Saarland »Nit de Oskar«
Seit zehn Jahren kämpft Heiko Maas gegen seinen Ziehvater Lafontaine – und hat plötzlich Erfolg

© dpa
Hat Grund, etwas entspannter zu sein: Der saarländische SPD-Vorsitzende und Spitzenkandidat Heiko Maas
Drei Minuten sind schon vorüber, und sein Name ist immer noch nicht gefallen. Ungewöhnlich. Gespräche mit Heiko Maas, zumindest politische, beginnen gern mit dem obligatorischen wie es denn so gehe – und dann taucht auch schon er auf. Er, die Lichtgestalt, die Hassfigur, der Grund, warum in diesem Superwahljahr ganz Deutschland und fast alle Welt an die Saar schaut. Wird also höchste Zeit: »Wie sehr nervt es, dass Sie immer gleich auf Oskar Lafontaine angesprochen werden?«
Sehr. Es nervt sehr, wahnsinnig. Doch genervte Politiker, Maas weiß das, nerven selbst. Also lächelt er zunächst spöttisch und konstruiert anschließend einen Satz, der einen womöglich glauben machen soll, das Gefrage nach Übervätern führe beim Befragten unweigerlich zu vorzeitiger Altersweisheit: »Man muss halt gewinnbringend damit umgehen.«
Bald 13 Jahre dauert es nun schon an, das gewinnbringende Umgehen damit. Damals, im Herbst 1996, machte der saarländische Ministerpräsident Lafontaine den gerade mal 30-jährigen Juristen Maas zum Staatssekretär im Umweltministerium – und seitdem wird Letzterer stets in Nähe und Distanz zu Ersterem betrachtet. Wo immer Maas auch hinkommt, Lafontaine ist stets dabei oder schon da. Jahrelang ganz real, heute noch virtuell. Ob als politischer Ziehvater. Ob als Identitätsstifter, dessen Aufstieg die Saarländer von ihrem latenten Minderwertigkeitskomplex als verspätete Deutsche befreite. Ob als übergroße Schablone, vor der sich sein Nachfolger immer wieder neu vermessen lassen muss. Ob als Widersacher, den es zu stoppen gilt.
Im Superwahljahr schien ihm ein besonders trauriges Schicksal gewiss
Das Urteil über Maas war über Jahre hinweg zementiert – inner- und außerhalb der saarländischen Sozialdemokratie. Zu schwachbrüstig, zu leichtgewichtig, zu bubihaft. Wie soll ein Abiturient die Lücke füllen, die ein Alphatier hinterlassen hat? Im Superwahljahr 2009 schien Maas, Spitzenkandidat der Saar-Genossen für die Landtagswahl am 30. August, ein besonders trauriges Schicksal gewiss. Zermahlen werde er da, der Bubi, zwischen dem Superschwergewicht Lafontaine und dem Halbschwergewicht Peter Müller, dem CDU-Ministerpräsidenten. Die so stolze Saar-SPD, einst Inhaberin absoluter Mehrheiten, werde, so eine weitere Erwartung, von Lafontaines Linken überflügelt, und Maas, der arme Kerl, müsse dann entscheiden, welchen seiner übermächtigen Gegner er anschließend zum Ministerpräsidenten mache: Müller, den er beerben wollte – oder Lafontaine, an dessen Erbe er so schwer trägt. Der Abstieg der Saar-Genossen, so die dritte Prognose, sei ein weiterer Schritt im unabwendbaren Erosionsprozess der SPD. Volkspartei, das war gestern. Wahlsieg, das war Oskar.
