Kriegsverbrechen Schuld, die nie verjährt
Demjanjuk und das Grauen der NS-Vernichtungslager: Warum diesem alten, kranken Mann der Prozess gemacht werden muss
Warum einen alten Mann, der niemand mehr etwas antun könnte, vor Gericht zerren? Zur Besserung? Das ist bei einem 89-Jährigen, dem Beihilfe zum Massenmord angelastet wird, keine besonders erhebende Aussicht. John Demjanjuk, der in dieser Woche nach Deutschland ausgeliefert wurde, hätte kaum noch die Lebenszeit, um seine Wiedergutwerdung unter Beweis zu stellen.
Vergeltung und Rache? Im Innersten der Seele wünscht man diesem Mann, wenn er denn schuldig ist, 29000 Tode an den Hals – einen für jeden Menschen, den er in Sobibor mitermordet haben soll. Aber das sind Nachtgedanken in einer Zeit, die den Begriff der Rache – Lex talionis – zugunsten der Resozialisierung aus ihrem Rechtsbewusstsein verbannt hat, jedenfalls dort, wo die Todesstrafe abgeschafft ist.
Wenn Strafe nur noch Verwahrung oder Verbesserung ist, das eine aber nicht mehr nötig, das andere nicht mehr möglich ist, warum dann dieses Justiz-Schauspiel im Jahre 64 n.H. (nach Hitler), nach sechs Jahrzehnten, in denen dieser brave (genauer: brav gewordene) Bürger aus Cleveland sich nichts hat zuschulden kommen lassen? Weil Mord nicht verjährt?
An der Menschenwürde hängt alles andere
Das ist richtig, aber doch der Sache nicht angemessen. Die Antwort muss ganz schlicht lauten: um der Wahrheit willen. Und, um einen zynischen französischen Spruch zu bemühen, pour encourager les autres . Sehr frei übersetzt, wäre es der eigentliche Zweck, der Nachwelt im rechtsstaatlichen Ringen um Schuld und Sühne, also bei penibler Beweisführung, immer wieder den moralischen Maßstab vorzuhalten, ohne den keine freie Gesellschaft auskommen kann.
Welchen Maßstab? In dem Film Der Vorleser (2008) provoziert der Juraprofessor Rohl (Bruno Ganz) den jungen Helden Michael Berg (David Kross), der als Student den Prozess gegen die KZ-Aufseherin Hanna Schmitz (Kate Winslet) beobachtet, mit einer tausendfach genutzten Scheinwahrheit: Wie kann denn heute Unrecht sein, was damals rechtens war?
Alle Naziprozesse haben seit den Sechzigern gegen diese positivistische Rechtsauffassung, gegen diese »Filbinger-Finte«, ein höheres Prinzip durchgesetzt. (Der Stuttgarter Ministerpräsident hatte 1978 mit diesem Argument seine Todesurteile gegen Deserteure gerechtfertigt; trotzdem musste er zurücktreten.) Die einen nennen das moralische Prinzip die »Zehn Gebote«, die anderen »Naturrecht«, die dritten »Kantschen Imperativ«, der besagt, dass ein Mensch nie Mittel, sondern immer nur Zweck ist. Das Grundgesetz überträgt den kategorischen Imperativ als »unantastbare Würde des Menschen«.
An der Menschenwürde hängt alles andere (wie etwa das Folter- oder Sklavereiverbot), und deshalb waren, bleiben die Naziprozesse unabdingbar. (Der letzte große fand 1992 in Stuttgart statt.) Es muss den Nachgeborenen stets aufs Neue erläutert, ja eingeimpft werden, welche Taten immer falsch, weil unmoralisch sind, ganz gleich, was die Paragrafen erlauben. Michael Berg, der Vorleser, begreift das zum Schluss und die Aufseherin, seine frühere Geliebte, auch. Deshalb begeht sie nach langer Haft am Tag ihrer Freilassung Selbstmord.
Die Wahrheit verjährt nicht, heißt es. Aber sie verblasst. Denken wir nur an den derzeit prominentesten Holocaustleugner, den iranischen Präsidenten Ahmadineschad, der auf der Genfer »Anti-Rassismus-Konferenz« wie ein Rockstar gefeiert wurde, derweil dort Elie Wiesel als »Zio-Nazi« niedergeschrien wurde. Die politisch instrumentalisierte Holocaustleugnung ist heute eine der gemeinsten Waffen im Arsenal des neuen Antisemitismus.
