Forschungspolitik Geist macht Geld
Die Krise lässt sich auch nutzen – als Katalysator für Ideen und Allianzen

© Erdbeermarmelade/Photocase
Kluge Ideen für Forschung und Innovation: In Krisenzeiten sollte in die Zukunft investiert werden
In schweren Zeiten rücken Menschen enger zusammen. Forschungsministerin Annette Schavan macht sich diesen Effekt zunutze. Wie am Mittwoch dieser Woche in Berlin versammelt sie Politik, Wirtschaft und Wissenschaft um einen Tisch, stiftet Allianzen und lässt Strategien schmieden, die von vielen getragen werden.
Peter Löscher (Siemens) trifft in Berlin auf Hans-Jörg Bullinger (Fraunhofer-Gesellschaft), um »innovationspolitische Impulse« zu setzen. Stefan Marcinowski (BASF) diskutiert mit Günter Stock (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) über die Zukunft der Gesundheitsforschung. Dass die vom Ministerium veranstaltete Konferenz durchaus mehr entzünden kann als ein rhetorisches Strohfeuer, liegt gerade in der Krise begründet.
Mit Unternehmern und Forschern versammelt Schavan die wichtigsten Kräfte für den Weg aus dem Tal um sich. Das zeugt von politischem wie historischem Gespür. »Präsident Franklin D. Roosevelt hat in den dreißiger Jahren als Reaktion auf die Große Depression eine Verdreifachung des Forschungsbudgets durchgesetzt«, erinnerte Schavan in Berlin. »Das war eine der Grundlagen für die jahrzehntelange Technologieführerschaft, in deren Folge die USA eine Phase wirtschaftlicher Prosperität erlebten.«
Forschung kann zu Innovation, Innovation zu Wachstum und Wachstum zu Wohlstand führen, das hat auch die Bevölkerung längst verstanden. Das Institut für Demoskopie Allensbach hat anlässlich des 60. Geburtstags der Republik nach den Vätern des Erfolgs gefragt. Die Deutschen nannten neben sich selbst als Staatsbürgern (81 Prozent) und den Unternehmern (76 Prozent) vor allem Wissenschaftler und Ingenieure (68 und 63 Prozent). Auswege aus der Krise sehen die Bundesbürger außer in einer finanziellen Entlastung durch Steuersenkungen vor allem darin, »Unternehmen zu fördern, die verstärkt in zukunftsfähige Technologien investieren«, und es »Unternehmen zu erleichtern, Kredite zu erhalten«.
Genau hier will Schavan Akzente setzen. Sie schlägt vor, Investitionen in Forschung und Entwicklung steuerlich zu begünstigen, innovative Start-ups von Sozialabgaben zu befreien und die Bedingungen für Risikokapitalgeber zu verbessern.
Die Ministerin befindet sich bereits im Wahlkampf, die Pläne sind bisher nicht mehr als vorläufige Entwürfe für einen künftigen Koalitionsvertrag. Der Ansatz aber ist richtig. Enger zusammenrücken kann heißen, sich gemeinsam vor der Krise zu verstecken. Oder aber, sie gemeinsam zu nutzen: mit Investitionen in Bildung und damit in junge Talente, mit Freiraum für Fantasien, mit finanziellen Anreizen für die Forschung, mit nachhaltigen Ideen für das vielfach beschworene »neue Wachstum«.
- Datum 06.05.2009 - 16:27 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 07.05.2009 Nr. 20
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Erfindet einer der Studenten oder Doktoranden ein neues Verfahren oder Produkt welches zu einer Innovations fuehren koennten so hat der Erfinder selbst gar nicht davon. Nehmen wir als beispiel den Doktoranden, der bezahlt wird um Dienstleistungen an der Uni (Lehre, Prakatika) auszufuehren. Genau diese sogenannte halbe Stelle meistens wird als ganze Stelle ausgenutzt damit verbleibt dem Doktoranden selbst nur noch die Zeit danach oder am Wochenende wo er seiner Forschung nachgehen kann. Bei dem Stundenlohn verdient man als Reinigungskraft mehr. Hat er nun Erfolg und erfindet etwas so stehen im keine Rechte zu, da er das ja an der Uni gemacht hat und erhaelt einen mickrigen Teil seiner eigenen Erfindung wofuer er offiziell keinen Cent Lohn gesehen hat. Mit dieser vertragen Rechtslage sollte erst dies geklaert werden bevor man von weiteren Innovationen spricht.
Um mal ganz bloed zu fragen wieso sollte man das machen wo man selber eigentlich nur Verluste macht und nur die Ausbeuter (Professoren und Uni) den Reibach machen. Es waere doch besser die Idee fuer sich zu behalten und spaeter unabhaengig oder in einer Firma dieses entwickeln wofuer man dann besser entlohnt wird als an der Uni.
Auch dann, wenn man im Unternehmen etwas, was patentwürdig ist, erfindet, bekommt man nur symbolisch was.
Schon früher, aber besonders in der Zeit der Globalisierung, zeigt man mit dem Patent der ganzen Welt, wie man was Neues macht.
Aus meiner Erfahrung ist wesentlich wichtiger in Freiheit zu arbeiten, weil erst dann kann man was Neues finden und nicht unter dem Zeitdruck zu forschen oder entwickeln.
Netter Denkansatz!
Wenn ich aber sehe, wie verzweifelt sich die Politik im Moment z.B. um den Hals der Autoindustrie von vorgestern wirft kommen mir doch erhebliche Zweifel am wirklichen Willen zu mutigem Fortschritt.
Jede Mark aus der Abwrackprämie wäre in jedem Kindergarten/Schule/Hochschule/Uni oder in wirklich innovativen Start-ups aus der "regenerativen Energiesparte" besser angelegt gewesen.
Ach so, bei den Konjunkurpaketen ging es ohnehin nur um Blendwerk für den Wahlkampf?!?! Na dann, Glückwunsch! Ziel erreicht!
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