USA Obamas neue Wirtschaftsordnung

Nach 100 Tagen wird der Reformplan des Präsidenten offenbar: Amerika wird grün und gerecht – auf Kosten der Reichen und der Schwerindustrie

Mehr als 100 Tage im Amt: Barack Obama

Mehr als 100 Tage im Amt: Barack Obama

Man kennt das ja: Wahlkämpfer versprechen das Blaue vom Himmel, in Amt und Würden erklären sie dann, nach dem »Kassensturz« bliebe ihnen leider kein Spielraum. Niemand könnte das leichter sagen als Barack Obama. Der US-Präsident dürfte sich auf den desaströsen Abschwung, auf fünf Millionen neue Arbeitslose in 18 Monaten und darauf berufen, dass er ein Konjunkturprogramm von fast 800 Milliarden Dollar durchgesetzt hat.

Stattdessen strebt der neue Präsident nun nicht weniger an als eine neue Wirtschaftsordnung. Nach der Rezession soll ein starker Staat die USA auf einen gerechteren und grüneren Weg bringen. In seinem Haushalt fürs nächste Jahr und dem Plan für die kommenden zehn Jahre hat Obama seine gewaltigen Umbaupläne erstmals konkret benannt. Deshalb ist das Washingtoner Tauziehen um den Etat in diesem Jahr zu einem Kampf um die wirtschaftliche Zukunft des Landes geworden. Diese Woche geht er in die entscheidende Runde, wenn Senat und Repräsentantenhaus um einen eigenen gemeinsamen Entwurf auf der Grundlage von Obamas Budget ringen.

»Es wäre eine Schande, eine solche Krise nicht zu nutzen«

Obama will alles: das Gesundheitssystem radikal reformieren, den Handel für Emissionsrechte auf die ganze Wirtschaft ausweiten, das Steuersystem umbauen, Wohlhabende stärker zur Kasse bitten – und Bildung fördern, damit die USA bis 2020 die weltweit höchste Zahl an Hochschulabsolventen haben.

»Jeder Punkt wäre, für sich genommen, ein volles Programm für eine Präsidentschaft«, warnt Brian Riedl von der konservativen Heritage Foundation. Selbst Sympathisanten fragen, ob der Präsident sich übernimmt. Großinvestor Warren Buffett vergleicht die aktuelle Krise mit dem Zweiten Weltkrieg. »Als Franklin Roosevelt den Kongress versammelt hat, um über den Kriegseintritt abzustimmen, hat er auch nicht gesagt, hier sind zehn meiner Lieblingsprojekte, die ich jetzt gern umsetzen würde!«

Buffett hat die Strategie hinter Obamas Budget wohl nicht verstanden. Der Präsident und sein Team sehen die aktuelle Misere nicht als Hindernis für Reformpläne, sondern als Gelegenheit. »Es wäre eine Schande, eine solche Krise nicht zu nutzen«, erklärte Obamas Stabschef Rahm Emanuel. Obama selbst spricht gar von einer Chance, die sich nur einmal in einer Generation biete. Eine ähnliche Schocktherapie wandte Ronald Reagan an, als er 1981 ins Weiße Haus einzog. Reagan erklärte den fetten Staat zum Verursacher der damaligen Krise, und sein erstes Budget sah sofortige drastische Einschnitte in allen Bereichen vor, den Verteidigungshaushalt ausgenommen. Mit der Deregulierung der Märkte setzte Reagan die Eckpfeiler für die nächsten Jahrzehnte. Fast dreißig Jahre später will Obama zurück zum starken Staat.

Die wichtigste Hürde auf diesem Weg ist traditionell die Gesundheitsreform. »Politisch tödlich«, schallt es aus Washington. Daran scheiterte sogar ein populärer Bill Clinton. Seither ist die Reform allerdings in den Augen der Bürger dringend geworden, dringender sogar als eine Neuordnung der Finanzmärkte. Kein Wunder: Die Gesundheitskosten sind auf rund zwei Billionen Dollar im Jahr angeschwollen, und doch fehlt 47 Millionen Amerikanern jede Krankenversicherung. Details gibt das Budget noch nicht her, aber 700 Milliarden Dollar Sparpotenzial hat Obamas Team schon ausgemacht. Kliniken, Krankenversicherer und Pharmakonzerne sollen zu Abschlägen genötigt und alle Patienten zentral erfasst werden.