Der Prozess gegen John Demjanjuk wird abermals beleuchten, was in einem Vernichtungslager wie Sobibor geschah und im Dunkel der Geschichte oder in der Hasspropaganda der Ahmadineschads zu versinken droht. (Die Killer haben beim Rückzug alle Spuren beseitigt.) Vielleicht werden auch die Historiker von diesem Mann neue Einzelheiten über die Motive und die Mordmaschinerie erfahren – zum Beispiel über das Ausmaß der Mittäterschaft aufseiten der osteuropäischen Helfer, die mit Lust und Einsatz gemordet haben. Dieses Kapitel ist noch längst nicht aufgeklärt.
Aber die Sache geht über Juden und Nazis, über Täter und Opfer von damals hinaus. Die Wahrheit dient auch als Warnung für alle, die heute und morgen den Massenmord planen oder gar ausführen. Kandidaten gibt es rund um die Welt genug. Der Fall Demjanjuk, eines Mannes, der sich seit 60 Jahren dem Verfahren entzieht, der mit allen juristischen Tricks die Auslieferung zu verhindern wusste, dieser Fall signalisiert allen Nachahmern: Es gibt kein Entkommen, ganz gleich, wie langsam die Mühlen der Justiz zwischen den Kontinenten mahlen.
Es geht schließlich nicht nur darum, den »Opfern Gerechtigkeit zu verschaffen«, wie der »Nazijäger« Simon Wiesenthal zitiert wird. Solche Prozesse müssten stattfinden, damit »Verbrecher die Wahrheit bezeugen«. Im Vorleser bezeugte die Auschwitz-Aufseherin und tausendfache Mordhelferin Hanna Schmitz die Wahrheit mit ihrem Geständnis und zum Schluss mit ihrem Freitod. Das Eingeständnis, die Reue und die Sühne sind das Bewegende an diesem Film, nicht die süßliche Liebesgeschichte zwischen dem Jungen und der älteren Frau.
Demjanjuk, wenn er denn schuldig ist, wird wegen seines Alters nicht einmal ins Gefängnis kommen. Aber er muss bezeugen. Er muss erinnern. Und er muss verurteilt werden.
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- Datum 22.05.2009 - 17:23 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 14.05.2009 Nr. 21
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Ich denke auch das ein Prozess geführt werden muss auch wenn darauf kein Gefängnis folgen kann. Mensch muss sich jedoch fragen wieso es in den 50er und 60er Jahren versäumt wurde Kriegsverbrecher konsequent zu verfolgen, stattdessen konnten sich viele ein schönes Leben machen, meist in Südamerika, ohne für die Massenmorde zur Verantwortung gezogen worden sein.
war wichtig und schön, mal darüber geredet zu haben,
alles Gute für ihren weiteren Lebensweg. Bleiben Sie gesund.
Kein Gefängnis?
Der Mann muss in die Lage versetzt werden, sich selbst mit seinen Taten auseinander zu setzen bis zum Erreichen der Erkenntnis
und bis zum Erreichen des Moments, wo er sich zu diesen Taten - und sei es auch nur innerlich vor sich selbst - bekennt
und er die Möglichkeit hat, sich gedanklich innerlich mit seinen Opfern auseinander zu setzen,
sich gedanklich innerlich bei seinen Opfern zu entschuldigen
Er muss ganz einfach in die Lage versetzt werden, seine Untaten zu bereuen.
Ich sage hier aus EIGENER Erfahrung:
Man baut sich sein Leben so auf, dass man mit jeder Schuld möglichst unschuldig weiter fortleben kann.
Erst wenn man gezwungen ist, sich innerlich mit sich selbst zu beschäftigen
und man sich nicht einfach wieder irgendwohin begeben kann und sich ablenken kann
dann beginnt irgendeinen Tages der Moment, wo man seine Gedanken nicht mehr einfach abdrängt von den Tatsachen, so wie sie sich real abgespielt haben
Dieser Moment kommt!
