Weltwirtschaft Warum Entglobalisierung gut sein kannSeite 2/2

United und US Airways wollen nachziehen. In Kalifornien melden Mittelständler wie CP Lab in Santa Rosa: »Unsere Produktion zurückzuholen ist inzwischen einfach kosteneffektiver.« Seit 2000, als die Firma ihre Fertigung nach China verlagerte, haben sich die Löhne dort vervierfacht – genau, wie es die Globalisierungstheorie vorausgesagt hat.

Doch geht es nicht nur ums schnöde Geld. Der Widerwillen dieses Autors gegen Callcenter, die Thomas Friedman in seinem Bestseller Die Erde ist flach als letzten Schrei der Effizienz besungen hat, geht weiter und tiefer. Wenn er hier im Silicon Valley einen Tisch bestellt, möchte er mit dem Restaurant direkt plaudern, nicht mit einem Telefonisten in Iowa. Auch dort sind die Löhne niedriger als in Kalifornien. Aber der Kunde ist hier, und eine gute Mahlzeit beginnt mit guter Gastfreundschaft. Die kann eine entleibte Stimme, die durch den Äther hallt, nicht herstellen.

Josef Joffe

Josef Joffe ist Herausgeber der ZEIT. Von 2001 bis 2004 war er auch ihr Chefredakteur, gemeinsam mit Michael Naumann. Davor leitete er das außenpolitische Ressort der Süddeutschen Zeitung.Weitere Texte von ihm finden Sie hier (Archiv)

 
Leser-Kommentare
  1. Wirklich beeindruckend:
    Die Globalisierung und der Marktradikalismus, den sie uns gebracht hat, wüten in den globalen Wirtschafts- und Sozialsystemen und Herr Joffe kann nur die callcenter im Ausland als ihren Auswuchs festmachen. Allmählich müssten doch auch die Journalisten aufwachen und von ihrem Diskurs der "glücklichen Globalisierung" abweichen. Globalisierung ist Ende der nationalen Demokratie und, solange es keine globale Demokratie gibt, der Demokratie schlichthin. Die Journalisten fühlen sich aber wohl eher als Teil der Machteliten, die daran interessiert sind, dass Entschdeidungen nicht mehr unter Teilhabe aller fallen. Wenn sie doch endlich wieder Informationen vermitteln würden, statt Meinungen zu gestalen - um nicht das Wort "manipulieren" zu verwenden.
    Harald Greib, newropeans

  2. Globalisierung?
    Ein Beispiel aus unser aller Alltag, das Ketchup. Es kam einst über die verschlungenen Handelsweg des Empire nach England, wo es sich schnell verbreitete und im 18. Jahrhundert dort bereits ein Teil der Alltagsküche war, in englische Kochbücher fand. Darüber kam es dann in die USA, wovon es dann direkt nach dem 2. Weltkrieg nach Westdeutschland fand. Ein Artefakt der Globalisierung des Alltages!
    Oder ein Beispiel aus der Wirtschaft gefällig? Man denke an Opel, der Durchschnittsbürger als auch die Medien sprechen immer von einem "deutschen" Autobauer, dabei ist er dies seit 1931 Jahren nicht mehr. Damals übernahm General Motors die Opel AG vollständig. Seitdem ist es eine Regionalmarke von General Motors. Gelebte, bzw. "fahrende", Globalisierung.
    Und so weiter und so fort. Die Globalisierung ist in keiner Weise neu, oder dieser Tage besonders heftig. Im Gegenteil, wir haben vor wenigen Jahren gerade den Stand der Globalisierung wieder erreicht wie wir ihn schon bis zur großen Weltwirtschaftskrise in den 20ern und 30ern hatten - es hat ein Menschenleben gebraucht bis sich der Welthandel vom Zusammenbruch, dem folgenden Protektionismus, dem Weltkrieg sowie der Teilung der Welt während des "Kalten Krieges" erholt hat!

    Auch soziale Spannungen sind nicht neu. Man erinnere sich nur an den Geschichtsunterricht und die "Soziale Frage" im 19. Jahrhundert. Oder sogar regelrecht schockierende Parallelen zur Weimarer Republik in der sich die Sozialdemokratie ja auch in die demokratische MSPD und die kleinere sozialistische USPD gespalten hat, die Arbeitslosigkeit ein Dauerthema war, die Leute "die Schnauze voll" von der Politik hatten und ein Österreicher an die Spitze einer "Bewegung" trat der das Parlament in Berlin pflegte als "Quasselbude" zu bezeichnen und dann dort einzog um "durchzuregieren"... Parallelen erkannt? - aber nicht gebannt! Eine "Entglobalisierung" war der Schlag der die Weltwirtschaft damals erst endgültig in die Knie gezwungen hat dabei sind sich alle Wirtschaftshistoriker aller Färbungen komplett einig.

    Und wenn sich diese Krise zu einer neuen Weltwirtschaftskrise ausweitet dann will ich nicht wissen was der demokratieunlustige Deutsche dann wieder anstellt.

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    Sehr geehrter Herr Joffe,

    ich halte diesen Artike für inhaltlich richtig - eine Ausnahme wenn ich einen ihrer Kommentare lese. Sie sehen also, es ist nicht eine persönliche Abneigung gegen den Autor, sondern dem Inhalt geschuldet wenn Sie in den Kommentaren verissen werden. Zumindest von vielen Zeit Lesern.

