Susan Sontag So viele Jahre und immerzu, immerzu, immerzu!
Eine Verteidigung von Susan Sontag gegen ihren Sohn David Rieff, der über ihr Sterben ein Buch veröffentlicht hat
Lebensgier. Sie sauge das Leben auf, schrieb Susan Sontag, mit »tausend Strohhalmen«, sie konnte nicht genug Leben bekommen, »so viele Jahre und immerzu, immerzu, immerzu!« sollten es sein, zitierte sie gerne die Worte des peruanischen Dichters César Vallejo. Bücher und Reisen. Gedankliche Exkursionen und intellektuelle Wagnisse. Scharfsinnige Analysen von Literatur, Oper oder Film, von gesellschaftlichen Diskursen, die sie prägte wie keine andere Autorin des 20. Jahrhunderts. Was politische Verantwortung in einer Welt der globalen Machtansprüche und gierigen Märkte bedeutet, hat Susan Sontag mitdefiniert. Über Fotografie oder den 11. September 2001, über Aids oder Krebs kann nicht nachgedacht werden, ohne ihre Gedanken mitzudenken. Sie zielen auf Freiheitswerte, auf eine Verteidigung der menschlichen Integrität, auch unter den Bedingungen von Krankheit. Sie selber erkrankte mit 40 Jahren an Krebs und kämpfte drei Jahrzehnte gegen die Krankheit. Susan Sontag starb mit 72 Jahren, und wie sie starb, ist jetzt in einem Buch nachzulesen, das ihr Sohn geschrieben hat, David Rieff, Journalist und politischer Essayist.
Er ist ihr einziges Kind. Der Sohn aus einer Ehe, die sie als 17-Jährige mit ihrem Collegeprofessor einging, um sich bald aus Chicago nach New York abzusetzen, wo sie der Darling der intellektuellen Szene wurde. Von ihr und David findet sich nur ein Bild, da ist er ein Hänfling neben der glamourösen Mutter. Das Verhältnis sei gespannt gewesen, ist zu lesen. Rieff war nicht der engste Vertraute seiner Mutter, doch jetzt, in seinem Buch über ihren Tod, ist er der Kronzeuge für unvorstellbares Leid.
Bücher über das Sterben der Eltern sind fast eine eigene Gattung. Handke hat über den Selbstmord seiner Mutter geschrieben, Simone de Beauvoir über den Tod ihrer Mutter. Es mangelt nicht an Berichten über Krebserkrankungen, gerade erscheint Christoph Schlingensiefs Tagebuch einer Krebserkrankung. Wenn es der Krebs ist, der siegt, sind es nicht selten Bücher von Eltern über das Sterben ihrer Kinder. Susan Sontag hat in den drei Jahrzehnten ihres Lebens, in denen sie gegen Krankheiten kämpfte, ein gewaltiges Werk, Essays und Romane, politische Analysen, verfasst, viele, viele Bücher, aber keines über das eigene Leid.
Sontag schrieb über das Leben auf der »Nachtseite des Lebens«, wie sie Krankheit einmal nannte, nicht als Kranke, sondern als Intellektuelle. Darüber, wie die kollektive Imagination über Krankheiten sich dem privaten Erleben überstülpt und keinen Raum lässt für eine rationale Bewältigung der Krankheit, wie der Suche nach einer angemessenen Therapie. Ihr Schreiben soll von Ängsten befreien, es ist ein Plädoyer für die Integrität des Kranken, geistig, körperlich.
Sontag seziert, welche Interessen sich im Gestrüpp der Fantasien über Krankheiten verbergen. Krebs werde in Bildern beschrieben, die das negative Verhalten des Homo oeconomicus des 20. Jahrhunderts zusammenfassen: ein abnormes Wachstum etwa. Aids, schrieb Sontag, sei auch die dunkle Seite einer kapitalistischen Ideologie, die den schrankenlosen Konsum von Sex verlange, gleichzeitig in dem von Konsum Erschöpften eine Sehnsucht nach Grenzen erwecke. Es ist ein gelehrter Diskurs. Sie diagnostiziert die Symptome in Literatur, Film, Oper, sie weitet den Blick für die Rezeption anderer Krankheiten, Tb oder Pest. Nichts Persönliches. Fallgeschichten sind ihr ein Gräuel. Sie fallen unter: Konsum.