Mit grünen Forderungen konnte man sich in Washington lange Zeit noch schneller umbringen. Seit dem Clean Air Act Anfang der siebziger Jahre hat es in den USA keine größeren Umweltgesetze mehr gegeben. George W. Bush, der die USA von allen Klimaabkommen fernhielt, tat Energiesparmaßnahmen gar als »unamerikanisch« ab. Egal, sagt Obama – und macht Ernst. Der Haushaltsplan sieht eine nationale Grenze für den Schadstoffausstoß vor, die jedes Jahr weiter reduziert wird. Unternehmen müssten Rechte erwerben, um Abgase freisetzen zu dürfen. Im Vergleich zum Jahr 2005 will die Regierung auf diese Weise den Ausstoß des Klimagases CO2 binnen elf Jahren um 14 Prozent senken, und 2050 sollen es gar 83 Prozent weniger sein. Die Emissionsrechte sollen versteigert werden für hoch angesetzte 650 Milliarden Dollar. Damit will Obama unter anderem die Entwicklung alternativer Energiequellen finanzieren.

Die Reichen sollen statt 33 bald 39 Prozent Steuern bezahlen

Ein starker Staat kostet auf Dauer Geld. Und doch löst nichts größere Aufschreie aus als Obamas Steuerplan. Besserverdienende sollen nicht länger Bushs Steuergeschenke genießen dürfen, sodass der Spitzensatz ab 250.000 Dollar im Jahr von 33 Prozent auf 39 Prozent anziehen würde. Zugleich will Obama die Einkommensteuer für Ärmere und die Mittelschicht noch verringern. Die Ausfälle sollen zum Teil durch die Erlöse aus der Versteigerung der Emissionsrechte finanziert werden. Grüner und gerechter zugleich? Konservative schimpfen den Präsidenten schon einen Sozialisten, und Parteifreunde warnen, neue Umweltkosten und jedwede Steuererhöhung machten die Krise nur schlimmer. Obama denkt anders: Der Präsident sieht in der Ungleichheit eine Ursache der Krise und will sie verringern. Er will, wie er sagt, keine Volkswirtschaft, in der »das Einkommen von einem Prozent der Bevölkerung am oberen Ende der Skala explodiert ist, während normale Arbeiterhaushalte einen Einkommensverlust von fast 2000 Dollar hinnehmen mussten«.

Obama, der Architekt eines neuen Amerikas: Seiner Meinung nach hat der Konsumrausch die Amerikaner in die Verschuldung und dann in die Krise geführt. Seine auf die Bergpredigt anspielende Formulierung von den USA als einer »auf Sand gebauten Volkswirtschaft« ist bereits zum Schlagwort geworden. Das neue Amerika wäre in der Weltwirtschaft nicht mehr der Schuldner und Oberkonsument, sondern ein Muster an Nachhaltigkeit. Sollte Obamas Vision Wirklichkeit werden, dann hätte das zunächst Konsequenzen für das exportlastige China, zu dem die USA schon jetzt ein angespanntes Verhältnis haben. Aber auch deutsche Exporteure bekämen es zu spüren.

Ohne Krise wäre Obama kaum Präsident geworden. Ohne Krise könnte er nicht zur allumfassenden Reform ansetzen. Seine zunächst überraschten Gegner schießen sich ein. »Er verkauft die Gesundheitsreform und seine Umweltpolitik als Lösungen der aktuellen Krise, obwohl sie nichts mit ihr zu tun haben«, sagt Brian Riedl. »Präsident Bush wurde immer vorgeworfen, er habe die Terroranschläge des 11. September genutzt, um seine Sicherheitsagenda durchzudrücken – diese Methode wendet Obama jetzt selbst an.«

Die Gegner spüren: Es geht schon ums Ganze. Anlässlich des Abgabetermins für die Steuererklärung vergangene Woche kam es in Hunderten Städten zu Protesten. Das beste Argument ist Geld: Obamas Plan würde das Haushaltsdefizit auf zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes treiben, so hoch wie seit sechs Jahrzehnten nicht. Das macht selbst finanzkonservativen Demokraten im Kongress Angst. Der Präsident gibt sich gelassen. So ließ der Kongress mehrere Forderungen Obamas unbeachtet, etwa jene, die Subventionen für Farmer drastisch zu kürzen – doch ein Protest blieb aus. Obamas Team ließ erkennen, der Präsident spare sein Kapital für die zentralen Punkte seines Plans.

