Stimmt's Verschwenderische Spüler

Yvonne Herold und Alexandra Popp aus Berlin fragen: Sind Spülmaschinen ökologisch besser als das Spülen von Hand?

Der Vergleich der beiden Spülmethoden wird vor allem dadurch erschwert, dass die Menschen sehr unterschiedliche Techniken verwenden, wenn sie von Hand spülen. Das erlebten Wissenschaftler der Universität Bonn bei einer interkulturellen Studie. Sie luden in- und ausländische Besucher der Bundesstadt ins Labor ein und baten sie dort, ein 140-teiliges Normgedeck aus Tellern, Tassen, Gläsern und Besteck zu spülen.

Während der durchschnittliche deutsche Spüler mit 46 Litern Wasser auskam, verbrauchten Spanier und Portugiesen im Mittel 170 Liter. Ein einzelner Proband (seine Nationalität wird nicht genannt) brachte es sogar auf 447 Liter, also vier Badewannenfüllungen – die Forscher berichten, dass manche Spüler das heiße Wasser sogar beim Abtrocknen laufen ließen. Übrigens zeigten anschließende Sauberkeitstests keinen Zusammenhang zwischen dem Verbrauch an Wasser und Spülmittel sowie der Sauberkeit des Geschirrs.

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Selbst die sparsamsten Testspüler konnten aber nicht mit einer modernen Spülmaschine mithalten, die nur 15 Liter Wasser benötigt. Auch beim Energieverbrauch war diese nicht zu schlagen. Spitzen-Ökowerte erreicht sie aber nur, wenn sie gut gefüllt ist und man ihr auch wirklich die ganze Arbeit überlässt, statt das Geschirr im Waschbecken vorzuspülen.

Oft wird eingewandt, diese positive Ökobilanz verschwinde, sobald man den Energieverbrauch für Herstellung und Transport des Geräts berücksichtige. Eine US-Studie beziffert diese »graue Energie« auf fünf Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in einem Spülmaschinen-Leben. Selbst wenn es zehn Prozent sind: Ihren Öko-Vorsprung verliert die Maschine dadurch nicht. Christoph Drösser

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts

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Leser-Kommentare
  1. Ich glaube eine Spülmaschine lohnt nur für Sozialverbände ab 3 Personen.
    Es wird ständig mit dem Wasserverbrauch argumentiert, tatsächlich gibt es genügend Wasser zumindest in diesem Land. Spülen von Hand heißt für mich, warmes bis heisses Wasser ins Becken ein paar Tropfen Spülmittel und los geht es.
    Das Nachspülen unter fließendem Wasser kann man sich sparen. Ich kann mir nicht vorstellen auf diese Weise mehr Ressourcen zu verbrauchen, als durch die Benutzung einer Spülmaschine, abgesehen von den agressiven Chemikalien die ins Abwasser gelangen und ganz zu schweigen vom Stromverbrauch bei Herstellung und Benutzung dieser Dinger. Die amerikanischen Zahlen halte ich für mehr als fraglich.
    Seit Jahren warnen Experten vor dem übertriebenen Wassersparen, dadurch müssen Leitungen häufiger gereinigt und dem Trinkwasser entsprechende Zusätze verabreicht werden um die Qualität auch bei langen Standzeiten in den Leitungen sicherzustellen. Auch und vielleicht gerade das treibt die Preise für Wasser nach oben. Es gibt genug Wasser in diesem Land, es muß zumindest aus ökologischen Gründen nicht damit gespart werden! Technologisch beeindruckt der immer geringere Wasserverbrauch von Wasch- und Spülmaschinen schon, mit Umweltschutz hat das allerdings nichts zu tun.

    • Ulstue
    • 19.05.2009 um 15:08 Uhr

    ich unsicher, ob es sich bei ihrer Betrachtung des ökologischen Vorteils nicht selbst um eine Urban Legend handelt, die besonders von Spülmaschinenmittel-Herstellern vermarktet wird. Nichts für ungut dafür , bitte. Ich halte es durchaus für möglich, dass es einen Vorteil in der Energiebilanz für die Spülmaschinen gibt ( evtl. muss man von der Energie für die Herstellung der Tabs absehen). Aber für die Gesamtökobilanz - und besonders den Wasserverbrauch, auf den sie sich besonders beziehen, habe ich doch grosse Zweifel.

