Papstbesuch Auf dem heiklen Stuhl

Schwierige Mission im Heiligen Land: Beim Besuch von Benedikt XVI. in Israel steht die Zukunft seines Pontifikats auf dem Spiel

Begrüßungstransparent für den Papst in Joranien, Madaba am 5. Mai

Begrüßungstransparent für den Papst in Joranien, Madaba am 5. Mai

Seitdem er Papst geworden ist, hat Joseph Ratzinger nicht mehr ein Leben, sondern zwei. Das wichtigste Verkehrsmittel von Benedikt XVI. ist darum nicht das Papamobil. Es ist der Aufzug, der seine zwei Leben verbindet. Das eine findet im zweiten Stock des apostolischen Palastes am Petersplatz statt, es ist das Leben für die Staatsbesucher, Bischofsdelegationen und Fernsehkameras. Das andere, im dritten Stock, ist stiller, privater und zugleich wichtiger: Hier wird geschlafen, gebetet und gegessen, aber auch beraten und regiert. Anders als im offiziellen Aufzug im Palast, der über reichlich Platz, Pracht und einen Fahrstuhlführer verfügt, wird es im privaten Papstlift schon drangvoll eng, wenn mehr als zwei Benutzer gleichzeitig einsteigen. Allerdings ist das selten der Fall. Abgesehen vom Papst hat noch sein Sekretär eine Unterkunft im Obergeschoss. Neben den Druckknöpfen im Aufzug markieren zwei farbige Zettel die Stockwerke, gelb der eine, weiß der andere, damit auch der dritte regelmäßige Liftfahrer sich zurechtfindet, wenn er auf Besuch ist: Georg Ratzinger, der große Bruder, dessen Augen sich schwertun, die Ziffern zu lesen.

Der Privatlift des Papstes verbindet nicht nur zwei Etagen des Palastes, sondern auch die zwei Welten eines sehr besonderen älteren Herrn: Gott und die Politik. Zwischen diesen zwei Anforderungen ist der Papst, das hat man gelernt, immer für einen Fehler gut. Die Gefahr ist nirgends so groß wie auf seiner nächsten, der schwierigsten Reise, die ihn Ende der Woche ins Heilige Land führt. In Israel, wo der Spielraum angemessener Worte und Gesten für jeden Deutschen minimal ist, wird die Welt mit angehaltenem Atem den Pontifex agieren sehen.

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Benedikt reist mit schwerem Gepäck: Es ist die Reise eines Papstes, der schon von Amts wegen die Last von zwei Jahrtausenden christlich-jüdischer Geschichte mit sich trägt – eine Geschichte der Diskriminierung und Verfolgung von Juden durch Christen. Es ist die Reise eines Deutschen der Kriegsgeneration in den Staat Israel, der als Antwort auf die Schoah gegründet wurde. Und es ist die Reise Joseph Ratzingers, der persönlich die Beziehungen der Kirche zum Judentum belastete: Er hat für die lateinische katholische Messe einen Gebetstext formuliert, in dem Kritiker den arroganten Geist christlicher Judenmission wiederaufleben sahen. Vor allem aber erließ Benedikt XVI. Anfang des Jahres vier Bischöfen der traditionalistischen Pius-Bruderschaft die Exkommunikation, bevor er erfuhr, dass einer davon ein Holocaust-Leugner war. Er fährt nach Israel wie auf Bewährung. Im fünften Jahr seines Pontifikats, im Alter von 82 Jahren, ist Benedikt XVI. der Papst, der sich beweisen muss.

Wie ein Fluch, wie ein böser Zauber hat sich das Missgeschick an die Fersen dieses Mannes geheftet – und ihn zu einem Papst in der Defensive werden lassen. Sein bedeutender, ja historischer Besuch 2006 in der Blauen Moschee von Istanbul wirkte vor allem als Wiedergutmachung für die Rede von Regensburg. An seiner alten Universität hatte er noch einmal wie der Professor, der er einst war, über die Stärken und Schwächen von Religionen philosophieren wollen – und die muslimische Welt in Aufruhr versetzt. Sein Satz vom April 2009, Kondome vergrößerten nur die Gefahr von Aids – gefallen im Flugzeug Richtung Jaunde, Kamerun –, stellte fast völlig in den Schatten, was das Oberhaupt von einer Milliarde Katholiken in Afrika vermitteln wollte. Beinahe vergessen ist da schon wieder der Bischofskandidat für Linz, ein skurriler Hardliner, den Rom zurückziehen musste nach nie gekannten Protesten von Klerus und Kirchenvolk. Von »zyklischen Krisen« des Pontifikats spricht darum Marco Politi, der Vatikanexperte der römischen Zeitung La Repubblica. Eine Öffentlichkeit, die halbwegs bereit war, dem Papst eine Chance zu geben, kehrt zu ihrem alten Bild vom »Panzerkardinal« Ratzinger zurück. Hat Benedikt XVI. noch eine Chance?

