Mondlandung Die da oben
Als die ersten Menschen 1969 den Mond betraten, saß unser Autor im Kontrollzentrum der Nasa in Houston. Jetzt hat er noch einmal die Eroberer des Weltraums getroffen, die fast katastrophal gescheitert wären
© NASA/Newsmakers

Das berühmte Bild mit der US-Flagge: Astronaut Edwin Buzz Aldrin am 20. Juli 1969
Viele gibt es nicht mehr, die so nah dabei gewesen sind, dass sie erzählen können. Von der Zeit, als der Mond noch weiter weg war von der Erde als heute der Mars. Und von jenem denkwürdigen Tag im Mai 1961, als Robert Gilruth und ein paar andere ins Weiße Haus gerufen worden waren, wo es ihnen den Atem genommen haben muss, als sie hörten, was der Präsident von ihnen wollte. John F. Kennedy war erst ein paar Monate im Amt. Und schon sollten sie für ihn einen Menschheitstraum erfüllen helfen, wenn auch nur als Abfallprodukt.
Denn um Politik ging es, nur darum. Den ideologischen Feind galt es zu bekämpfen; mit einem Know-how, das es noch nicht gab, genauer: mit einer Rakete, deren Kraft das Begriffsvermögen von Laien sprengte. Gilruth war alles andere als ein Laie. Keiner war mit dem Stand der Technik besser vertraut als er. Drei Jahre vorher war er damit beauftragt worden, eine Space Task Group zusammenzustellen, eine Spezialistentruppe, die im Schock nach den ersten russischen Weltraumerfolgen den eigenen, amerikanischen Vorstoß über die Grenzen der Erdatmosphäre hinaus vorantreiben sollte, und er selbst hatte dabei den Mond als lohnendes Ziel ins Spiel gebracht. Gleichwohl: Hätte er den Präsidenten nicht wissen lassen müssen, dass das, was dieser verlange, so nicht machbar sei, noch nicht? Er tat es nicht. Er und die anderen baten um Bedenkzeit. Um dann zu sagen: Mr. President, was Sie vorschlagen – wir sollten es versuchen.
"Als ich es hörte", sagt fast ein halbes Jahrhundert später Christopher Columbus Kraft, "da dachte ich, jetzt sind sie alle verrückt geworden." Kraft hatte selbst der Space Task Group angehört, und Gilruth war sein großer Förderer. Heute ist Kraft 85 Jahre alt und lebt im texanischen Bay Oaks, 20 Minuten entfernt von der Skyline Houstons, zurückgezogen in einem stillen Haus am Rande eines Golfplatzes, auf dem er seinen schmalen Körper gelenkig hält. Auf dem Fensterbord sind Memorabilien aus weißem Plastik aufgestellt, Düsenflugzeuge, Raketen und ein spinnenbeiniges Ding namens LM. Hier, vor dem Altar seines Arbeitslebens, leistet Chris Kraft Abbitte. Mit der Hand schlägt er sich an die Brust und ruft noch einmal aus: "Dieser Mann hier hat gedacht, sie seien alle übergeschnappt." So als ob es Blasphemie gewesen sei, an einer nationalen Mission zu zweifeln. An der Eroberung eines fremden Gestirns.
In Chris Krafts Haus bin ich auf einer Reise zurück in die eigenen Erinnerungen angekommen. Vor 40 Jahren hatte ich zu den Reportern gehört, die davon berichteten, wie Amerikaner auf dem Mond einen Fußabdruck für die Ewigkeit hinterließen, in einem Moment, der mit jenem vor 350 Millionen Jahren verglichen wurde, als auf der Erde das Leben dem Wasser entstieg. Die Analogie bot sich an. Zum ersten Mal schickten sich irdische Lebewesen an, außerirdischen Boden zu betreten. Und wir durften im Manned Spacecraft Center in Nassau Bay unweit von Krafts heutigem Wohnort dabei sein.
Niemand hatte mich dorthin zu schicken brauchen. Ich hatte einfach alles liegen und stehen gelassen, um nur ja nicht den großen Augenblick zu verpassen. Als Nobody gesellte ich mich den erfahrenen Reportern zu, die, aufgereiht an langen Tischen, ihre Berichte in Reiseschreibmaschinen hackten und danach zum Stand des Telegrafenbüros Reuters rannten, das die Manuskripte in alle Welt sandte. Ziemlich umständlich war das seinerzeit noch. Einmal, als ich mich eines konkurrierenden Büros bediente, kam mein Artikel in Form von 150 Einzeltelegrammen in Deutschland an. Gedränge gab es kaum in Nassau Bay. Kaum mehr vorstellbar heute, dass allenfalls ein paar Hundert der 6000 bei der Nasa akkreditierten Medienvertreter das Raumfahrtzentrum zum ständigen Arbeitsplatz gemacht hatten, unter ihnen Norman Mailer als Star.
