Amerikanische Grippe Der Bausatz für neue Erreger
Wie mutiert ein Influenzavirus und wie sieht es aus? Wie entstehen neuartige Erregervarianten? Der Grippevirus kurz erklärt

A: Das kugelförmige Influenzavirus enthält auf der Oberfläche zwei wichtige Proteine: Hämaglutinin (H) und Neuraminidase (N). Beide Eiweiße sind für die Infektion einer Zelle nötig. Das Hämaglutinin kommt in 15 Varianten vor (H1 bis H15), von der Neuraminidase kennt man 9 Subtypen (N1 bis N9). Früher galten nur Viren mit den Subtypen H1, H2 und H3 als gefährlich für Menschen. Während der Vogelgrippewelle 2003 zeigte sich, dass auch die Variante H5N1 Menschen töten kann.

B: Grippeviren sind zwar an einen bestimmten Wirt angepasst, können aber auch andere Tiere befallen. Besonders empfänglich sind Schweine für Fremderreger. Werden die Tiere von unterschiedlichen Viren zugleich befallen, kann es zu einer Durchmischung der Gene für H und N im Erbgut der Erreger kommen. Dabei entstehen neue Influenzaviren, die zuweilen auch Menschen infizieren. Zudem mutieren solche Viren ständig weiter und können dabei gefährliche Eigenschaften entwickeln.
- Datum 03.09.2009 - 13:49 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 30.04.2009 Nr. 19
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