Wer den Papst besucht, den erwartet die Farbenpracht der Schweizer Garde und dahinter eine Welt der Gobelins, goldenen Sessel und reich verzierten Kassettendecken. Wer dagegen den Oberrabiner von Rom besucht, keine fünf Kilometer vom Vatikan entfernt, dem öffnet sich eine Seitentür der Synagoge und gibt den Blick frei auf Wände, die lange keine frische Farbe gesehen haben, auf Kabel, die unverputzt aus dem Mauerwerk quellen. Jahrhundertelang bildeten die Straßenzüge um die Synagoge herum das Ghetto von Rom, eingerichtet von den Päpsten, die damals auch weltliche Herrscher der Stadt waren. Den jüdischen Bewohnern legten sie Bürden auf, die sie in Bedrückung hielten und ihnen allenfalls Nischen zum Atmen ließen.

Seit fast 150 Jahren ist das jetzt vorbei, 1870 mussten die Päpste ihre weltliche Macht an den neu begründeten italienischen Staat abgeben. Die Juden wurden freie Bürger, und heute werben Restaurants im Umkreis der Synagoge selbstbewusst mit koscherer Küche um hungrige Touristen. Das Machtgefälle von einst wirkt trotzdem nach. Und so sitzt Oberrabiner Riccardo di Segni in einem Hinterzimmer der Synagoge und zeigt durchaus Verständnis für die Schwierigkeiten eines Kirchenfürsten: »Sehen Sie, der Papst leitet eine große Institution. Von den vielen Problemen, die ihn beschäftigen müssen, sind die jüdischen wahrscheinlich ziemlich am Ende der Liste.«

Wenn der Mann wüsste! Mögen die Weltmedien den Fall des Holocaust-Leugners Bischof Williamson hinter sich gelassen haben, im Vatikan wirkt er wie ein Brandbeschleuniger. »Es waren vielleicht die zwei schwierigsten Wochen im Pontifikat«, sagt ein wichtiger Geistlicher, der auf Anonymität besteht, »und die Brandstellen tun alle noch weh.« Im Gespräch mit einem Ordensmann fällt gar ein Satz, der sonst an ein Sakrileg grenzte: »Wenn er heute stirbt…« Dahinter steht die Frage: Was bliebe dann?

Die Sorge in Rom um dieses Pontifikat ist existenziell. Aber gilt das auch für den Palast selbst, das Zentrum der päpstlichen Autorität? Die Mauern werden dicker, die Bitten um Diskretion dringlicher, aber, ja, der Stoß, der Schock traf ins Zentrum. Ein Satz muss genügen: »Es ging in Richtung Karfreitag.« An Karfreitag wurde Jesus Christus gekreuzigt.

Von den Gesprächspartnern, die im Vorfeld der Israel-Reise zu sprechen waren – Kirchenhierarchen und Kurienbeamte, Vatikan-Insider und Papstbegleiter, jüdische Vertreter und weltliche Beobachter –, verrieten die Insider die größte Besorgnis. Fast nur noch Jesuitenpater Federico Lombardi, Leiter des päpstlichen Presseamtes Sala Stampa, versucht den Eindruck aufrechtzuerhalten, die Probleme seien vorübergehend. »Wir wollen keine Pannen provozieren«, sagt er, »aber wenn so was passiert, ist das nicht das Ende der Kirche.« Hinter zugezogenen Vorhängen und unter verblichenen Strohblumengestecken reibt sich ein Mann ohne Chance die übermüdeten Augen. Anders als Johannes Pauls jahrzehntelanger Sprecher, der Opus-Dei-Mann Navarro-Valls, bekommt Lombardi seinen Chef kaum zu sehen; oft wird er erst gerufen, wenn das Kind schon überm Brunnen hängt. Qua Amt Image-Retter für einen Mann zu sein, von dem selbst Wohlmeinende sagen, er sei kein »Genie des Image«, muss eine niederdrückende Aufgabe sein. Trotzdem, für alle, die vorschnell über Benedikt zu Gericht sitzen, hat sein Sprecher einen Tipp parat, der gerade in seinem eigenwilligen Deutsch eindringlich wirkt: »Man muss mit Gleichgewicht urteilen.«

Die goldene Tischuhr in einem der Säle des päpstlichen Palastes schlägt Viertel vor sieben am Abend. Draußen streben die Touristen den billigen Pizzerien und Abendlokalen zu. Drinnen lassen Benedikt und sein Sekretär die kühlen Räume des Palastes hinter sich. Könnte man über die Mauer blicken, man sähe zwei Männer langsam durch die üppig-grüne Frühjahrsherrlichkeit der Vatikanischen Gärten spazieren. Dann beten sie gemeinsam.