Es sind die ersten Runden im Streit um die Obama-Revolution. Inzwischen ist er 100 Tage im Amt, und es wird noch 100 Tage dauern, bis mehr Klarheit herrscht. »Ich wäre überrascht, wenn der Haushaltsplan vor Herbst unterschriftsreif ist«, prognostiziert Brian Riedl. Doch wenn Barack Obama für eines bekannt ist, dann für seine Ausdauer.

 
Leser-Kommentare
    • politz
    • 02.05.2009 um 8:58 Uhr

    wird niemals gerecht werden, solange Obama über das TARP-Programm zur Finanzmarktstabilisierung den Banken und Finanzmarktakteuren Hunderte von Milliarden im wahrsten Sinne des Wortes schenkt. Selbst eine eher leichte Erhöhung des Spitzensteuersatzes kann diese gewaltige Umverteilung von unten nach oben nicht aufwiegen. Und Amerika wird niemals gerecht werden, solange Massenarbeitslosigkeit vorherrscht. Für diese Probleme hat der neue US-Präsident keine Lösungen vorgelegt, und deshalb ist er nicht wirklich links.

  1. Seit ich die USA bereise und dort auch zeitweise gelebt habe, also seit ca. 30 Jahren, ist dies das erste Mal, dass dort eine Politik in Richtung auf mehr Gerechtigkeit und eine Drosselung des verrückten Konsums stattfindet.

    Wenn dort endlich nachhaltiger gewirtschaftet wird, auch nur ein wenig Umverteilung von oben nach unten stattfindet, ärztliche Behandlung für jeden erschwinglich wird, dann ist Vieles erreicht.

    Ich wünsche Obama viel Göück und gutes Gelingen.

  2. interressiert ,wie er das schaffen will, denn Querköpfe gibt es dort wie hier, die das
    "erst mal ich und dann..." nicht ablegen können. Diese Gesellschaftsordnung ist für die Wohlhabenden gemacht und diese schrecken vor nichts zurück ,zumal diese alles finanzieren können. In den USA wurden die ermordet , die an dieser Ordnung rüttelten. Ich hoffe und wünsche das man anfängt dort um zu denken!

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    • jojocw
    • 02.05.2009 um 10:13 Uhr

    Wie in Kommentar 3 geschrieben frage ich mich auch, ob die sich damit abfinden, oder jedes Mittel einsetzen, um ihre Ziel zu erreichen.

    Ich hoffe dass es nicht so weit kommt.

    • jojocw
    • 02.05.2009 um 10:13 Uhr

    Wie in Kommentar 3 geschrieben frage ich mich auch, ob die sich damit abfinden, oder jedes Mittel einsetzen, um ihre Ziel zu erreichen.

    Ich hoffe dass es nicht so weit kommt.