Vier Monate vor der Landtagswahl sieht die Welt plötzlich anders aus und das Saarland ganz besonders. Bis auf einen Prozentpunkt waren die Lafontaine-Linken an die SPD herangerückt, 22:23 stand es. Doch nun stürzen sie in der Umfrage von Infratest-dimap auf 18 Prozent ab, die SPD klettert auf 27. Damit nicht genug der guten Nachrichten für leidgeprüfte Saar-Genossen. Die Müller-CDU, vor fünf Jahren mit 47,5 Prozent der Stimmen Wahltriumphator, erreicht nur noch 36 Prozent und liegt im Verbund mit der FDP deutlich hinter Rot-Rot-Grün, 45:52 Prozent. Maas sieht plötzlich gar nicht mehr aus wie jemand, der zermahlen wird. Jetzt sieht er zumindest aus wie der dritte Mann. Und ein kleines bisschen auch schon wie ein künftiger Ministerpräsident. Auf Plakaten und Postkarten grüßt Maas, den die Saarländer seit mehr als einem Jahrzehnt kennen, nun als »Der neue Mann«. Alles Bübchenhafte ist dem verheirateten 42-jährigen zweifachen Vater auf dem Foto so radikal ausgetrieben, dass man Falten entdeckt, wo man bisher Babyhaut vermutete.
Dass Maas seinen angekündigten Untergang womöglich doch nicht erlebt, hängt mit der derben Schlappe zusammen, die er 2004 wegstecken musste. Bei seiner ersten Spitzenkandidatur fuhr er mit 30,8 Prozent das schlechteste Ergebnis in der Geschichte der Saar-SPD ein. Nicht zuletzt deshalb, weil sein damaliger Berater, ein gewisser Herr Lafontaine, vier Wochen vor der Landtagswahl im Spiegel Kanzler Gerhard Schröder zum Rücktritt aufforderte, anschließend bei einer Montagsdemonstration in Leipzig gegen Hartz-IV zu Felde zog und somit alle Absprachen mit Maas brach. Seitdem verachtet man sich gegenseitig.
Bis dahin war Maas in einer Sänfte durchs politische Leben getragen worden. Vom Staatssekretärposten ins Ministeramt, in den Fraktionsvorsitz, auf den Sessel des Landesparteichefs, in die Spitzenkandidatur. Fortan musste er kämpfen. Gegen den Ruf, er sei konfliktscheu, nicht hart genug, es fehle ihm das Ranschmeiß-Gen, der natürliche Hang zum Schulterklopfen und Händeschütteln, ohne den man im Land der Schwenkbratengriller und »Feschdsche-Feierer« schnell als verkrampft und damit unwählbar gilt. Eine Zeit lang versuchte Maas, diesen Kampf dadurch zu gewinnen, dass er so sein wollte wie andere. So jovial wie Müller, so großspurig-bedeutsam wie Lafontaine. Souverän wurde Maas erst, als er all das hinter sich ließ. Die Rollenerwartung, das Unauthentische, »de Oskar«.
Wenn man Maas nun begleitet, etwa zur Nominierung eines SPD-Bürgermeisterkandidaten nach Heusweiler, trifft man Parteimitglieder, die eine neue Gelassenheit an Maas feststellen. Sein Durchhaltevermögen sei bemerkenswert, die Partei habe er programmatisch gut gerüstet für den Wahlkampf. Das habe »der Heiko schon prima hingekriegt«, resümiert ein Altgenosse. Und nach einer Pause: »Awer de Oskar is er nit.« Noch eine Pause. »Das muss er awer ach gar nit.« Hört sich so an, als würden da gleich zwei erwachsen, ein Spitzenkandidat – und seine Partei.
Lafontaine ist im Saarland vor allem als Sehnsuchtsfigur präsent geblieben. Als aktiver Politiker wird er nun an den Rand gedrängt. Im Umfrage-Duell mit Müller wünschen sich ihn 32 Prozent zum Landesvater, 57 aber den Amtsinhaber. Maas erreicht deutlich bessere Werte: Er selbst kommt auf 37 Prozent – und hält Müller bei 47. Erst profitiert die Linkspartei nicht von der Krise. Dann bricht sie in ihrem westlichen Vorposten ein – und jetzt überflügelt auch noch ein vermeintliches Leichtgewicht ihren Superstar.
