Umfrage ÜberarbeitetSeite 2/2
Storm versucht tapfer, das Positive an den Ergebnissen hervorzuheben. "Die Befragung zeigt deutlich, dass der Bologna-Prozess den Stellenwert der Lehre erhöht", sagt er. "Das war und ist erwünscht."
Die zunehmende Arbeitsbelastung hat allerdings auch Folgen für die Beliebtheit der Bologna-Reformen unter den Nachwuchswissenschaftlern. Hier sind die Zahlen geradezu niederschmetternd: Nur noch 16 Prozent bewerten die Umstellung aller Studiengänge auf die Abschlüsse Bachelor und Master als überwiegend positiv. Etwa die Hälfte der Befragten gibt zudem an, die Reform heute negativer zu sehen als noch vor ein paar Jahren.
"Das sind Leute, die offenbar von der Umsetzung des Bologna-Prozesses an den Hochschulen enttäuscht worden sind", sagt Steffen Jaksztat vom HIS. Zwei Drittel der Wissenschaftler bestreiten zudem, dass der Bachelor die Absolventen tatsächlich zu einem Beruf befähige. Eine interessante Fußnote: Die insgesamt geringe Zustimmung zur Reform ist unter denjenigen noch am höchsten, die sich am meisten für moderne Lernformen begeistern und auch engagieren. Sie sehen offenbar bei allen Belastungen die Vorteile, die ihre Studenten von den neuen Studiengängen haben.
Staatssekretär Storm räumt allerdings angesichts der Zahlen ein, der Bologna-Prozess sei in Deutschland "unterschiedlich erfolgreich" umgesetzt worden. "Wir müssen rasch handeln und dort nachbessern, wo es nötig ist." In dieser Einschätzung zumindest ist er sich mit Klaus Landfried und Bernhard Kempen einig.
- Datum 19.05.2009 - 08:49 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 14.05.2009 Nr. 21
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...ist doch, daß in der Bildungspolitik eine Riege von Leuten tätig ist, die einfach keine Ahnung hat. Der im Artikel zitierte Herr Storm z. B. hat in den 80er Jahren mal VWL studiert, war dann noch etwas an der Universität tätig und wurde anschließend Politiker:
http://www.bundestag.de/m...
Der Mann ist noch nicht mal promoviert, erdreistet sich aber, Nachwuchswissenschaftler in einer derartigen Art und Weise abzukanzeln. Kommen wir doch mal zum Gehalt des Herrn Storm. Aus Wikipedia:
"Parlamentarische Staatssekretäre erhalten 75 Prozent des Amtsgehalts und der Dienstaufwendungsentschädigung eines Bundesministers. Im Jahre 2005 beläuft sich das Amtsgehalt auf monatlich 9850 Euro, 5910 Euro Weihnachtsgeld und eine Aufwandsentschädigung von 2760 Euro."
(http://de.wikipedia.org/w...)
Zum Vergleich: der Lehrstuhlinhaber an einer deutschen Universität (Besoldungsstufe W3) hat nicht einmal 5000 € brutto als Grundgehalt. Das Weihnachtsgeld für Professoren betrug im Land Niedersachsen im Jahr 2008 exakt 0 €. "Aufwandsentschädigung" kann eine universitäre Besoldungsstelle noch nicht einmal schreiben.
Vorschlag: Man schmeißt Leute wie Herrn Storm raus und gibt das Geld an den Universitäten aus, um Nachwuchswissenschaftlern Leistungszulagen für zusätzliche Lehrveranstaltungen oder Betreuungen jenseits des Lehrdeputats zu zahlen!
Die Ironie dieses Beitrags ist, dass der Herr Redakteur Wiarda die diskutierten Befunde schon vor Jahren in den Kommentaren zu seinen Zeit-Artikeln hätte lesen können. Ein Beitrag von mir von 2005, der praktisch alles hier gesagte aus Nachwuchswissenschaftlersicht enthält, ist leider nicht mehr im Archiv. Dieser Beitrag von 2007
http://kommentare.zeit.de...
greift die Belastung des Lehrkörpers durch die Reform ebenso auf.
Etwas noch direkt zum Text. Kempen und Landfried haben in gewissem Sinne beide recht. Es hängt letztlich am Engagement des Professors, viele setzen sich voll für die Reform ein, andere lassen es eher schleifen. Der Nachwuchs hat hier allerdings wenig Wahl, er muss da ran, wenn es der Chef fordert.
Kommentar 1 liegt vollkommen richtig. Dieser Staatssekretär Storm ist eine selten dämliche Nuss, sorry, dabei leider sympthomatisch. Es sind Typen wie er, komplett befreit von jeglichem Wissen, wie Unis funktionieren, diktieren sie als politische Entscheider die Bedingungen der Bologna-Reform und wundern sich jetzt in wolkigem Politikersprech das hier und da Nachbesserungsbedarf besteht. Das Interesse gilt hier scheinbar 100% der Karriere und 0% den tieferen Bedingtheiten des Verantwortungsbereiches. Keinen Deut besser als die Boniritter in Banken und Management ...
Um es deutlich zu sagen. Wer die gestiegene Lehrbelastung des befristet beschäftigten Nachwuchses als tendenziell positiv darstellt, hat keine Ahnung, welche Kriterien zur erfolgreichen Berufung erfüllt sein müssen (Drittmittelm, paper, Drittmittel, paper, ...., ...., Lehre auf dem Papier o.k.) und was die Konsequenzen des Bologna-Prozessen für die Lehre sind: Leute geht zu Max-Planck, Helmholtz etc. und qualifiziert euch da, gebt Spezialvorlesungen zur Rekrutierung eurer Doktoranden an der Uni und greift die Lehrstühle ab, für die sich der Wissenschaftsplebs an den Unis, dank Bologna, nicht mehr so gut warmlaufen kann. Und dann, als beamtete Professoren gebt richtig beschissene Vorlesungen, ist eh egal ...
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