Ebenfalls kaum mehr vorstellbar heute, dass die zubetonierte und mit einer halben Million Menschen bevölkerte Landschaft um das ehemalige Manned Spacecraft Center, das heute Johnson Space Center heißt, Weideland für texanische Longhorn-Rinder war. Dann aber trafen hier immer mehr junge Männer ein, an denen Mailer auffiel, dass sie scharf blickende Augen, kurz geschnittenes Haar und das beherrschte Auftreten derjenigen hatten, die gelernt haben, plötzlich ausbrechende Gefühle an die Leine zu legen. Sie waren Bodentruppen im Kampf der Supermächte um die Vorherrschaft im All und auf der Erde, und Gilruth war ihr Chef. Man hatte ihn zum Direktor des Raumfahrtzentrums ernannt, des Basislagers für Weltraumexpeditionen.
Chris Kraft zählte zu den bekanntesten seiner Leute. Sein Kopf hatte es schon 1965 auf den Time- Titel gebracht. Die Astronauten vertrauten ihm ihr Leben an. Er war der Flight Director, der Fluglotse aus den Anfangstagen der Raumfahrt, bekannt auch als Mr. Mission Control. Später sollte er Gilruths Nachfolger an der Spitze des Raumfahrtzentrums werden. Aber was Kraft zur Legende machte, war diese aufregende Zeit vorher, als er die ersten Astronauten auf die Himmelsbahn dirigiert hatte, die Hände an einem Seilzug, mit dem er die Raumkapsel von der Rakete absprengen konnte, wenn beim Start etwas schiefgegangen war.
Das Herantasten an den Weltraum war, irgendwie, noch Handarbeit. Und auch noch danach waren Computer mächtige Schränke, die ganze Etagen füllten und trotzdem weniger Leistung erbrachten als heute ein Laptop. Kraft musste damit auskommen, als er, nun schon das Ziel Mond im Auge, im dritten Stock eines fensterlosen Betonwürfels das Herzstück des Manned Spacecraft Center schuf, den Mission Operations Control Room, die Steuerungszentrale, die heute unter Denkmalschutz steht, damit sie für immer Zeugnis gebe vom menschlichen Bewegungsdrang – höher, weiter, zu den Sternen. Ausladende Leuchttafeln an der Stirnfront, aufgefaltet wie ein mehrflügliger Altar, und vier Reihen olivgrüner Konsolen mit drei Dutzend Monitoren und unzähligen Knöpfen, Schaltern und Tasten sind das Inventar. Solange Chris Kraft hier der Flight Director war, saß er in der dritten Reihe und starrte auf die Zahlenkolonnen, die wie Börsenkurse lautlos über den Screen liefen, und auf die Leuchttafeln, auf denen die Raumschiffe elegante Linien hinterließen, Kurven, Kringel, wie von Eistänzern gezogen.
Es war Norman Mailer, der über die Unbestechlichkeit elektrischer Schaltkreise und die Autorität des menschlichen Geistes und das Zusammenwirken von beidem nachdachte. Einer Wirklichkeit sah er sich gegenüber, die sich virtuell darbot, in Lichtpunkten, Chiffren, nicht mehr richtig greif- und begreifbar, was später alle Verschwörungstheoretiker dieser Welt auf den Plan rufen sollte mit ihrer Behauptung, der Flug zum Mond sei in Wahrheit Lüge gewesen.
Chris Kraft wird sich dazu äußern, aber zunächst wartet die Frage auf eine Antwort, warum ausgerechnet er, der maßgeblich dazu beitrug, dass der Mensch zum Mond aufbrechen konnte, den Flug dorthin für unmöglich hielt. "Nicht den Flug an sich!", protestiert Chris Kraft. "Nein, den nicht!"
Die Überbrückung von rund 380.000 Kilometern Wegstrecke im luftleeren Raum, das war zwar gewiss technisches Neuland, aber nicht das eigentliche Problem. Jedenfalls nicht für Gilruth, der den Mond selbst als Ziel vorgeschlagen hatte. Zunächst war der Mond nur eine im Kosmos aufgehängte Wendemarke, um die ein Raumschiff herumschwingen konnte, bevor es sich, die Schwungkraft ausnutzend, selbst zur Erde zurückkatapultierte. Gilruth nahm an, dass er damit den Präsidenten und dessen besonders hartnäckig auf Raumfahrt-Erfolge drängenden Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson ruhigstellen konnte.
Die beiden waren Getriebene. Es herrschte Kalter Krieg. In der Dritten Welt präsentierte sich die Sowjetunion als das scheinbar überlegene System, nachdem sie den Satelliten Sputnik, dann die Hündin Laika und schließlich den Major Gagarin auf eine Umlaufbahn um die Erde geschickt hatte. Die USA hatten dem nur Fassungslosigkeit entgegenzusetzen. Auf der Startrampe explodierende Raketen prägten das Verlierer-Image des Landes. Es musste etwas her, womit das Ansehen der Amerikaner in der Welt wiederhergestellt würde. Darum der Mond. Mit einer Erkundung konnte man den Vorsprung der Russen aufholen. Zwar hatte man keine Rakete für eine solche Expedition. Aber nach allem, was man wusste, hatten auch die Russen sie nicht, sodass die Supermächte gleiche Startbedingungen haben würden.
