Wirtschaftskrise Fünf Fragen ...

... und fünf Antworten zum Stand der Weltwirtschaftskrise

Der Hamburger Hafen, Umschlagsplatz für den Welthandel

Der Hamburger Hafen, Umschlagsplatz für den Welthandel

1. Jetzt reden die Ersten schon vom Ende der Krise. Ist der Spuk wirklich schon vorbei?
Nein. Aber etliche Konjunkturbeobachter werden gerade von einer Art Frühjahrsstimmung gepackt. »Wir sehen Licht«, steht da plötzlich in den Prognoseberichten, von »grünen Trieben« in der Wirtschaft ist die Rede, und solcher Optimismus ist offensichtlich ansteckend. An den Börsen sind zwischenzeitlich die Kurse gestiegen. Unternehmer und Verbraucher geben sich in Umfragen wieder ein kleines bisschen zuversichtlicher – nicht nur in Deutschland gibt es Hoffnungszeichen, auch in Frankreich, in China oder in den USA.

Aber passt das denn alles zusammen? Sind nicht gerade erst verheerende Konjunkturprognosen erschienen, die der ganzen Welt Minuswachstum vorhersagen und in denen Deutschland besonders schlecht wegkommt? Ja, auch das stimmt. Viele Ökonomen glauben, dass die Wirtschaftsleistung der Welt im ersten Quartal 2009 erstmals seit den 1930er Jahren geschrumpft ist und dass sie auch aufs Gesamtjahr gerechnet sinken wird. Hierzulande sagen die Forschungsinstitute voraus, dass die Wirtschaftsleistung 2009 sogar um sechs Prozent abnehmen werde. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert für Deutschland ein Minus von 5,6 Prozent.

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Das vertrage sich aber sehr gut mit der These von den »grünen Trieben«, beharren die Optimisten. Die Schätzungen der Experten spiegelten nämlich vor allem die Vergangenheit. Die Wachstums- beziehungsweise Schrumpfungsprognosen fielen so schlecht aus, weil der Start ins Jahr 2009 so schlecht war. Allein im ersten Quartal ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt – der Wert aller produzierten Güter und Dienstleistungen – wohl um mehr als drei Prozent geschrumpft.

Von jetzt an wird es nach Ansicht der Optimisten weniger steil bergab gehen. Die Menschen kaufen zwar weniger ein als früher, verzichten aber nicht ganz aufs Shopping, zumal Benzin und Öl billiger geworden sind. Weil die Lager vieler Unternehmen nach dem scharfen Produktionseinbruch der vergangenen Monate leer sind, müssen die Firmen jetzt die Maschinen wieder anwerfen, um ihre Aufträge abarbeiten zu können. Es wird also wieder mehr produziert, die Wirtschaft stabilisiert sich. Zumindest vorübergehend.

2. Die Warnungen vor der Megakrise waren dann wohl ein Fehlalarm?
So einfach ist das leider nicht. Selbst wenn es stimmt, dass der große Absturz schon vorbei ist: Seine Folgen werden wir in den kommenden Monaten noch viel kräftiger zu spüren bekommen als bisher.

Das liegt daran, dass die Wirtschaft sich langsamer an veränderte Umstände anpasst, als man gemeinhin glaubt. Wenn Unternehmen weniger Aufträge bekommen, entlassen sie nicht gleich Leute – meistens zumindest. In der Regel versuchen sie, ihre Mitarbeiter über die Flaute hinweg zu halten, damit sie gerüstet sind, wenn es wieder aufwärtsgeht. In Deutschland hilft ihnen auch noch der Staat dabei, zum Beispiel durch das Kurzarbeitergeld. Deshalb ist die Arbeitslosigkeit hierzulande kaum gestiegen.