    Ich halte ihre Argumente, genau so wie die meines Vorredners, für teilweise falsch. Richtig ist, die Globalisierung ist nichts neues. Sie ist (fast) so alt wie die Menschheit. Im Laufe der Zeit sind allerdings die Entfernung geschrumpft. Die Eisenbahn, der Dampfantrieb für Schiffe und später nocheinmal das Flugzeug liesen die Reisezeiten und transportierten Frachtraten explodieren. Ebenfalls die Erfindung des Containers, der sich erst gegen die Interessen der alten großen Schiffahrtsgesellschaften durchsetzen konnte, als die US-Army in Vietnam auf den Container zurückgriff. (Der Krieg war schon immer ein großer Motor für Gesellschaftliche und Wissenschaftliche Veränderungen)

    Das Kernproblem bei der ganzen Globalisierung ist nicht der "freie" Austausch von Waren, die internationale Konkurrenz, oder die Verlagerung von Arbeitsplätzen - es ist die Verrohung der Gesellschaft und des Handels. Viele Kosten entstehen in vielen Branchen durch gesetzliche Regelungen - diese wurden allerdings nicht aus "Spaß" getroffen oder um die Unternehmen zu verärgern, sondern weil die Beseitigung der Folgen - bei Nichteinhaltung - teurer ist, als die Produktion umzustellen. Diese Probleme existieren z.B. in der Textilbranche, in der in China giftige Färbungsmittel verwendet werden, die in Deutschland aus Kunden- Mitarbeiter und Umweltschutzgründen verboten sind.

    Des Pudels Kern meiner Aussage: Die "Theorie" der komperativen Kosten, bzw. der Globalisierungsgewinne, ist eben nur die halbe Wahrheit. Die Globalisierung kann, muss aber nicht, für steigende Löhne sorgen, Sie führt häufig zur Verdrängung von guter, nachprüfbarer Produktionsqualität zur Ausbeutung und Umweltverschutzung. Die Bewegung hat es versäumt, nicht nur auf den "Freihandel" zu bestehen, sondern auf den "Freihandel" bei gleichen Umweltschutzbedingungen (oder vergleichbaren.).

    Die "Callcenter" sind hier nur ein kleiner, kleiner Teilaspekt. Eine weitere wichtige Überlegung ist die Frage - wieso einige Länder in Asien so stark vom Freihandel und der Deregulierung profitieren. Ich nenne es Staatskapitalismus, also Merkantilismus in morderner Form. Es gibt in China soviele Wanderarbeiter und eine so große stille Reserve im Hinterland (wir sprechen von einer Quote im 1. Sektor von über 40% bei 1,x Milliarden Chinesen).

    D.h. der die Volkswirtschaften in Asien sind aus mehreren Gründen erfolgreich:

    1.) Sie sind autoritäre, stabile Staaten, in denen die Interessen des Staates den Interessen des Einzelnen, vor allem auch Unternehmers, übergeordnet sind - keine Fremdbestimmung von außen (zumindest weniger als in Afrika). Keine Kriege, Nachbarschaftskonflikte (auch keine Grenzziehung per Lineal)

    2.) Sie unterbieten die Preise oftmals durch günstigere Rohstoffkosten und Kosten für Mitarbeiter und Umweltschutz.

    3.) Der Staat ist nicht nur an "Gewinnen" interessiert - sondern er will vor allem die Aneignung von Know How erreichen, die Mittel hierzu sind egal. Das ist im übrigen auch ein großer Fehler der komperativen Kostentheorie bzw. der Globalisierungstheorie - Know How lässt sich einfach exportieren - der Reimport ist das viel schwieriger, dass betrifft vor allem die Industrie. Die Erfahrungskurve wird einfach nicht berücksichtigt.

    Aktuelles Beispiel für eine Industriepolitik in Asien? Die Chipindustrie. Sie ist zwar heute nicht Konkurrenzfähig, die Entwicklung neuer Technologien ist in dieser Branche allerdings normalität.

    Mein Fazit: Die Globalisierung an sich ist richtig. Das Problem ist die Organisation der internationalen Märkte und das Fehlen von Strukturen und Regeln. Hier muss endlich etwas unternommen werden. Die Globalisierung und der Freihandel hat eben auch das hässlich Stiefkind, Umwelt, sozial, Lohndumping, die Verrohung und Anonymsierung der Geschäftsbeziehungen und die Tendenz zum kleinsten Nenner in Fragen von ges. Regelungen.

    Der richtige Schritt wäre ein kompletter Umbau unseres Steuersystems - nicht mehr die Produktion von Gütern sollte besteuert werden, sondern der Konsum. Nicht mehr alle Produkte per se sollten frei gehandelt werden dürfen, sondern nur noch Produkte mit bestimmten Standarts. Ob nun die Callcenter wieder reimportiert werden, oder nicht, dass ist eine ganz kleine Randgeschichte dieses Problems.

    Ich bitte Sie daher inständig das Thema Globalisierung nicht mehr so einfach zu nehmen, wie Sie es in diesem Artikel handhaben. Es gilt eben das Gesetz der komperativen Kosten, der Globalisierung oder des Freihandels per se. Ohne Gesetze und Rahmenbedingungen funktioniert dieses System nicht. Ohne Gesetze und Moral ist der Mensch ein Tier.

    • keox
    • 02.05.2009 um 17:32 Uhr

    auch die Parteien des dreißigjährigen Krieges bezogen meines Wissens allesamt ihre Waffen und Ausrüstungen überwiegend von China.

    Das allerdings sagt über die Ausgestaltung der Globalisierung nichts aus.

    Das ist weiterhin eine Frage von Macht und Herrschaft.

    Sehr geehrter Herr Joffe,

    ich halte diesen Artike für inhaltlich richtig - eine Ausnahme wenn ich einen ihrer Kommentare lese. Sie sehen also, es ist nicht eine persönliche Abneigung gegen den Autor, sondern dem Inhalt geschuldet wenn Sie in den Kommentaren verissen werden. Zumindest von vielen Zeit Lesern.