An der Spitze der katholischen Kirche steht heute ein Intellektueller, der zu den Schlüsselthemen der Gegenwart nicht weniger zu sagen hat als weltliche Köpfe wie Habermas oder Rushdie. Der mit dem Christentum einen dritten Weg zwischen Fundamentalismus und Relativismus sucht – also ungefähr das, wonach jeder denkende Zeitgenosse sich sehnt. Und Benedikt ist mehr als ein kluger Mann. Die Jahrzehnte der Einübung eines geistlichen Weges haben Spuren hinterlassen. Es geht von ihm, in seinen besten Stunden, auch ein zarter Zauber aus.

Dieser Benedikt ist eine kostbare, gefährdete Spätblüte Europas, sein Pontifikat so etwas wie eine Arche für die Schätze des Abendlandes, vom Latein bis zu den Heiligen. Ein Mann, der in Worten, die nicht aus Plastik sind, die großen Fragen stellen kann: Gibt es Gott? Wie sollen wir leben? Was ist der Mensch? Benedikts Treffen mit amerikanischen Katholiken, die als Kinder und Jugendliche von Priestern missbraucht worden sind, war von bewegender Demut. Es hat etwas Bitteres, Tragisches, wenn ausgerechnet die Chance dieses Sensiblen und Hochbegabten verspielt wird, wenn ihm die Verkündigung im Halse stecken bleibt.

Über sich sagt er im kleinen Kreis in letzter Zeit häufiger, mit einer Mischung aus Seufzer und bayerischem Schalk: »Ich bin ein altes Mandl.« Würde er sich gern in seine Studierstube zurückziehen? Schreibt er deshalb bereits an seinem zweiten Jesus-Buch? »Es gibt alte Leute, die werden immer einsamer, ängstlicher, enger«, befürchtet ein Kurialer, der mit Ratzinger, dem Kardinal, noch öfters im Austausch stand. Nein, behauptet ein anderer, der ihn regelmäßig beim Regieren erlebt, er ist eher zupackender geworden, »entschiedener in seinen Entscheidungen«.

Zu seinen repräsentativen Aufgaben pflegt er trotzdem ein nüchternes Verhältnis. Gewiss, schon im Vorraum zu den Empfangsräumen hängt links ein Jesus von El Greco und rechts einer von Albrecht Dürer. Sicher, er begrüßt Staatsgäste in einer sogenannten Bibliothek, die auch mit Büchern ausgestattet ist, vor allem aber mit zwei vergoldeten Telefonen, die ausschauen wie aus einem James-Bond-Film der sechziger Jahre. Und einmal, als Putin ihn unbedingt zu einer vorgegebenen Zeit erreichen wollte, da hat der Papst sogar den goldenen Hörer abgehoben. Ansonsten telefoniert er fast ausschließlich »oben«, in seinem privaten Arbeitszimmer, auf einem Apparat ganz ohne Glamour.

Neulich etwa wollte ihn die deutsche Kanzlerin unbedingt sprechen, um ihrer harschen Kritik an seinem Williamson-Auftritt einige versöhnliche Worte hinterherzuschicken. Viel geholfen hat der Anruf wohl nicht. Der Schmerz, von einer christlichen Politikerin (und sei sie auch Protestantin) öffentlich angegangen zu werden, scheint weiter tief zu sitzen.

»Es herrscht schon fast so etwas wie ein Dogma von der Fehlbarkeit des Papstes: Alles, was er sagt, ist falsch!« Obwohl Andrea Riccardi ein enger Vertrauter von Johannes Paul II. war, findet er dessen Nachfolger ungerecht beurteilt. »Der tote Papst«, stellt er halb amüsiert, halb bitter fest, »ist immer der beste.« Riccardi ist jemand, den es nach einem weltlich-politischen Rechts-links-Schema gar nicht geben dürfte: Gründer einer von 1968 inspirierten katholischen Laienbewegung, die gegen die Todesstrafe kämpft und Aids-Kranke pflegt – und zugleich papsttreu bis in die Fingerspitzen, mit allerbesten Verbindungen in die Spitze der Kurie.

Das Hauptquartier von Riccardis »Gemeinschaft von Sant’Egidio«, ein ehemaliges Kloster im einst armen, längst schick gewordenen römischen Stadtviertel Trastevere, war auch Schauplatz in jenem historischen Drama, das die Beziehungen zwischen Kirche und Judentum bis heute überschattet: der Verfolgung und Vernichtung der Juden unter dem Nationalsozialismus. Als die deutschen Besatzer der Ewigen Stadt am 16. Oktober 1943 in einer Razzia Jagd auf die römischen Juden machten, da fanden viele der Gesuchten in Kirchen und Ordenshäusern Unterschlupf – auch im Konvent von Sant’Egidio. Aber aus dem Vatikan, vom damals regierenden Papst Pius XII., kam kein klares öffentliches Wort gegen den Holocaust, während des gesamten Zweiten Weltkriegs nicht.