Leser-Kommentare
    • Piepe
    • 03.05.2009 um 9:33 Uhr

    Sie müssen uns schon erklären, wie die Wirkungsmechanismen des gewollten Strukturwandels sind. Sollen die Unternehmen da das Produktivitätswachstum nicht konjunkturabhängig ist, die Löhne erhöhen? Und wie hoch, Inflationsrate + Anteil am Produktivitätswachstum?
    Wie sollen die sozialen Sicherungssysteme finanziert werden?
    Sollen alle Einkommen sozialversicherungspflichtig werden?
    Gerade wegen Hartz IV sind im letzten Aufschwung sehr wenige sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden.
    Wie soll die Politik darauf reagieren?
    Sie sagen damit nichts anderes als dass die vom Sachverständigenrat z.B. Herrn Franz uns verordneten Rezepte der Lohnzurückhaltung nicht funktionieren.
    Dann sollte Herr Franz auch die Konsequenzen ziehen und sich aus dem Sachverständigenrat verabschieden. Er hat genug Schaden angerichtet.

  1. Zuerst hat man vom Ende der Welt geredet und jetzt will man die Wirtschaft wieder schoenreden.
    (Ein Aufschwung hat ja auch sehr viel mit Psychologie zu tun.)

    Doch eines sind mir diese Experten immer noch Schuldig:

    WER SOLL DAS BEZAHLEN!!!!!

    Egal ob es mit der Wirtschaft 2010, 2011, oder erst 2013 aufwaerts geht es bleiben nur zwei Moeglichkeiten.

    Entweder die sozialen Leistungen sinken oder die Steuern gehen rauf.

    Da steckt die wirkliche Gefahr:
    Wie lange dauert es bis 1 Million Arbeitsplaetze entstehen, die nicht subventioniert werden muessen? Wie lange muessen die 5-6 Millionen Arbeitslosen unterstuetzt werden?
    Und was passiert wenn der Aufschwung an der arbeitenden Bevoelkerung einfach vorbeigeht er es zwischen 2000 und 2008 getan hat.

    Das das nicht gut gehen kann, dafuer brauche ich keinen Experten....

