Spielkonsole Das tut wehSeite 2/2
Während Mediziner wie Julio Bonis vor übermäßigem Spiel warnen, schätzt man die Konsole in Rehabilitationszentren gerade wegen ihres Suchtpotenzials: Älteren oder gebrechlichen Menschen kann die Kombination aus leichter Bewegung und Motivation den Genesungsprozess erleichtern. Auch an der Kölner Sporthochschule läuft gerade ein Projekt, in dem Parkinson-Patienten mit der Konsole lernen sollen, ihre Bewegungen besser zu kontrollieren. »Das Prinzip ist für die Physiotherapie und die Krankengymnastik hoch interessant«, sagt Patrick Reize, ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Stuttgart. »Die Unterhaltungsindustrie hat diese Spiele sehr motivierend konzipiert, mit Erfolgskontrollen, Leistungskurven und Bewertung der persönlichen Leistung. Das kann in der Reha besser funktionieren als ein Physiotherapeut, der Ihnen fünfmal sagt: Das haben Sie gut gemacht, und jetzt machen Sie das noch mal.«
Dass bei den virtuellen Spielen bloß Teilbewegungen gefragt sind und zudem niemand den Benutzer auf deren korrekte Ausführung kontrolliert, findet Reize nicht so tragisch. »Wenn Sie draußen herumlaufen und ihr linkes Bein dabei stärker belasten als das rechte, sagt Ihnen das keiner. Das Balance-Board kann das feststellen.«
Auch Felix Matthäi aus Köln sieht in der Wii durchaus Potenzial für die Reha. Im Moment, sagt er, sei die Sensorik aber noch längst nicht gut genug, um einen ausgebildeten Physiotherapeuten zu ersetzen, der gelernt habe, Fehler in Bewegungsabläufen zu erkennen. »Der entwirft Ihnen spezielle Übungen, um genau am problematischen Punkt zu arbeiten«, erklärt Matthäi. »Wir sind weit davon entfernt, dass ein Computer Bewegungsprozesse so gut auswerten kann.«
Für den durchschnittlichen Freizeitspieler, da sind sich alle Experten einig, stellt das Hampeln vor der Konsole keine Gefahr dar, solange es im vernünftigen Maße bleibt – nicht so wie bei dem jungen Madrilenen, der stundenlang virtuelles Tennis spielte. »Es ist wichtig, die Menschen darauf hinzuweisen, dass eine übertriebene oder falsche Nutzung der Konsole zu Verletzungen führen kann«, sagt sein Arzt Julio Bonis heute.
Beim Hersteller selbst scheint man sich dieser Notwendigkeit übrigens durchaus bewusst zu sein. Spielt jemand eine Tennispartie nach der anderen, erinnert ihn die Konsole nach einiger Zeit freundlich daran, doch bitte demnächst eine Pause einzulegen. Verpflichtend ist dieser Appell allerdings nicht. Allzu verbissene Erwachsene sollten sich einfach an Kindern orientieren: Experten beobachten, dass sie schneller zur nächsten Sportart springen. Durch den Wechsel der Bewegungen wird dann nicht dauerhaft dieselbe Körperstelle belastet. Die Wohnzimmer-Hampelei madig machen wollen weder Matthäi noch Reize: Obwohl auch sie die Überlastungserscheinungen aus eigener Erfahrung kennen, sind sie begeisterte Wii-Spieler.
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- Datum 22.05.2009 - 07:10 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22
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wenn ein tennisspieler (meine frau) und ein erfahrener computerspieler (ich) das erste mal an der Wii tennis spielen, dann dürfen sie mal raten wer gewonnen hat.
das war ich. während meine frau mit tollen ausfallschritten und riesenausholern versucht hat den ball über das netz zu schmettern, habe ich sofort gemerkt, dass der sensor im controller nicht zwischen einer bewegung aus dem arm und eines handgelenks unterscheiden kann.
während meine frau nassschwitzend verloren hat, hatte ich ruhig stehend aus dem handgelenk gewonnen- sie meinte danach, dass sie nicht anders konnte.
ausserdem: die schmerzen von denen im artikel gesprochen werden, treten in der regel nur beim ersten oder zweiten mal spielen auf, danach hat sich der körper gewöhnt. jeder playstation (oder xbox) spieler kennt das gefühl in den daumen, wenn er nach einer weile wieder die konsole anwirft.
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Christdemokraten: Für Alles zu haben, zu Nichts zu gebrauchen.
Ich habe selber eine Wii und ich finde das überhaupt nicht schlimm, das es manchmal zu Schmerzen kommen kann.
Das sagt mir nur ich habe zu lange gespielt und das ich jetzt wirklich aufhören sollte.
Bei Palystation & Co ist schon die eine oder andere Nacht zum Opfer gefallen. Das ist mit der Wii gar nicht möglich weil man sich dann irgendwann nicht mehr bewegen kann ; )
dass Sport mit Wii keiner Realität auf einem Spielfeld widerspiegelt. Ich spiele leidenschaftlich gerne und gut Tennis mit der Wii, war aber noch nie in meinem Leben auf einem Tennisplatz. Dort würden mir sicher meine Wii-Kenntnisse nichts nutzen. Ich nutze die Wii, um körperlich, krieslaufmäßig fitt zu bleiben und meine Koordinationen zu trainieren und das mit sehr viel Spaß.
Der anschließende Muskelkater kann schon heftig sein - aber Hallo!
Nach mehreren Tischtennis-Sessions habe ich zum ersten Mal erfahren, was für Muskeln alles beim Aufschlag, Abwehren und Schmettern beteiligt sind.
Hat weh getan, aber Spaß hat's auch gemacht :-)
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