Johannes Paul II. und Benedikt XVI. dagegen nennt Riccardi »zwei Zeugen der Schoah«. Joseph Ratzinger, erklärt er, »war einer der Theologen, die am meisten für die Annäherung von Christentum und Judentum getan haben« – gegen das Kappen der jüdischen Wurzeln, gegen eine platte und hochmütige Sicht der Heilsgeschichte, nach der Gottes »alter Bund« mit dem Volk Israel durch das Auftauchen Jesu einfach ersetzt ist.

Zum 25. Geburtstag der Gemeinschaft, ein Gedenkstein im Innenhof erinnert daran, kam Johannes Paul II. persönlich zur Gratulation. Der polnische Papst und einstige Erzbischof von Krakau, in dessen Diözese das Vernichtungslager Auschwitz lag, hat sich von Pius XII. nie distanziert, aber das katholisch-jüdische Verhältnis mit dramatischen Gesten revolutioniert. Als erster Papst hat er 1986 in Rom die Synagoge besucht, der heute Oberrabiner di Segni vorsteht, und die Juden die »älteren Brüder« der Christen genannt. Unter ihm hat der Heilige Stuhl 1994 diplomatische Beziehungen mit Israel aufgenommen, nachdem noch Paul VI. auf einer Reise ins Heilige Land 1964 nicht einmal den Namen des Staates Israel in den Mund genommen hatte. Und Johannes Pauls II. Israel-Reise 2000 stand im Zeichen des Schuldbekenntnisses zu den historischen Sünden der Gläubigen und ihrer Hirten – den Antisemitismus eingeschlossen. Mit zitternder Hand steckte das alte und kranke Oberhaupt der katholischen Kirche vor den Augen der Welt einen Gebetszettel in eine Ritze der Klagemauer am Tempelberg in Jerusalem.

Ist das alles nun ruiniert? Im Garten von Sant’-Egidio lernten sich einst Ratzinger und der heutige Oberrabiner di Segni kennen. Riccardi hatte das vertrauliche Abendessen vermittelt, mit di Segni war er zur Schule gegangen. Riccardi ist überzeugt: Als Papst drang Benedikt XVI. persönlich auf diese Israel-Reise – gegen die Skepsis vieler im Vatikan und unter den palästinensischen Christen, die darin zu viel Unterstützung für die derzeitige Regierung in Jerusalem sahen. »Dieser Papst«, erklärt er nicht ohne Pathos, »wird Israel nie im Stich lassen.«

Und doch hat ausgerechnet der Freund des Judentums auf dem Papstthron zuletzt so viele Juden verärgert. Woher dieser Widerspruch zwischen guter Absicht und oft verquerem Ergebnis, der so prägend für Benedikts Amtszeit ist? Man muss dazu auch auf die weltliche, praktische Seite dieses politisch-geistlichen Doppelgebildes namens Vatikan blicken. Wie regiert die Kurie, die zentrale Verwaltung der Weltkirche – und warum tut sie es offenbar so schlecht?

»Hier wird nicht gewählt, und hier wird nicht abgewählt«, sagt ein Beobachter aus der weltlichen Politik, »und hier wird nicht in Pension gegangen.« Die Folgen sind überall spürbar: Das Prinzip Papst gilt gefühlt für alle – es herrscht eine Art Biotop auf Lebenszeit. »Wir kuscheln zusammen, und wir mauscheln zusammen«, erklärt ein Mitarbeiter. Verglichen mit den Zehntausenden von Ministerialbeamten in einer europäischen Hauptstadt nehmen sich die Strukturen des Vatikanstaats ohnehin übersichtlich aus. Gerade mal 2000 Mitarbeiter hat die Kurie. Viele kennen sich seit 20 Jahren oder sind sich in der Weltkirche andernorts bereits einmal über den Weg gelaufen. Umso zentraler ist die Figur des Kardinalstaatssekretärs, eine Art Premierminister, der für den Papst möglichst straff die Zügel führen soll. Doch römische Beschreibungen für Kardinal Tarcisio Bertone, Benedikts Premier, variieren zwischen »jovial« und »Kindskopf«. Und so warnt einer aus der obersten Riege: »Es gibt eine Desintegration der Kurie.« Hier nun verschränken sich offenbar drei Ursachen der Krise: ein Papst ohne politisches Gespür, die Schwäche seines gegenwärtigen Apparats und eine durchaus sympathische Abneigung des Amtsinhabers gegen Bürokratie. »Verwaltung, das mag er nicht, das ist nicht seine Welt«, erzählt ein Kardinal, »ich verstehe das, mir liegt das auch nicht.«

