Kongo Herr Kibala kriegt die KriseSeite 3/3
Das Gefängnis? Ach so, ja, für das Gefängnis habe er sich auch etwas überlegt. »Die Häftlinge hungern und langweilen sich zu Tode. Also brauche ich Ackerland, eine Farm, auf der sie arbeiten und sich ernähren können.« Eigentlich ist er für den Strafvollzug gar nicht zuständig, »aber ich bin doch sowieso Mädchen für alles«. Es sei schon vorgekommen, dass ihm gut ausgebildete Exilkongolesen ihre Mitarbeit angeboten hätten. »Wenn ich denen dann sage, was sie hier verdienen, sind sie schnell wieder weg.« Ein internationaler Fonds zur Aufbesserung der Gehälter für hoch qualifizierte Exilanten – das würde helfen. Oder wenigstens ein kleiner Anteil der 100 Millionen Dollar, welche die UN jeden Monat für ihre nicht sehr wirkungsvolle Blauhelmmission ausgeben. Er ist jetzt wieder in seinem Element, entwirft auf einem Stück Papier ein neues System der Rohstoffausbeutung von halbstaatlichen Aufkäufern in den Kupfer- und Goldminen über Kooperativen der Schürfer und Kontrollen gegen Schmuggler bis zur ersten Zinngießerei in Süd-Kivu. »Damit wir hier nicht nur unsere Bodenschätze verkaufen, sondern auch verarbeiten.«
Das klingt wunderbar einleuchtend. Aber in Washington hat der Internationale Währungsfonds gerade die Wachstumsprognose für den Kongo von 10 auf 2,9 Prozent gesenkt. Die Inflationsrate liegt bei 31 Prozent. Kibala zuckt mit den Schultern. Das ist das Problem in diesem Land: Man weiß nie, ob man gerade einen Fortschritt erzielt oder einen Schlag ins Genick bekommen hat.
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- Datum 20.05.2009 - 16:47 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22
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Ich hatte im Februar die Gelegenheit Herrn Kibala kennen zu lernen, wie auch das Bukavu, dass hier so eindringlich beschrieben wird. Was mich in diesem Zusammenhang hier wundert ist, warum in dem Artikel nicht mehr auf die oftz unrühmliche Rollen der Hilfsorganisationen vor Ort eingagenagen wird. - Während Herr Kibala mit 10 Millionen Dollar eine Provinz in beschriebenem ZUsatnd administrieren soll, findet sich vor Ort ein vielfaches dieses Geldes in den Kassen der internationalen Organisationen.
Die Stadt wimmelt von Allradfuhrparks der großen Organisationen vor Luxushäuser mit Blick auf See, ganz zu schweigen vom Schwelgen der MONUC. Sie erhalten allesamt europäische Gehälter und als wäre das noch nicht genug, sind einige dieser "Expats" in "Operation Retour" verstrickt, d.h. in Umleitung voin Hilfsgeldern in die eigenen Taschen. - Die Vertreterin von UNICEF, ihr Budget allein schon übersteigt, dass er Regierung der Provinz verfügt über alle Infrastruktur was die Schulbehörden vor Ort so dringend bedurften, ein Fuhrpark, ausgebildetes Personal, Verwaltungsgebäude, und und und ... der Verantwortliche Schulleiter für die Provinz mit ein einhalb Millionen Schülern hat noch nicht einmal ein Dienstfahrzeug, von seinem Gehalt ganz zu schweigen ... OCHA. offiziell zur Koordination der Hilfe für viel Geld eingeflogen, konnte mir ihr Budget nicht nennen, ebenso wurde ich hur Auskunft der jeweiligen Budgets und Programme der Organisationen vor Ort an ein Dokument online verwiesen, dass sich unter gebeben Internetcafebedingungen nicht herunterladen lässt. - Ich habe in diesen Kreisen erlebt, wie man ohne Zweifel die Regierung und die Kongolesen für allesamt korrupt und unfähig deklarierte. Wer aber fragte ich mich nach diesen Beobachtungen vor Ort ist korruumpierter: Jene die in der Krise überleben müssen oder jene die von der Krise leben?
Die Motivation und der Ideenreichtum des Herrn Kibala sind hoechst beeindruckend und lobenswert.
Es braeuchte allerdings wohl mehr Maenner von seinem Schlage..
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