Doch für Kennedy und Johnson war es nicht mehr genug. Angesichts der Euphorie, die im amerikanischen Volk ausbrach, als Alan Shepard am 5. Mai 1961 endlich als erster Amerikaner auf einem ballistischen Flug über den Rand der Atmosphäre hinausgestoßen war, wollten sie plötzlich alles, das Unmögliche, die Landung, den Fußabdruck auf dem Mond. "Genau das war das Verrückte", sagt Chris Kraft.
Eine Landung – war das nicht eine Sache nur für ein paar Besessene wie Wernher von Braun, der in Peenemünde für Hitler die "Wunderwaffe" V2 gebaut hatte und später in Huntsville für die U.S.Army Großraketen entwarf? Und nun kam dieser charismatische Präsident daher und wünschte die Zusage, dass ein solches Unternehmen kurzfristig machbar sei.
Er hat sie bekommen. Musste sie bekommen, ganz dringend. Denn neben allem anderen gab es plötzlich auch noch ein politisches Debakel zu verdrängen, den von der CIA gesteuerten Versuch von Exilkubanern, Kuba von Castro zu befreien, eine dilettantische Operation, die in der Schweinebucht der Zuckerinsel im Fiasko endete. Eile war geboten, das eigene Volk abzulenken. Und so trat am 25. Mai 1961, einen guten Monat nach der missglückten Invasion, Kennedy vor die Häuser des Kongresses und kündigte an: "Die Zeit ist gekommen, einen Sprung nach vorne zu machen... Unsere Nation sollte sich das Ziel setzen, noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond landen zu lassen und ihn sicher zur Erde zurückzubringen."
Das Wort war heraus. Mond! Landen! Noch vor dem Ende des Jahrzehnts! Verrückt! Chris Kraft konnte nur den Kopf schütteln.
Man habe ja noch nicht einmal einen Mann in eine Erdumlaufbahn gebracht, sagt er. Und überhaupt keine Vorstellung habe man davon gehabt, was einen Menschen bei längerem Aufenthalt in der Schwerelosigkeit erwartete. Und wie eigentlich wollte man einen Abstieg zur Mondoberfläche bewerkstelligen? Mit einem großen, landefähigen Raumschiff, wovon Wernher von Braun träumte? Oder mit einem leichten Beiboot? Letzteres aber setzte ein Koppelungsmanöver zweier unabhängig voneinander operierender Raumfahrzeuge voraus, ein Rendezvous. Zwar war der Begriff bereits eingeführt. Im berühmten Massachusetts Institute of Technology in Cambridge bei Boston hatte ein Student namens Aldrin sogar gerade eine Doktorarbeit über "Navigationstechniken für bemannte Rendezvous im Orbit" in Angriff genommen. Aber für die Umsetzung in die Praxis fehlte jede Erfahrung.
"In der Rechnung", sagt Chris Kraft, "gab es einfach zu viele Unbekannte."
Und dann ist die Rechnung eben doch aufgegangen. Nicht zuletzt, weil Kennedy einen Blankoscheck ausstellte. Er sagte zu, die Mondlandung werde höchste Priorität genießen und die Nasa könne unbegrenzt über Geldmittel verfügen. Ungeahnte Energien wurden freigesetzt und auf ein einziges Ziel gelenkt: das Mare Tranquillitatis auf dem Mond, den Landeplatz.
Beamten- und Ingenieurgeist, wissenschaftliche Ambition und politisches Kalkül, Fantasie und Logik mussten miteinander verschmolzen werden. 400.000 Menschen, einer für jeden Kilometer zum Mond, begannen, übers ganze Land verstreut, an der Verwirklichung der nationalen Mission zu arbeiten, der man den Namen Apollo gab. Man entschied sich für einen Landeversuch mit einem Beiboot. Zwar musste Wernher von Braun auch für ein solches Unternehmen eine mehr als hundert Meter hohe Rakete, die Saturn V, entwerfen. Aber sie musste sehr viel weniger Schubleistung erbringen als jenes Monster namens Nova, das er als Transportmittel für ein landefähiges großes Raumschiff im Kopf hatte. Drei mächtige Triebwerksstufen wurden für seine Mondrakete in unterschiedlichen Landesteilen gefertigt und auf Schiffen sowie in einem eigens gebauten, unförmig bauchigen Flugzeug zum Cape Canaveral geschleppt, wo für das Zusammensetzen der Teile eine Halle so gigantischen Fassungsvermögens errichtet wurde, dass sich ohne ausgeklügeltes Belüftungssystem im Inneren Wolken gebildet hätten.
In Kalifornien schmiedete währenddessen der Luftfahrtkonzern North American Aviation das Raumschiff, eine Kombination aus Command Module und abwerfbarem Service Module, in dem sich neben der Energieversorgung für das Raumschiff auch dessen Triebwerk für das Einschwenken in die Mondumlaufbahn und für den Rückflug befand. In New York fertigte die Firma Grumman das filigrane Beiboot, profan LM genannt, Lunar Module. Und im Manned Spacecraft Center in Nassau Bay fand sich der ehemalige Doktorand Aldrin ein und ließ sich in einer Zentrifuge herumschleudern, bis ihm die Sinne schwanden. Vor seinem Studium hatte er die Militärakademie West Point absolviert und war im Koreakrieg Kampfpilot gewesen. Und nun war er Astronaut geworden, gehörte zu den zweieinhalb Dutzend Auserwählten, die sich Hoffnungen machten, als Erste den Mond zu betreten.