Daher sind vor der Israel-Reise die Verhältnisse verkehrt: Die Gäste machen sich mehr Sorgen um den Besuch als die Gastgeber. Wer wissen will, wie Israel den Deutschen auf dem Stuhl Petri empfangen wird, bekommt bei Mordechai Lewy davon einen guten Eindruck. Botschafter Israels beim Heiligen Stuhl ist er und verströmt in diesen Tagen beste Laune. »Ein Papstbesuch ist ein Selbstläufer«, sagt er. Der Diplomat hat mit der Zusage der Reise durch den Papst sein wichtigstes Ziel bereits erreicht: Israels diplomatische Aufwertung in schwierigen Zeiten. In dem Augenblick, da durch den Wechsel von Präsident Bush zu Obama die Gefahr internationaler Isolation wächst, ist jeder hochrangige Besuch willkommen.

Ein Problem gab es nur mit Pius XII., dem Papst, der zum Holocaust schwieg. Im Holocaust-Museum der Gedenkstätte Jad Vaschem hängt eine Tafel, die den Papst der Kriegsjahre als moralisch knieweichen Zuschauer der Schoah darstellt und gegen die der Vatikan vergeblich protestiert hat. Für die bevorstehende Reise wurde ausgehandelt, dass Benedikt XVI. nur die eigentliche Gedenkstätte, nicht aber das angeschlossene Museum besuchen wird. Damit wird ihm der Angriff auf seinen Vorgänger erspart, dem Museum die Entfernung der Tafel. So entschärfen Diplomaten Bomben.

Wer aber kann den Papst, diesen politischen Pilger durchs Heilige Land, vor Fehltritten bewahren? Eigentlich besteht der Beraterkreis des Papstes nur aus einer Person – ihm selbst, meint mit ironischem Lächeln John Allen, amerikanischer Autor von zwei Büchern über Benedikt. Ein Mann freilich könnte die heikle Aufgabe der dienenden Obhut vielleicht übernehmen, der zweite Deutsche im apostolischen Palast, Benedikts Sekretär Gänswein. Über dessen Einfluss wird viel spekuliert in Rom, man kann seine Stellung aber auch ganz einfach fassen: Er teilt sich den Lift mit dem Papst.

Die größte Gefahr für das katholisch-jüdische Verhältnis freilich droht nach der Reise, man weiß nicht, wann: die Seligsprechung von Pius XII., dem Papst, der schwieg. Es gibt keinen zwingenden Grund, den gebürtigen Italiener Eugenio Pacelli zur Ehre der Altäre zu erheben. Benedikt müsste nur Nein sagen. Und doch ist ein Eklat möglich, nach dem üblichen Muster der Missgeschicke dieses Pontifikats: Die Kurie werkelt, und der Wille des Papstes ist ein Geheimnis. La Repubblica- Kommentator Politi konstatiert: Die Causa Pius XII. »ist ein weiteres Zeichen des Zickzackkurses dieses Pontifikats«. Wird ausgerechnet der erste deutsche Papst nach dem Holocaust einen Papst zum Vorbild erheben, der für den Holocaust keine Worte fand? Oberrabiner di Segni gibt sich vorsichtig optimistisch, dass Benedikt das Projekt ausbremsen wird: »In anderen Händen wäre die Seligsprechung binnen zwei Monaten vollzogen worden.« Noch einmal muss sich Benedikt entscheiden im Spannungsfeld zwischen Kirche und Synagoge, Katholiken und Juden, dem Holocaust einst und Israel heute. Herr Rabbiner, ist Joseph Ratzinger ein Freund des jüdischen Volkes? »Ja«, sagt Riccardo di Segni ohne Zögern. Dann lächelt er. »Auf seine Weise.«

Menschlich ist Benedikt größer geworden, als es Joseph Ratzinger war. Nach der PR-Katastrophe um den Holocaust-Leugner hat der Papst einen offenen Brief geschrieben – um sich zu erklären und zu entschuldigen. Der Text ist ein beispielloses Dokument, kein Nachfolger Petri, auch der permanente Tabubrecher Johannes Paul II. nicht, hat jemals so weit das Visier geöffnet, so rückhaltlos den Blick hinter die Kulissen zugelassen. Benedikt gibt die »Pannen« im Vatikan zu, er spricht von seiner Verletzung durch die »sprungbereite Feindseligkeit«, mit der seine Gegner die Affäre zur Wiederbelebung alter Ratzinger-Klischees genutzt haben. Der Brief ist nicht ganz frei von Anflügen damenhafter Gekränktheit – aber insgesamt ein entwaffnendes Beispiel von Größe in der Selbsterniedrigung. Unvorstellbar, dass ein Politiker oder Wirtschaftsführer sich so verunsichert und nachdenklich zeigen würde.

