Stimmt’s Harmloser Kletterer

Klaus Meyer aus Cuxhaven fragt: Kann Efeu den Baum, an dem er hochrankt, regelrecht erwürgen?

Der Efeu wurde an dieser Stelle schon von dem Vorwurf freigesprochen, das Mauerwerk von Häusern zu zerstören. Er hat lediglich Haftwurzeln, die auf den Wänden kleben und nicht in sie eindringen (ZEIT Nr. 38/06).

Das ist auch der Grund, warum ein Efeubewuchs für einen Baum zunächst einmal ungefährlich ist. Die Kletterpflanze ist kein Schmarotzer, sie saugt keine Nährstoffe aus dem Baum, sondern benutzt ihn lediglich als Gerüst, um in die Höhe zu wachsen. Nahrung bezieht sie aus ihren eigenen Bodenwurzeln.

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Auch die Vorstellung, der Efeu würde den Baum »erwürgen«, also ihn umschlingen und am Breitenwachstum hindern, ist falsch. Die Pflanzen wachsen in die Höhe, sie wickeln sich nicht um den Stamm.

Es gibt zwei mögliche Wege, wie eine aggressiv wachsende Efeupflanze einen Baum schädigen könnte: erstens, indem sie ihm unter der Erde mit ihren Wurzeln Konkurrenz macht, und zweitens, indem sie bis in die Baumkrone vordringt und den Blättern ihrer Stütze das Licht nimmt.

Das wird nach Ansicht der meisten Experten aber nur dann relevant, wenn der Baum ohnehin kränkelt. Dann kann der Efeu ihm sozusagen den Rest geben. Ansonsten wachsen Bäume, die mit Efeu bewachsen sind, nicht schlechter als Bäume ohne Bewuchs. Christoph Drösser

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
    • lef
    • 27.04.2009 um 13:15 Uhr

    stimmt wohl auch dieser Artikel nicht.
    Efeu "haftet" zwar "nur" am Mauerwerk, dringt aber in jede Ritze ein und dann übernimmt das Wetter den Rest.
    Eine sonst jederzeit mögliche Kontrolle und Teilreparatur ist wegen des Efeubewuchses nicht mehr möglich.
    Abhilfe schafft hier dann nur: Komplettes Entfernen des Efeus und gründliche Sanierung, zwecks späterer Kontrolle aber nur ohne Efeubewuchs.

    Bei Bäumen ist es ähnlich. Zwar werden nur kranke Bäume geschädigt, aber gesund werden sie mit Efeu auch nicht. Im Garten ist ein alter Obstbaum ja ohne Probleme zu ersetzen, aber die Efeuwurzeln besser gleich mit entfernen, sonst wird auch der neue Baum nicht wachsen.
    Bei geschützten Bäumen ist es verboten, ihn zu ersetzen - die Folgen (Schaden durch herabgerissene Äste ff) muss ja der Besitzer tragen. Die Chance, dass dieser Baum sich wieder erholt, sind aber ohne Efeubewuchs weit höher.

  1. Bei uns am Haus wächst an einer Wand auch Efeu, eigentlich sehr schön, der aber jedes Jahr oben gestutzt werden muss, weil er sonst durch die Ritze zwischen Mauer und Dach wächst, wo er wohl doch Schaden anrichten kann, wenn er zu dich werden sollte!

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  • Serie Stimmt's
  • Quelle DIE ZEIT, 23.04.2009 Nr. 18
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  • Schlagworte Natur | Pflanze | Wissenschaft
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