»Lafontaines Macht endet, wenn seine Leute Minister werden«
Dass die Saar-Linken nun die Grenzen ihres Wachstums erfahren, mag damit zusammenhängen, dass ihre Galionsfigur an einen Abhängigen erinnert, der immer härtere Drogen braucht, um noch irgendetwas zu spüren – und sei es nur sich selbst. Lafontaines Reden bevölkern mittlerweile so viele »Deppen« und »Vollidioten«, dass für Menschen, die ihn wählen sollen, immer weniger Platz bleibt. Hinzu kommt, dass sich in den Niederungen politische Irrlichter tummeln, die schon mal die Liste für eine Gemeinderatswahl platzen lassen, weil der Listen-Erste gern Paintball spielt. Beschießen mit Farbe, das weiß der Mann jetzt, widerspricht seiner pazifistischen Grundüberzeugung.
Hauptverantwortlich ist aber Maas. Den DGB-Landesvorsitzenden Eugen Roth suchte er sich als Stellvertreter aus; Ottmar Schreiner, den langjährigen Lafontaine-Vertrauten und Schröder-Gegner, lockte er von Berlin ins heimische Wahlkampfteam. Mit den beiden SPD-Linken dichtete Maas den Gewerkschaftsflügel ab. Namhafte Übertritte bleiben seitdem aus. Mit der Bildung und dem Arbeitsmarkt hat Maas zudem Themen gefunden, die im G-8-entrüsteten Saarland mit seinem bundesweit höchsten Anteil prekär Beschäftigter hinreichend Mobilisierungskraft entfachen können, um am 30. August Umfragen Wirklichkeit werden zu lassen.
Was aber dann? Rot-Rot oder Rot-Rot-Grün direkt vor der Bundestagswahl? Ein Bündnis mit Politikern, die Maas selbst für kaum politik-, geschweige denn regierungsfähig hält? Eine Koalition von Oskars Gnaden? Lafontaine würde ihr zwar nicht angehören, hielte aber in Berlin alle Strippen in der Hand. Was, wenn er sie kappt?
Hört man sich um unter den Saar-Genossen, dann wird ein Linksbündnis geschlossen, sobald es möglich ist. Als Juniorpartner in eine Große Koalition einzutreten sei keine Option, sondern Flucht. Von den Mindestlöhnen über den Kampf gegen den Missbrauch der Leiharbeit bis hin zur gebührenfreien Bildung vom ersten Kita-Jahr an stimme man schließlich mit Lafontaines Truppe überein. Ein Linksbündnis, so sagt ein Maas-Vertrauter, sei zudem ein überschaubares Risiko: »Lafontaines Macht endet an dem Tag, an dem seine Leute Minister werden.« Sie wollten das bleiben, egal, was Lafontaine dann wolle. Stimmt die Annahme, dann hält das Linksbündnis auch fünf Jahre. Stimmt sie nicht, wird Maas im Herbst vielleicht in die Saarbrücker Staatskanzlei einziehen – aber ihn darum noch lange nicht los.
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- Datum 03.05.2009 - 13:51 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 30.04.2009 Nr. 19
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Lafontaine ist nicht Frau Ypsilanti, deren Verschwinden von der politischen Bühne ein "Verdienst" der Medien war.
Sehr durchsichtiger Artikel. Gekonnte Manipulation sieht anders aus.
Dem Artikel geht es nicht um Maas. Es geht um Lafontaine und die Linkspartei, eine Lieblings-Obsession auch der "Zeit". Lafontaine will wieder Ministerpräsident werden? Lachhaft, seine Linkspartei profitiert doch noch nicht einmal von der Wirtschaftskrise! Er will dem amtierenden Ministerpräsidenten sein Amt streitig machen? Wohl größenwahnsinnig, der Mann, in Umfragen erreicht er gegen Müller doch "nur" 32 Prozent!