Womöglich ist der Brief auch ein Modell dafür, wie Benedikt XVI. die Sympathie des Publikums, des Kirchenvolks, der Welt (zurück-)gewinnen kann. Er wird seine unpopulären theologischen Positionen nicht revidieren; das müsste ihm als Selbst- und Glaubensverrat vorkommen. Aber er kann sich schwach zeigen, Irrtümer eingestehen und korrigieren, einen leisen, humanen Ton anschlagen.

In den ersten Monaten nach Joseph Ratzingers Wahl zum Papst war immer wieder überrascht von seiner »Menschwerdung« die Rede. Aber Menschwerdung bedeutet mehr als die neu entdeckte Fähigkeit, Babys zu küssen; es heißt auch, sich der Wirklichkeit intensiver, schmerzhafter auszusetzen, als es der wohlbehütete Musterkleriker und feinsinnige Denker Joseph Ratzinger gewohnt war. Die blütenweiße Soutane des Papstes täuscht: Dies ist ein Amt der Mühen, Fehlschläge, Überforderungen und Wunden. Am alten und kranken Johannes Paul II. hat es jeder gesehen; Benedikt XVI. muss es auf seine Weise erleben. Der fehlbare Papst zu sein, darin steckt auch die Chance auf eine neue, andere, nicht mehr monarchenhafte Autorität. So ganz aus der Luft gegriffen ist das Wort vom Karfreitag nicht.

Mittwoch, halb zwölf Uhr mittags vor dem Petersdom. Der Wind weht deutsche Worte des bayerischen Papstes über den Petersplatz, in dieser eigentümlich hohen Stimme mit ihrer unverkennbar landsmannschaftlichen Färbung: »Der auferstandene Herr Jesus Christus macht uns zu Mitarbeitern seines Heils. Der Herr segne Euch alle.«

Mag sein, dass die Generalaudienz ihren Ursprung hat in der quasifeudalen Pflicht zur Huldigung früherer Jahrhunderte. Heute hingegen wirkt sie viel eher wie eine Geste pastoraler Zuneigung für die angereisten Gläubigen. Da steht unter freiem Himmel ein zartgliedriger Mann von über 80 Jahren, der absoluter herrschen kann als jeder andere Staatschef in Europa außer Alexander Lukaschenko, und unterzieht sich doch einem Ritual von fast demokratischer Demut: Er stellt sich allwöchentlich den Sehnsüchten seiner Gefolgschaft zur Verfügung. Die Pilger und Besucher, Tausende an der Zahl, wollen ihn sehen, von ihm gesehen werden und mit ihm Andacht halten. Er wendet sich dem Strom in einer fast meditativen Litanei einzelner Willkommensgrüße in verschiedenen Sprachen zu. Und auch das lässt sich erleben, mittwochmittags auf dem Petersplatz: wie wenig dieser 82-Jährige ein Politiker ist, wie wenig er kalkulierend um die Zuneigung von Menschen buhlt. Nachdem er geduldig sogar Kleingruppen von 30 Gläubigen durch persönliche Ansprache willkommen geheißen hat, überlässt er ausgerechnet die Begrüßung auf Italienisch einem anderen Geistlichen. Der Platz, der sicher zu zwei Dritteln von Italienern beherrscht wird, bricht in frenetischen Jubel aus. Benedikt XVI. schaut unter dem luftigen weißen Baldachin von seinen Notizen auf. Erfreut, aber eben auch etwas überrascht, lächelt er in die Sonne.

 
Leser-Kommentare
    • colca
    • 08.05.2009 um 8:12 Uhr

    Hier wird viel Wind um wenig gemacht. Was passiert denn wirklich?
    Ein alter Mann in Frauenkleidern und merkwürdigen Ansichten besucht einen asiatischen Kleinstaat, der ein problematisches Verhältnis zur Gewalt hat.
    Gähn.
    Für den nichtkatholischen und nichtjüdischen Teil der Menschheit, also etwa 85% allenfalls eine Randnotiz.

  1. Vielleicht wird man es aus späterer Sicht Benedikt als Verdienst anrechnen, dass er sich nicht allzu sehr um die kurzlebigen medialen Aufgeregtheiten geschert hat. Zumal das diesjährige Papst-Schmähen ja eher die Funktion von Schweinegrippenhysterie hat: Ablenken von den echten Problemen.

  2. So, der Papst kämpft um sein Pontifikat? Ja, wie kommen Sie denn auf das schmale Brett?
    Dieser Papst kämpft einen ganz anderen Kampf. Den kämpft er ruhig, mutig und umsichtig und was die Medien darüber berichten ist zweifellos zweitrangig. Auf das Endergebnis kommt es an und ob er es gut gemacht hat, dass wird er am Ende seiner Tage erfahren-aber nicht von der ZEIT!!!