Man muss diesem(n) Menschen die Möglichkeit geben,
wieder mit sich selbst ins Reine zu kommen
Frieden mit sich selbst zu finden
indem er sich der wirklichen Schuld bewusst wird
diese Schuld bewusst auf sich nimmt
sich innerlich mit den Opfern zu verständigen
und DEN OPFERN zu zeigen:
Ich erkenne meine Schuld - ich nehme meine Schuld an
Ich bitte Euch um Entschuldigung.
Ohne dass die Gesellschaft es ihm vorführt, dass er selbst sich aus der menschlichen Gesellschaft bewusst und gewollt durch jahrelanges unmenschlisches Tun entfernt hat und innerhalb der Gesellschaft kein Platz für ihn ist, solange er seine Taten ableugnet
solange wird er den bequemen und komfortablen Weg gehen sich dort zu bewegen, wo man ihm seine Taten nicht vorhält.
Wenn Sie sich schon nicht den Opfern verpflichtet fühlen
dann fühlen Sie sich dem Täter verpflichtet es Ihm zu ermöglichen, den Weg zu seinen Taten und seinen Opfern zu finden und sich mit Ihnen zu verständigen.
Gefängnis und Einzelzelle
Arbeit und sinnvolle Beschäftigung
bis er sich zu seinen Taten bekennt
und seine Opfer um Verzeihung bittet.
Dann wird er den Rest seiner Gefängnisstrafe bis zu seinem Tode (denn besondere Schwere der Tat ist ja wohl mehr als offensichtlich) auch auf sich nehmen
wie er den Tod seiner vielen Opfer auch auf sich genommen hat.
war wichtig und schön, mal darüber geredet zu haben,
alles Gute für ihren weiteren Lebensweg. Bleiben Sie gesund.
Kein Gefängnis?
Der Mann muss in die Lage versetzt werden, sich selbst mit seinen Taten auseinander zu setzen bis zum Erreichen der Erkenntnis
und bis zum Erreichen des Moments, wo er sich zu diesen Taten - und sei es auch nur innerlich vor sich selbst - bekennt
und er die Möglichkeit hat, sich gedanklich innerlich mit seinen Opfern auseinander zu setzen,
sich gedanklich innerlich bei seinen Opfern zu entschuldigen
Er muss ganz einfach in die Lage versetzt werden, seine Untaten zu bereuen.
Ich sage hier aus EIGENER Erfahrung:
Man baut sich sein Leben so auf, dass man mit jeder Schuld möglichst unschuldig weiter fortleben kann.
Erst wenn man gezwungen ist, sich innerlich mit sich selbst zu beschäftigen
und man sich nicht einfach wieder irgendwohin begeben kann und sich ablenken kann
dann beginnt irgendeinen Tages der Moment, wo man seine Gedanken nicht mehr einfach abdrängt von den Tatsachen, so wie sie sich real abgespielt haben
Dieser Moment kommt!
Man muss diesem(n) Menschen die Möglichkeit geben,
wieder mit sich selbst ins Reine zu kommen
Frieden mit sich selbst zu finden
indem er sich der wirklichen Schuld bewusst wird
diese Schuld bewusst auf sich nimmt
sich innerlich mit den Opfern zu verständigen
und DEN OPFERN zu zeigen:
Ich erkenne meine Schuld - ich nehme meine Schuld an
Ich bitte Euch um Entschuldigung.
Ohne dass die Gesellschaft es ihm vorführt, dass er selbst sich aus der menschlichen Gesellschaft bewusst und gewollt durch jahrelanges unmenschlisches Tun entfernt hat und innerhalb der Gesellschaft kein Platz für ihn ist, solange er seine Taten ableugnet
solange wird er den bequemen und komfortablen Weg gehen sich dort zu bewegen, wo man ihm seine Taten nicht vorhält.
Wenn Sie sich schon nicht den Opfern verpflichtet fühlen
dann fühlen Sie sich dem Täter verpflichtet es Ihm zu ermöglichen, den Weg zu seinen Taten und seinen Opfern zu finden und sich mit Ihnen zu verständigen.
Gefängnis und Einzelzelle
Arbeit und sinnvolle Beschäftigung
bis er sich zu seinen Taten bekennt
und seine Opfer um Verzeihung bittet.