  3. Die Globalisierung wurde zuerst von den Unternehmen vollzogen um günstige Produktions- und Personalkosten zu erreichen. Jetzt gilt es, alle anderen Bereiche der Volkswirtschaften folgen zu lassen, sonst würde ein extremes Ungleichgewicht zwischen Machtblöcken entstehen. Ein erstes Anzeichen ist die Wirtschaftskrise, als eine von vielen. Die Finanzmarktregeln wurden von wenigen Politikern zu einem Ungleichgewicht verändert. Man könnte aber auch die Flüchtlinge aus Afrika nennen oder das Holländer in Afrika billiger holländische Hühnerfleisch verkaufen können als Einheimische ihre vor Ort. Die Nivellierung der verschiedenen Bereiche muss in einem gewissen Gleichgewicht auch zwischen Staaten, weltweit bestehen. Was in Deutschland und vielen EU-Ländern zu viel ist, der Staat an sich, ist in den USA zu wenig vorhanden. Bei der Gesundheitsvorsorge und dem Umweltschutz ist es genau so. Auch in der Flexibilität und Reformgeschwindigkeit müssen sich konkurrierende Länder anpassen. Das ist das, was Obama erkannt hat und in die Tat umsetzt. Und das ist ein Segen für die Menschheit. Wenn nicht die USA, wer sonst sollte da als Vorbild agieren? Richtig und wichtig ist auch, dass er die aktuelle Krise, als einer der ersten sofort nutzt um möglichst viel Ungleichgewicht auszugleichen. Die, die diese Reformen torpedieren, wissen nicht was sie tun. Sie setzen nicht nur ihre Position aufs Spiel, sondern die der stärksten Partner auch. Der G20 - Block versucht eine Führungsrolle auf der Welt zu besetzen, dass kann er aber nur, wenn er das was er fordert auch vorlebt. Oligarche in den USA würden ihre Chance schmälern, würden Sie Obama nicht folgen. Ich wünschte mir auch mehrere Obamas in Europa, die so ehrlich und beherzt die Aufgaben für die Zukunft angingen, wie Obama in den USA. Und interessant ist, dass das die Amerikaner, zumindest das Volk, erkannt haben und hinter Obama stehen. Wer sonst sollte die Probleme lösen, wenn nicht Obama? Die Stärke der Oligarchen in den USA wird mit entscheiden über Weh und Wohl der nächsten Jahrhunderte und wie das Volk in den USA dagegen ankämpft, denn die Globalisierung wird so starke Veränderungen auf lange Zeit herbeiführen, wie sie sie noch nie auf der Erde gegeben hat. Denken Sie sich einfach den gleichen Wohlstand in China, Afrika und Süd-Amerika, wie wir ihn schon lange in Europa oder den USA haben!? Und stellen sie sich die Frage nach Einkommen, Volkswirtschaft, Gesundheit, Umwelt und Sozialem? Nach Völkerwanderungen und nach Konkurrenz? Die aufstrebenden Länder werden ihn in spätestens fünfzig Jahren erreicht haben, zu einem Zeitpunkt wo in Deutschland 50% der Bevölkerung über 50 Jahre alt sein werden? Wo die Staatskassen in Europa leer sind und die Verschuldung ein unvorstellbares Mass erreicht haben wird. Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es, sagte Erich Kästner einmal.

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    Der Obama soll sich um die Verbesserung der Lebensqualität in den USA kümmern .
    Viel heiße Luft ist zu sehen , aber keine Taten . Der erste große notwendige Schritt wäre die Reduzierung der aberwitzig hohen Militäraugaben der USA gewesen .
    Aber keine Rede davon . Die USA führen weiter Krieg gegen den Irak , intensivieren den Krieg gegen Afghanistan , weiten den Krieg gegen Pakistan aus - von einer Invasion in Somalia wird geredet .

    Der wirtschaftliche Niedergang eskalierte im Zuge der Globalisierung ,
    einer Globalisierung die nur ein Eroberungsprojekt des Kapitals war .
    Den Menschen brachte die Globalisierung neue Grenzzäune ,
    Fingerabdrücke in den Pässen , Überwachung , Frontex ,
    eine weitgehende Zerstörung existenzieller Sicherheit durch die beliebige Verlagerung von Arbeitsplätzen .

    Und es sind die , die nun die Welt regieren wollen ,
    die dieses Desaster zu verantworten haben .
    Und Obama ist ein Teil von ihnen .

    Der Obama soll sich um die Verbesserung der Lebensqualität in den USA kümmern .
    Viel heiße Luft ist zu sehen , aber keine Taten . Der erste große notwendige Schritt wäre die Reduzierung der aberwitzig hohen Militäraugaben der USA gewesen .
    Aber keine Rede davon . Die USA führen weiter Krieg gegen den Irak , intensivieren den Krieg gegen Afghanistan , weiten den Krieg gegen Pakistan aus - von einer Invasion in Somalia wird geredet .

    Der wirtschaftliche Niedergang eskalierte im Zuge der Globalisierung ,
    einer Globalisierung die nur ein Eroberungsprojekt des Kapitals war .
    Den Menschen brachte die Globalisierung neue Grenzzäune ,
    Fingerabdrücke in den Pässen , Überwachung , Frontex ,
    eine weitgehende Zerstörung existenzieller Sicherheit durch die beliebige Verlagerung von Arbeitsplätzen .