    Ich halte ihre Argumente, genau so wie die meines Vorredners, für teilweise falsch. Richtig ist, die Globalisierung ist nichts neues. Sie ist (fast) so alt wie die Menschheit. Im Laufe der Zeit sind allerdings die Entfernung geschrumpft. Die Eisenbahn, der Dampfantrieb für Schiffe und später nocheinmal das Flugzeug liesen die Reisezeiten und transportierten Frachtraten explodieren. Ebenfalls die Erfindung des Containers, der sich erst gegen die Interessen der alten großen Schiffahrtsgesellschaften durchsetzen konnte, als die US-Army in Vietnam auf den Container zurückgriff. (Der Krieg war schon immer ein großer Motor für Gesellschaftliche und Wissenschaftliche Veränderungen)

    Das Kernproblem bei der ganzen Globalisierung ist nicht der "freie" Austausch von Waren, die internationale Konkurrenz, oder die Verlagerung von Arbeitsplätzen - es ist die Verrohung der Gesellschaft und des Handels. Viele Kosten entstehen in vielen Branchen durch gesetzliche Regelungen - diese wurden allerdings nicht aus "Spaß" getroffen oder um die Unternehmen zu verärgern, sondern weil die Beseitigung der Folgen - bei Nichteinhaltung - teurer ist, als die Produktion umzustellen. Diese Probleme existieren z.B. in der Textilbranche, in der in China giftige Färbungsmittel verwendet werden, die in Deutschland aus Kunden- Mitarbeiter und Umweltschutzgründen verboten sind.

    Des Pudels Kern meiner Aussage: Die "Theorie" der komperativen Kosten, bzw. der Globalisierungsgewinne, ist eben nur die halbe Wahrheit. Die Globalisierung kann, muss aber nicht, für steigende Löhne sorgen, Sie führt häufig zur Verdrängung von guter, nachprüfbarer Produktionsqualität zur Ausbeutung und Umweltverschutzung. Die Bewegung hat es versäumt, nicht nur auf den "Freihandel" zu bestehen, sondern auf den "Freihandel" bei gleichen Umweltschutzbedingungen (oder vergleichbaren.).

    Die "Callcenter" sind hier nur ein kleiner, kleiner Teilaspekt. Eine weitere wichtige Überlegung ist die Frage - wieso einige Länder in Asien so stark vom Freihandel und der Deregulierung profitieren. Ich nenne es Staatskapitalismus, also Merkantilismus in morderner Form. Es gibt in China soviele Wanderarbeiter und eine so große stille Reserve im Hinterland (wir sprechen von einer Quote im 1. Sektor von über 40% bei 1,x Milliarden Chinesen).

    D.h. der die Volkswirtschaften in Asien sind aus mehreren Gründen erfolgreich:

    1.) Sie sind autoritäre, stabile Staaten, in denen die Interessen des Staates den Interessen des Einzelnen, vor allem auch Unternehmers, übergeordnet sind - keine Fremdbestimmung von außen (zumindest weniger als in Afrika). Keine Kriege, Nachbarschaftskonflikte (auch keine Grenzziehung per Lineal)

    2.) Sie unterbieten die Preise oftmals durch günstigere Rohstoffkosten und Kosten für Mitarbeiter und Umweltschutz.

    3.) Der Staat ist nicht nur an "Gewinnen" interessiert - sondern er will vor allem die Aneignung von Know How erreichen, die Mittel hierzu sind egal. Das ist im übrigen auch ein großer Fehler der komperativen Kostentheorie bzw. der Globalisierungstheorie - Know How lässt sich einfach exportieren - der Reimport ist das viel schwieriger, dass betrifft vor allem die Industrie. Die Erfahrungskurve wird einfach nicht berücksichtigt.

    Aktuelles Beispiel für eine Industriepolitik in Asien? Die Chipindustrie. Sie ist zwar heute nicht Konkurrenzfähig, die Entwicklung neuer Technologien ist in dieser Branche allerdings normalität.

    Mein Fazit: Die Globalisierung an sich ist richtig. Das Problem ist die Organisation der internationalen Märkte und das Fehlen von Strukturen und Regeln. Hier muss endlich etwas unternommen werden. Die Globalisierung und der Freihandel hat eben auch das hässlich Stiefkind, Umwelt, sozial, Lohndumping, die Verrohung und Anonymsierung der Geschäftsbeziehungen und die Tendenz zum kleinsten Nenner in Fragen von ges. Regelungen.

    Der richtige Schritt wäre ein kompletter Umbau unseres Steuersystems - nicht mehr die Produktion von Gütern sollte besteuert werden, sondern der Konsum. Nicht mehr alle Produkte per se sollten frei gehandelt werden dürfen, sondern nur noch Produkte mit bestimmten Standarts. Ob nun die Callcenter wieder reimportiert werden, oder nicht, dass ist eine ganz kleine Randgeschichte dieses Problems.

    Ich bitte Sie daher inständig das Thema Globalisierung nicht mehr so einfach zu nehmen, wie Sie es in diesem Artikel handhaben. Es gilt eben das Gesetz der komperativen Kosten, der Globalisierung oder des Freihandels per se. Ohne Gesetze und Rahmenbedingungen funktioniert dieses System nicht. Ohne Gesetze und Moral ist der Mensch ein Tier.

    • keox
    • 02.05.2009 um 17:32 Uhr

    auch die Parteien des dreißigjährigen Krieges bezogen meines Wissens allesamt ihre Waffen und Ausrüstungen überwiegend von China.

    Das allerdings sagt über die Ausgestaltung der Globalisierung nichts aus.

    Das ist weiterhin eine Frage von Macht und Herrschaft.

