Tag der Arbeit Georg Baselitz

"Ich trage die rote Nelke meines Vaters – und male mich als Munch"

Als mein Vater starb, habe ich mir seinen alten Schrank in mein Atelier gestellt. In einer der Schubladen war noch die ausgefranste alte rote Nelke aus Papier, die er früher in der DDR immer am 1. Mai anstecken musste. Ich habe sie mir für das Foto zum Tag der Arbeit an meine Malermütze gehängt. Zurzeit arbeite ich an einer sehr großen Selbstbildnis-Skulptur, wo ich noch einmal am Fuß ranmuss. Und ich bin mitten in der Arbeit an zwei Leinwänden. Mich fasziniert seit Langem eine Fotografie, die Munch sitzend in seinem Atelier zeigt, während der Körper ab den Knien im Nebel verschwimmt. Dazu versuche ich jetzt meine eigenen Beine zu addieren.

Der Maler und Bildhauer, Jahrgang 1938, gehört zu den wichtigsten deutschen Künstlern. Im Herbst werden die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden sowie das Museum Frieder Burda und die Kunsthalle in Baden-Baden große Ausstellungen seiner Werke zeigen

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Leser-Kommentare
  1. …. nun, der Artikel ist für mich Bestätigung, dass die Sprache eines Bildenden Künstlers das Bild, die Malerei, die Fotografie oder eine Videoarbeit oder eine Skulptur ist … wahrscheinlich werde ich dann beim Betrachten seiner in Arbeit befindlichen großen Selbstbildnis-Skulptur verstehen, was er damit sagen möchte ...

    • Anonym
    • 02.05.2009 um 19:03 Uhr

    wenn es diesen großen maler baselitz nicht gebe, wüßte ich kaum, wie die im nebel hängenden beine eines malers munch aussehen könnten, großartige arbeit schon jetzt, arbeit hat eben auch etwas mit unserem alltäglichen gehen zu tun, es läuft sich....und nicht zu lange sitzen und im nebel bleiben!

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