Dabei besteht doch, wenn man schon über Umfragen reden will, die eigentliche Meldung nicht darin, dass Lafontaine Müller unterliegt, sondern dass er, der Verfemte, immerhin 32 % erreicht. Und die "Zeit" sollte sich weniger für in der Krise stagnierende Umfragewerte der einen oder anderen Partei interessieren, sondern ihren Lesern klar machen, wie diese zustande kommen: Indem die Kanzlerin persönlich weiße Salbe verteilt (Kurzarbeit, Rentengarantie). Allerdings wird dieselbe Kanzlerin nach der Bundestagswahl, spätestens nach der wichtigen Landtagswahl in NRW, die erste sein, die bedauernd verkünden wird, für Wohltaten sei nun wirklich kein Geld mehr da. Spätestens in dem Moment wird die Krise "ankommen", und dann ist auch der Kampagnenjournalismus der Vorwahlkampfzeit Makulatur.
Gelangweilt muss ich eingestehen, dass ich den Herrn Recht geben muss. Ich möchte den Artikel etwas ironischer durchleuchten. Er liest sich wie eine Werbeaufnahme fürs Fernsehen. Da wird für ein fades geschmackneutrales Würstchen geworben, dass mit altem Ketchup für die Kameraführung aufgepeppt wird. Ein voller Becher Müllermilch, dessen Becher Risse bekommen hat, wird so dargestellt, als müsse man auf die aktuellen Mengenangaben hinweisen, obwohl man schon ein rotes Klebeband in der Hand hält, um abzulenken. Der Springbrunnen, der in sämtliche Richtungen Gischt spritzt, bekommt vor den Werbeaufnahmen einen neuen dunkelroten Lack. Der Brunnen glänzt, doch die Kameraführung kann die Lackkratzer nicht verheimlichen. Er ist ein Auslaufmodell.
Der Endverbraucher wird im August entscheiden müssen, welche Verkaufstrategie überzeugt hat. Der Brunnen ist auf jeden Fall eine Mogelpackung ohne Garantie.
Im Gegensatz zu meinen Vor-Kommentatoren kann ich diese ganze Sache als Saarländer absolut nicht lustig finden.
Das Saarland ist der höchst verschuldete Flächenstaat (10.000 Euro/Einwohner) und kann sich solche Sperenzchen wie Hessen nicht erlauben. Abhängig vom Länderfinanzausgleich und mittlerweile regelmässigen Teil- und Ganzentschuldungen haben sich schon wieder 10 Mrd neue Schulden angesammelt (zum Vergleich der Haushalt beträgt 3,4 Mrd und die Einnahmen belaufen sich auf 2,8 Mrd).
Bei einer Links-irgendwas-Regierung kann man dieses Bundesland in der Luft verhungern lassen. Steinbrück hat ja schon mal angedeutet, dass er das Land wegen faktischer Pleite jederzeit kommissarisch verwalten lassen kann.
Eine unliebsame Regierung kann sich ohne Zustimmung des Bundesfinanzministers nicht mal eine Briefmarke kaufen. Und da eh nur noch die Hälfte der Einwohner für eine Beibehaltung des Landesstaats sind kann man sich vorstellen, was rauskommt wenn wegen Geldmangel alles abgeschaltet wird.
Dann können die Pfälzer hier endlich ihren Atom- und Chemiemüll endlagern und das Land entvölkern wie sie es schon bei der Eifel vorexerziert haben.
Ich werd' dann vorher noch den Abflug machen.
Ich bin grundsätzlich gegen eine Regierung, die von Oskar Lafontaine mitverantwortet wird.
In verschiedenen Kommentaren habe ich über das politische Verhalten von Lafontaine geschrieben. Er ist für mich ein Dogmatiker mit allen Rafinessen. Ich lebe zwar seit zwanzig Jahren nicht mehr im Saarland, wurde dort aber geboren. Die Amtszeit von Herrn Lafontaine als OB und Ministerpräsident habe ich vor Ort miterlebt. Noch heute hat das Saarland unter Fehlentscheidungen aus dieser Regierungszeit zu leiden. Um es auf saarländisch zu kommentieren: Olägg isch grien arisch die Flemm, wenn de Oskar im Herbscht die Wahl gewinnt!
Viele Grüße ins Saarland
Corina Wagner
Ich bin grundsätzlich gegen eine Regierung, die von Oskar Lafontaine mitverantwortet wird.