  3. ...die konsequenz der krise ist letztendlich, dass die schwellenländer in ihrer entwicklung um 10 bis 15 jahre zurückgeworfen wurden.

    ob das letztendlich zu einer gerechteren oder friedlicheren welt führen wird, ist so die frage.

    aber wen kümmert das schon, wenn man stattdessen diesen miesen indischen akzent in den bankhotlines los wird.

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    Die Schwellenländer entwickeln sich weiter, werden nun allerdings gezwungen ihre Bemühungen auf wichtigere Gebiete zu verlagern. Ich weis nicht ob es als "Fortschritt" bezeichnet werden kann, wenn die Anzahl der exporgtierten DVD-Player und Nikeschuhe weiter steigt.

    Der gute und wichtige Punkt der Globalisierung war der Export von Produktionsknowhow. Hier haben die Inder und Chinesen sehr viel gelernt. Siehe z.b. der Nano - zwar wird das Auto zu 80% von Bosch gebaut - aber die lokalen Zuliefererstrukturen bestehen bereits auf internationalem Qualitätsniveau.

    Das war vor Jahren noch anders und ist es sogar noch in Ländern wie in Russland. Technisch ist China und Indien bei der Automobilzulieferindustrie weiter als Russland.

    Die Krise wird nun das Ende des Konsummotors in den USA einleuten und die Schwellenländer zwingen massiv in Infrastrukturprojekte zu investieren. Diese können gar nicht so Dumm sein, als das Sie die Produktion von billigen Schrott für Wal Mart einholen könnten.

    Der Transfer von Wissen wird sich weiter beschleunigen und der technische Rückstand zu Europa verkleinern.

    Ich möchte eine Frage in den Raum werfen, kennen Sie Star Trek oder andere Sci-Fi Filme? Haben Sie sich einmal die Frage gestellt, wann der technische Fortschritt so weit ist, dass die Menschen nicht mehr zwingend alle arbeiten müssen um die gesamte Bevölkerung mit bestimmten Gütern zu versorgen? Spätestens sobald es intelligente Roboter geben sollte. Aber vielleicht auch schon zuvor? Ich meine, wenn der Anteil, der in der Landwirtschaft beschäftigten Bevölkerung - weltweit von 80% auf 40% sinkt, bedeutet dies ein mehr an freigesetzter Arbeitskraft von 200%. Das für andere Aufgaben verfügbare Personal steigt an. von 20% auf 60% - dabei benötigen alle etablierten Branchen, wenn die Märkte weltweit erschlossen sind, immer weniger Personen für immer mehr, qualitativ besseren, Output.

    Wo sollen wir diese ganzen Menschen beschäftigen? Wieviel Schuhe, Hemden usw. DVD Player müssen wir kaufen? Und was ist der nächste Schritt, wir hatten die Schaltplatte, das Disketten, das CD und nun das DVD Laufwerk, es gibt USB Sticks für 1 € - für welche Anwendungen brauche ich "mehr"? Brauche ich das nächste Gerät?

    Ist das nicht vielleicht der Kern der Krise, dass wir zu gut wirtschaften? Das eben Vater und Mutter nicht mehr auf dem Bauernhof mithelfen müssen um alle Satt zu bekommen. Das es sogar ausreichen würde, wenn der Vater 1 mal die Woche auf das Feld geht um das halbe Dorf zu ernähren?!?

    Aber unser System nicht auf dem Output beruht, wie in der Landwirtschaft, sondern auf der "Arbeitszeit"?

    Die Schwellenländer entwickeln sich weiter, werden nun allerdings gezwungen ihre Bemühungen auf wichtigere Gebiete zu verlagern. Ich weis nicht ob es als "Fortschritt" bezeichnet werden kann, wenn die Anzahl der exporgtierten DVD-Player und Nikeschuhe weiter steigt.

    Der gute und wichtige Punkt der Globalisierung war der Export von Produktionsknowhow. Hier haben die Inder und Chinesen sehr viel gelernt. Siehe z.b. der Nano - zwar wird das Auto zu 80% von Bosch gebaut - aber die lokalen Zuliefererstrukturen bestehen bereits auf internationalem Qualitätsniveau.

    Das war vor Jahren noch anders und ist es sogar noch in Ländern wie in Russland. Technisch ist China und Indien bei der Automobilzulieferindustrie weiter als Russland.

    Die Krise wird nun das Ende des Konsummotors in den USA einleuten und die Schwellenländer zwingen massiv in Infrastrukturprojekte zu investieren. Diese können gar nicht so Dumm sein, als das Sie die Produktion von billigen Schrott für Wal Mart einholen könnten.

    Der Transfer von Wissen wird sich weiter beschleunigen und der technische Rückstand zu Europa verkleinern.

    Ich möchte eine Frage in den Raum werfen, kennen Sie Star Trek oder andere Sci-Fi Filme? Haben Sie sich einmal die Frage gestellt, wann der technische Fortschritt so weit ist, dass die Menschen nicht mehr zwingend alle arbeiten müssen um die gesamte Bevölkerung mit bestimmten Gütern zu versorgen? Spätestens sobald es intelligente Roboter geben sollte. Aber vielleicht auch schon zuvor? Ich meine, wenn der Anteil, der in der Landwirtschaft beschäftigten Bevölkerung - weltweit von 80% auf 40% sinkt, bedeutet dies ein mehr an freigesetzter Arbeitskraft von 200%. Das für andere Aufgaben verfügbare Personal steigt an. von 20% auf 60% - dabei benötigen alle etablierten Branchen, wenn die Märkte weltweit erschlossen sind, immer weniger Personen für immer mehr, qualitativ besseren, Output.