  2. Zum einen wird so getan als seien BIP oder gar DAX so eine Art Fieberkurve die eine echte Aussagekraft über tatsächlichen Wohlstand und dessen Entwicklung der Bevölkerung haben. Mitnichten. Wie u.a. der letzte Aufschwung zeigte den es durchaus nicht nur in der Statistik gab der aber vor allem in Gewinnen der Unternehmungen landete. Dies hat viel mit Politik in eben jenen Unternehmungen und dem Handeln des Staates zu tun. Dementsprechend kann man die Konjunktur nie getrennt von der, so schwer es mir fällt dieses ideologisch so aufgeladene Wort zu benutzen, Verteilungsfrage betrachten. Es ist durchaus möglich dass es dem Normalbürger in 2 Jahren besser geht als heute, dazu trägt zynischerweise der Absturz der Weltkonjunktur bei der die Dinge unseres Konsums (die ja in aller Regel nicht aus Deutschland kommen sondern aus echten Niedriglohnländern) sich stark verbilligen weil die Nachfrage einbricht. Dies sehen wir schon jetzt, ich zumindest habe ende April wirklich mehr Geld im Geldbeutel übrig gehabt und hab damit gleich eine kleine Städtereise unternommen. Was mich zum Punkt zwei bringt, das Angstsparen halte ich für eine Legende. Die Leute wollen das Geld nicht an sich raffen sondern sich damit was schönes gönnen. Gleichzeitig haben die Debatten um die Altersvorsorge tiefe Spuren hinterlassen, die Leute sparen um es im Alter zu haben. Was ja auch gefordert wurde und wird. Was ist also nun richtig? Sparen, dabei bleibt es auch in der Krise. Freilich muss man auch hier von der Hysterie wegkommen dass die Staatsrente nichts mehr tauge und die kapitalgedeckte Rente die Lösung sei. Denn ich habe eine Mitteilung über den Stand meiner Riester-Rente erhalten, mein Einlagebetrag hat sich mehr als HALBIERT. So eine Rentenkürzung gibt es vom Staat zumindest derzeit nicht. Wehe mir wenn ich jetzt auf diese Rente angewiesen wäre und nicht erst in einigen Jahrzehnten. In den USA steigt derzeit die Altersarmut massiv weil die sog. 401k (das dortige Gegenstück zur betrieblichen Altersvorsorge) massiv an Wert eingebüßt haben. Dies zeigt dass die kapitalgedeckte Rente maximal ein Zusatz obendrauf sein kann. In allen Zeiten wurde eines immer pünktlich gezahlt, durch alle Kriege und Krisen: die deutsche staatliche Rente.
    Da haben die Lobbyisten ganze Arbeit geleistet den Leuten hier Panik zu machen und sie der Versicherungswirtschaft in die Arme zu treiben, Mißtrauen gegen über allem staatlichen bzw. die Meinung dass der Staat ja eh nichts tauge ist in Deutschland tief verwurzelt - paradoxerweise wird dennoch bei allem nach dem Staat gerufen. Was mich zum letzten Punkt bringt: Vertrauen. Ich finde das ist kein kindisches Attribut. Vertrauen braucht der Unternehmer der sonst nur in der Ecke kauert und ängstlich seine Investitionen zurückhält und auf den Silberstreif am Horizont wartet um wieder loszulegen, wenn dies alle tun (wonach es ja derzeit ausschaut und was diese Krise maßgeblich verschärft haben dürfte) dann gibt es diesen Silberstreif aber nicht. Das ist der berühmte Herdentrieb. Vertrauen brauchen auch jene Leute die lieber in ferne Länder "auswandern" weil sie mutmaßen dass dort alles leichter sei. In Wahrheit fallen alle auf die Schnauze und brauchen Jahre bis überhaupt Status und Wohlstand wie in ihrem alten Leben in Deutschland erreicht wurde, geschweigeden welchen Wohlstand sie in Deutschland mit dem selben Maß an Blut, Schweiß und Tränen wie nach der Auswanderung erreicht hätten. Aber es mangelte ihnen einfach an Vertrauen, die steigende Zahl der Auswanderer ist mit Sicherheit linear zum gesunkenen Vertrauen. Auch da ist viel Gejammer und Hineinsteigern in "Probleme" dabei die es überall auf der Welt gibt nur in Deutschland heißt es dann "typisch" oder "in diesem Land.." oder "typisch deutsch".. woher dieser Masochismus in einem Land kommt was u.a. binnen eines Jahrzehnts aus Asche und Tot das Wirtschaftswunder geschafft hat müssten Anthropologen herausfinden, in jedem Fall ist auch hier der Herdentrieb am Werk. Wer nicht in das Klagelied "alles doof in Deutschland" einstimmt muss sich dafür ja schon rechtfertigen während man in einer beliebigen deutschen Staat in der Sonne am Straßencafe trinkt und es sich gutgehen lässt.
    Vertrauen ist die Grundlage jeder Gesellschaft und jeder Entwicklung. Und darum ist es kein Gesundbeten wenn nicht alle Ökonomen immer nur die "worst case Szenarien" publik machen sondern sagen dass es auch andere Szenarien gibt und Prognosen nur den Wert von besseren Spekulationen haben. Das Jahr ist noch nicht einmal zur Hälfte um und alle tun so als ob es schon gesichert wäre dass die Wirtschaft um 6% schrumpfen würde (ha, MINDESTENS!)... da stimmt doch was mental nicht.

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    Herzlichen Dank für ihren Kommentar !

    Nur noch eines zum Thema Vertrauen. Dies habe ich gegenüber den Neoliberalen Verfechtern und die durch diese Individuen getragenen Institutionen wie die OECD, der IMF und die WTO (sowie alle daraus hervorgegangenen Verträge inkl. die EU Verfassung) bereits seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Im Gegenteil tiefes Misstrauen gegenüber diesen Institutionen ist wohl aktuell elementar um nicht noch weiter über den Tisch gezogen zu werden.