    Ich zweifele an der von Ihnen vorgestellten Berechnung des Wasserverbrauchs, weil für die Menge des verbrauchten Wassers nur die Gesamtmenge an Abwasser in Litern angegeben wird - nicht aber die Konzentration der Verschmutzung mit Chemikalien und die Art der Chemikalien in diese Bewertung einfliessen. Desweiteren verbuchen Sie unverschmutzes Abwasser, das einfach durchläuft, weil der Spüler den Wasserhahn nicht zudreht, als ökologische Belastung des Wassers.

    Die Chemikalien im Spülmaschinenmittel müssen die mechanische Arbeit mit der Spülbürste ersetzen - was nur durch agressivere Spülmittel möglich ist. Daher benötigt man für das Spülen von Hand nur einen Spritzer ökologisch leicht abbaubarer Tenside die in der Spülmittelflasche evtl. sogar bereits verdünnt in wässriger Lösung vorliegen. Für die Spülmaschine hingegen benötigt man einen Block (Tabs) ca. 2 x 4 x 3cm = 24 Kubikzentimeter hochkonzentrierter agressiver Chemikalien, vor deren Hautkontakt vom Hersteller auf der Verpackung gewarnt wird. Für die Ökobilanz ist hier anzumerken, dass Spülmaschinenmittel meines Wissens, mit wenigen Ausnahmen von expliziten Ökoherstellern, immernoch die für Waschpulver für Wäsche längst verbotenen Phosphate einsetzen.

    Mit wieviel Litern Wasser muss das durchschnittliche Spülmaschinenabwasser verdünnt werden, um ähnlich harmlos zu werden wie das Abwasser des Maximalverbrauchers mit 447 Litern aus dem Spülbecken? Geht das überhaupt, wenn das Spülmaschinenmittel Phosphate enthält?

    Da Phosphate ökologisch überhaupt nicht abbaubar sind, wohl eher nicht.

    In sofern beteiligt sich die Stimmt's Redaktion an der Verbreitung einer Urban Legend - und nicht an ihrer Aufklärung. Der Werbung sei's gedankt.

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    Liebe(r) Ulstue,

    mit was für Ziegelsteinen füttern Sie Ihre Waschmaschine? Ich habe erst gestern so einen Tab in der Hand gehabt: Die tatsächlichen Maße lauten ja wohl eher 2 x 1,2 x 0,8 cm.

    JoshWolf, SLDD

    Liebe(r) Ulstue,

    mit was für Ziegelsteinen füttern Sie Ihre Waschmaschine? Ich habe erst gestern so einen Tab in der Hand gehabt: Die tatsächlichen Maße lauten ja wohl eher 2 x 1,2 x 0,8 cm.

    JoshWolf, SLDD

    • Anonym
    • 19.05.2009 um 15:15 Uhr

    Ich war noch ein Kind, meine Mutter musste ins Krankenhaus, mein Vater kümmerte sich - zusätzlich zu seiner Erwerbstätigkeit - um die Kinder und den Haushalt. Es dauerte nur wenige Tage und eine Spülmaschine war im Haus.

    Jahre später ... ich beziehe, als Student, meine erste eigene Wohnung. Bevor die Wohnung überhaupt komplett eingerichtet ist, habe ich eine Spülmaschine (weil ich es gewohnt bin).

    Inzwischen steht in unserer Wohnung bereits die 4. Spülmaschine.

    Warum ich "immer" eine Spülmaschine hatte?
    Es steht nie schmutziges Geschirr herum, ich räume alles, sofort nach dem Essen, ein. Eingeschaltet wird das Gerät, wenn es gut gefüllt ist (ca. alle 3 Tage, da wir nur am Wochenende zu Hause eine warme Mahlzeit zu uns nehmen, sonst in den Firmen, in denen wir arbeiten).

    Technische Entwicklung:
    Die ersten Maschinen waren relativ laut und wohl auch nicht besonders sparsam im Wasser- und Stromverbrauch.
    Die jetzige Maschine ist "flüsterleise" und sparsam im Energie- und Wasserverbrauch. Das Geschirr kann sehr viel heisser gespült werden, als das (Verbrühungsgefahr!) beim Spülen per Hand möglich wäre (bei dieser Einstellung: 60 ° wird dann allerdings wieder etwas mehr Strom verbraucht) und ist damit sehr sauber.