Am Ende gab man für den Fußabdruck im Staub des Mare Tranquillitatis 24,6 Milliarden Dollar aus.
Provozierende Frage an Chris Kraft: Sind dort wirklich die Rippen einer Schuhsohle eingedrückt? Oder andersherum: Wag the Dog, Hollywoods fabelhafte Satire über die Macht von Bildern und deren Manipulierbarkeit – war Apollo das Vorbild?
Klar, die Frage ist nicht ernst gemeint. Auf dem Mond wedelt der Schwanz nicht mit dem Hund, auch wenn es Irritierendes auf Filmen und Fotos zu sehen gibt, die zur Erde gelangten. Fehlender Staub. Fehlende Sterne. Manches andere. Alles kann erklärt werden. Gleichwohl, der Gedanke, dass die Amerikaner nie den Mond betraten, ist viel zu prickelnd, als dass er mit Argumenten aus der Welt zu schaffen wäre – etwa damit, dass es unmöglich wäre, jahrzehntelang die Fälscher der Filme, Fotos und Funksprüche daran zu hindern, mit der Wahrheit herauszurücken. Oder damit, dass die russische Konkurrenz mit ihren aufgestellten elektronischen Ohren den Betrug schneller aufgedeckt hätte, als er hätte begangen werden können. Oder damit, dass es widersinnig wäre, nach einer getürkten Landung ein halbes Dutzend weitere auf der Bühne der Illusionisten zu inszenieren.
Chris Kraft brauchte sich nicht zu rechtfertigen. Er könnte einfach lachen. Aber er tut es nicht. "Die Wissenschaft", sagt er mit der Nachsicht des Alters gegenüber dem Unsinn, der in der Welt kursiert, "hat von uns Materie in die Hände bekommen, die nachweisbar nie mit Sauerstoff in Berührung gekommen ist. Wie hätte sie auf die Erde gelangen können außer im Gepäck von Menschen, die auf dem Mond waren?"
Der Verdacht der Lüge muss Chris Kraft gleichwohl mehr schmerzen, als er sich anmerken lässt. Hatte es sich die Nasa nicht zur Pflicht gemacht, den Hunger von uns Reportern nach präziser Information im Übermaß zu stillen? Unentwegt ließ sie die Männer mit den scharf blickenden Augen ausschwärmen, damit sie Fragen beantworteten, mit Engelsgeduld, notfalls zum tausendsten Mal. Norman Mailer, unter uns sitzend, den Schreibblock auf den Knien, notierte für sein Buch vom Feuer auf dem Mond, es komme ihm so vor, als habe die Nasa entdeckt, warum Ehrlichkeit stets die beste Politik ist, "deswegen nämlich, weil wahre Information stark und sicher machen kann".
Mailer ist lange tot. Auch Gilruth. Auch Wernher von Braun. Und viele der jungen Männer, die uns Rede und Antwort standen. Nach dem Besuch bei Chris Kraft bin ich an ihrem Arbeitsplatz im Hauptgebäude des Raumfahrtzentrums angelangt, wo eine Automatenreihe steht, die so aussieht, als sei sie immer noch jene, die für uns Konservenbüchsen mit gummiartigen Spaghetti in Tomatentunke ausspuckte. Der Automat war unsere Ernährungsquelle und vermutlich auch die der Leute von Mission Control.
Man darf heute ihren geheiligten Arbeitsplatz betreten, von dem es ein Stockwerk tiefer ein Duplikat gibt, einen zweiten, identischen Kontrollraum, weil man auf alles vorbereitet sein wollte, auch auf den Ausfall der kompletten Kommandozentrale. Einen simplen Kurzschluss hatte man nicht auf der Rechnung. An der Querwand hat ein kreisrundes Emblem mit der Aufschrift Apollo 1 und den Nachnamen Grissom, White und Chaffee einen Ehrenplatz gefunden. Es ist eine Totentafel. Eine Bemerkung von Chris Kraft lastet schwer im Raum. Er habe, hat er mir gesagt, die drei Männer sterben hören; das sei seine furchtbarste Erfahrung gewesen. Im Januar 1967 war das. Bei einem als nicht kritisch angesehenen Bodentest hatte das Cockpit des Apollo-Raumschiffs wegen einer defekten Stromleitung Feuer gefangen. Im reinen Sauerstoff griff es rasend um sich. Über Funk war Kraft mit der Kapsel verbunden. Er konnte keinen rettenden Seilzug betätigen.