Dann wird er den Rest seiner Gefängnisstrafe bis zu seinem Tode (denn besondere Schwere der Tat ist ja wohl mehr als offensichtlich) auch auf sich nehmen
wie er den Tod seiner vielen Opfer auch auf sich genommen hat.
von 1986 bis 1993 nach einem später aufgehobenen Todesurteil für Verbrechen, an denen er wahrscheinlich nicht beteiligt gewesen sein kann, wenn die jetzige Anklage stimmt? Es ist also nicht ganz korrekt, dass er sich "seit 60 Jahren der Strafe entzogen hat". Auch aus diesem Grunde taugt der Fall wenig für das "letzte große Exempel", das hier statuiert werden soll. Von der Frage nach einem fairen Prozess nach derart massiver medialer Vorverurteilung mal abgesehen.
Zitat: Vergeltung und Rache? Im Innersten der Seele wünscht man diesem Mann, wenn er denn schuldig ist, 29000 Tode an den Hals – einen für jeden Menschen, den er in Sobibor mitermordet haben soll. Aber das sind Nachtgedanken in einer Zeit, die den Begriff der Rache – Lex talionis – zugunsten der Resozialisierung aus ihrem Rechtsbewusstsein verbannt hat, jedenfalls dort, wo die Todesstrafe abgeschafft ist.
.. dennoch ist es immer wieder gut, dieses von ihm selber bestätigt zu wissen.
Mir schwant, daß ihr Blutdurst und ihr Antideutschtum langsam zu einer Gefahr für die Allgemeinheit werden.
Wer nachts davon träumt, 29000 mal einen alten Opa zu ermorden, für Taten die NOCH NICHT EINMAL BEWIESEN SIND, legt dar, daß er vom Rechtsstaat nicht viel hält, und ein Gegner unserer Rechtsordnung ist.
Die Unschuldsvermutung gilt für jeden. Auch für Naziopas.
Und daß mit der ständigen Pflicht, Abbitte zu leisten für Taten, an denen meine Generation, sowie auch ihre nichts für kann, gilt nur in ihren Kreisen.
Mir ist der Holocaust sowas von egal. Ich habe zu dieser Zeit nicht gelebt, konnte nix verhindern und auch nichts verursachen.
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf unnötige Polemik. Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik. Die Redaktion/jk)
Mir ist der Holocaust sowas von egal. Ich habe zu dieser Zeit nicht gelebt, konnte nix verhindern und auch nichts verursachen.
Aus welchem Grunde verwahren Sie sich nach obiger Aussage gegen irgendwelche Hexenjagden. Könnte Ihnen doch alles so was von egal sein.
ist meines Erachtens eher dann gegeben, wenn jemand aussagt, Millionenfacher Mord geht einem, sagen wirs mal salopp, am Allerwertesten vorbei-
ist ja nicht meine Ermordung, oder wie?
(Aber wehe, Balle in Malle soll geschlossen werden wegen des Prolli- Publikums
oder wie?)
Und die, dies gemacht haben - die von überlebenden Opfern/ Tatzeugen identifizierten Täter wie Demjanjuk zum Beispiel -
he, wenn da Zeugen nach Jahren - wie geschehen - auftreten müssen, die den Nazischergen entgangen sind
und aussagen, der Täter war rechts vom Ermordeten den er erschoss
und der nächste Zeuge sagte der Täter stand links von dem Opfer als er schoss
dann wurden diese Zeugen von gewieften Anwälten verhöhnt
und der Täter kam frei
denn wenn zwei Zeugen sich so gewaltig in ihrer Wahrnehmung irren konnten, was haben sie denn dann überhaupt wahrnehmen können ...
Zeugenverhöhnung ist einfacher
als einem Mörder den Mord nachzuweisen, wenn er den Revolver sauber abgewischt hat
und der Zeuge dann aussagt, es sei eine Pistole gewesen nach seiner Meinung, und dann der Anwalt auftrumpft HAH die Tatwaffe war ein Revolver
der Zeuge ist unglaubwürdig, wenn er das nicht auf dreissig Meter erkennen konnte.
Den entsprechenden Richter dann als Vorsitzenden, und die Zeugen können unter Hohngelächter nach Hause zuckeln und sich ob der wiederholten Verhöhnung aufhängen - der Täter kann sich krummlachen -
und "entsprechende Richter" gabs nach dem Kriege zuhauf
die Justiz und ihre Richter wurden nie, in keinem Falle, zur Rechenschaft gezogen nach dem Kriege
denn sie taten ja nur, was ihnen ihr Gesetzbuch vorschrieb ....
welcher Richter wollte da über seinen Kollegen richten?