    Und es sind die , die nun die Welt regieren wollen ,
    die dieses Desaster zu verantworten haben .
    Und Obama ist ein Teil von ihnen .

  4. Endlich geht eine US-Regierung in die richtige Richtung. Ob es nun zu 100 Prozent konsequente und richtige Entscheidungen sind mag dahinstehen. Der US-Präsident hat auch keine absolute Macht. Ganz im Gegenteil. Er kann für eine bestimmte Politikrichtung und große Reformprojekte werben. Aber alles weitere wird im Kongress und seinen Gremien ausgehandelt. Im Rahmen seiner Kompetenzen und Möglichkeiten setzt Obama allerdings Maßstäbe. So wie Reagan damals die falsche Richtung einschlug, schlägt Obama nun die richtige ein. Umverteilung des Reichtums hin zu mehr Gerechtigkeit, zukunftsorientierte Förderung von nachhaltigem Umgang mit der Umwelt und natürlichen Ressourcen, mehr Leitplanken, also Regeln, für die Wirtschaft und mehr soziale Absicherung; eine Sicherheitspolitik, die sich strikt nach rechtsstaatlichen Prinzipien richtet und eine Außenpolitik, die auf Zusammenarbeit und langfristige Ziele, wie Abrüstung, Frieden, etc. setzt. Ob die Bundesregierung nach den Wahlen bereit sein wird, in diesem Maße vor allem im wirtschaftlichen Bereich umzudenken, wird sich noch herausstellen - ich habe da größte Zweifel. Im Augenblick tun Merkel und Co. jedenfalls alles daran wieder zum früheren Alltag in der Wirtschaftspolitik zurückzukehren: Die Verluste der Wirtschaft werden sozialisiert, die Gewinne privatisiert. Nun hat Merkel verkündet - in Zeiten, in denen unzählige Menschen um ihren Arbeitsplatz und ihre Existenz bangen – sie wolle „der Gerechtigkeit halber“ die Einkommensteuer im oberen Bereich senken um die „Leistungsträger“ zu entlasten. Es soll weiterhin eine Umverteilung von unten nach oben betrieben werden. Schärfere Regeln für die Wirtschaft, mehr Mitbestimmung in den Betrieben, eine zukunftsfähige Sozialpolitik (und nicht eine Verschönerung der Arbeitslosenstatistik durch Ein- und Zweieurojobs, etc.) – bei der Politik der Bundesregierung alles bisher Fehlanzeige. Vielleicht kann – so hoffe ich – die Politik Obamas auch in Deutschland zu einem wirklichen Kurswechsel motivieren.

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    ,das ein Generationen wechsel ,ausser der Politischen Richtung mit entscheidend war und ist. Der Vorgänger war ja dem wilden Westen entsprungen und seine Weitsicht, die eines Indianers mit der Hand über den Augen. Nun manchmal hat dieser nur die Zahl auf einem Scheck durch zwei Finger lesen können (sein Gehalt,nichts anderes denken).

    ,das ein Generationen wechsel ,ausser der Politischen Richtung mit entscheidend war und ist. Der Vorgänger war ja dem wilden Westen entsprungen und seine Weitsicht, die eines Indianers mit der Hand über den Augen. Nun manchmal hat dieser nur die Zahl auf einem Scheck durch zwei Finger lesen können (sein Gehalt,nichts anderes denken).

  5. Modernste Produkte wären zu entwickeln, das Made in USA müßte ähnlich wie das Made in Germany erstrahlen, wenn es auf die ersten 3 Plätze der Wettbewerber kommen will. Es müßte entweder Japan oder Deutschland vom Sockel stoßen und sie auf die übrigen Plätze verweisen.

    Fakt ist: Zaubern kann die US-Wirtschaft nicht. Sie muss auf Potentiale zugreifen, die sich im Lande bieten. Wenn die Manpower nicht auf dem modernsten Stand der Technik ist, dann wird das nichts mit den ersten Plätzen in der Weltliga in nächster Zeit.