    Wo sollen wir diese ganzen Menschen beschäftigen? Wieviel Schuhe, Hemden usw. DVD Player müssen wir kaufen? Und was ist der nächste Schritt, wir hatten die Schaltplatte, das Disketten, das CD und nun das DVD Laufwerk, es gibt USB Sticks für 1 € - für welche Anwendungen brauche ich "mehr"? Brauche ich das nächste Gerät?

    Ist das nicht vielleicht der Kern der Krise, dass wir zu gut wirtschaften? Das eben Vater und Mutter nicht mehr auf dem Bauernhof mithelfen müssen um alle Satt zu bekommen. Das es sogar ausreichen würde, wenn der Vater 1 mal die Woche auf das Feld geht um das halbe Dorf zu ernähren?!?

    Aber unser System nicht auf dem Output beruht, wie in der Landwirtschaft, sondern auf der "Arbeitszeit"?

  4. Sehr geehrter Herr Joffe,

    ich halte diesen Artike für inhaltlich richtig - eine Ausnahme wenn ich einen ihrer Kommentare lese. Sie sehen also, es ist nicht eine persönliche Abneigung gegen den Autor, sondern dem Inhalt geschuldet wenn Sie in den Kommentaren verissen werden. Zumindest von vielen Zeit Lesern.

    Ich halte ihre Argumente, genau so wie die meines Vorredners, für teilweise falsch. Richtig ist, die Globalisierung ist nichts neues. Sie ist (fast) so alt wie die Menschheit. Im Laufe der Zeit sind allerdings die Entfernung geschrumpft. Die Eisenbahn, der Dampfantrieb für Schiffe und später nocheinmal das Flugzeug liesen die Reisezeiten und transportierten Frachtraten explodieren. Ebenfalls die Erfindung des Containers, der sich erst gegen die Interessen der alten großen Schiffahrtsgesellschaften durchsetzen konnte, als die US-Army in Vietnam auf den Container zurückgriff. (Der Krieg war schon immer ein großer Motor für Gesellschaftliche und Wissenschaftliche Veränderungen)

    Das Kernproblem bei der ganzen Globalisierung ist nicht der "freie" Austausch von Waren, die internationale Konkurrenz, oder die Verlagerung von Arbeitsplätzen - es ist die Verrohung der Gesellschaft und des Handels. Viele Kosten entstehen in vielen Branchen durch gesetzliche Regelungen - diese wurden allerdings nicht aus "Spaß" getroffen oder um die Unternehmen zu verärgern, sondern weil die Beseitigung der Folgen - bei Nichteinhaltung - teurer ist, als die Produktion umzustellen. Diese Probleme existieren z.B. in der Textilbranche, in der in China giftige Färbungsmittel verwendet werden, die in Deutschland aus Kunden- Mitarbeiter und Umweltschutzgründen verboten sind.

    Des Pudels Kern meiner Aussage: Die "Theorie" der komperativen Kosten, bzw. der Globalisierungsgewinne, ist eben nur die halbe Wahrheit. Die Globalisierung kann, muss aber nicht, für steigende Löhne sorgen, Sie führt häufig zur Verdrängung von guter, nachprüfbarer Produktionsqualität zur Ausbeutung und Umweltverschutzung. Die Bewegung hat es versäumt, nicht nur auf den "Freihandel" zu bestehen, sondern auf den "Freihandel" bei gleichen Umweltschutzbedingungen (oder vergleichbaren.).

    Die "Callcenter" sind hier nur ein kleiner, kleiner Teilaspekt. Eine weitere wichtige Überlegung ist die Frage - wieso einige Länder in Asien so stark vom Freihandel und der Deregulierung profitieren. Ich nenne es Staatskapitalismus, also Merkantilismus in morderner Form. Es gibt in China soviele Wanderarbeiter und eine so große stille Reserve im Hinterland (wir sprechen von einer Quote im 1. Sektor von über 40% bei 1,x Milliarden Chinesen).

    D.h. der die Volkswirtschaften in Asien sind aus mehreren Gründen erfolgreich:

    1.) Sie sind autoritäre, stabile Staaten, in denen die Interessen des Staates den Interessen des Einzelnen, vor allem auch Unternehmers, übergeordnet sind - keine Fremdbestimmung von außen (zumindest weniger als in Afrika). Keine Kriege, Nachbarschaftskonflikte (auch keine Grenzziehung per Lineal)

    2.) Sie unterbieten die Preise oftmals durch günstigere Rohstoffkosten und Kosten für Mitarbeiter und Umweltschutz.

    3.) Der Staat ist nicht nur an "Gewinnen" interessiert - sondern er will vor allem die Aneignung von Know How erreichen, die Mittel hierzu sind egal. Das ist im übrigen auch ein großer Fehler der komperativen Kostentheorie bzw. der Globalisierungstheorie - Know How lässt sich einfach exportieren - der Reimport ist das viel schwieriger, dass betrifft vor allem die Industrie. Die Erfahrungskurve wird einfach nicht berücksichtigt.

    Aktuelles Beispiel für eine Industriepolitik in Asien? Die Chipindustrie. Sie ist zwar heute nicht Konkurrenzfähig, die Entwicklung neuer Technologien ist in dieser Branche allerdings normalität.

    Mein Fazit: Die Globalisierung an sich ist richtig. Das Problem ist die Organisation der internationalen Märkte und das Fehlen von Strukturen und Regeln. Hier muss endlich etwas unternommen werden. Die Globalisierung und der Freihandel hat eben auch das hässlich Stiefkind, Umwelt, sozial, Lohndumping, die Verrohung und Anonymsierung der Geschäftsbeziehungen und die Tendenz zum kleinsten Nenner in Fragen von ges. Regelungen.