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    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

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    • politz
    • 03.05.2009 um 10:14 Uhr

    die Konjunkturprogramme in Europa nicht über Bankkredite, sondern über Staatsanleihen finanziert werden, wird es die Erholung vermutlich nicht geben. Denn nur die Schaffung neuer Kredite kann das der Volkswirtschaft zur Verfügung stehende produktionswirksame Geld erweitern. Solange das nicht so ist, gilt die monetäre Budgetrestriktion. Wirtschaftsminister Karl Schiller hat noch alles richtig getan und "seine" Schulden zu 70 % per Bankkredit finanziert.

    Europa finanziert dagegen fast ausschließlich über Anleihen und verteilt damit innerhalb des bestehenden Systems um. Denn Finanzinstitutionen ohne Bankstatus werden nun automatisch ihr Engagement bei privaten Unternehmen zurückführen und sich auf den Staat beschränken. Das ist nicht das klassische "crowding-out", bei dem die Zinsen steigen, sondern mengengeleitete Verdrängung.

    Andererseits könnte die EZB die Krise sofort überwinden, indem sie die problembehafteten Aktiva zu ihrem Buchwert in ihre Bilanz übernimmt. Das würde niemanden etwas kosten, weil die Zentralbank Geld zum Nulltarif schaffen kann. Sofern die derzeit in einingen Ländern vorherrschende "Kreditklemme" nicht an mangelnder Kreditnachfrage oder der Kreditausfälle liegt, kann sie die Banken anweisen, die Kredtivergabe auszuweiten.

  3. Fragt sich aufgrund welcher Faktoren da Optimisums gerechtfertigt erscheint?

    Aufgrund der steigenden Kapitalmarktindices etwa?

    Gerade diese aber haben noch selten die wahre Wirtschaftsleistung von Unternehmen reflektiert... Schon gar nicht haben diese Indices externe Faktoren berücksichtigt. Entlassungen zu Lasten der Allgemeinheit werden dort nicht als Kosten berücksichtigt... hingegen werden nach wie vor die Ausschüttungen an die Shareholder als allein selig machender Masstab herbei gezogen.

    Etliche andere Messmethoden werden ebenfalls stark Interessengebunden berechnet und ausgewertet. Inflationsraten, Arbeitslosenraten, Lebenshaltungskosten... Alles stark diskussions- und verbesserungswürdig. Wo sind da die Ansätze zu Geellschafltich relvenaten Korrekturen?

    BSP ist auch so eine Zahl die für die meisten Individuen wertlos ist und doch wird gerade dies als Massstab für Wohlstand missbraucht.

    Nebst vielem anderen mehr als Fragwürdig... und für 95% der Menschen absolut nicht relevant weil die realen Lebensumstände in diesen Zahlen nicht berücksichtigt werden.

    Es sitzen nach wie vor die selben sehr mächtigen und reichen Individuen an den Schaltzentralen der Macht. Gerade deswegen wurde noch keine relevante Regel welche die negativen Auswüchse der globalen Neoliberalen Entwicklung korrigieren könnten eingeführt, angepasst oder gestrichen.

    Ja es hat noch nicht mal eine breite Diskussion angefangen was es abzuändern gilt. Warum nicht? Wohl deshalb weil sich eben diese engstirnigen Verfechter einer altmodischen Ideologie nicht bewegen können und wollen.

    Noch immer ist die OECD die Grundlage für etliche weitere gesellschaftlich relveante Aspekte und wird als allein gültiger Standard in etlichen Medien verarbeitet. Allesamt nicht Demokratisch noch ausserordentlich Transparent was deren zustandekommen anbelangt. Gerade die OECD und deren Kinder wie zum Teil die WTO und der IMF arbeiten beherzt weiter mit den alten Grundlagen und Philosophien.