Doch das Apollo-Programm war nicht zu stoppen. Man trauerte noch um die Toten, als Wernher von Brauns Saturn V zum ersten Testflug vom Cape Canaveral abhob, das man zu Ehren des ermordeten Präsidenten damals Cape Kennedy nannte. Ein Jahr darauf, im Oktober 1968, der erste Test mit einem gründlich umgebauten Apollo-Raumschiff auf der Erdumlaufbahn. Und dann, zwei Monate später, das Überholmanöver im Rennen der Supermächte zum Mond, der Triumph mit einem Unternehmen, das die Ziffer 8 in der Testreihe des Mondprojektes trug und deshalb Apollo 8 hieß. Aber derart überzeugt war man inzwischen von der Zuverlässigkeit des Raumschiffs, dass man es mit seinen drei Insassen nicht, wie ursprünglich vorgesehen, nur auf der Erdumlaufbahn kreisen ließ, sondern gleich weiterschickte zum Mond, zu dessen Umrundung. Am Heiligen Abend vernahm die Welt die Weihnachtsbotschaft des Raumschiffkommandanten Frank Borman. Und erblickte eine blau-weiß schimmernde Murmel in der Leere des Alls. Und wurde sich, vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, dramatisch bewusst, wie verletzlich der Planet Erde war.
Doch viel Zeit zur Besinnung gab es nicht. Kennedys Vermächtnis galt es zu erfüllen, noch innerhalb des Jahrzehnts. Es blieben nur noch Monate. März 1969: Apollo 9, der Test der Mondlandefähre auf der Erdumlaufbahn. Dann im Mai 1969 das Unternehmen Apollo 10, erneuter Flug zum Mond und Herantasten der Fähre bis auf 14 Kilometer an die Oberfläche des Gestirns. Schließlich der 16. Juli 1969, das große Datum. Aufgetankt mit 2500 Tonnen Treibstoff und beobachtet von einer Million Menschen entlang der Strände Floridas und weiteren 500 Millionen in aller Welt, wuchtete sich die Saturn V in den Himmel über Cape Kennedy, an ihrer Spitze das Raumschiff Columbia mit dem Kommandanten Neil Armstrong und dessen Begleitern Edwin Buzz Aldrin und Michael Collins. Darunter, in einem Laderaum, das Lunar Module Eagle, die Landefähre, mit der Armstrong und Aldrin zum Mond hinabsteigen würden, während Collins im Mutterschiff den Mond umkreisen und auf die Rückkehr der Gefährten warten sollte.
Wir Reporter waren, kaum dass sich der Raketendonner hinter den Mangrovensümpfen am Kap gelegt hatte und der Feuerstrahl am Himmel verschwunden war, zum nächstbesten Flughafen geeilt, um im Manned Spacecraft Center in Nassau Bay den Flug weiterzuverfolgen. Auf Bildschirmen, die über unseren Köpfen hingen, wurden uns graue Bilder aus dem Kontrollraum offeriert. Aus Lautsprechern hörten wir das Krächzen des Funkverkehrs. Mit Bergen von Papier wurden wir überschüttet. Oft ratlos versuchten wir, aus Kürzeln und Fachbegriffen herauszufiltern, wie sich Utopie in Realität verwandelte. Und dann, plötzlich, wurde uns klar, dass Amerika nicht mehr nur zum außerirdischen Meer der Ruhe blickte, sondern fast noch begieriger, sensationslüsterner an die eigene Ostküste, zu den Sanddünen auf dem Eiland Chappaquiddick vor dem Cape Cod in Massachusetts, dem Sammelplatz der Reichen und Schönen, wo eine junge Frau namens Mary Jo Kopechne gerade ertrunken war. Der Senator Edward Kennedy war mit ihr im Auto nachts zwischen Dünen von einem Brückensteg gestürzt, abgekommen vom rechten Weg. Edward Kennedy mit seinem Unfall und den Spekulationen, die sich darum rankten, war drauf und dran, wie Zyniker bemerkten, dem Vorhaben seines ermordeten Bruders die Schau zu stehlen.
Denn Chappaquiddick war in seiner begreifbaren Realität eine ganz andere Wirklichkeit als die des Mondes. Erst mit Verzögerung begriff ich, dass auch Apollo vor einer Katastrophe stand. Als die Fähre Eagle bereits dicht über die Mondoberfläche glitt, war ein rotes Licht auf dem Screen des Bordcomputers aufgeflammt. We have a twelve-o-two. Und: We have a twelve-o-one. Nüchterne Fehlermeldungen der Astronauten, für Laien ohne Dramatik. Aber im Kontrollzentrum alarmierten sie alle. Und Chris Kraft gibt heute zu, dass er sogar zu Tode erschrocken war. Die Ziffern 1202 und 1201 signalisierten, dass der Computer abzustürzen drohte – und mit ihm Armstrong und Aldrin.