Nun, posthum, die Fallgeschichte Sontag. Geschrieben von ihrem Sohn, ein Text, der mit seiner eigenen Betroffenheit anhebt, sich davon mühsam löst, die letzten 10 Monate im Leben der Mutter protokolliert. Die Diagnose, Leukämie, die Panik. Die Verzweiflung. Wanderungen durch die Wohnung, deren Boden nicht mehr zu tragen scheint. Der Impuls nach Kontrolle, medizinisches Vokabular wird aufgespürt. Wir erfahren den Namen des Beruhigungsmittels, den Sitz des Katheters. Was sie in Tagebüchern notiert, aber keinem sagt. Wann Blut im Urin ist. Wann sie weint. Wie sie weint.
Es ist nicht das erste Mal, dass die sterbende Susan Sontag öffentliches Ereignis wird. Ihre ehemalige Lebensgefährtin, die Fotografin Annie Leibovitz, nahm Bilder eines aufgequollenen Körpers in ihre bildhaft erzählte Autobiografie auf, die als Ausstellung um die Welt geht und jüngst in Berlin zu sehen war, in ihrem Zentrum, wie Blei, das Aufbahrungsfoto von Susan Sontag. Hier verschränkt sich das Erzählen des eigenen Lebens, zu dem das Sterben der Freundin gehört, mit der Frage, wie viel Intimität ihr zugestanden wird. Auch im Buch des Sohnes schiebt sich die eigene Betroffenheit ständig vor den Tod der Mutter, Reflexionen über Schuldgefühle, Hilflosigkeit, Verantwortung, nichts Neues übrigens, aber doch auch ein gebildeter Diskurs, mit Anspielungen auf Didion, Canetti, Berger, ein wenig im Stile der Mutter. Dahinter ereignet sich eine Demontage der Toten.
Das Auge des Kindes ist gnadenlos. Schaut Mama stumpf? Wankt ihre Siegesgewissheit? Was bleibt der überragenden Intellektuellen von ihrem Forschungsoptimismus, wenn jedes Fundstück nur den Tod verheißt? Wie bei einer Zwiebel wird eine Schicht nach der anderen abgepellt. »Die Einserstudentin in meiner Mutter« – auf Normalmaß gestutzt. Aus unbesiegbar wird untröstlich. Die von der Welt Bewunderte – ist nun allein mit ihrer Qual. Sie sei bereit gewesen, alles außer ihrer Würde für mehr Zeit in der Welt zu opfern, heißt es, dann habe sie auch diese Würde nicht mehr bewahren können. Wohl wahr.
Man könnte versucht sein zu argumentieren, wer wie Susan Sontag das Wort führt über die Bedeutung von Krankheit, muss sich an der eigenen Theorie messen lassen. Ihr Sterben wäre dann so etwas wie ein Praxistest. Eine Geschmacklosigkeit. Es wäre auch eine Verirrung, denn der Wert von Gedanken, die Susan Sontag über Krankheit und Tod entwickelte, muss sich nicht mehr beweisen, es ist das Wesen des Buches, dass sich sein intellektuelles Gewicht vom Autor löst. Warum also sollte ein Interesse daran bestehen, dem Sterben der Susan Sontag zuzusehen?
In dem Buch Das Leiden anderer betrachten spricht Sontag mit Bezug auf Platon von jenem Trieb, den jeder in sich spüren könne, auch wenn er sich dafür verachte: ein menschliches »Verlangen nach dem Anblick von Erniedrigung, Schmerz und Verstümmelung«. Das wäre also die Wahl des Fernsehkanals, auf dem ein Big-Brother- Groupie seinen Krebstod inszeniert. Sontag zitiert den Essayisten William Hazlitt mit der Einsicht, die Liebe zur Grausamkeit gehöre zum Menschen wie die Fähigkeit zum Mitgefühl. Letzteres könnte dazu führen, das Buch über Susan Sontags Sterben einfach beiseitezulegen.