    Also, ob es wirklich "sparsamer" ist mit Spülmaschinen zu arbeiten, weiß ich nicht genau (die Werbung des Herstellers behauptet es ...). Bequemer ist es auf jeden Fall. In der Zeit, in der die Maschine arbeitet, habe ich Zeit für angenehmere Dinge. Ach übrigens, wir sind ein 2-Personen-Haushalt.

    Gruss
    Knüppel

  2. Wenn man auf die Seite der Uni Bonn schaut, wo die Studie durchgeführt wurde - http://www.haushaltstechn... - findet man, dass der sparsamste Handspüler 11 Liter verbrauchte, also sehr wohl mit den 15 Litern der Spülmaschine mithalten konnte.
    Im Alltag wird man zudem selten damit konfrontiert, ein 140teiliges Normgedeck abwaschen zu müssen (ob das wohl ideal in eine Spülmaschine passt?) Da sind bei mir z.B. immmer Töpfe, Pfannen und einige empfindliche Geschirrteile, die ohnehin per Hand gespült werden müssen. Und irgendwie klappt es auch nur selten, dass das obere und untere Fach gleichmäßig befüllt sind.
    Wenn man also einen fairen Vergleich machen will, dann sollte man die Abwaschmenge daran orientieren, was in einem durchschnitllichen Haushalt anfällt und nicht daran, was in eine durschnittliche Spülmaschine passt.
    Vermutlich ist die Spülmaschine immer noch vielen (Fließwasser-)Handspülern bezüglich des Waserverbrauchs überlegen, aber wohl nicht mehr so deutlich.
    Bei der Energie muss man berücksichtigen, wie das Wasser erwärmt wird. So ist mit Gas erwärmtes Wasser ökologischer, als die elektrisch beheizte Spülmaschine. Wer dagegen noch oder wieder eine Holzofenheizung besitzt, müsste aus ökologischer Sicht immer von Hand abwaschen.
    Ein weiterer Punkt zum Thema Spülmittel: Wie groß ist denn der Wasserverbrauch bei der Herstellung von Tabs im Vergleich zu "normalem" Spülmittel? Wer weiß, wie die Rechnung dann aussähe?
    Ohne Zweifel bedeutet die Spülmaschine aber einen merklichen Zeitgewinn und vor allem größere Bequemlichkeit.

  3. Redaktion

    Bei einer korrekten Rechnung muss man einbeziehen, dass Spülen von Hand ebenfalls Energie. also Kalorien, sowie Zeit verbraucht. Und das wird dadurch rückgewonnen, indem der Abspüler isst, trinkt und schläft. Außerdem gibt es in Partnerschaften oft Streitereien, wer mit dem Abwasch dran ist, das verbraucht ebenfalls Energie und Zeit.

    Man muss in die Energiebilanz also noch ein halbes Steak mit einrechnen, für das wiederum anteilig eine Kuh aufgezogen wurde, die Weideland und Dünger verbrauchte.

    Vermutlich ist es am energiesparensten, Pappteller zu verwenden und wegzuwerfen.

  4. Liebe(r) Ulstue,

    mit was für Ziegelsteinen füttern Sie Ihre Waschmaschine? Ich habe erst gestern so einen Tab in der Hand gehabt: Die tatsächlichen Maße lauten ja wohl eher 2 x 1,2 x 0,8 cm.

    JoshWolf, SLDD

    • Ulstue
    • 23.05.2009 um 7:38 Uhr

    Haben Sie ja witzig geschrieben - aber sonst wohl nix verstanden. Was für eine Rolle spielt die genaue Grösse? Das ist doch Augenwischerei!

    Mag Ihr Tab auch unglaubliche und nie gesehene kleine Masse in der Nähe eines Suppenwürfels haben - gibt ja verschiedene Marken - daran, dass es deutlich mehr und agressiveres phosphathaltiges Mittel ist als ein paar Tropfen Spüli ändert es auch nix.

    Die in der Schweiz gebräuchlichen Tabs der Marke "Handy" des grössten Detailhändlers haben etwa die von mit angegeben Masse - und die entsprechen wohl auch den Tabs der meisten anderen Hersteller.

