USA Meine Welt ist die StraßeSeite 3/3

Mein Ziel befindet sich in einem Industriegebiet im Nordwesten. Eine Halle mit nummerierten Garagentoren, vor denen die Trucks nebeneinanderstehen wie Kühe an einer Melkmaschine. Mit offenen Trailertüren rollen auch wir rückwärts an ein Tor. Es rumpelt, Gabelstapler fahren in den Truck, laden die Waren aus.

In Ogden, am Ostufer des Salzsees, holen wir die Ladung für die Rückfahrt. Die Wiesen und Wege um die Filiale der North American Salt Company wirken wie ausgeblichen, zwischen den Gebäuden türmen sich hohe Salzhaufen. »Auf der dünner besiedelten Westseite des Great Salt Lake sind große Bassins«, erklärt mir eine Angestellte. »In denen lassen wir Wasser aus dem See ein Jahr verdunsten, bis eine dickliche Flüssigkeit entsteht. Die leiten wir unterm See hindurch in kleinere Becken bei uns, und nach zwei weiteren Jahren ist das Salz hart, wird von Bulldozern zerbrochen und verfeinert.« Auch Kent ist zufrieden. Wir haben 20 Paletten Lecksteine für Tiere bekommen. »Eine gute Fracht, schön niedrig, schlingert nicht.«

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Von jetzt an läuft der Film unserer Reise rückwärts. Das Land wechselt von Weiß nach Grün nach Rot. Wir fahren, fahren, fahren, und mein Brummibraut-Ego steigert sich zu Fernfahrer-Größenwahn: Ich bin nun der Ansicht, dass die Straße uns gehört – schließlich arbeiten und wohnen wir hier. Und warum sollte man nicht auf alle herabschauen, wenn man nun mal größer ist? Putzig, das lichte Haar auf dem Kopf des Angeberschlittenfahrers neben uns! Verdächtig, die Delle im Dach des Polizeiautos! »Das ist noch gar nichts«, sagt Kent. »Ich habe schon Paare beim Blowjob während der Fahrt gesehen.«

Das Land färbt sich langsam wieder gelblich. Bei Tucson, der Endstation unserer Reise, recken riesige Saguaro-Kakteen ihre Arme in die Höhe, als würden sie von einem Revolver bedroht. Als ich von Kents Beifahrersitz steige, fühle ich mich plötzlich winzig. Auch das Auto, mit dem Günther Zöchbauer mich am nächsten Tag zum Flughafen fährt, kommt mir lächerlich klein vor. Der Asphalt saust so nah unter uns hindurch, dass ich die Beine anziehen möchte. Vor allem aber werde ich den Eindruck nicht los, dass mir irgendjemand ständig auf den Kopf schaut.

INFORMATION

Truckrideamerica nimmt Touristen in normalen Arbeitstrucks mit. Die Touren beginnen in Tucson und dauern zwei, vier oder sechs Tage. Passagiere können Wünsche zur Route äußern, doch letztlich entscheidet die Spedition. Übernachtung im Truck, auf Wunsch im Motel. Gegessen und geduscht wird in Truckstops. Einige der Trucker sprechen Deutsch. Ein Tag kostet inklusive Übernachtung im Truck und Vollpension 260 Euro. Truckrideamerica, Werner J. Egli, Glärnischstrasse 8c, CH-8132 Egg bei Zürich, Tel./Fax: 0041-44/5770505, www.truckrideamerica.com

 
Leser-Kommentare
    • KMurx
    • 25.04.2009 um 23:29 Uhr

    Na, danke. Da dann doch lieber Anhalter ;)

  1. 2. in dem

    preis scheint ordentlich schmerzensgeld für 100 km reden drin zu sein ;-)
    da ließ ich mir dann doch lieber innem mietwagen auf den kopf gucken -
    und gucke mir die kenworth-trucks an den autohöfen von aussen an...

  2. Das ist schade. Die roten Felsen von Sedona verpasst, an Page vorbeigekommen, aber allenfalls die Staumauer gesehen (und nichts vom Antylope Canyon oder vom Lake Powell).
    Das wäre definitiv nichts für mich, in der Gegend gibt es so viel Interessantes, nur eben nicht gerade Phoenix oder Flaggstaff (ganz schlimm).

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    ausser vorbeiziehender Landschaft.

    Eigentlich schade - denn an den Glanzpunkten der Strecke gibt es schönes zu sehen.

    Salt Lake City nur vom Truck aus ist auch doof und in Odgen gibt es (neben dem Vergnügungspark) eine schönes Museumsdorf.

    Schade.

    • ECHSER
    • 04.05.2009 um 9:53 Uhr

    Für eine solche Fahrt passen keine touristischen Reiserwartungen. Da geht es um Trucks und um endlose Highways. Und es geht um das Leben der amerikanischen Trucker um die uralte Legende der grossen Freiheit und des letzten Abenteuers. Dass man das nicht zum Schnäppchenpreis erhält, sollte klar sein. Super Sache. Dass man das nicht zum Schnäppchenpreis erhält, sollte eigendlich klar sein. Ich habe meinen Trip für den Sommer schon gebucht.

    Gruss
    Echse

    ausser vorbeiziehender Landschaft.

