Arbeitspläne Woran arbeiten Sie gerade, Peaches?
Die kanadische Sängerin möchte gerne ihre Antworten präziser formulieren lernen und stets so reden wie über echten Sex. Musik macht sie darüberhinaus auch

© Graham Denholm/Getty Images
Die kanadische Sängerin, geboren 1968 in Toronto, ist die Wegbereiterin der Electroclash-Bewegung. Sie lebt in Berlin
Ich arbeite an automatisierten Antwortreflexen. Für mein demnächst erscheinendes Album I Feel Cream habe ich so viele Interviews geführt, dass das ein gutes Training für mich ist: Es hilft mir, immer genau das zu sagen, was ich sagen will. Ich habe da inzwischen meine Methoden. Wenn zum Beispiel ein Gespräch schiefzulaufen beginnt, spiele ich ein Spiel mit dem Interviewer. Ich konfrontiere ihn damit, dass ich ab sofort über jedes meiner Alben reden werde wie über echten Sex.
Ich arbeite auch an meiner Liveshow, was bedeutet, dass ich ständig mit meiner Begleitband Sweet Machine probe. Die Musiker müssen mehr als 50 Songs einstudieren. Wir haben uns eine Art Tanzstudio eingerichtet, mit einem großen Spiegel; hoffentlich bleibt uns genug Zeit, dass auch die Abläufe wie automatisch funktionieren. Die Liveshow liegt mir sehr am Herzen, weil ein echtes »Live«-Gefühl rüberkommen soll, etwas, das man über YouTube, Skype oder Second Life so nicht kriegt. Die Show ist eine Herausforderung für mich, weil ich, anders als auf den früheren Alben, in vielen Stücken wirklich singe und nicht nur schreie oder rappe – obwohl auch das natürlich nicht zu kurz kommt. Und mit neuen Licht- und Soundsensoren für den Auftritt experimentieren wir auch.
Zugleich arbeite ich auch noch an einer Theaterproduktion, die sich derzeit in der Entwicklungsphase befindet und im nächsten Jahr im Hebbel-Theater Premiere haben wird. In exakt diesem Moment aber arbeite ich an etwas anderem: Ich esse eine Riesenschachtel teurer Pralinen auf!
- Datum 05.05.2009 - 16:04 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 30.04.2009 Nr. 19
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