Wertvoller Boden Die Haut der ErdeSeite 4/4
Erwartungsgemäß blüht auch bei diesem Thema der grundsätzliche Streit zwischen »konventionell« und »bio«. Die Intensivlandwirte argumentieren, sie könnten auf weniger Raum höhere Erträge erzielen und dadurch den Umbruch neuer Ackerflächen verhindern. Viele von ihnen beginnen, ohne Pflug zu arbeiten, um Energie zu sparen.
Ökobauern indes nehmen für sich in Anspruch, dass ihre Anbauweise bis zu 20 Prozent weniger CO₂ emittiert; vor allem, weil sie keinen Kunstdünger verwenden und mehr Humus aufbauen. Die Erträge, sagt Paul Mäder vom Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), seien zwar geringer – aber nur in gemäßigten Breiten, nicht in den Tropen.
Einen Dämpfer bekamen die Ökobauern dennoch: durch eine Untersuchung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Klimaschädlich sind demnach auch Biorinder, die ausgedehnte Weideflächen brauchen; umso mehr, wenn die Tiere, wie oft in Norddeutschland, auf trockengelegten Moorböden stehen. Wichtig fürs Klima wäre es daher, plädiert der Auftraggeber der Studie, Foodwatch-Chef Thilo Bode, Moore wieder zu vernässen und als CO₂-Senken zu nutzen.
An der Universität Greifswald versuchen Wissenschaftler, den Konflikt zwischen Bauern und Klimaschützern im Sumpfland zu mildern. Erlen, Schilf und Torfmoos zum Beispiel könnten in rekultivierten Mooren als Energiepflanzen wirtschaftliche Erträge bringen.
Amerikanische und deutsche Forscher experimentieren darüber hinaus mit sogenannter Biokohle. In den Ackerboden gebracht, bindet sie dauerhaft CO₂ und kann die Erträge ohne Dünger erhöhen, weil Nährstoffe und Wasser besser gespeichert werden. Noch stecken diese Experimente in den Anfängen; die Kohle, im Idealfall aus Pflanzenresten und Abfällen gewonnen, muss biochemische Prozesse durchlaufen, die noch zu klären sind.
Doch Haiko Pieplow vom Bundesumweltministerium erwartet eine »Schlüsselinnovation des Jahrhunderts« – vor allem wenn die Schwarzerde Teil eines regionalen Stoffstrommanagements werde.
Eine wichtige Komponente in einem solchen Kreislauf könnten auch Fäkalien sein. Sie würden dann fruchtbarer als in großen Kläranlagen entsorgt: indem sie den Weg zurück auf den Acker finden, zwar zuvor in Hightechanlagen gefiltert – aber letztlich ganz ähnlich wie in Tewolde Berhans Dorf in Äthiopien.
- Datum 11.05.2009 - 13:10 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 07.05.2009 Nr. 20
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Herzlichen Dank, Frau Grefe, dass Sie erneut
- im Einklang mit Ihrem Buch DER GLOBALE COUNTDOWN -
eine neue DIMENSION der NEUEN AUFKLÄRUNG für den notwendigen BEWUSSTSEINSWANDEL in die öffentliche Aufmerksamkeit rücken!
Weiter so mit dem gründlich recherchierten wohltuenden Qualitätsjournalismus !
..... und wie unter diesen Prämissen das System der "nachwachsenden Rohstoffe" bei uns dasteht, wäre dann auch nochmal zu sehen. ..... bzw. zu sehen ist es ja - es müßte nur Subventionen, und sonstige Dschungel gelichtet werden.
Die Bedienung einer Ökostrom-Klientel aus Maisfeldern heraus, das ist kein zukunftsfähiger Weg. Begründet mit der Einsparung der einen Ressource, wird der beschleunigte Verbrauch der anderen in Gang gesetzt. Nur, daß es bisher die Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis nahm. Auch der Verweis auf "Knut" im Artikel ist sehr treffend für die selektive Aufmerksamkeit der medial vermittelten Öffentlichkeit.
Die Realtät ist komplexer als das simple Gegeneinander von Atom und Sonnenblume. Wenn überhaup NAWARO, dann nur bodenschonend, und man blicken den begrenzten Potentialen ins Auge.
..... und wie unter diesen Prämissen das System der "nachwachsenden Rohstoffe" bei uns dasteht, wäre dann auch nochmal zu sehen. ..... bzw. zu sehen ist es ja - es müßte nur Subventionen, und sonstige Dschungel gelichtet werden.
Die Bedienung einer Ökostrom-Klientel aus Maisfeldern heraus, das ist kein zukunftsfähiger Weg. Begründet mit der Einsparung der einen Ressource, wird der beschleunigte Verbrauch der anderen in Gang gesetzt. Nur, daß es bisher die Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis nahm. Auch der Verweis auf "Knut" im Artikel ist sehr treffend für die selektive Aufmerksamkeit der medial vermittelten Öffentlichkeit.