Die Unbestechlichkeit elektrischer Schaltkreise, plötzlich irrelevant. Die Autorität des menschlichen Geistes, jetzt gefordert. Der Computer war mit Daten überfrachtet, die für die Landung bedeutungslos waren. Und unabhängig davon würde die Fähre das programmierte Landeziel um viereinhalb Kilometer verfehlen. Also: die Landung abbrechen? So kurz vor dem Ziel alles aufgeben, worauf die Nation zehn Jahre hingearbeitet hatte? Die Gehirne von Astronauten werden darauf trainiert, in Krisenmomenten Entscheidungen unter Ignorierung von Zweifeln und Ängsten zu fällen. Und jetzt war ein solcher Moment gekommen. Armstrong und Aldrin schalteten nicht nur ihre Emotionen, sondern auch den Computer aus. Handsteuerung. Armstrong überflog einen Krater, hob die Fähre über dessen Rand, suchte noch nach einer geeigneten Landestelle, als bereits neue Warnsignale auf dem Armaturenbrett aufgeregt signalisierten, dass der Treibstoff zu Ende ging. Schließlich entdeckte Armstrong einen Fleck ohne hinderliche Steinbrocken. Die Eagle setzte weich auf Spinnenbeinen auf.
Es war der 20. Juli 1969, 17 Minuten und 40 Sekunden nach 15 Uhr Ortszeit, Houston. Der Treibstoff des Triebwerks für die Landung hätte allenfalls für weitere 25 Sekunden gereicht.
Armstrong meldete zur Erde: "Hier Tranquillity-Basis, die Eagle ist gelandet." Im Kontrollraum flogen die Arme hoch, und der Astronaut Charly Duke, der die Verbindung mit der Besatzung aufrechterhielt, schrie, dass man es bis zum Mond hörte: "Die ganze Bande hier hat blau angelaufene Gesichter, aber jetzt holen wir alle wieder Luft."
Vierzig Jahre später ist der Mission Operations Control Room erfüllt mit feierlicher Stille. Seit mehr als anderthalb Jahrzehnten ist er nicht mehr benutzt worden. Im Zeitraffer der Erinnerungen huschen Phasen von Armstrongs und Aldrins Aufenthalt auf dem Mond vorbei. Seltsamerweise hat der Ausstieg der beiden Astronauten aus der Fähre bei mir keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Vielleicht, weil der Landung mehr als sechs Stunden angestrengtes Warten gefolgt waren und Erregung und Spannung bereits aufgebraucht waren, als Neil Armstrong, auf den Monitoren schemenhaft sichtbar und wie ein Tiefseetaucher wirkend, endlich die Leiter der Fähre hinunterkletterte und er seinen kleinen Schritt und die Menschheit ihren großen Sprung machte. Vielleicht aber auch, weil mein Bericht über den historischen Augenblick kaum als journalistische Glanzleistung in die Geschichte eingehen wird. Aus dem Lautsprecher hatte ich Geknatter, Chiffren, Angaben zur Bodenbeschaffenheit und anderes, scheinbar Unwesentliches, gehört und, irgendwie enttäuscht, in die Schreibmaschine getippt: kein Königswort! Erst später, nachdem die Ausdrucke des Funksprechverkehrs den Presseraum erreicht hatten, las ich:"»One small step..." Doch es war zu spät. Der Artikel war bereits auf dem Weg nach Deutschland.
Ins Bewusstsein drängen andere Momente, jene vor allem vom nächsten Tag, als die Eagle wieder abhob vom Mond. Ich notierte, ziemlich lyrisch: "der Kopf der Spinne, am Leben bleibend, obwohl getrennt von Rumpf und Gliedern". Denn das sperrige Untergestell mit den Spinnenbeinen blieb zurück auf dem Mond. Dann das Rendezvous mit dem Mutterschiff. Die vorsichtige Annäherung der Raumfahrzeuge aneinander, das Andocken, das Umsteigen der Mondastronauten zu ihrem wartenden Kollegen Collins in der Apollo-Kapsel, das Ablösen des Spinnenkopfes, der, unnütz geworden, davontaumelte. Dann noch einmal, ein letztes Mal, diese endlosen zwanzig Minuten jener Leere, die auch in den vorausgegangenen Tagen immer dann eingetreten war, wenn das Apollo-Raumschiff bei der Umrundung des Mondes ins Funkloch hinter dem Mond gefallen war. LOS! Das Kürzel hatte etwas zutiefst Beängstigendes. Loss Of Signal. Und jetzt kam noch hinzu, dass es wegen des Funkausfalls ja auch keine Information darüber geben konnte, ob hinter dem Mond das Triebwerk des Raumschiffes für dessen Rückkehr zur Erde korrekt gezündet hatte. Welche Befreiung dann, als Acquisition Of Signal , AOS, Funkempfang, gemeldet wurde und sofort danach, dass die Columbia korrekt auf Heimatkurs lag.
Acht Tage und drei Stunden nach dem Start in Florida kamen die drei Männer von Apollo 11 wieder auf der Erde an. 3000 Tonnen hatte ihre Saturn V beim Start in Florida gewogen. Was im Pazifik am Fallschirm davon zurückkam, waren gerade mal sechs Tonnen – darunter 23 Kilo Mondgestein als Beweismaterial gegen alle Verschwörungstheorien.
Nachfolgende Besatzungen haben weitere 359 Kilo aufgesammelt, von denen ein Teil noch immer, jungfräulich, in gasförmigem Stickstoff ruhend, im Johnson Space Center verschlossen gehalten wird. Ein Bröckchen vom Mond, das aussieht wie schwarzer Speckstein, ist hingegen im Space Museum nebenan ausgestellt. Wollte man es im Labor untersuchen, so würde man Irdisches an ihm entdecken, Spuren von Schweiß, Seife und vielleicht auch Hähnchenfett und Ketchup. Es kann betastet werden. Im Museum ist heute der Mond zum Greifen nahe.