Noch einmal ganz klar ausgedrückt: Opferverhöhnung ist sowas von einfach
einem Mörder seine Tat nachweisen kann unmöglich werden, wenn der Richter keinen Mörder sieht
denn Juden totschlagen
oder vom Fenster oder Balkon aus abzuschießen
war ja kein zu verfolgendes Delikt in diesen seligmachenden Zeiten, sondern Zeitvertreib für Elite.
Kann ich nur zustimmen. An die Redaktion: Das ist keine Polemik, sondern nachdenklich menschliches gegenüber denen, die nur Rache kennen.
Einen mutmasslichen Kriegsverbrecher als Opi zu verharmlosen, ist ein deutliches Zeichen für Ignoranz im Umgang mit dieser Zeit.
Ich werde mich auch nicht entschuldigen für Taten meiner Vorfahren aber deshalb kann ich deren Taten noch lange nicht tolerieren oder sogar akzeptieren.
Wenn er beteiligt war, gehört er verurteilt und wenn nicht freigesprochen.
Im Umgang mit den Kommunisten in der ehemaligen DDR galten die hier geforderten Regeln lange Zeit auch nicht.
Dort laß ich nie was von Kommunisten Opi oder derartiges.
Mir fällt es am Ende schwer zu beurteilen wer schlimmeres Leid über Menschen gebracht hat.
Im Vergleich zu anderen masse ich mir diese Beurteilung aber auch nicht an.
Mir ist der Holocaust sowas von egal. Ich habe zu dieser Zeit nicht gelebt, konnte nix verhindern und auch nichts verursachen.
Aus welchem Grunde verwahren Sie sich nach obiger Aussage gegen irgendwelche Hexenjagden. Könnte Ihnen doch alles so was von egal sein.
ist meines Erachtens eher dann gegeben, wenn jemand aussagt, Millionenfacher Mord geht einem, sagen wirs mal salopp, am Allerwertesten vorbei-
ist ja nicht meine Ermordung, oder wie?
(Aber wehe, Balle in Malle soll geschlossen werden wegen des Prolli- Publikums
oder wie?)
Und die, dies gemacht haben - die von überlebenden Opfern/ Tatzeugen identifizierten Täter wie Demjanjuk zum Beispiel -
he, wenn da Zeugen nach Jahren - wie geschehen - auftreten müssen, die den Nazischergen entgangen sind
und aussagen, der Täter war rechts vom Ermordeten den er erschoss
und der nächste Zeuge sagte der Täter stand links von dem Opfer als er schoss
dann wurden diese Zeugen von gewieften Anwälten verhöhnt
und der Täter kam frei
denn wenn zwei Zeugen sich so gewaltig in ihrer Wahrnehmung irren konnten, was haben sie denn dann überhaupt wahrnehmen können ...
Zeugenverhöhnung ist einfacher
als einem Mörder den Mord nachzuweisen, wenn er den Revolver sauber abgewischt hat
und der Zeuge dann aussagt, es sei eine Pistole gewesen nach seiner Meinung, und dann der Anwalt auftrumpft HAH die Tatwaffe war ein Revolver
der Zeuge ist unglaubwürdig, wenn er das nicht auf dreissig Meter erkennen konnte.
Den entsprechenden Richter dann als Vorsitzenden, und die Zeugen können unter Hohngelächter nach Hause zuckeln und sich ob der wiederholten Verhöhnung aufhängen - der Täter kann sich krummlachen -
und "entsprechende Richter" gabs nach dem Kriege zuhauf
die Justiz und ihre Richter wurden nie, in keinem Falle, zur Rechenschaft gezogen nach dem Kriege
denn sie taten ja nur, was ihnen ihr Gesetzbuch vorschrieb ....
welcher Richter wollte da über seinen Kollegen richten?
Noch einmal ganz klar ausgedrückt: Opferverhöhnung ist sowas von einfach
einem Mörder seine Tat nachweisen kann unmöglich werden, wenn der Richter keinen Mörder sieht
denn Juden totschlagen
oder vom Fenster oder Balkon aus abzuschießen
war ja kein zu verfolgendes Delikt in diesen seligmachenden Zeiten, sondern Zeitvertreib für Elite.