- Datum 27.04.2009 - 10:42 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 23.04.2009 Nr. 18
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Söhne haben oft eine besonders starke Verbindung zu ihren Müttern und werden auch von deren Leiden entsprechend stark in Anspruch genommen. Sich damit außeinanderzusetzen kann ein wichtiger Schritt sein, seine Position zu finden und dann die anderen besser zu verstehen. Dass sich unterschiedliche Sichtweisen und Schlussfolgerungen ergeben, liegt in der Natur der unterschiedlichen Ausgangspositionen und ist auch eine Chance, die Schranken im Verständnis zu überwinden, die ein besseres Verstehen verhindern. Wenn Außenstehende in den so unterschiedlich wirkenden Welten nach den Berührungspunkten suchen,werden sie mehr Gemeinsamkeiten finden, als gerade sich widersprechende Darstellungen zunächst vermuten lassen. Die Welt der Kranken ist eine persönliche und eine gemeinsame Welt vor allem mit den näheren Angehörigen.
So können uns beide Darstellungen einen Schritt näher an das Verständnis bringen, als eine es für sich vermag.
Angehörige leiden auch, auf ihre Art. Die Anzeichen verstecken sich oft in Abwehr und Wut. Bei weiteren Nachfragen wird oft ein als unerträglich empfundener Schmerz wahrnehmbar, der diese z.T. verzweifelte Mühe um Distanz verständlich macht.
Die Kranken und die Angehörigen haben in vielen Beispielen im ebenso ehrlichen wie schmerzhaften Austausch herausgefunden, was die Herausforderung für sie sein kann und sind gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen.
Wenn wir verstehen, worauf eine Krankheit antwortet, finden wir hilfreiche Fragen, die uns weiterhelfen.
Rieff behandelt mit der "Fallgeschichte Sontag" - weder undifferenziert noch unreflektiert noch ohne Verständnis und mit einer Öffnung der "besonderen Fallgeschichte seiner Mutter aufs Allgemeine hin" (Ursula März in ihrer Rezension in der "Süddeutschen Zeitung") - eine Reihe grundlegender Probleme, die bei der Konfrontation mit dem Sterben auftreten: Lebenswille und Anerkennung des Endes, Wahrheit und Hoffnung, Rettung durch Radikalität, Kampf und Ergebung, Besonderheit, Einzigartigkeit und Gleichgültigkeit, Einschätzungen der Möglichkeiten der Medizin, Relationen zwischen Patient und Arzt, Dilemmata und Verhalten der Angehörigen, Schuldgefühle der Hinterbliebenen.
Wenn jemand in Auseinandersetzung mit diesen Problemen steht, sind die Aussagen informativ - die Position der Rezensentin gegen ein Eindringen in die Privatheit ist im Prinzip, nicht in der Spezifizierung nachvollziehbar.
Verteidigt werden muss niemand, da niemand angegriffen oder in inadäquater Weise traktiert wird; eine "Demontage" erscheint nicht angestrebt.
Die Analyse der Fehler, die Sontag und ihrem Umfeld unterlaufen, entwürdigt nicht, ermöglicht aber Konsequenzen für das Verhalten anderer.
"Über Fotografie oder den 11. September 2001, über Aids oder Krebs kann nicht nachgedacht werden, ohne ihre Gedanken mitzudenken"
Das zumindest ist eine gelinde Übertreibung, die keinem Autor zum Lob gereichen würde - er hätte beim Leser einen Überlegenheitsanspruch geweckt, der Kritik negiert.