    Stattdessen geht es dann darum, erst einmal Bildung, Ausbildung und Fortbildung zu intensivieren. Diese Maßnahmen, die im Interesse von mehr Effizienz und Wettbewerb zu treffen sind, wären über einen langen Zeitraum zu finanzieren. Dabei kann es durchaus sein, dass bei sinkendender Steuerkraft auf jeden einzelnen US-Amerikaner höhere Steuerlasten zu kommen. Diese Belastung ist erforderlich, den strukturellen Umbau zu schaffen. Ganz zu schweigen von den Ungerechtigkeiten im Gesundheitssystem. (Wobei ich den Amerikanern nicht rate, das Deutsche Hybrid-System zu übernehmen. Es muss schon gelten: Gesundheit ist subsidiär Privatsache.)

    Soweit so gut. Allerdings ist der Steuerbürger nicht bereit, mehr Steuern zu zahlen und er lässt sich auch nicht bekehren, auch wenn er an sich einsehen müßte, dass er den Ast (=Wirtschaft), auf dem alle sitzen, stärken müßte. So geht dann das Spiel unter dem Rubrum "Prioritätensetzung" weiter. Und die USA bleiben für lange Zeit "Der Kranke Mann am Potomac".

    ________________________________________________________
    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

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    • cs
    • 03.05.2009 um 9:26 Uhr

    Oh ja. Erzählen Sie da mal den vielen Millionen Amerikanern, die ganz ohne medizinische Versorgung auskommen müssen. Die sind schon heute total begeistert von der Wahl, im Ernstfall entweder zu Hause still und leise zu krepieren oder in einen ER zu gehen und sich damit für den Rest ihres Lebens über alle tilgbaren Maßen zu verschulden ...

    • cs
    • 03.05.2009 um 9:26 Uhr

    Oh ja. Erzählen Sie da mal den vielen Millionen Amerikanern, die ganz ohne medizinische Versorgung auskommen müssen. Die sind schon heute total begeistert von der Wahl, im Ernstfall entweder zu Hause still und leise zu krepieren oder in einen ER zu gehen und sich damit für den Rest ihres Lebens über alle tilgbaren Maßen zu verschulden ...

    • jojocw
    • 02.05.2009 um 10:13 Uhr

    Wie in Kommentar 3 geschrieben frage ich mich auch, ob die sich damit abfinden, oder jedes Mittel einsetzen, um ihre Ziel zu erreichen.

    Ich hoffe dass es nicht so weit kommt.

    Antwort auf "Mich ..."
  6. 8. Barack

    Bleibt abzuwarten, ob nachdem Reagan einen 30 jährgen Aufschwung eingeleitet hat Obama einen 30 Jahre andauernden Abschwung einleitet...
    in 50 Jahren werden wir das vielleicht in den Geschichtsbüchern nachlesen können...

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    Wo ist denn der Aufschwung der letzten 30 Jahre?

    Im heutigen Amerika dominiert vor allem das Heruntergekommene, die kaum erschwinglichen Lebenserhaltungskosten und eine ungebildete Masse. Nur ein kleiner Prozentsatz hat sich dieser Entwicklung entzogen und kann wahrhaftig als Elite bezeichnet werden, auch weltweit.

    Das war der Eindruck meiner letzten Amerika-Aufenthalte. Ausser Fast-Food gibt es unter 20 Dollar gar nichts mehr. Grosse Ketten wie Walmart und Kmart dominieren saemtliche Orte, druecken die Qualitaet und Gehaelter und richten so reihenweise Ortschaften zugrunde.
    Medizinische Behandlungen kosten nicht selten doppelt so viel, wie hierzulande, weil Pharmakonzernen freie Hand gelassen wird bei der Organisation ihrer Oligopole. Patienten muessen zunaechts Ihre Kreditkarte zeigen, bevor sie behandelt werden. Millionen von Menschen ueberschulden sich bei schweren Krankheiten, weil sie keine Versicherung haben und sich deshalb eine Vorbeugung nicht leisten koennen.
    Universitaeten, die nicht zur Elite zaehlen, koennen sich kaum qualifiziertes Personal finanzieren und so den dortigen Studenten nur das Niveau einer Ausbildung bieten. Das gleiche gilt fuer die Lehrer der Highschools, die von den Steuergeldern in der Umgegebung bezahlt werden und daher die Kinder der Ghettos auch nur voellig unqualifizierte Lehrkraefte erhalten.