    • Anonym
    • 08.05.2009 um 8:59 Uhr

    am Heiligen Stuhl kratzen zu wollen.
    Bei seiner bevorstehenden Reise ins Heilige Land wird die Gläubigkeit auf beiden Seiten immer im Vordergrund stehen und diese schafft erst einmal den gegenseitigen Respekt.
    Hier hat garantiert niemand Sorge um sein Amt, auch nicht der Papst.
    Insoweit ist obiger Artikel eigentlich nichts, aber auch gar nichts und hat für mich gar keine Wertigkeit.

    Herzlichst
    Orpheus

  3. es ist vielleicht ein unwichtiges detail im bezug zu diesem artikel, aber durchaus wert begriffen zu werden: der staat israel wurde zwar als antwort auf die schoah gegruendet, jedoch nur, weil die zionistische siedlungsbewegung dadurch erstmals mit einem schwer wiegenden (und ueberaus effizient vermarkteten) pfund wuchern konnte. es mag durchaus zynisch klingen, aber die juedischen nationalisten, die sich die region seit der jahrhundertwende im stile der amerikanischen pioniere stueck fuer stueck angeeignet und sich im zweifelsfalle der ansaessigen christlichen oder muslimischen urbevoelkerung entledigt hatten, mussten vor 1946 lange auf ein solch durchschlagendes argument zur legitimierung ihrer okkupationsansprueche warten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Anonym
    • 08.05.2009 um 11:38 Uhr

    Die Gründung des Staates Israel hat mit der Schoah vordergründig gar nichts zu tun.
    Der Holocaust hat allerdings den Vorgang sicherlich beschleunigt.

    Orpheus

    • Liman
    • 08.05.2009 um 18:22 Uhr

    Bitte lesen sie die Reden in der UN-Vollversammlung 1947 durch. Nur der sowjetische Vertreter Gromyko erwähnt den Holocaust am Rande.
    Großbritannien steht auf Seite seiner illegalen Staatsgründung Transjordanien.
    Nur die Sowjetunion und die CSSR unterstützen real Israel--nicht wegen des Holocaust, sondern weil sie glauben, dass hier der erste sozialistische Staat in Asien entsteht!

    Holocaust als Begriff kommt erst durch die US-Fernsehserie 1979!

    • Anonym
    • 08.05.2009 um 11:38 Uhr

    Die Gründung des Staates Israel hat mit der Schoah vordergründig gar nichts zu tun.
    Der Holocaust hat allerdings den Vorgang sicherlich beschleunigt.

    Orpheus

    • Liman
    • 08.05.2009 um 18:22 Uhr

    Bitte lesen sie die Reden in der UN-Vollversammlung 1947 durch. Nur der sowjetische Vertreter Gromyko erwähnt den Holocaust am Rande.
    Großbritannien steht auf Seite seiner illegalen Staatsgründung Transjordanien.
    Nur die Sowjetunion und die CSSR unterstützen real Israel--nicht wegen des Holocaust, sondern weil sie glauben, dass hier der erste sozialistische Staat in Asien entsteht!

    Holocaust als Begriff kommt erst durch die US-Fernsehserie 1979!

  4. Er kämpft um sein Pontifikat? Der Papst bleibt Papst und die katholische Kirche sieht nicht die Möglichkeit vor, ihre Päpste nach Belieben abzuwählen. Und aus dem Fenster zu springen ist auch keine Option für ihn - Selbstmord ist für einen Katholiken nicht drin.

    "Wie ein Fluch, wie ein böser Zauber hat sich das Missgeschick an die Fersen dieses Mannes geheftet" - Dieser Satz im Artikel ist verklärender Unsinn. Da hat sich kein kein Missgeschick an seine Fersen geheftet. Zum einen hat der Zufall im christlichen Weltbild nicht so viel zu sagen, man sagt eben lieber, es sei Gottes Wille. Und zum anderen hat Ratzinger ganz bewusst seine Äußerungen getätigt. Er sagt eben was er denkt. Das muss man ihm wirklich zugute halten. Das einzige, was er unterschätzt hat, ist die öffentliche Wahrnehmung - dass nicht mehr alle Menschen seinem Kurs folgen und die Einheit der katholischen Kirche über die Ächtung von Holocaustleugnern stellen oder lieber pragmatische Lösungen für das AIDS-Problem in Afrika wünschen.

    "[Der Papst] Der mit dem Christentum einen dritten Weg zwischen Fundamentalismus und Relativismus sucht – also ungefähr das, wonach jeder denkende Zeitgenosse sich sehnt."

    Das muss ein grober Schnitzer der Autoren sein. Der Relativismus ist ein Phänomen, das durch den Papst geradezu beschworen wurde. Ein Begriff, den er gerne verwendet. Er meint damit Freiheit und die Errungenschaften der Aufklärung. Wenn Geschiedene, Abtreibende und Homosexuelle nicht mehr geächtet werden, sondern ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten, bezeichnet der Papst das als Relativismus. Ich würde nicht soweit wie die Autoren gehen und sagen, jeder denkende Zeitgenosse müsse sich unbedingt nach diesem oder jenem Weg sehnen.