In verschiedenen Kommentaren habe ich über das politische Verhalten von Lafontaine geschrieben. Er ist für mich ein Dogmatiker mit allen Rafinessen. Ich lebe zwar seit zwanzig Jahren nicht mehr im Saarland, wurde dort aber geboren. Die Amtszeit von Herrn Lafontaine als OB und Ministerpräsident habe ich vor Ort miterlebt. Noch heute hat das Saarland unter Fehlentscheidungen aus dieser Regierungszeit zu leiden. Um es auf saarländisch zu kommentieren: Olägg isch grien arisch die Flemm, wenn de Oskar im Herbscht die Wahl gewinnt!
Viele Grüße ins Saarland
Corina Wagner
Ich bin grundsätzlich gegen eine Regierung, die von Oskar Lafontaine mitverantwortet wird.
In verschiedenen Kommentaren habe ich über das politische Verhalten von Lafontaine geschrieben. Er ist für mich ein Dogmatiker mit allen Rafinessen. Ich lebe zwar seit zwanzig Jahren nicht mehr im Saarland, wurde dort aber geboren. Die Amtszeit von Herrn Lafontaine als OB und Ministerpräsident habe ich vor Ort miterlebt. Noch heute hat das Saarland unter Fehlentscheidungen aus dieser Regierungszeit zu leiden. Um es auf saarländisch zu kommentieren: Olägg isch grien arisch die Flemm, wenn de Oskar im Herbscht die Wahl gewinnt!
Viele Grüße ins Saarland
Corina Wagner
Ich stimme Ihnen weitestgehend zu. Wenn Sie mir liebenswürdigerweise Ihren letzten Satz übersetzen könnten, wüsste ich, ob meine Zustimmung gegenüber Ihren Zeilen beinahe 100-prozentig wäre...
,-)
Ich stimme Ihnen weitestgehend zu. Wenn Sie mir liebenswürdigerweise Ihren letzten Satz übersetzen könnten, wüsste ich, ob meine Zustimmung gegenüber Ihren Zeilen beinahe 100-prozentig wäre...
,-)
Ich stimme Ihnen weitestgehend zu. Wenn Sie mir liebenswürdigerweise Ihren letzten Satz übersetzen könnten, wüsste ich, ob meine Zustimmung gegenüber Ihren Zeilen beinahe 100-prozentig wäre...
,-)
Werter Hagego,
schön zu lesen, dass Sie beinahe mit mir einer Meinung sind. Allerdings nur fast und beinahe!
Ob eine hundertprozentige Übereinstimmung anhand des letzen Satzes erfolgt, bezweifele ich.
„Olägg isch grien arisch die Flemm, wenn de Oskar im Herbscht die Wahl gewinnt! "
Ach her je, ich wäre sehr missmutig, wenn Oskar Lafontaine im Herbst die Wahl gewinnen würde!
Olägg = Ausruf des Erstaunens
die Flemm han= missmutig sein
Herbscht = Herbst
arisch = sehr
Das Wort die Flemm hätte man in diesem Zusammenhang auch mit gegnätscht oder läärisch
ersetzen können.
gegnätscht = niedergeschlagen, immer aus gutem Grund z.B. etwa weil einem etwas Unschönes widerfahren ist.
Läärisch = niedergeschlagen, depressiv
Wennse alsmool Huddel han, übersetz ich Ihne die Sätz, awer nur, weil’s so klóór iss. Grad selääds.
(Wenn Sie mal wieder Schwierigkeiten, Probleme haben, übersetze ich Ihnen die Sätze, aber nur, weil es so lustig ist. Jetzt erst recht.)
Werter Hagego,
schön zu lesen, dass Sie beinahe mit mir einer Meinung sind. Allerdings nur fast und beinahe!
Ob eine hundertprozentige Übereinstimmung anhand des letzen Satzes erfolgt, bezweifele ich.
„Olägg isch grien arisch die Flemm, wenn de Oskar im Herbscht die Wahl gewinnt! "
Ach her je, ich wäre sehr missmutig, wenn Oskar Lafontaine im Herbst die Wahl gewinnen würde!