Und AIDS auf Konsum und Kapitalismus zurückzuführen - eine Frechheit gegenüber Afrika. Dort ist anscheinend zuviel Kapitalismus am Werk, die Menschen halt so konsumsüchtig. Dass es Kriege sind, Vergewaltigungen, eine Alltagskultur des Sexismus, die dem Traditionalismus entspringt, eine homophobe Gesprächskultur, die lieber über Homosexualität, MSM, Risikogruppen spricht, als über ungeschützten Analverkehr - das zu thematisieren, wäre dem Anspruch an Kritik gewachsen. Das Abheben auf "gierige Märkte", "Konsum" spricht nur selbst Bände über regressive Tendenzen im Text.
http://nichtidentisches.w...
Finde ich von Susanne Mayer sehr gut beurteilt.
Wer schreibt, ist selbst Betrachter genug, bedarf nicht der Erklärung.
Weiß er/sie doch selbst nicht, was nun dieses Buch ist, das ihm/ihr aus dem Leben floß.
Was weiß der Sohn von der Mutter? Was weiß er von ihrem Wort, das doch aus ganz aderer Quelle fließt als Familie, sich besten Falls an ihr wundscheuert...
Einzige Kritik das Zitat des Essayisten Hazlitt bezüglich der Lust des Menschen auf Grausamkeit, welchen Umstand bereits Arthur Schopenhauer, der konsevative Liberale, mehrfach herausarbeitete und erstmals seiner Bedeutung entsprechend einordnete u.a. in seinem von der Dänischen Akademie der Wissenschaften nicht gekrönten, überaus lesenswerten Beitrag über das Fundament der Moral.
Sensibel erkannte Wertigkeit intellektueller Lebenslust.
Nicht schlecht.
KW
Twisting Love
Das Recht des Traumes,
aus dem Tag zu schöpfen
Warum müssen sich schreibende Töchter und Söhne, die nicht die Größe ihrer Eltern erreichen, dadurch rächen, dass sie eben über jene Übergrößen durchschnittliche Bücher in decouvrierender Weise verfassen?
Muss ich die letzten Tage, Wochen und Monate meiner Mutter bloßlegen, nur um den Abverkauf dieses (meines!) Buches zu erhöhen. Spielt denn die Ethik gar keine Rolle mehr, wenn es um eine letzte innerfamiliäre Intimität geht?
Rieff, zugegeben, ich habe nie von ihm gehört; hätte über das Sterben einer Nachbarin oder gar einer fiktiven Person schreiben können - er hätte nie und nimmer mit einem sehr großen Interesse der Kritiker oder gar der Leser rechnen können. Aber wenn es um Susan Sontag geht, eine amerikanische Ikone für Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und Toleranz, dann sieht sich der Schreiber im Vorteil. Und wenn er dazu der Sohn dieser berühmten Frau ist, muss dieses Buch ja quasi ein Bestseller werden.
Vor ein paar Monaten hat sich Tilman Jens seinen guten Namen an der Abarbeitung mit seinem Vater schwer ramponiert...
KLaus Mann schreibt mir "besser" als Thomas. Vom Leben ergriffener.
Auch der Sohn soll seine Chance haben. Er ist nicht von Natur aus schlecht oder schlechter. Eine Mißwertung dieser Art hätte susan sontag sicher nicht zugelassen.Vielleicht schreibt Rieff ja ganz gut.
Aber es interessiert mich nicht, weil ich erst noch etwas von sontag lesen will und selbst- vielleicht "schlechter" - schreiben muß.
Nur: Was er zur Mutter sagt, das interessiert mich so wenig wie jede Sekundärliteratur. Falls er mich als Primärprimat-Schreiber einmal interessiert, weil er interessiert schreibt, werde ich sicher auch seine Mutterstory mal ansehn.
Insofern hat sein Buch etwas Gutes: Man erinnert sich wieder, etwas von ihr lesen zu wollen...
KW
Twisting Love
Das Recht des Traumes,
aus dem Tag zu schöpfen
KLaus Mann schreibt mir "besser" als Thomas. Vom Leben ergriffener.
Auch der Sohn soll seine Chance haben. Er ist nicht von Natur aus schlecht oder schlechter. Eine Mißwertung dieser Art hätte susan sontag sicher nicht zugelassen.Vielleicht schreibt Rieff ja ganz gut.