    Und solange die katholische Kirche in Form des Papstes zwar oberflächliche Versöhnungsgesten gegenüber bspw. Juden macht, aber immer wieder durchschimmern lässt, dass dieses nur "halberleuchtete" Volk doch bekehrt werden muss, solange braucht sie sich über scharfen Gegenwind nicht wundern. Das gleiche gilt gegenüber Moslems und auch Atheisten. Die Hetze gegen letztere übernimmt aber lieber Bischoff Mixa.

    • Anonym
    • 08.05.2009 um 11:38 Uhr

    Die Gründung des Staates Israel hat mit der Schoah vordergründig gar nichts zu tun.
    Der Holocaust hat allerdings den Vorgang sicherlich beschleunigt.

    Orpheus

    Antwort auf "staatsgruendung"
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    • colca
    • 08.05.2009 um 14:34 Uhr

    Das sehe ich anders.
    Ohne den Völkermord an den europäischen Juden wäre die zionistische Landnahme niemals bis zur Staatsgründung gelangt. Erst der berechtigte Opferbonus der meisten jüdischen Neu-Israelis hat viele europäische und auch die US-Regierung dazu bewogen, die Gründung des jüdischen Staates und die damit verbundenen Vertreibungen der autochthonen Bevölkerung zu tolerieren und schließlich auch zu unterstützen.
    Letztlich hat sich der Westen aus schlechtem Gewissen in einen Dauerkonflikt mit der arabischen Welt begeben.
    Auch wenn dieser dialektische Zusammenhang vielen nicht gefällt - ohne Adolf Hitler kein Israel.

    • colca
    • 08.05.2009 um 14:34 Uhr

    Das sehe ich anders.
    Ohne den Völkermord an den europäischen Juden wäre die zionistische Landnahme niemals bis zur Staatsgründung gelangt. Erst der berechtigte Opferbonus der meisten jüdischen Neu-Israelis hat viele europäische und auch die US-Regierung dazu bewogen, die Gründung des jüdischen Staates und die damit verbundenen Vertreibungen der autochthonen Bevölkerung zu tolerieren und schließlich auch zu unterstützen.
    Letztlich hat sich der Westen aus schlechtem Gewissen in einen Dauerkonflikt mit der arabischen Welt begeben.
    Auch wenn dieser dialektische Zusammenhang vielen nicht gefällt - ohne Adolf Hitler kein Israel.

  5. Wenn weißer Rauch aufsteigt, haben einige Kurfürsten (Kardinäle) den nächsten König (Papst) gewählt. Zur Zeit qualmt es. Diesem Papst sind Dogmen wichtiger als Menschenleben. Benedikt lebt nicht in dieser Welt.
    Sein Kondomverbot zum Beispiel bei den Besuchen in Kamerun und Uganda, dafür Keuschheit als Mittel gegen Aids, ist aberwitzig und buchstäblich tödlich.
    Warum wird nicht der Bischof in Brasilien sofort in den Ruhestand geschickt,
    weil er die Ärzte exkomunizierte, die das Leben eines vergewaltigten Mädchens durch Abtreibung retteten, warum darf ein Bischof Mixa Frauen als Gebärmaschinen bezeichnen, wenn sie ihren Beruf weiter ausüben und Kinderbetreuung in Anspruch nehmen jetzt auch noch behaupten, hauptsächlich Christen wären vor allem von den Nazis verfolgt worden. "Kauft nicht bei Christen", oder "Kauft nicht bei Juden". Wie war das noch ?
    Der Antisemitismus hat seine Wurzeln in der katholischen Kirche. Nach dem Krieg hieß es zum Holocaust bei vielen Katholiken "Das war die Strafe Gottes, dass sie Jesus ans Kreuz genagelt haben". Das falsche Geschichtsbild über die Vorgänge vor fast 2000 Jahren wurde seitens der Kirche bisher nicht korrigiert.
    Warum wird die Exkomunikation der reaktionären Piusbrüder zurückgenommen, nicht aber die der Tausenden von geschiedenen Katholiken ? Und wenn Mixa in einer Talkshow sagt, er trage ein so teures Ornat aus Liebe zu Jesus, weil dieser am Kreuz auch edel gekleidet gewesen wäre, die Soldaten hätten ja darum gewürfelt, ist das satirereif.
    Ernst zu nehmen ist allerdings der Verfall eines Glaubens der Bergpredigt.
    Nötig ist eine neue Reformation der katholischen Kirche, nicht aber die von Martin Luther, denn der hat auch gegen die Juden gehetzt.

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