    Speziell der IMF versucht sich aktuell mit moderateren Worten als "reformiert" zu verkaufen. Neu ausgestattet mit zusätzlichen 500 Mrd. wird aber einfach weiterhin eine Politik verfolgt die bis anhin eben diese Institution auszeichnete. Keinerlei Gesellschaftlich noch Soziale noch Soziologische Anpassung was die Auswirkungen der IMF Kredite anbelangt.

    Aktuell einfach vemehrt auf Kosten der Allgemeineheit während die Profite nach wie vor in +40 Steueroasen verschwinden. Siehe die weiterhin unveränderte Praxis den Shareholdern mit Mrd. Dividenden den Hof zu machen während 100' tausende von Menschen Entlassen werden oder etwas harmloser definiert auf Kurzarbeit gesetzt werden. Die Teilzeitarbeiter haben schon vor Monaten verloren...

    Es reicht halt nun wirklich nicht aus, immer und überall über die angeblich aller Kritik erhabenen negativen Auswüchse unseres aktuellen Gesellschaftssystems zu reagieren in dem mit dem Finger auf die gezeigt wird die davon nicht profiteren können.

    Noch reicht es aus, konstant über die positiven Aspekte zu lamentieren und jegliche negativen Aspekte auszuklammern.

    ;-)

    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

    • HBogon
    • 03.05.2009 um 10:18 Uhr

    Es hätte wohl lauten müssen: Die "Optimisten" spekulieren schon wieder. Es sind nämlich immer noch diesselben Täter und Spekulanten am Werk. Auch die Regeln haben sich kaum geändert.

    Eine 6. Frage wurde bei dieser "Analyse" vergessen: Können wir einfach so weiter machen, wie bisher?

    Viele Bürger ahnen, ohne es genau begründen zu können, dass wir genau dies nicht können.

    Jahrelange kriminelle Machenschaften der sog. "Eliten", die Anhäufung von riesigen Vermögen bei einigen wenigen, toxische Papiere im Wert von 4 Billionen Dollar, absehbare Kreditkartenblasen, der Bankrott ganzer Industriestaaten, der Bankrott der neoliberalen Ideologie und der ungebrochene Ressourcenraub in den armen Ländern lassen sich nicht einfach so gesundbeten. Auch die derzeitigen Bilanzfälschungen der großen Banken sind nur ein weiteres Strohfeuer ohne Wert.

  4. Herzlichen Dank für ihren Kommentar !

    Nur noch eines zum Thema Vertrauen. Dies habe ich gegenüber den Neoliberalen Verfechtern und die durch diese Individuen getragenen Institutionen wie die OECD, der IMF und die WTO (sowie alle daraus hervorgegangenen Verträge inkl. die EU Verfassung) bereits seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Im Gegenteil tiefes Misstrauen gegenüber diesen Institutionen ist wohl aktuell elementar um nicht noch weiter über den Tisch gezogen zu werden.

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    “When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara

  5. Der Artikel geht mit keinem Wort darauf ein, ob wir es in den sog. "Entwickelten Volkswirschaften" nicht auch mit Sättigung zu tun haben. Der Artikelschreiber hätte an sich dieser Frage im Hinblick auf mögliche Überkapazitäten nachgehen müssen. Auch der Aspekt der demografischen Entwicklung und die daraus resultierenden Bedarfsverschiebungen bei den Gebrauchsgütern wird nicht behandelt. Man hätte auch ein paar Sätze darauf verwenden müssen, dass die Entwicklungsländer und die Tigerstaaten kein autonomes Wachstum vorweisen können, sondern wiederum von der Nachfrage bzw. den Transfers der westlichen Staaten abhängen. Der Artikel kommt dann zu dem Ergebnis: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, wenn es denn eine Schwalbe war. Was soll der Leser daraus entnehmen?

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    Die Aufklärung darf kein leerer Wahn werden in einer Zeit der Anmaßungen.

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