    Der richtige Schritt wäre ein kompletter Umbau unseres Steuersystems - nicht mehr die Produktion von Gütern sollte besteuert werden, sondern der Konsum. Nicht mehr alle Produkte per se sollten frei gehandelt werden dürfen, sondern nur noch Produkte mit bestimmten Standarts. Ob nun die Callcenter wieder reimportiert werden, oder nicht, dass ist eine ganz kleine Randgeschichte dieses Problems.

    Ich bitte Sie daher inständig das Thema Globalisierung nicht mehr so einfach zu nehmen, wie Sie es in diesem Artikel handhaben. Es gilt eben das Gesetz der komperativen Kosten, der Globalisierung oder des Freihandels per se. Ohne Gesetze und Rahmenbedingungen funktioniert dieses System nicht. Ohne Gesetze und Moral ist der Mensch ein Tier.

    Antwort auf "Ein großer Popanz!"
  5. Die Schwellenländer entwickeln sich weiter, werden nun allerdings gezwungen ihre Bemühungen auf wichtigere Gebiete zu verlagern. Ich weis nicht ob es als "Fortschritt" bezeichnet werden kann, wenn die Anzahl der exporgtierten DVD-Player und Nikeschuhe weiter steigt.

    Der gute und wichtige Punkt der Globalisierung war der Export von Produktionsknowhow. Hier haben die Inder und Chinesen sehr viel gelernt. Siehe z.b. der Nano - zwar wird das Auto zu 80% von Bosch gebaut - aber die lokalen Zuliefererstrukturen bestehen bereits auf internationalem Qualitätsniveau.

    Das war vor Jahren noch anders und ist es sogar noch in Ländern wie in Russland. Technisch ist China und Indien bei der Automobilzulieferindustrie weiter als Russland.

    Die Krise wird nun das Ende des Konsummotors in den USA einleuten und die Schwellenländer zwingen massiv in Infrastrukturprojekte zu investieren. Diese können gar nicht so Dumm sein, als das Sie die Produktion von billigen Schrott für Wal Mart einholen könnten.

    Der Transfer von Wissen wird sich weiter beschleunigen und der technische Rückstand zu Europa verkleinern.

    Ich möchte eine Frage in den Raum werfen, kennen Sie Star Trek oder andere Sci-Fi Filme? Haben Sie sich einmal die Frage gestellt, wann der technische Fortschritt so weit ist, dass die Menschen nicht mehr zwingend alle arbeiten müssen um die gesamte Bevölkerung mit bestimmten Gütern zu versorgen? Spätestens sobald es intelligente Roboter geben sollte. Aber vielleicht auch schon zuvor? Ich meine, wenn der Anteil, der in der Landwirtschaft beschäftigten Bevölkerung - weltweit von 80% auf 40% sinkt, bedeutet dies ein mehr an freigesetzter Arbeitskraft von 200%. Das für andere Aufgaben verfügbare Personal steigt an. von 20% auf 60% - dabei benötigen alle etablierten Branchen, wenn die Märkte weltweit erschlossen sind, immer weniger Personen für immer mehr, qualitativ besseren, Output.

    Wo sollen wir diese ganzen Menschen beschäftigen? Wieviel Schuhe, Hemden usw. DVD Player müssen wir kaufen? Und was ist der nächste Schritt, wir hatten die Schaltplatte, das Disketten, das CD und nun das DVD Laufwerk, es gibt USB Sticks für 1 € - für welche Anwendungen brauche ich "mehr"? Brauche ich das nächste Gerät?

    Ist das nicht vielleicht der Kern der Krise, dass wir zu gut wirtschaften? Das eben Vater und Mutter nicht mehr auf dem Bauernhof mithelfen müssen um alle Satt zu bekommen. Das es sogar ausreichen würde, wenn der Vater 1 mal die Woche auf das Feld geht um das halbe Dorf zu ernähren?!?

    Aber unser System nicht auf dem Output beruht, wie in der Landwirtschaft, sondern auf der "Arbeitszeit"?

    Antwort auf "ei schmarrn,"
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    LOGIK-RATIO schrieb: Ist das nicht vielleicht der Kern der Krise, dass wir zu gut wirtschaften? Das eben Vater und Mutter nicht mehr auf dem Bauernhof mithelfen müssen um alle Satt zu bekommen. Das es sogar ausreichen würde, wenn der Vater 1 mal die Woche auf das Feld geht um das halbe Dorf zu ernähren?!?

    ....., aber mir scheint es, dass eher die Inrentabilität der hohen Produktiviät zur gegenwärtigen Krise geführt hat. Ich will mal meinen Gedanken erläutern.
    Die Industrie stellt Produkte her,um die Bedürfnisse der Gesellschaft zu befriedigen.
    Dazu ist Investment nötig, um zu entwickeln, produzieren und zu vermarkten. Die dafür erforderlichen Mittel werden gewinnversprechend geliehen. Das geht so lange gut, bis eine Sättigung des Marktes eingetreten ist. (meinetwegen DVD Player) Um weiter die versprochenen Gewinne und Gewinnanteile zu erwirtschaften, ist man bei eintretender Marktsättigung gezwungen, effektiver zu wirtschaften. Man kann Kosten senken, um mit attraktiveren Preisen den Kreislauf am Laufen zu halten, was sich allerdings auch auf die Kaufkraft auswirkt (Lohnsenkung, Arbeitsplatzverlagerung, Stufe eins der Globalisierung, etc....) oder neue Bedürfnisse schaffen (Drittwagen, Zweitlaptop, ....pp) . Diese Bedürfnisse sind aber nicht unendlich erweiterbar, ebensowenig die Kostensenkung. Irgendwann tritt also der Fall ein, dass die Investments (Geld profitabel an die Industrie verleihen) nicht mehr lohnen, da die hohe Produktivität keinen entsprechend großen Markt mehr findet. So summieren sich unprofitable Investments (Schulden) Das Ganze kann noch eine Weile mit Verrechnungstricks in der Finanzbranche (Scheingeschäfte, Blasen) kaschiert werden, mit der Hoffnung auf Verbesserung. Aber letztlich sind buchhalterisch auch diese Instrumente endlich, bis sie nicht weiter strapaziert werden können.
    Um der hohen Produktivität einen entsprechenden Markt gegenüberstellen zu können, werden viele nichtproduktive Handlungen in Kaufkraft honoriert. (siehe unsere Arbeitswelt) Ebenso wird der Aufwand für die Vermarktung immer größer und schnell- lebiger.
    Man kann das auf alle Bereiche anwenden, auf die Güterproduktion, die Nahrungsmittelproduktion (mir ist bewusst, dass Nahrungsmittel ins Meer gekippt werden, um Preise (Profite) zu halten bzw. die Subventionierung aus Gründen der Profitabilität auf Kosten Dritter stattfindet),auf das Kulturwesen, auf gehyp(o)tes Real Estate, ABM, Sozialleistungen etc.