Die Realtät ist komplexer als das simple Gegeneinander von Atom und Sonnenblume. Wenn überhaup NAWARO, dann nur bodenschonend, und man blicken den begrenzten Potentialen ins Auge.
..... und wie unter diesen Prämissen das System der "nachwachsenden Rohstoffe" bei uns dasteht, wäre dann auch nochmal zu sehen. ..... bzw. zu sehen ist es ja - es müßte nur Subventionen, und sonstige Dschungel gelichtet werden.
Die Bedienung einer Ökostrom-Klientel aus Maisfeldern heraus, das ist kein zukunftsfähiger Weg. Begründet mit der Einsparung der einen Ressource, wird der beschleunigte Verbrauch der anderen in Gang gesetzt. Nur, daß es bisher die Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis nahm. Auch der Verweis auf "Knut" im Artikel ist sehr treffend für die selektive Aufmerksamkeit der medial vermittelten Öffentlichkeit.
Die Realtät ist komplexer als das simple Gegeneinander von Atom und Sonnenblume. Wenn überhaup NAWARO, dann nur bodenschonend, und man blicken den begrenzten Potentialen ins Auge.
Frau Gräfe,
Sie machen mir wieder Hoffnung auf bessere ZEITen. Um die Böden und ihre Struktur kümmern sich ausdauernd Fachleute im Verborgenen. Dabei muss doch hier dringlich in die Forschung und in Infrastrukturmaßnahmen investiert werden, weit über die bisherigen Gelder hinaus. Ihr Artikel ist gut geschrieben und lehrreich. Danke dafür.
Eine kleine Anmerkung: Die Bodenarten, die Sie im Text erwähnten, die sollten sich auch in der sehr hilfreichen und durchdachen Galerie Online finden lassen. "Cambisol-Boden" = "Braunerde", bleibt ungeklärt.
Weiter so, gegen die ökologische Alexithymie, diese globale Gefühlsblindheit.
Grüße
Christoph Leusch
Wenn man in Deutschland gravierende Beispiele der ignoranten und leichtsinnigen Zerstörung der für unser Überleben unverzichtbaren Haut der Erde sehen will, sollte man in die Magdeburger Börde, das Gebiet mit den besten Böden Deuschlands, fahren. Hier werden unter Sanktionierung der CDU/SPD-Regierung des Bundeslandes Sachsen-Anhalt großflächig beste Ackerflächen für wahnsinnige Straßenverkehrs- oder Industrieprojekte, die nur der Straßenbaulobby helfen bzw. neue Produktionsüberkapazitäten schaffen (anstatt vorhandene Industrieflächen dafür zu nutzen), zerstört und damit der Nahrungsmittelproduktion entzogen.
Natürlich verteidigt und rechtfertigt die landesregierung diese Wirtschaftspolitik vehement und spielt dabei geschickt mit der Karte "Schaffung neuer Arbeitsplätze und Wirtschaftsaufschwung".
Allein schon dieses Beispiel zeigt, woran es eigentlich beim Bodenschutz krankt, nämlich am vernünftigen Abwiegen zwischen dem, was machbar ist und dem was aus ökologischer Sicht sinnvoll wäre und da wir in einem System der kurzfristigen Gewinne leben, interessiert niemand, dass die kurzfristigen Gewinne langfristig einen viel grösseren (auch ökonomischen) Schaden anrichten.
Ökologie wird deshalb noch so lange ein Schattendasein fristen, so lange wir keine Wirtschaft haben, die sich an langfristigen Ergebnissen orientiert. Eigentlich wäre jetzt sogar die beste Zeit dafür, wo sich auch unter sozialen Gesichtspunkten zeigt, dass dieses Quartalsdenken der Ökonomen ein Nähboden für allelei Krisen ist, nur diejenigen, die heute an den Trögen sitzen, haben nicht das geringste Interesse etwas daran zu ändern, sie profitieren ja schliesslich davon. Und so werden sie sich auch nicht genieren die Zukunft unserer Enkel zu versaufen, denn was nichts kostet, ist auch nichts wert...
Allein schon dieses Beispiel zeigt, woran es eigentlich beim Bodenschutz krankt, nämlich am vernünftigen Abwiegen zwischen dem, was machbar ist und dem was aus ökologischer Sicht sinnvoll wäre und da wir in einem System der kurzfristigen Gewinne leben, interessiert niemand, dass die kurzfristigen Gewinne langfristig einen viel grösseren (auch ökonomischen) Schaden anrichten.
