Terrorismus Bonn und sein islamistisches Milieu Seite 3/3
Auch wenn in der Fahd-Akademie mittlerweile tatsächlich kein radikales Gedankengut mehr verbreitet wird, stellt sie doch weiter einen Anziehungspunkt für Extremisten dar, die ihre Kinder auf eine Art »wahre Schule des Islams« schicken wollen. So sind aus Ulm Islamisten, die der Verfassungsschutz beobachtet, nach Bonn gezogen, weil sie ihre Kinder auf der Akademie unterrichten lassen wollen.
Direktor Almusnad sagt dazu nur: "Die Kinder sind nicht verantwortlich für die Ansichten und Taten ihrer Eltern." Darauf festlegen, dass es an seiner Schule nicht in nennenswerter Zahl Extremisten gibt, möchte sich der Schulleiter nicht.
Insgesamt leben in Bonn 30.000 Menschen muslimischen Glaubens, etwa neun Prozent der Einwohner. Zur Extremistenszene gehören nach Schätzungen vielleicht 20 Personen. Offizielle Angaben gibt es nicht. Die Ungenauigkeit hat auch damit zu tun, dass derartige Netzwerke keine starren Gefüge sind, dass sie sich ständig verändern. Sie reagieren auf Druck von außen, auf Ermittlungen oder Geheimdienstoperationen. "Diese Netzwerke", sagt ein nordrhein-westfälischer Verfassungsschützer, "sind wie Amöben: Sie entwickeln sich, sie teilen sich – und entstehen anderswo neu."
- Datum 28.08.2009 - 10:03 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.04.2009 Nr. 19
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