    Dass man nun in der Lage ist, effektiv Märkte zu übersättigen, ist dem technologischen Fortschritt zu verdanken. Was die "Krise" vielleicht mit lösen könnte ist entweder der Verzicht auf die reine Maximierung (Profitmaximierung) und damit auch ein Abrücken vom Dogma der Vollbeschäftigung (Halbtags für Alle) oder ein gerechteres weltweites Teilen der Produktivität.(Stufe zwei der Globalisierung) Beides erfordert eine Veränderung des Bewusstseins von allen Menschen. Im Grunde genommen müssen wir uns nun mit unseren Möglichkeiten weiter entwickeln (Rückkoppelung) .
    Man kann natürlich auch alles kaputt hauen, um von Vorn anzufangen, aber diese Option, so glaube ich, ziehen die wenigsten in Erwägung. (so hoffe ich inständig)

    Man muss auch bedenken, wie wir mit einer evtl. möglichen vollautomatisierten Produktionsweise mittels künstlicher Intelligenz umgehen werden. Spätestens dann bräuchten wir neue Konzepte. Das aber nur als illusorischer Gedanke.

    Liebe(r) Logik-Ratio, ich finde Ihren Gedanken sehr inspirierend, weil er für mich die richtige Fragestellung beinhaltet.

    schönen Abend

    LOGIK-RATIO schrieb: Ist das nicht vielleicht der Kern der Krise, dass wir zu gut wirtschaften? Das eben Vater und Mutter nicht mehr auf dem Bauernhof mithelfen müssen um alle Satt zu bekommen. Das es sogar ausreichen würde, wenn der Vater 1 mal die Woche auf das Feld geht um das halbe Dorf zu ernähren?!?

    ....., aber mir scheint es, dass eher die Inrentabilität der hohen Produktiviät zur gegenwärtigen Krise geführt hat. Ich will mal meinen Gedanken erläutern.
    Die Industrie stellt Produkte her,um die Bedürfnisse der Gesellschaft zu befriedigen.
    Dazu ist Investment nötig, um zu entwickeln, produzieren und zu vermarkten. Die dafür erforderlichen Mittel werden gewinnversprechend geliehen. Das geht so lange gut, bis eine Sättigung des Marktes eingetreten ist. (meinetwegen DVD Player) Um weiter die versprochenen Gewinne und Gewinnanteile zu erwirtschaften, ist man bei eintretender Marktsättigung gezwungen, effektiver zu wirtschaften. Man kann Kosten senken, um mit attraktiveren Preisen den Kreislauf am Laufen zu halten, was sich allerdings auch auf die Kaufkraft auswirkt (Lohnsenkung, Arbeitsplatzverlagerung, Stufe eins der Globalisierung, etc....) oder neue Bedürfnisse schaffen (Drittwagen, Zweitlaptop, ....pp) . Diese Bedürfnisse sind aber nicht unendlich erweiterbar, ebensowenig die Kostensenkung. Irgendwann tritt also der Fall ein, dass die Investments (Geld profitabel an die Industrie verleihen) nicht mehr lohnen, da die hohe Produktivität keinen entsprechend großen Markt mehr findet. So summieren sich unprofitable Investments (Schulden) Das Ganze kann noch eine Weile mit Verrechnungstricks in der Finanzbranche (Scheingeschäfte, Blasen) kaschiert werden, mit der Hoffnung auf Verbesserung. Aber letztlich sind buchhalterisch auch diese Instrumente endlich, bis sie nicht weiter strapaziert werden können.
    Um der hohen Produktivität einen entsprechenden Markt gegenüberstellen zu können, werden viele nichtproduktive Handlungen in Kaufkraft honoriert. (siehe unsere Arbeitswelt) Ebenso wird der Aufwand für die Vermarktung immer größer und schnell- lebiger.
    Man kann das auf alle Bereiche anwenden, auf die Güterproduktion, die Nahrungsmittelproduktion (mir ist bewusst, dass Nahrungsmittel ins Meer gekippt werden, um Preise (Profite) zu halten bzw. die Subventionierung aus Gründen der Profitabilität auf Kosten Dritter stattfindet),auf das Kulturwesen, auf gehyp(o)tes Real Estate, ABM, Sozialleistungen etc.