Er ist es auch in den Werkstätten des Raumfahrtzentrums, wo die Zukunft des Mondes vage sichtbar wird. An einem vergrößerten Apollo-Raumschiff wird dort gearbeitet, einem, in dem vier Menschen Platz finden sollen. Und Zweckbauten für den Mond nehmen bereits Gestalt an, aus Plastik und Sperrholz noch, aber schon in Originalgröße, einer davon röhrenförmig, der andere an eine Zwiebel erinnernd und beide eine Ahnung davon vermittelnd, wie erste Siedler in der Mondwüste überleben sollen. Es ist ja die erklärte Absicht der Amerikaner, abermals zum Mond zu fliegen, schon in naher Zukunft. Aber in wie naher Zukunft – das bleibt offen. Als Antrieb für das Projekt Constellation gibt es nicht mehr das erbitterte Ringen mit einer rivalisierenden Supermacht. Und deshalb auch keinen nationalen Impuls. Schon gar nicht in einer Zeit, in der die Energien des Landes absorbiert sind durch die Finanz- und Wirtschaftskrise. Und so fliegt das neue Mondschiff irgendwie schwerelos im Vakuum.
Den USA bleibt nur, um internationale Kooperation zu betteln. Weshalb ihnen auch diesmal an rückhaltloser Offenheit gelegen ist. Ich werde in einen Hangar geführt, in dem ein eindrucksvolles Wohnmobil mit dem Nasa-Wappen und zwei aus dem Heck hängenden Raumanzügen steht. Es ist eigentlich kein Modell. Es sei einsatzbereit für Fahrten auf dem Mond, wird mir gesagt. Ob ich es steuern wolle?
Klar, will ich! Und so sitze ich plötzlich im Fahrerstand eines elektrisch angetriebenen Lunar Truck, navigiere das Fahrzeug mithilfe einer Art Joystick und rumple, gedanklich, über kahle Ebenen mit nichts als öden Kratern, einer hinter dem anderen.
Mit solchen Worten hatte Buzz Aldrin den Mond in einem Interview beschrieben, das er mir vor einigen Jahren gegeben hatte. Gottverlassen, hatte er hinzugefügt, sei ein angemessenes Wort. Wir hatten uns nicht nur über das abschreckende Mondterrain unterhalten, sondern auch über die Veränderung der politischen Landschaft auf der Erde durch den Erfolg von Apollo. Die Mondrakete N1 der Konkurrenz in Moskau, vergleichbar mächtig wie Wernher von Brauns Saturn V, hatte sich als untauglich erwiesen, und Aldrin hatte einen Zusammenhang zwischen dem Scheitern der Russen im All und dem Umstand hergestellt, dass sich in dieser Zeit erste Risse im Sowjetimperium gebildet hatten und die Magie der Sowjetideologie in der Dritten Welt laufend an Kraft verloren hatte. Und auch darüber hatte er reflektiert, dass, andererseits, der Kraftakt der Apollo-Missionen in Amerika einen Innovationsschub auslöste. Das Land übernahm die Führerschaft der weltweiten technologischen Revolution. Kommunikationstechnik, Medizintechnik, Computerelektronik, Werkstoffentwicklung sind Stichwörter.
Ich habe mich auf meiner Reise zurück ins Jahr des Mondes 1969 noch einmal mit Aldrin verabredet, wenn auch nur zum privaten Small Talk. Sorry, kein Interview diesmal, hatte er gemailt und hinzugefügt, er arbeite an einem Buch, und sein Verlag habe ihm Redeverbot auferlegt. Also nicht einmal ein verwertbares Zitat zur Verschwörungstheorie. Aber brauchte ich es wirklich? Aldrins Meinung ist in einem Protokoll der Polizei von Beverly Hills nachzulesen. Der Mondfahrer hatte sich eines besonders schlagkräftigen Arguments bedient. Im Jahr 2002 war das, als ihm in Beverly Hills ein Filmemacher namens Bart Sibrel in den Weg getreten war, ihn einen Betrüger genannt und gegeifert hatte: "Sie sind der, der behauptet hat, auf dem Mond herumgelaufen zu sein – und Sie haben es nicht getan." Auf die Bibel solle er schwören, dass er nicht lüge. Doch Aldrins Hand war zu keiner Bibel gegangen, sondern in Sibrels Gesicht gefahren. Es war, im Internet auf Video zu besichtigen, eine rechte Gerade ans Kinn.
