Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) schlägt Alarm. Seine repräsentative Befragung von Deutschlands Unternehmen hat gezeigt, dass es für die Schulabgänger in diesem Jahr an die 50.000 Ausbildungsplätze weniger geben wird als 2008 – wenn Politik und Wirtschaft jetzt nicht gezielt gegensteuern. 1999 hatte es noch 631.000 Plätze gegeben, 2005 waren es nur noch 550.000, jetzt droht das Angebot erneut ähnlich tief zu sinken – auf 556.000. Ohne zusätzliche Anstrengungen würde die Zahl der neuen Lehrverträge im Bereich Industrie und Handel um zehn Prozent schrumpfen.

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Zwar sinkt in diesem Jahr aus demografischen Gründen auch die Zahl der Schulabgänger, doch längst nicht in diesem Ausmaß. Und immer noch warten bis zu 300.000 Absolventen früherer Jahrgänge, die bislang leer ausgingen, auf ihre Chance. Sie brauchen Perspektiven, bevor es für sie zu spät ist. Immerhin stehen dem Viertel der Betriebe, die jetzt weniger ausbilden wollen, 22 Prozent gegenüber, die sogar mehr Plätze schaffen möchten. Als Grund geben die meisten von ihnen an, dass ihnen trotz Krise bereits Fachkräfte fehlen.