    Dass man nun in der Lage ist, effektiv Märkte zu übersättigen, ist dem technologischen Fortschritt zu verdanken. Was die "Krise" vielleicht mit lösen könnte ist entweder der Verzicht auf die reine Maximierung (Profitmaximierung) und damit auch ein Abrücken vom Dogma der Vollbeschäftigung (Halbtags für Alle) oder ein gerechteres weltweites Teilen der Produktivität.(Stufe zwei der Globalisierung) Beides erfordert eine Veränderung des Bewusstseins von allen Menschen. Im Grunde genommen müssen wir uns nun mit unseren Möglichkeiten weiter entwickeln (Rückkoppelung) .
    Man kann natürlich auch alles kaputt hauen, um von Vorn anzufangen, aber diese Option, so glaube ich, ziehen die wenigsten in Erwägung. (so hoffe ich inständig)

    Man muss auch bedenken, wie wir mit einer evtl. möglichen vollautomatisierten Produktionsweise mittels künstlicher Intelligenz umgehen werden. Spätestens dann bräuchten wir neue Konzepte. Das aber nur als illusorischer Gedanke.

    Liebe(r) Logik-Ratio, ich finde Ihren Gedanken sehr inspirierend, weil er für mich die richtige Fragestellung beinhaltet.

    schönen Abend

  6. (entfernt. Bitte formulieren SIe Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)
    ach,ich hoffe,dass sie akzentfreies englisch sprechen in stanford-nicht,dass die amis ihren sermon auf grund ihres dinglish ablehnen und nicht auf grund des inhaltes.
    ich hoffe das,da sonst zu befürchten wäre,das sie als "herrausragender deutscher intellektueller" wahrgenommen werden könnten.
    des weiteren bitte ich sie,meine einlassungen nicht als angriff auf ihre person zu verstehen(was mir bei gott nicht zustehen würde),sondern als kritik an ihrer intellektuellen "potenz"
    ich wünsche noch einen schönen tag
    -und immer schön die hände waschen :-)

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    • keox
    • 02.05.2009 um 18:03 Uhr

    Jede Zeit hat ihre Problemkinder.

    Auffällig jedoch, wieder einmal, die Ichbezogenheit der - ach, ich sag´s trotzdem - Argumentation.

    Natürlich mag es für einen gebildeten, distinguierten Gentleman deutscher Prägung einem Affront gleichkommen, sich einem fremden Akzent ausgeliefert zu sehen.

    Ja, natürlich, man bedenke.

    Trotzdem wäre es ein Zeichen von Intellektualität, Genauigkeit, Moral oder auch Redlichkeit gewesen, auch die wirklichen Schäden dieser Art von Globalisierung zu erwähnen.

    tempi passati

    • keox
    • 02.05.2009 um 18:03 Uhr

    Jede Zeit hat ihre Problemkinder.

    Auffällig jedoch, wieder einmal, die Ichbezogenheit der - ach, ich sag´s trotzdem - Argumentation.

    Natürlich mag es für einen gebildeten, distinguierten Gentleman deutscher Prägung einem Affront gleichkommen, sich einem fremden Akzent ausgeliefert zu sehen.

    Ja, natürlich, man bedenke.

    Trotzdem wäre es ein Zeichen von Intellektualität, Genauigkeit, Moral oder auch Redlichkeit gewesen, auch die wirklichen Schäden dieser Art von Globalisierung zu erwähnen.

    tempi passati

    • Hipper
    • 02.05.2009 um 14:43 Uhr

    Globalisierung wie im Lehrbuch? Na, dann wird die hier versammelte Informationselite mir sicher mal kurz die Namen 5 chinesischer Unternehmen nennen können? Nicht? Das mag daran liegen, dass die wichtigen Produktionskapazitäten westlichen Unternehmen gehören! So hat sich David Ricardo den Außenhandel (inkl. komparativer Kostenvorteile) nicht vorgestellt - u.a. darauf wies unlängst der Nobelpreisträger Paul Samuelson hin. Also nix Lehrbuch!

  7. Inder am Telefon – dass wäre mit Sicherheit auch das einzige gewesen, was meine Oma an der Globalisierung bemängelt hätte, wenn sie diese noch in heutigem Ausmaß hätte erleben müssen. Wie immer schreibt Josef Joffe wenig substanzielles zur Sache. Es ist vielmehr eine weitere Variation seines eigentlichen Themas: Wie denkt und fühlt ein Mann, über den die Entwicklung der Welt seit langem hinweg gegangen ist? Man muß es ihm zugute halten – kaum einer schreibt über sich selbst so schonungslos offen, wie Josef Joffe in der ZEIT.

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    "Wie denkt und fühlt ein Mann, über den die Entwicklung der Welt seit langem hinweg gegangen ist?"

    Vielleicht muss ein Mensch erstmal "ganz unten" gewesen sein, bevor er aufhört aus einer Feldherren-Position über alle Ereignisse zu schwadronieren.

    Bei JJ bestand diese Gefahr wohl nie, immerhin ist er an der Spitze eingestigen, war (noch aus Harvard) gut mit Holtzbrincks Zeitungschef Michael Grabner befreundet. Ein echter Leistungsträger halt und gut verwoben mit allen nenneswerten privaten Klüngelgemeinschaften und nicht zu vergessen ständiger Gast bei den Bilderberger Konferenzen.

    "Wie denkt und fühlt ein Mann, über den die Entwicklung der Welt seit langem hinweg gegangen ist?"

    Vielleicht muss ein Mensch erstmal "ganz unten" gewesen sein, bevor er aufhört aus einer Feldherren-Position über alle Ereignisse zu schwadronieren.

    Bei JJ bestand diese Gefahr wohl nie, immerhin ist er an der Spitze eingestigen, war (noch aus Harvard) gut mit Holtzbrincks Zeitungschef Michael Grabner befreundet. Ein echter Leistungsträger halt und gut verwoben mit allen nenneswerten privaten Klüngelgemeinschaften und nicht zu vergessen ständiger Gast bei den Bilderberger Konferenzen.

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