Ökologie wird deshalb noch so lange ein Schattendasein fristen, so lange wir keine Wirtschaft haben, die sich an langfristigen Ergebnissen orientiert. Eigentlich wäre jetzt sogar die beste Zeit dafür, wo sich auch unter sozialen Gesichtspunkten zeigt, dass dieses Quartalsdenken der Ökonomen ein Nähboden für allelei Krisen ist, nur diejenigen, die heute an den Trögen sitzen, haben nicht das geringste Interesse etwas daran zu ändern, sie profitieren ja schliesslich davon. Und so werden sie sich auch nicht genieren die Zukunft unserer Enkel zu versaufen, denn was nichts kostet, ist auch nichts wert...
Allein schon dieses Beispiel zeigt, woran es eigentlich beim Bodenschutz krankt, nämlich am vernünftigen Abwiegen zwischen dem, was machbar ist und dem was aus ökologischer Sicht sinnvoll wäre und da wir in einem System der kurzfristigen Gewinne leben, interessiert niemand, dass die kurzfristigen Gewinne langfristig einen viel grösseren (auch ökonomischen) Schaden anrichten.
Ökologie wird deshalb noch so lange ein Schattendasein fristen, so lange wir keine Wirtschaft haben, die sich an langfristigen Ergebnissen orientiert. Eigentlich wäre jetzt sogar die beste Zeit dafür, wo sich auch unter sozialen Gesichtspunkten zeigt, dass dieses Quartalsdenken der Ökonomen ein Nähboden für allelei Krisen ist, nur diejenigen, die heute an den Trögen sitzen, haben nicht das geringste Interesse etwas daran zu ändern, sie profitieren ja schliesslich davon. Und so werden sie sich auch nicht genieren die Zukunft unserer Enkel zu versaufen, denn was nichts kostet, ist auch nichts wert...
ist die Intelligenz, die uns trägt und erhält, obwohl wir sie eher mit Fäkalien in Verbindung bringen als dass wir genügend wertschätzen würden.
Matthias Claudius sagt dazu
"So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn."
Nicht nur am meisten Kohlenstoff ist im Boden, sondern auch die meisten lebendigen Lebewesen, die dort ihre Arbeit tun, die meiste DNA und RNA, die meisten Proteine.
Wenn Haiko Pieplow vom Bundesumweltministerium eine »Schlüsselinnovation des Jahrhunderts« erwartet, wenn die Schwarzerde Teil eines regionalen Stoffstrom-Managements werde, kann ich dazu nur sagen, dass wir eine weltweite Infrastruktur der Biomasse brauchen, genauso wie eine weltweite Infrastruktur des Wassers und der Luft brauchen: ein weltweites Stoffstrom-Management. Milliarden von Menschen können und werden dadurch wieder Arbeit und Würde finden. Das das in uns Menschen durchaus angelegt ist, zeigen die vielen Schrebergärtner, die aus öden Bahndämmen kleine Paradiese gemacht haben.
Hydrokultur und Hydroponik.
Das ist für romantische Seelen nicht befriedigend. Zugegeben. Aber schauen Sie sich einmal in Ihrer Wohnung um. Keine Pflanze in Hydrokultur im Wohnzimmer links? Vielleicht eine im Büro? Und überlebt hat sie bisher auch?
Nun ich möchte Ihnen Ihre Vorlieben nicht "madig" machen. Aber Sie kennen ja meine Ansicht, dass man die Welt nicht immer ganzheitlich sehen sollte.
Herzlichst Crest
und konkreten Angaben. Es ist zu hoffen, dass wenigstens ein Teil davon im Alltag umgesetzt wird. Den Entwicklungsländern die Leviten zu lesen wäre aber wenig glaubwürdig, wenn wie die jahrzentelange Fehlentwicklung in Europa und USA betrachten. Kunstdünger in Trockenzonen zu liefern finde ich weniger sinnvoll, als für eine korrekte Bearbeitung ( an Arbeitskräften fehlt es meist nicht) und vor allem Bewässerung zu sorgen. Gekoppelt mit Hilfe gegen Landflucht.
Wie sie wissen sind Länder wie China daran, in Ländern wie Zimbabwe u.a. regelrechte Agrar-Enklaven aufzubauen, wo Chinesen angesiedelt werden. Die Ernte wird dann direkt nach Saudi Arabien oder China verschifft. Das Volk hungert derweil.
Einheimische Bauern haben weder das Wissen noch das Geld, um mehr als eine karge Substistenzwirtschaft zu betreiben.
Deshalb muss man klar wissen, ob es sich um Nahrungsmittel für Einheimische oder eine spekulative Landwirtschaft für den Weltmarkt handelt, bevor man in solchen Ländern eingreift.
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