Buzz Aldrin, mittlerweile auch schon 79 Jahre alt, bewohnt mit seiner Frau Lois in Los Angeles eine Suite in einem luxuriösen Hochhaus am Wilshire Boulevard. Wir plaudern über alles Mögliche, nur nicht über den Mond. Immerhin diese eine Frage muss erlaubt sein: Was seine Gefährten von damals heute machten, wie sie heute lebten? Well, sagt Aldrin, Armstrong verbringe seine Zeit, soviel er wisse, auf seiner Farm in Ohio. Und Collins? Der angle vermutlich in Florida. Es hört sich nicht so an, als habe die Reise zum Mond die drei Astronauten zu mehr als Weggefährten auf Zeit gemacht. Vielleicht sogar: LOS, Loss Of Signal.
Aldrins Ego – verletzt? Er ist nicht der Erste gewesen, der den Mond betreten hat. Die zwanzig Minuten, die er, der Kopilot, nach Armstrong, seinem Commander, auf dem Zielstrich ankam, wird er nicht aufholen können. Was nützt es ihm, dass bei allen vorausgegangenen Aktivitäten im Weltraum es nie der Commander war, der von Bord ging, wenn sogenannte Weltraumspaziergänge anstanden? Es war immer der Kopilot. Und Aldrin war sogar der Weltrekordinhaber, was solche Ausflüge anging. In Aldrins Vita ist vermerkt, dass er nach seiner Rückkehr zur Erde in ein schwarzes Loch fiel, in dem er Zuflucht beim Alkohol suchte. Weil er auf dem Mond zurücktreten musste? Nachdenklich hatte mir Aldrin geantwortet, als ich mit ihm noch über den Flug sprechen durfte, dass es sehr schwer geworden wäre, »sich all den Leuten zu stellen, die gefragt hätten, ob ich nicht auch den Eindruck hätte, eine unzulässige Bevorzugung vor meinem Commander erhalten zu haben«. Aber ohnehin, dem ersten Schritt werde zu viel Bedeutung beigemessen. Die Landung, das seien 99 Prozent der Mission gewesen – das verbleibende Prozent, der Ausstieg, sei leichter zu schaffen gewesen als, ja, eben, ein Weltraumspaziergang.
Ob er jene beneide, die nach ihm kommen und eigene Erfahrungen auf einem anderen Gestirn machen werden? Auch das hatte ich Aldrin gefragt. Jetzt, bereits auf dem Weg zurück nach Deutschland, lese ich seine Antwort noch einmal nach.
"Ich weiß nicht, warum ich sie beneiden sollte, unsere Stunde in der Geschichte kam, und wir waren da. Andere werden ihre Stunde haben. Lindbergh hatte die seine, und die Wright-Brüder hatten die ihre. Es wäre schön, aus dem Blickwinkel eines Emeritus große Entdeckungsreisen im All mitverfolgen zu können und sich zu erinnern, immer von Neuem."
- Datum 11.09.2009 - 06:57 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 07.05.2009 Nr. 20
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Die Mondlandung von Apollo 11 ist für viele Menschen mindestens gleichrangig mit der Entdeckung des amerikanischen Kontinents fast 500 Jahre zuvor. Der große Unterschied besteht jedoch darin, dass die Geldgeber des genuesischen Seefahrers sechs Monate warten mussten, bevor sie von der Entdeckung erfuhren. Im Falle von Apollo 11 sahen die Steuerzahler mit einer Verzögerung von lediglich 1,3 Sekunden, wofür Ihre Milliarden ausgegeben wurden. Von daher ist es ein fast schon beängstigender Zufall, dass der Ingenieur, dem die Leitung des Mondlandeprojekts oblag, mit Vornamen Christopher Columbus hiess. Ich darf in diesem Zusammenhang auch auf ein aktuelles Buch zu diesem Thema verweisen: Grinsted, Daniel (2009): Die Reise zum Mond - Zur Faszinationsgeschichte eines medienkulturellen Phänomens zwischen Realität und Fiktion (Berlin: Logos Verlag). Hierin wird die Mondlandung von Apollo 11 vor ihrem kulturhistorischen Hintergrund betrachtet und als Medienereignis par excellence untersucht.
als es Nixon gelang den Vietnamkrieg zu beenden, den Kennedy angezettelt hatte und die Space-Cowboys aus den 60gern 100 Milllliarden USD für eine bemannte Landung auf einem um die Erde kreisenden Gesteinsbrocken locker machen konnten, sicher spannend, aber einfach verfrüht, heute haben da kleine Sonden ihre Fingerchen in den Mondboden gegraben und man weiss mehr.
vorbehaltlos.
Nicht nur, dass sie in den richtigen Situationen "ihre Emotionen ausschalten" konnten. Auch, weil sie in den richtigen Situationen ihre Emotionen "einschalten" konnten: Doch Aldrins Hand war zu keiner Bibel gegangen, sondern in Sibrels Gesicht gefahren. Es war, im Internet auf Video zu besichtigen, eine rechte Gerade ans Kinn. (Treffend in jeder Hinsicht: Jedes andere Argument wäre ins "Leere" gegangen.)
Herzlichst Crest
Als ich 20 war wäre ich jederzeit bereit gewesen, mich in eine Blechschachtel zu setzen und mich mit etwas über 40.000 km/h mit einer v.Braunschen Rakete zum Mond schiessen zu lassen. Später denkt man dann, das es nicht unbedingt sein muss, aber OK wars eigentlich.
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