt, welche zur aktuellen Überbevölkerung geführt hat. Gleichzeitig konnte die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medizin verbessert werden. Aber das erreichte Niveau taugt maximal zum unwürdigen Üeberlebenskampf.

    Dann hat Europa diese Völker in die Unabhängigkeit und mit ihren neuen Möglichkeiten allein gelassen.

    • Anonym
    • 26.04.2009 um 10:02 Uhr

    Da wir auf eine schrumpfende Bevölkerung zusteuern, sollte man das ausgleichen können. Es gibt natürlich auch Menschen, die meinen, jeder solle dort sein Glück versuchen, wo er geboren wurde.

    Aber mal im Ernst: erst durch die europäische Kolonialisierung hat Afrika eine Abnahme der Sterblichkeit aller Altersgruppen erlebt, welche zur aktuellen Überbevölkerung geführt hat. Gleichzeitig konnte die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medizin verbessert werden. Aber das erreichte Niveau taugt maximal zum unwürdigen Üeberlebenskampf.

    Dann hat Europa diese Völker in die Unabhängigkeit und mit ihren neuen Möglichkeiten allein gelassen.

    • Anonym
    • 26.04.2009 um 10:02 Uhr
    4. Naja

    Da wir auf eine schrumpfende Bevölkerung zusteuern, sollte man das ausgleichen können. Es gibt natürlich auch Menschen, die meinen, jeder solle dort sein Glück versuchen, wo er geboren wurde.

    Aber mal im Ernst: erst durch die europäische Kolonialisierung hat Afrika eine Abnahme der Sterblichkeit aller Altersgruppen erlebt, welche zur aktuellen Überbevölkerung geführt hat. Gleichzeitig konnte die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medizin verbessert werden. Aber das erreichte Niveau taugt maximal zum unwürdigen Üeberlebenskampf.

    Dann hat Europa diese Völker in die Unabhängigkeit und mit ihren neuen Möglichkeiten allein gelassen.

  3. Die Idee, das Programm, der Algorithmus wird zunächst entwickelt, durchdacht entworfen, optimiert und vielleicht auch noch simuliert.

    Dann kommt der nächste Schritt. Der Vertrieb, das Marketing, Awareness erzeugen, die Gesellschaft und die Entscheider zu überzeugen oder durch eine Win/Win Konstellation an Bord zunehmen.

    Dabei trifft das Produkt nun auf Wettbewerber, auf Gegner, auf die sich sammelnden Verlierer. Es müssen Marktanteile erobert werden, es müssen Budgets und Resourcen aktiviert werden, Mehrheiten gebildet werden, verhindert werden dass sich das Produkt in diesem Prozess nicht Zerstückelt oder zweckentfremdet wird.

    Ist das Programm schließlich implementiert, lokalisiert, und dem jeweiligen Enviroment angepaßt dann sind die ersten Bugs zu entfernen, und die Hoffnung auf den ROI wachzuhalten. Der erste Teilerfolg sollte möglichst kurzfristigsichtbar werden, denn die Masse der Betroffenen hat eine sehr geringe Haltbarkeit was Geduld angeht. Es darf das Ziel nicht aus den Augen verloren werden, und die Mitarbeit, die Zuarbeit, die Mitfinanzierung und die Laune der Beteiligten darfbestimmte Grenzwerte nicht unterschreiten.

    Dann lebt "Change" auf. Die Veränderung greift und muß nun als Erfolg kräftig gefeiert werden, damit der folgende Generation den Wert tief eingebrannt wird. Der Eindruck sollte so heftig sein, dass wenn nun Zeit, den Wert verschütten sollte oder Gras darüber wachsen lässt, zumindest die Umrisse durch das enstehende Muster noch lange nachwirken.

    In vielen Unternehmen sind die Rollen getrennt. Forschung und Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung, Marketing, Vertrieb, CRM, Service, Beschwerdemanagement ....

    Die Neudenker sind die Visionäre, die Grundlagenforscher. Für die Umsetzung bis zur Verwirklichung, ist entweder ein Multitalent nötig, oder greifen es andere auf die diese Ideen dann umsetzen und verwirklichen können. Wie die Koppelung von Ideen, Popularität und Politik zu konkreten Massnahmen führen, zeigt uns die Band U2 mit ihren verschiedenen weltweiten Benefizkonzerten. Sie können aber auch ein Lied davon singen wie von ihren ursprünglichen Absichten viel verpuffte und erst durch den versuch zur Erweiterung auf die Umsetzungen auf nationalstaatlicher oder Internationaler Ebene der nötigte Impact erfolgte.