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    Einfach über agressive Phosphate zu schimpfen, die ökologisch nicht abbaubar sind ist nicht ganz richtig, liebe(r) Ulstue. Phosphate finden wir in fast jeder Speise, die uns zum Verzehr angeboten wird. Diese werden vor allem als ein Konservierungsstoff eingesetzt. Unter anderem auch in Getränken wie Cola und sogar in einigen Milchprodukten. Die Lebensmittelindustrie kommt heute ohne Phosphate kaum aus. Daher kann man Ihren Ausdruck "Da Phosphate ökologisch überhaupt nicht abbaubar sind" falsch verstehen und ich finde diesen auch etwas überzogen.
    Werden Sie konkreter!

    Einfach über agressive Phosphate zu schimpfen, die ökologisch nicht abbaubar sind ist nicht ganz richtig, liebe(r) Ulstue. Phosphate finden wir in fast jeder Speise, die uns zum Verzehr angeboten wird. Diese werden vor allem als ein Konservierungsstoff eingesetzt. Unter anderem auch in Getränken wie Cola und sogar in einigen Milchprodukten. Die Lebensmittelindustrie kommt heute ohne Phosphate kaum aus. Daher kann man Ihren Ausdruck "Da Phosphate ökologisch überhaupt nicht abbaubar sind" falsch verstehen und ich finde diesen auch etwas überzogen.
    Werden Sie konkreter!

  5. Einfach über agressive Phosphate zu schimpfen, die ökologisch nicht abbaubar sind ist nicht ganz richtig, liebe(r) Ulstue. Phosphate finden wir in fast jeder Speise, die uns zum Verzehr angeboten wird. Diese werden vor allem als ein Konservierungsstoff eingesetzt. Unter anderem auch in Getränken wie Cola und sogar in einigen Milchprodukten. Die Lebensmittelindustrie kommt heute ohne Phosphate kaum aus. Daher kann man Ihren Ausdruck "Da Phosphate ökologisch überhaupt nicht abbaubar sind" falsch verstehen und ich finde diesen auch etwas überzogen.
    Werden Sie konkreter!

    Antwort auf "@ Josh Wolf"
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    • Ulstue
    • 31.05.2009 um 21:14 Uhr

    Informieren Sie sich über Phosphate und warum die in der EU in Waschmitteln verboten sind. Ist doch nicht auf meinem Mist gewachsen. Zu Ihrer Argumentation sei als Vergleich angemerkt: bloss weil Luft CO2 enthält, für Pflanzen lebensnotwendig ist und Menschen CO2 gerne in Limonade zu sich nehmen ist der industrielle CO2 Ausstoss trotzdem ein ökologisches Problem.

    Ausserdem ist es im Grunde egal ob Phophate enthalten sind oder nicht. Da ich es offenbar schwer verständlich formuliert hatte:

    Es ging nur darum festzuhalten, das die vergleichende Bewertung allein aufgrund der durchlaufenden Wassermenge dümmlicher Unsinn ist, wenn Art und Konzentration der Verschmutzung nicht berücksichtigt werden.

    Mich ärgert es einfach wenn eine Redaktion mit der Pose der Aufklärung und dem Nimbus eines Lexikons völlig unreflektierten Unsinn verbreitet, also das Gegenteil von Aufklärung besorgt.

    • Ulstue
    • 31.05.2009 um 21:14 Uhr

    Informieren Sie sich über Phosphate und warum die in der EU in Waschmitteln verboten sind. Ist doch nicht auf meinem Mist gewachsen. Zu Ihrer Argumentation sei als Vergleich angemerkt: bloss weil Luft CO2 enthält, für Pflanzen lebensnotwendig ist und Menschen CO2 gerne in Limonade zu sich nehmen ist der industrielle CO2 Ausstoss trotzdem ein ökologisches Problem.

    Ausserdem ist es im Grunde egal ob Phophate enthalten sind oder nicht. Da ich es offenbar schwer verständlich formuliert hatte:

    Es ging nur darum festzuhalten, das die vergleichende Bewertung allein aufgrund der durchlaufenden Wassermenge dümmlicher Unsinn ist, wenn Art und Konzentration der Verschmutzung nicht berücksichtigt werden.

    Mich ärgert es einfach wenn eine Redaktion mit der Pose der Aufklärung und dem Nimbus eines Lexikons völlig unreflektierten Unsinn verbreitet, also das Gegenteil von Aufklärung besorgt.

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