Olägg = Ausruf des Erstaunens
die Flemm han= missmutig sein
Herbscht = Herbst
arisch = sehr
Das Wort die Flemm hätte man in diesem Zusammenhang auch mit gegnätscht oder läärisch
ersetzen können.
gegnätscht = niedergeschlagen, immer aus gutem Grund z.B. etwa weil einem etwas Unschönes widerfahren ist.
Läärisch = niedergeschlagen, depressiv
Wennse alsmool Huddel han, übersetz ich Ihne die Sätz, awer nur, weil’s so klóór iss. Grad selääds.
(Wenn Sie mal wieder Schwierigkeiten, Probleme haben, übersetze ich Ihnen die Sätze, aber nur, weil es so lustig ist. Jetzt erst recht.)
Werter Hagego,
schön zu lesen, dass Sie beinahe mit mir einer Meinung sind. Allerdings nur fast und beinahe!
Ob eine hundertprozentige Übereinstimmung anhand des letzen Satzes erfolgt, bezweifele ich.
„Olägg isch grien arisch die Flemm, wenn de Oskar im Herbscht die Wahl gewinnt! "
Ach her je, ich wäre sehr missmutig, wenn Oskar Lafontaine im Herbst die Wahl gewinnen würde!
Olägg = Ausruf des Erstaunens
die Flemm han= missmutig sein
Herbscht = Herbst
arisch = sehr
Das Wort die Flemm hätte man in diesem Zusammenhang auch mit gegnätscht oder läärisch
ersetzen können.
gegnätscht = niedergeschlagen, immer aus gutem Grund z.B. etwa weil einem etwas Unschönes widerfahren ist.
Läärisch = niedergeschlagen, depressiv
Wennse alsmool Huddel han, übersetz ich Ihne die Sätz, awer nur, weil’s so klóór iss. Grad selääds.
(Wenn Sie mal wieder Schwierigkeiten, Probleme haben, übersetze ich Ihnen die Sätze, aber nur, weil es so lustig ist. Jetzt erst recht.)
Ihnen das große Deutsch-Saarländisch-Diplom! Vielen Dank!
Und was den Oskar angeht: reden kann er immer noch besser als viele anderen Politiker. Aber wenn's auf das Handeln ankommt, gesellt sich OL doch eher zu Gregor Gysi: Beide haben, als sie die Macht in ihren Händen hielten, die Flucht ergriffen. Der eine aus Bonn, der andere aus Berlin. Und so sind sie zu den Kimble-Brothers der "Linken" geworden: Stets haben sie das Rhetorik-Messer gewetzt, aber nur, um in den diversen Talkshows zu beweisen, wie scharf sie nach wie vor analysieren können.
Ihnen das große Deutsch-Saarländisch-Diplom! Vielen Dank!
Und was den Oskar angeht: reden kann er immer noch besser als viele anderen Politiker. Aber wenn's auf das Handeln ankommt, gesellt sich OL doch eher zu Gregor Gysi: Beide haben, als sie die Macht in ihren Händen hielten, die Flucht ergriffen. Der eine aus Bonn, der andere aus Berlin. Und so sind sie zu den Kimble-Brothers der "Linken" geworden: Stets haben sie das Rhetorik-Messer gewetzt, aber nur, um in den diversen Talkshows zu beweisen, wie scharf sie nach wie vor analysieren können.
Ihnen das große Deutsch-Saarländisch-Diplom! Vielen Dank!
Und was den Oskar angeht: reden kann er immer noch besser als viele anderen Politiker. Aber wenn's auf das Handeln ankommt, gesellt sich OL doch eher zu Gregor Gysi: Beide haben, als sie die Macht in ihren Händen hielten, die Flucht ergriffen. Der eine aus Bonn, der andere aus Berlin. Und so sind sie zu den Kimble-Brothers der "Linken" geworden: Stets haben sie das Rhetorik-Messer gewetzt, aber nur, um in den diversen Talkshows zu beweisen, wie scharf sie nach wie vor analysieren können.