    Eigentlich schade - denn an den Glanzpunkten der Strecke gibt es schönes zu sehen.

    Salt Lake City nur vom Truck aus ist auch doof und in Odgen gibt es (neben dem Vergnügungspark) eine schönes Museumsdorf.

    Schade.

    • ECHSER
    • 04.05.2009 um 9:53 Uhr

    Für eine solche Fahrt passen keine touristischen Reiserwartungen. Da geht es um Trucks und um endlose Highways. Und es geht um das Leben der amerikanischen Trucker um die uralte Legende der grossen Freiheit und des letzten Abenteuers. Dass man das nicht zum Schnäppchenpreis erhält, sollte klar sein. Super Sache. Dass man das nicht zum Schnäppchenpreis erhält, sollte eigendlich klar sein. Ich habe meinen Trip für den Sommer schon gebucht.

    Gruss
    Echse

  3. ausser vorbeiziehender Landschaft.

    Eigentlich schade - denn an den Glanzpunkten der Strecke gibt es schönes zu sehen.

    Salt Lake City nur vom Truck aus ist auch doof und in Odgen gibt es (neben dem Vergnügungspark) eine schönes Museumsdorf.

    Schade.

  4. Für mich war die Reise jeden Cent wert! Wenn ich die Sehenswürdigkeiten der USA (wieder) sehen möchte, nehme ich den Mietwagen oder das Motrorrad. Aber zu erleben, wie das nicht immer leichte Leben der US-Truckers abläuft, war einmalig. Das war eine Erlebnisreise abseits der Touristenpfade. Ich werde wiederkommen.

  5. Ogden Museum? Da kommt man auch im Mietwagen hin. Ich habe die Fahrt Tucson-El Paso-Tucson in einem TRA-Truck gemacht. Leider nur zwei Tage. Beeindruckend! Mein Fahrer war Günther. Danke für ein unvergessliches Abenteuer. Das nächste Mal sind es aber 6 Tage.

  6. Eine super sache Doch um 260€ am Tag ein Gschmalzener Preis ??????

    Wenn man bedenkt das ja der Frechter ja sein geld mit Gütertransport verdient. Dies ja auch immer sehr deutlich erwehnt scheint es mir dan doch etwas übertrieben wenn man dann nicht einmal stehen bleiben kann um auf die Toilette zu gehen. Mir ist klar warum Termiendruck man mus pünktlich bei der Abladestelle sein. Ich kenne das nur zu genau bin ja auch so einer nur auf unseren EU-Strasen. des wegen erstaunt es mich das es anscheinend einige Dumme gibt die bereit sind so einen hohen Preis für nichts zu bezahlen. Eigentlich kann man um so einen Preis schon erwarten das es auch Pausen gibt auch wen das in USA nicht Vorschrift ist wie bei uns Dort darfst deine 11Stunden durchfahren. ich denke wenn ich das haben will brauchst dich nur mit Trucker an einem Interstate-Truckstop zusammen reden da gibt es genug die einem mitnehmen. Gratis
    Die Idee ist gut werd ich auch anbieten wer will kann mitfahren um 250€ pro Tag sage Ich wo's hin geht und um 300€ kann man's sichs aussuchen. Es gibt Minimum 3 Tages, 6Tages Touren oder 2Wochen Tour desweiteren eine Tour übers Wochenende mit 400€ pro Tag von Freitag bis Montag in der Früh. MIT DEM TRUCK DURCH UNSER SCHÖNES EUROPA es mus ja nicht immer USA sein ODER????

    Leute das ist mein ernst wer einmal soein richtiges Truckerabenteuer erleben will der meldet sich fritzwalters@sms.at

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    • Hugo_P
    • 29.08.2009 um 15:21 Uhr

    4,5h Fahrt-1h Pause; nach 9h Fahrt 4h Pause nach soundsoviel Stunden 8 h Pause. Sonntagsfahrverbot, überfüllte Rastplätze etc. .
    (Bei den Zeiten bin ich mir nicht ganz so sicher; ist paar Jahre her, als ich das letzte Mal mit nem LKW mitgetrampt bin.)
    260€/Tag find ich aber auch happig.

    • Hugo_P
    • 29.08.2009 um 15:21 Uhr

    4,5h Fahrt-1h Pause; nach 9h Fahrt 4h Pause nach soundsoviel Stunden 8 h Pause. Sonntagsfahrverbot, überfüllte Rastplätze etc. .
    (Bei den Zeiten bin ich mir nicht ganz so sicher; ist paar Jahre her, als ich das letzte Mal mit nem LKW mitgetrampt bin.)
    260€/Tag find ich aber auch happig.

    • ECHSER
    • 04.05.2009 um 9:53 Uhr

    Für eine solche Fahrt passen keine touristischen Reiserwartungen. Da geht es um Trucks und um endlose Highways. Und es geht um das Leben der amerikanischen Trucker um die uralte Legende der grossen Freiheit und des letzten Abenteuers. Dass man das nicht zum Schnäppchenpreis erhält, sollte klar sein. Super Sache. Dass man das nicht zum Schnäppchenpreis erhält, sollte eigendlich klar sein. Ich habe meinen Trip für den Sommer schon gebucht.

    Gruss
    Echse

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