Musikfestival Auf dem Walrücken musizierenSeite 2/2
Natürlich ist Risør für die Musiker eine Sommerfrische. Sie holen sich hier den Spaß am spontanen Musizieren zurück, den ihnen die Tretmühle des Konzertbetriebs das Jahr über vorenthält. Der Frack und der Perfektionszwang bleiben im Schrank, auch im Publikum erscheint niemand in Anzug und Krawatte. Die Musiker formieren sich zu den ungewöhnlichsten Besetzungen und legen gerne auch randständiges Repertoire auf ihre Pulte. Schlecht geprobte Ad-hoc-Aufführungen sind in Risør trotzdem die Ausnahme.
Nur beim traditionellen Freiluftabend auf Stangholmen vor der Stadt geht es lockerer zu. In kleinen Motorbooten brausen Musiker und Festivalgäste zu dem Inselfelsen. Wie eine Seehundgruppe lagert das Publikum mit Decke, Windjacke und Picknickkorb auf den Steinen. Über den Köpfen krümmt sich der norwegische Sommerabendhimmel so weit und tief, dass man den Blick gar nicht mehr vom Horizont abwenden mag. Die letzten Sonnenstrahlen tauchen die Landschaft in ein kristallklares Licht. Und die Bühne, auf der die Musiker sitzen, wirkt plötzlich wie der Souffleurkasten vor einem viel größeren Schauspiel. Norwegische Musikfestivals sind spezialisiert auf solche Auftritte. Aber in Risør fallen sie besonders schön aus.
Das Risør Kammermusikkfest findet vom 23. bis 28. Juni statt. Das Generalthema der 19 Konzerte lautet in diesem Jahr »Revolution«
- Datum 18.06.2009 - 10:31 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 07.05.2009 Nr. 20
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