    Pogge konkretisiert die Umsetzung der Idee mit dem Health Impact Fund. Der Mut sich aus der Deckung zu wagen, finde ich gut. Wie bei vielen Berater die bereit sind ein Projekt nicht nur zu planen sondern bis zur Umsetzung zu begleiten, verleiht den Aussagen automatisch mehr Gewicht. Der Mut die Umsetzung zu anzugehen, und ein Scheitern zu riskieren das ist für mich Pogge 2.0.

    kwer-denker

    • sv1en
    • 26.04.2009 um 12:01 Uhr

    Sie zitieren Pogge wie folgt:
    »Im Jahr 2000 besaß das oberste Zehntel der Menschheit 85 Prozent des weltweiten Reichtums und das unterste Zehntel nur 0,03 Prozent. Das ist ein Verhältnis von 2836 zu 1.«

    Nun ist, und das weiß der werte Herr bestimmt,
    85/0.03 = 2833/1

    Das Verhältnis hätte sich demzufolge also über die Zeit eher in Richtung Gerechtigkeit verändert (wenn überhaupt), und Herr Pogge betreibt absichtlich verzerrenden Zahlengebrauch.

    Herr Pogge hat offensichtlich ein Anliegen, und das er dieses mit Argumenten zu begründen versucht, ist nachvollziehbar. Dass die ZEIT dieser windigen Propaganda Platz gibt, finde ich ziemlich armselig.

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    • sv1en
    • 26.04.2009 um 12:05 Uhr

    2836 ist größer als 2833 ... demzufolge ist die Veränderung (so sie denn eine ist) definitiv nicht in Richtung Gerechtigkeit. Das ändert aber nichts an der eigentlichen Aussage meines Kommentars: Die Veränderung von der Jahrtausendwende bis heute ist im Endeffekt keine, und der Zahlengebrauch von Herrn Pogge verzerrt die Tatsachen gezielt. Meine Kritik an der Redaktion bleibt.

    übrigens ist das verhältnis 85/0.03 = 2833.33/1

    stellt der werte herr pogge nicht einfach nur fest, dass das verhältnis so und so ist? wo erwähnt er denn, dass es sich verändert hat?

    ist der fehler in dieser größe relevant?

    angenommen herr pogge betreibt absichtlich verzerrenden Zahlengebrauch, wie sie sagen, wird durch eine verzerrung in diesem größenmaß etwas erreicht? ich glaube nicht.

    • sv1en
    • 26.04.2009 um 12:05 Uhr

    2836 ist größer als 2833 ... demzufolge ist die Veränderung (so sie denn eine ist) definitiv nicht in Richtung Gerechtigkeit. Das ändert aber nichts an der eigentlichen Aussage meines Kommentars: Die Veränderung von der Jahrtausendwende bis heute ist im Endeffekt keine, und der Zahlengebrauch von Herrn Pogge verzerrt die Tatsachen gezielt. Meine Kritik an der Redaktion bleibt.

    übrigens ist das verhältnis 85/0.03 = 2833.33/1

    stellt der werte herr pogge nicht einfach nur fest, dass das verhältnis so und so ist? wo erwähnt er denn, dass es sich verändert hat?

    ist der fehler in dieser größe relevant?

    angenommen herr pogge betreibt absichtlich verzerrenden Zahlengebrauch, wie sie sagen, wird durch eine verzerrung in diesem größenmaß etwas erreicht? ich glaube nicht.

    • sv1en
    • 26.04.2009 um 12:05 Uhr

    2836 ist größer als 2833 ... demzufolge ist die Veränderung (so sie denn eine ist) definitiv nicht in Richtung Gerechtigkeit. Das ändert aber nichts an der eigentlichen Aussage meines Kommentars: Die Veränderung von der Jahrtausendwende bis heute ist im Endeffekt keine, und der Zahlengebrauch von Herrn Pogge verzerrt die Tatsachen gezielt. Meine Kritik an der Redaktion bleibt.

  4. muss dabei auch den Bildungsmangel bekämpfen, besonders den von Frauen. Eine der unbestreitbarsten Korrelationen ist die zwischen dem Bildungsniveau, besonders von Frauen, und der Fertilitätsrate.
    So kann der Kampf gegen die Armut den Sieg beim Kampf gegen das globale Bevölkerungswachstum in sich tragen.

    _________________________________________________
    In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
    aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
    werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
    ideologische Heimat hat: die FDP.…
    ______

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    • Witan
    • 26.04.2009 um 12:24 Uhr

    Der Islam, der sich durch gebildete Frauen selbst das Wasser abgräbt, und durch geringere Geburtenraten seine Strategie der Islamisierung der Welt nicht durchsetzen kann.

    • Witan
    • 26.04.2009 um 12:24 Uhr

    Der Islam, der sich durch gebildete Frauen selbst das Wasser abgräbt, und durch geringere Geburtenraten seine Strategie der Islamisierung der Welt nicht durchsetzen kann.

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