    Die Grundbeduerfnisse der Menschen wurden spaetesten durch Reagan dem voellig freien Wettbewerb ausgesetzt, welcher durch mangelnde Kontrolle Monopole und Oligopole produzierte, die zur Verarmung der Masse fuehrten. Trotzdem gaben die Leute viel Geld aus, aber auf Kredit. Kreditkarten werden von jedem Geschaeft ausgegeben, im Fernsehen wird laufend fuer die Verpfaendung jeglicher Wertgegenstaende geworben. "Wanna have 10.000 Dollars? Keep your car and get the money!"

    Besonders betraf das Immobilien. Jetzt sieht man, wo das hinfuehrte. Der Wert der Pfaende sinkt, die Kreditgeber wollen Geld sehen, wo keins ist und stuerzen die Menschen in den Bankrott. Reihenweise offenbart sich, wieviel Wachstum auf den Kredit bei anderen Laendern produziert wurde.

    Man kann nur hoffen, dass Obama es mit seiner Regierung schafft, wieder einiges zurecht zu ruecken und auch zukuenftige Herausforderungen angemessen entgegen zu treten. Genau das braucht Amerika, nicht 30 Jahre "weiter so", ansonsten wird die USA dann die erste Nation sein, die den Rueckschritt zum Schwellenland macht.

    Wo ist denn der Aufschwung der letzten 30 Jahre?

    Im heutigen Amerika dominiert vor allem das Heruntergekommene, die kaum erschwinglichen Lebenserhaltungskosten und eine ungebildete Masse. Nur ein kleiner Prozentsatz hat sich dieser Entwicklung entzogen und kann wahrhaftig als Elite bezeichnet werden, auch weltweit.

    Das war der Eindruck meiner letzten Amerika-Aufenthalte. Ausser Fast-Food gibt es unter 20 Dollar gar nichts mehr. Grosse Ketten wie Walmart und Kmart dominieren saemtliche Orte, druecken die Qualitaet und Gehaelter und richten so reihenweise Ortschaften zugrunde.
    Medizinische Behandlungen kosten nicht selten doppelt so viel, wie hierzulande, weil Pharmakonzernen freie Hand gelassen wird bei der Organisation ihrer Oligopole. Patienten muessen zunaechts Ihre Kreditkarte zeigen, bevor sie behandelt werden. Millionen von Menschen ueberschulden sich bei schweren Krankheiten, weil sie keine Versicherung haben und sich deshalb eine Vorbeugung nicht leisten koennen.
    Universitaeten, die nicht zur Elite zaehlen, koennen sich kaum qualifiziertes Personal finanzieren und so den dortigen Studenten nur das Niveau einer Ausbildung bieten. Das gleiche gilt fuer die Lehrer der Highschools, die von den Steuergeldern in der Umgegebung bezahlt werden und daher die Kinder der Ghettos auch nur voellig unqualifizierte Lehrkraefte erhalten.

    Die Grundbeduerfnisse der Menschen wurden spaetesten durch Reagan dem voellig freien Wettbewerb ausgesetzt, welcher durch mangelnde Kontrolle Monopole und Oligopole produzierte, die zur Verarmung der Masse fuehrten. Trotzdem gaben die Leute viel Geld aus, aber auf Kredit. Kreditkarten werden von jedem Geschaeft ausgegeben, im Fernsehen wird laufend fuer die Verpfaendung jeglicher Wertgegenstaende geworben. "Wanna have 10.000 Dollars? Keep your car and get the money!"

    Besonders betraf das Immobilien. Jetzt sieht man, wo das hinfuehrte. Der Wert der Pfaende sinkt, die Kreditgeber wollen Geld sehen, wo keins ist und stuerzen die Menschen in den Bankrott. Reihenweise offenbart sich, wieviel Wachstum auf den Kredit bei anderen Laendern produziert wurde.

    Man kann nur hoffen, dass Obama es mit seiner Regierung schafft, wieder einiges zurecht zu ruecken und auch zukuenftige Herausforderungen angemessen entgegen zu treten. Genau das braucht Amerika, nicht 30 Jahre "weiter so", ansonsten wird die USA dann die erste Nation sein, die den Rueckschritt zum Schwellenland macht.

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