Kann ich nur zustimmen. An die Redaktion: Das ist keine Polemik, sondern nachdenklich menschliches gegenüber denen, die nur Rache kennen.
Einen mutmasslichen Kriegsverbrecher als Opi zu verharmlosen, ist ein deutliches Zeichen für Ignoranz im Umgang mit dieser Zeit.
Ich werde mich auch nicht entschuldigen für Taten meiner Vorfahren aber deshalb kann ich deren Taten noch lange nicht tolerieren oder sogar akzeptieren.
Wenn er beteiligt war, gehört er verurteilt und wenn nicht freigesprochen.
Im Umgang mit den Kommunisten in der ehemaligen DDR galten die hier geforderten Regeln lange Zeit auch nicht.
Dort laß ich nie was von Kommunisten Opi oder derartiges.
Mir fällt es am Ende schwer zu beurteilen wer schlimmeres Leid über Menschen gebracht hat.
Im Vergleich zu anderen masse ich mir diese Beurteilung aber auch nicht an.
...solange zb. ehemalige marinerichter im dritten reich nach dem krieg ministerpräsident und, nach ihrem erzwungenen rücktritt, cdu-ehrenvorsitzende werden durften, glaube ich nicht an die unparteilichkeit deutscher gerichte und staatsanwaltschaften.
demjanjuk ist ein bauernopfer. die schreibtischtäter hingegen, denen ob ihrer schwachen konstitution vom leichengeruch in den lagern übel wurde, wurden zu den politischen stützpfeilern der BRD.
...meine ich ausdrücklich nicht, dass nicht auch den handlangern des ns-terrors der prozess gemacht werden soll.
ich denke lediglich, dass man es sich ein wenig zu einfach damit macht.
war wichtig und schön, mal darüber geredet zu haben,
alles Gute für ihren weiteren Lebensweg. Bleiben Sie gesund.
Kein Gefängnis?
Der Mann muss in die Lage versetzt werden, sich selbst mit seinen Taten auseinander zu setzen bis zum Erreichen der Erkenntnis
und bis zum Erreichen des Moments, wo er sich zu diesen Taten - und sei es auch nur innerlich vor sich selbst - bekennt
und er die Möglichkeit hat, sich gedanklich innerlich mit seinen Opfern auseinander zu setzen,
sich gedanklich innerlich bei seinen Opfern zu entschuldigen
Er muss ganz einfach in die Lage versetzt werden, seine Untaten zu bereuen.
Ich sage hier aus EIGENER Erfahrung:
Man baut sich sein Leben so auf, dass man mit jeder Schuld möglichst unschuldig weiter fortleben kann.
Erst wenn man gezwungen ist, sich innerlich mit sich selbst zu beschäftigen
und man sich nicht einfach wieder irgendwohin begeben kann und sich ablenken kann
dann beginnt irgendeinen Tages der Moment, wo man seine Gedanken nicht mehr einfach abdrängt von den Tatsachen, so wie sie sich real abgespielt haben
Dieser Moment kommt!
Man muss diesem(n) Menschen die Möglichkeit geben,
wieder mit sich selbst ins Reine zu kommen
Frieden mit sich selbst zu finden
indem er sich der wirklichen Schuld bewusst wird
diese Schuld bewusst auf sich nimmt
sich innerlich mit den Opfern zu verständigen
und DEN OPFERN zu zeigen:
Ich erkenne meine Schuld - ich nehme meine Schuld an
Ich bitte Euch um Entschuldigung.
Ohne dass die Gesellschaft es ihm vorführt, dass er selbst sich aus der menschlichen Gesellschaft bewusst und gewollt durch jahrelanges unmenschlisches Tun entfernt hat und innerhalb der Gesellschaft kein Platz für ihn ist, solange er seine Taten ableugnet
solange wird er den bequemen und komfortablen Weg gehen sich dort zu bewegen, wo man ihm seine Taten nicht vorhält.
Wenn Sie sich schon nicht den Opfern verpflichtet fühlen
dann fühlen Sie sich dem Täter verpflichtet es Ihm zu ermöglichen, den Weg zu seinen Taten und seinen Opfern zu finden und sich mit Ihnen zu verständigen.