Aber es interessiert mich nicht, weil ich erst noch etwas von sontag lesen will und selbst- vielleicht "schlechter" - schreiben muß.
Nur: Was er zur Mutter sagt, das interessiert mich so wenig wie jede Sekundärliteratur. Falls er mich als Primärprimat-Schreiber einmal interessiert, weil er interessiert schreibt, werde ich sicher auch seine Mutterstory mal ansehn.
Insofern hat sein Buch etwas Gutes: Man erinnert sich wieder, etwas von ihr lesen zu wollen...
KW
Twisting Love
Das Recht des Traumes,
aus dem Tag zu schöpfen
KLaus Mann schreibt mir "besser" als Thomas. Vom Leben ergriffener.
Auch der Sohn soll seine Chance haben. Er ist nicht von Natur aus schlecht oder schlechter. Eine Mißwertung dieser Art hätte susan sontag sicher nicht zugelassen.Vielleicht schreibt Rieff ja ganz gut.
Aber es interessiert mich nicht, weil ich erst noch etwas von sontag lesen will und selbst- vielleicht "schlechter" - schreiben muß.
Nur: Was er zur Mutter sagt, das interessiert mich so wenig wie jede Sekundärliteratur. Falls er mich als Primärprimat-Schreiber einmal interessiert, weil er interessiert schreibt, werde ich sicher auch seine Mutterstory mal ansehn.
Insofern hat sein Buch etwas Gutes: Man erinnert sich wieder, etwas von ihr lesen zu wollen...
KW
Twisting Love
Das Recht des Traumes,
aus dem Tag zu schöpfen
Unfair? Wieso unfair?
Wenn August besser wäre als Johann Wolfgang - ich hätte das nie bestritten. Wenn Tilman besser wäre als Walter - ich hätte dem Junior ein Kompliment gemacht. Klaus, Sie haben ja recht, ist ein guter Schriftsteller gewesen. Aber an das OEuvre seines Vaters und seines Onkels, versuchen wir wenigstens objektiv zu bleiben, reicht er denn doch nicht heran.
Kannten Sie Rieff? Ich nicht. Und jetzt schreibt er über den Tod seiner Mutter, nachdem er festgestellt hat, dass A. Leibovitz mit ihrem Foto-Tagebuch einen respektablen Erfolg zu verzeichnen hatte.
Nichts an diesen Feststellungen ist unfair. Aber vieles spricht dafür, dass diese Epigonen-Literatur nur allzu berechnend "auf den Markt kommt". Leider.
Unfair? Wieso unfair?
Wenn August besser wäre als Johann Wolfgang - ich hätte das nie bestritten. Wenn Tilman besser wäre als Walter - ich hätte dem Junior ein Kompliment gemacht. Klaus, Sie haben ja recht, ist ein guter Schriftsteller gewesen. Aber an das OEuvre seines Vaters und seines Onkels, versuchen wir wenigstens objektiv zu bleiben, reicht er denn doch nicht heran.
Kannten Sie Rieff? Ich nicht. Und jetzt schreibt er über den Tod seiner Mutter, nachdem er festgestellt hat, dass A. Leibovitz mit ihrem Foto-Tagebuch einen respektablen Erfolg zu verzeichnen hatte.
Nichts an diesen Feststellungen ist unfair. Aber vieles spricht dafür, dass diese Epigonen-Literatur nur allzu berechnend "auf den Markt kommt". Leider.
Unfair? Wieso unfair?
Wenn August besser wäre als Johann Wolfgang - ich hätte das nie bestritten. Wenn Tilman besser wäre als Walter - ich hätte dem Junior ein Kompliment gemacht. Klaus, Sie haben ja recht, ist ein guter Schriftsteller gewesen. Aber an das OEuvre seines Vaters und seines Onkels, versuchen wir wenigstens objektiv zu bleiben, reicht er denn doch nicht heran.
Kannten Sie Rieff? Ich nicht. Und jetzt schreibt er über den Tod seiner Mutter, nachdem er festgestellt hat, dass A. Leibovitz mit ihrem Foto-Tagebuch einen respektablen Erfolg zu verzeichnen hatte.