Die „Kimble- Brothers der „Linken“ " dieser Ausdruck sollte in die Geschichte eingehen.
Selten so laut gelacht!
Isch stell mir die Kimble-Brothers vor, wenn se no de Wahl auf die Saar flüchte und de Müller und de Maas ihre Beobachtdunge mache. De Müller brüllt: " Ihr könnt uns nedd verkassemaduckele."
De Oskar werd rimmelwiedisch und de Gysi wird werra iwwerzwerch. So schaukelt das Bootche uffe de Saar un die zwei Kimble-Brother rette sich ans Land un fohdse e bissje. Erscht wolle se in die Gruwe-Sengunge verschwinne, doch das würd de Maas un de Müller als Wippsche ansiehn.
Beim fohsde fällt dem Gysi ebbes in un tut de Oska uffstiwwele:
"Ihr habt doch im Saarland den Tag X. "
"Jo mir han de DaachX un was solle mir jetzte mache?"
" Wir könnten doch unverbindlich Sarkozy fragen, ob er uns mitregieren lässt und dann sehen wir weiter…."
"Doh kennt isch joh die Gääsegischdere krien!" ruft de Maas von hinne aus em Verschteck.
uffstiwwele
anstiften, aufwiegeln
verkassemaduckele
(hinters Licht führen)
grimmelwiedisch
sehr wütend, cholerisch;
iwwerzwerch
überdreht, ausgeflippt, übermütig
fohdse (Verb)
Unsinn reden, spinnen
werra
schon wieder
Gääsegischdere
wörtlich: Ziegengicht; „Doh kennt isch joh die Gääsegischdere krien!“: Da könnte ich ausflippen/ausrasten!
Gruwe-Sengunge
Grubensenkungen (Gelände-Einsenkungen, verursacht durch den Bergbau!)
Wippsche
Spaßeinlage, Clownerei
Daach X
5. Juli 1959: Tag der (wirtschaftlichen) Rückgliederung des Saarlandes ins Bundesgebiet; Währungsumstellung :Französische Francs in Deutsche Mark
Die „Kimble- Brothers der „Linken“ " dieser Ausdruck sollte in die Geschichte eingehen.
Selten so laut gelacht!
Isch stell mir die Kimble-Brothers vor, wenn se no de Wahl auf die Saar flüchte und de Müller und de Maas ihre Beobachtdunge mache. De Müller brüllt: " Ihr könnt uns nedd verkassemaduckele."
De Oskar werd rimmelwiedisch und de Gysi wird werra iwwerzwerch. So schaukelt das Bootche uffe de Saar un die zwei Kimble-Brother rette sich ans Land un fohdse e bissje. Erscht wolle se in die Gruwe-Sengunge verschwinne, doch das würd de Maas un de Müller als Wippsche ansiehn.
Beim fohsde fällt dem Gysi ebbes in un tut de Oska uffstiwwele:
"Ihr habt doch im Saarland den Tag X. "
"Jo mir han de DaachX un was solle mir jetzte mache?"
" Wir könnten doch unverbindlich Sarkozy fragen, ob er uns mitregieren lässt und dann sehen wir weiter…."
"Doh kennt isch joh die Gääsegischdere krien!" ruft de Maas von hinne aus em Verschteck.
uffstiwwele
anstiften, aufwiegeln
verkassemaduckele
(hinters Licht führen)
grimmelwiedisch
sehr wütend, cholerisch;
iwwerzwerch
überdreht, ausgeflippt, übermütig
fohdse (Verb)
Unsinn reden, spinnen
werra
schon wieder
Gääsegischdere
wörtlich: Ziegengicht; „Doh kennt isch joh die Gääsegischdere krien!“: Da könnte ich ausflippen/ausrasten!
Gruwe-Sengunge
Grubensenkungen (Gelände-Einsenkungen, verursacht durch den Bergbau!)
Wippsche
Spaßeinlage, Clownerei
Daach X
5. Juli 1959: Tag der (wirtschaftlichen) Rückgliederung des Saarlandes ins Bundesgebiet; Währungsumstellung :Französische Francs in Deutsche Mark
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