Gefängnis und Einzelzelle
Arbeit und sinnvolle Beschäftigung
bis er sich zu seinen Taten bekennt
und seine Opfer um Verzeihung bittet.
Dann wird er den Rest seiner Gefängnisstrafe bis zu seinem Tode (denn besondere Schwere der Tat ist ja wohl mehr als offensichtlich) auch auf sich nehmen
wie er den Tod seiner vielen Opfer auch auf sich genommen hat.
Jetzt haben sie so viel inquisitorisches geschrieben, vom Zwang zur Buße und zum uneingeschränkten Eingestehen seiner Schuld, und dann haben sie dabei doch glatt vergessen, daß er auch unschuldig sein könnte.
Aber so sieht das wohl bei Hexenjagden aus.
Ob dieser Herr seine Taten, sofern er sie denn begangen hat, bereut oder nicht, ist nicht in ihrer Macht.
Was wollen sie denn dagegen tun? Klar, eingesperrt werden kann er für seine Taten, wenn er denn 105-jährig seinen Antrag auf Haftentlassung stellt, kann er auch irgendetwas von "Yup, hab damals einen Fehler gemacht, und bereue es jetzt sehr" reden.... Aber ihm wirklich seine eventuell tiefsten Überzeugungen (sofern er denn ein überzeugter Irgendetwas ist. Dieses Interpretieren und projizieren sie ja auf seine Person.) werden sie ihm nicht nehmen können.
Jedem anderen Menschen genauso wenig. Nur weil sie sich irgendetwas schuldig fühlten oder fühlen, trifft jenes noch lange nicht auf andere zu.
Wer weiss, vielleicht hat es ihm ja sogar Spass gemacht, wenn er diese Taten begangen hat?
Oder er hat jeder Nacht in seinem Bett geweint?!
Bitte halten sie sich mit Pauschalisierungen und Hetze zurück.
Jetzt haben sie so viel inquisitorisches geschrieben, vom Zwang zur Buße und zum uneingeschränkten Eingestehen seiner Schuld, und dann haben sie dabei doch glatt vergessen, daß er auch unschuldig sein könnte.
Aber so sieht das wohl bei Hexenjagden aus.
Ob dieser Herr seine Taten, sofern er sie denn begangen hat, bereut oder nicht, ist nicht in ihrer Macht.
Was wollen sie denn dagegen tun? Klar, eingesperrt werden kann er für seine Taten, wenn er denn 105-jährig seinen Antrag auf Haftentlassung stellt, kann er auch irgendetwas von "Yup, hab damals einen Fehler gemacht, und bereue es jetzt sehr" reden.... Aber ihm wirklich seine eventuell tiefsten Überzeugungen (sofern er denn ein überzeugter Irgendetwas ist. Dieses Interpretieren und projizieren sie ja auf seine Person.) werden sie ihm nicht nehmen können.
Jedem anderen Menschen genauso wenig. Nur weil sie sich irgendetwas schuldig fühlten oder fühlen, trifft jenes noch lange nicht auf andere zu.
Wer weiss, vielleicht hat es ihm ja sogar Spass gemacht, wenn er diese Taten begangen hat?
Oder er hat jeder Nacht in seinem Bett geweint?!
Bitte halten sie sich mit Pauschalisierungen und Hetze zurück.
Jetzt haben sie so viel inquisitorisches geschrieben, vom Zwang zur Buße und zum uneingeschränkten Eingestehen seiner Schuld, und dann haben sie dabei doch glatt vergessen, daß er auch unschuldig sein könnte.
Aber so sieht das wohl bei Hexenjagden aus.
Ob dieser Herr seine Taten, sofern er sie denn begangen hat, bereut oder nicht, ist nicht in ihrer Macht.
Was wollen sie denn dagegen tun? Klar, eingesperrt werden kann er für seine Taten, wenn er denn 105-jährig seinen Antrag auf Haftentlassung stellt, kann er auch irgendetwas von "Yup, hab damals einen Fehler gemacht, und bereue es jetzt sehr" reden.... Aber ihm wirklich seine eventuell tiefsten Überzeugungen (sofern er denn ein überzeugter Irgendetwas ist. Dieses Interpretieren und projizieren sie ja auf seine Person.) werden sie ihm nicht nehmen können.