Nichts an diesen Feststellungen ist unfair. Aber vieles spricht dafür, dass diese Epigonen-Literatur nur allzu berechnend "auf den Markt kommt". Leider.
Was Klaus Mann betrifft, ist er allerdings keine Zimelie (neues Wort gelernt) wie Papa. Gefällt mir besser. Ist nicht so glatt wie eine Ostseewelle, mehr zen-Knorz von der zerschrammten Seele. Schreibt -mich- fesselnd. Bei Thomas, tut mir leid, gähnt mir der Nobelpreis entgegen, der Strindberg besser gestanden hätte.
Rieff kenne ich nicht. Besagt nichts: mich und Sie kennt ja auch niemand. Deswegen bin ich zumindest dennoch Dichter und denke, dass ich keinen schlechten Fußball im Reich des Wortes spiele. Ob man uns der Bundesliga würdig befindet, ehrlich: ist dem Wort, das ich schon einmal hoch in die Luft warf, egal. Wir ärgern uns ein Bißchen. Aber da: ein Gedanke. Sogleich hin, ihn einzufangen....
Und so denke ich, fühlte auch susan sontag.
Wer kennt Rieff? Soll er doch -vielleicht wegen anderer Sachen zu Recht- bekannt werden.
Jetzt aber in die Welt zB heute mit Pasolini und Co: Chaos gegen den Terror, sehr Sontag.
Twisting Love
Das Recht des Traumes,
aus dem Tag zu schöpfen
Was Klaus Mann betrifft, ist er allerdings keine Zimelie (neues Wort gelernt) wie Papa. Gefällt mir besser. Ist nicht so glatt wie eine Ostseewelle, mehr zen-Knorz von der zerschrammten Seele. Schreibt -mich- fesselnd. Bei Thomas, tut mir leid, gähnt mir der Nobelpreis entgegen, der Strindberg besser gestanden hätte.
Rieff kenne ich nicht. Besagt nichts: mich und Sie kennt ja auch niemand. Deswegen bin ich zumindest dennoch Dichter und denke, dass ich keinen schlechten Fußball im Reich des Wortes spiele. Ob man uns der Bundesliga würdig befindet, ehrlich: ist dem Wort, das ich schon einmal hoch in die Luft warf, egal. Wir ärgern uns ein Bißchen. Aber da: ein Gedanke. Sogleich hin, ihn einzufangen....
Und so denke ich, fühlte auch susan sontag.
Wer kennt Rieff? Soll er doch -vielleicht wegen anderer Sachen zu Recht- bekannt werden.
Jetzt aber in die Welt zB heute mit Pasolini und Co: Chaos gegen den Terror, sehr Sontag.
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Das Recht des Traumes,
aus dem Tag zu schöpfen
Was Klaus Mann betrifft, ist er allerdings keine Zimelie (neues Wort gelernt) wie Papa. Gefällt mir besser. Ist nicht so glatt wie eine Ostseewelle, mehr zen-Knorz von der zerschrammten Seele. Schreibt -mich- fesselnd. Bei Thomas, tut mir leid, gähnt mir der Nobelpreis entgegen, der Strindberg besser gestanden hätte.
Rieff kenne ich nicht. Besagt nichts: mich und Sie kennt ja auch niemand. Deswegen bin ich zumindest dennoch Dichter und denke, dass ich keinen schlechten Fußball im Reich des Wortes spiele. Ob man uns der Bundesliga würdig befindet, ehrlich: ist dem Wort, das ich schon einmal hoch in die Luft warf, egal. Wir ärgern uns ein Bißchen. Aber da: ein Gedanke. Sogleich hin, ihn einzufangen....
Und so denke ich, fühlte auch susan sontag.
Wer kennt Rieff? Soll er doch -vielleicht wegen anderer Sachen zu Recht- bekannt werden.
Jetzt aber in die Welt zB heute mit Pasolini und Co: Chaos gegen den Terror, sehr Sontag.
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