Jedem anderen Menschen genauso wenig. Nur weil sie sich irgendetwas schuldig fühlten oder fühlen, trifft jenes noch lange nicht auf andere zu.
Wer weiss, vielleicht hat es ihm ja sogar Spass gemacht, wenn er diese Taten begangen hat?
Oder er hat jeder Nacht in seinem Bett geweint?!
Bitte halten sie sich mit Pauschalisierungen und Hetze zurück.
von wegen Entlassung.
Ich schrieb, er wird die restliche Lebenszeit dann gerne aus eigenen Stücken im Gedankenaustausch bleiben.
Wenn er seine Taten denn gerne begangen hat, hat er soviel Zeit wie Restleben sich auch weiter daran vergnüglich zu erinnern.
Man sollte Ihm nur die Möglichkeit dazu geben, dies zu tun ohne sich ablenken zu können im Kreise von Geistesverwandten.
Ich breche nicht nur eine Lanze für die Opfer
sondern auch für die Täter.
Ist das Pauschalisierung oder Hetze?
Billigere und einfallslosere Vorwürfe gibts in diesen Foren wohl kaum, werden aber von manchen Wortgewaltigen liebend gerne übernommen.
Seien Sie weiterhin lieb und gut zu Ihren Mitmenschen, die werden es Ihnen danken.
Ich danke Ihnen für Ihre Replik.
Mein Denken ist mir so heilig wie Ihnen das Ihre.
von wegen Entlassung.
Ich schrieb, er wird die restliche Lebenszeit dann gerne aus eigenen Stücken im Gedankenaustausch bleiben.
Wenn er seine Taten denn gerne begangen hat, hat er soviel Zeit wie Restleben sich auch weiter daran vergnüglich zu erinnern.
Man sollte Ihm nur die Möglichkeit dazu geben, dies zu tun ohne sich ablenken zu können im Kreise von Geistesverwandten.
Ich breche nicht nur eine Lanze für die Opfer
sondern auch für die Täter.
Ist das Pauschalisierung oder Hetze?
Billigere und einfallslosere Vorwürfe gibts in diesen Foren wohl kaum, werden aber von manchen Wortgewaltigen liebend gerne übernommen.
Seien Sie weiterhin lieb und gut zu Ihren Mitmenschen, die werden es Ihnen danken.
Ich danke Ihnen für Ihre Replik.
Mein Denken ist mir so heilig wie Ihnen das Ihre.
Lieber Herr Joffe,
ich freue mich darüber wieder einen Artikel aus Ihrer Hand lesen zu können, aus dem Ihre alte Stärke herausleuchtet!
Sie schrieben:
"Vergeltung und Rache? Im Innersten der Seele wünscht man diesem Mann, wenn er denn schuldig ist, 29000 Tode an den Hals – einen für jeden Menschen, den er in Sobibor mitermordet haben soll. Aber das sind Nachtgedanken in einer Zeit, die den Begriff der Rache – Lex talionis – zugunsten der Resozialisierung aus ihrem Rechtsbewusstsein verbannt hat, jedenfalls dort, wo die Todesstrafe abgeschafft ist."
Ich meine, diese dunklen Gedanken kann jeder nachvollziehen, der in irgendeiner Form Zeuge des Horrors des Naziregimes wurde. Allein, man sollte sich nicht von den Gedanken an Rache beherrschen lassen. Seit 1945 und auch heute noch finden viele Verbrechen an der Menschenwürde statt, oft genug sogar vorgeblich IM NAMEN der Menschenwürde.
Die Menschenrechte unter Einschluss der Würde des Menschen sind und bleiben universell und unteilbar.
Ich meine, niemand auf dieser Welt - egal welcher Hautfarbe, Nationalität oder Religion - hätte Grund sich vor Menschen zu fürchten, die z.B. die Todesstrafe ablehnen und das Rechtssystem auf den Prinzipen des Opferschutzes und der Resozialisierung begründen. Vielleicht verdient diese Philosophie und damit auch die Menschen, die diese ehrlich vertreten, ein wenig mehr Unterstützung.
Nochmals danke für Ihren authentischen Artikel, lieber Herr Joffe!
Herzlichst,
Eine (deutsche, bzw. europäische) Leserin