Fall der Mauer Helden wie ihrSeite 2/2
Mutig wäre im Mauerfalljubeljahr, solche negativen Wendefolgen zu bilanzieren. Mutig wäre, den Preis für die schnelle Einheit nicht nur in Euro auszurechnen, sondern in politischen Versäumnissen zu formulieren. Mutig wäre letzten Endes Demut. Die Festredner sollten die couragiertesten Akteure von 89, die Vordenker des Umbruchs, die Dissidenten und Querulanten des sozialistischen Alltags als solche ehren. Dann hieße es in den Reden nicht großspurig: Helden wie wir! Sondern schlicht: Helden wie ihr.
- Datum 04.09.2009 - 20:27 Uhr
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- Serie opi
- Quelle DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22
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Er trifft exakt meine Stimmung und Meinung. Ich war 16 als die Mauer fiel und am 11.11.1989 habe auch ich die ehemalige Grenze zu Westberlin überschritten, um mich umzusehen, um die Neugier zu befriedigen.
Es war ein unbeschreibliches Gefühl, etwas einmaliges. Neugier, gepaart mit Hoffnung aber auch Ängsten und Skepsis.
Ich war kein Held. Ich habe nicht demonstriert oder mein Leben riskiert. Ich war da und ließ mich mittragen von den Emotionen.
Ich habe noch die Erinnerungen daran, dass es den Menschen in der DDR um Freiheit und nichts als Freiheit ging. Es ging nicht um die D-Mark oder um die Wiedervereinigung, welche später auch keine Wiedervereinigung war, sondern ein Anschluss.
Leider ging dann alles sehr schnell, zu schnell und die wirklichen Helden wurden zur Seite gedrängt.
Die Autorin ist offenbar bemüht, die Revolution von 1989 links umzudeuten, nicht als Triumph von Nation und Marktwirtschaft, sondern als Triumph des Querulantentums und Skeptiker. Überzeugend ist das nicht.
Tatsächlich werden die wenigstens Revolutionen von Helden getragen. Was die Massen in erster Linie immer und immer wieder auf die Straße treibt, sind weniger besonders geistreiche politische Ziele oder eine tiefere Sachkenntnis von strukturellen Problemen. Der gemeine Mitläufer auf der Straße ist weder politische informiert, noch besteht in solchen sog. Bewegungen auch nur ansatzweise irgendein Konsens über ihr Ziel. Was radikale Bewegungen eint, ist vielmehr dieses eigenartige aber wohlige Gefühl, als Gruppe durch ein gemeinsames Feindbild zusammengeschweißt zu werden, der Genuss des gemeinsamen Ressentiments. Es ist die Möglichkeit, billigste Anerkennung durch bloße Bekundung der eigenen Kampfbereitschaft zu erhalten und endlich einen allverantwortlichen Sündenbock gefunden zu haben, an dem man sich umfassend entlasten kann. Und fängt die Masse an, sich an diesem Gefühl zu berauschen, wird sie zum Mob, die vielleicht ekelhafteste Form menschlichen Miteinanders. Die Masse steht nicht alleine dar, meist stehen an ihrer Spitze irgendwelche Querulanten, Halbintellektuelle und sonstige Wichtigtuer. Auch die haben in den seltensten Fällen irgendwelche ernsthaften Konzepte zu bieten. Stattdessen werden von ihnen irgendwelche nebligen Ideale wie „Freiheit“ hochgehalten, hinter denen sich eigentlich auch nicht viel mehr als das Ressentiment verbirgt, aber dabei irgendwie geistreicher und feinsinniger klingt. Bewegungen und Revoluzzer haben selten redliche Ziele, der Kampf ist Mittel zum Zweck, zu dem Zweck sich am gemeinsamen Ressentiment emotional zu berauschen.
Das ist aber nicht immer alles. Irgendwo ist natürlich meist auch ein vernünftiger Ansatz, ein Argumentationsmuster, welches Sinn ergibt. Und das kann dann je nach Ausprägung den Unterschied zwischen einem sinnlosem Durcheinander, Krawall oder gar Massaker oder einer erfolgreichen Neuordnung ausmachen. Und so manches Ressentiment kann – wenn auch durch bloßen Zufall – durchaus berechtigt sein. Der Erfolg von 1989 begründete sich offensichtlich darin, dass die diktatorische Zentralverwaltungswirtschaft ohnehin keine Existenzberechtigung hatte und die Konzeptlosigkeit der friedlichen Revolutionäre nicht weiter schadete, weil mit der bundesrepublikanischen Marktwirtschaft bereits ein Staatskonzept funktionierend verwirklicht war, an das ohne weiteres ein Anschluss möglich war.
Über die Urteilsfähigkeit der revolutionären Masse sollte man sich trotz dieses positiven Beispiels keine Illusionen machen. Mit 1833, 1848, 1919, 1933 und 1968 gab es der deutschen Geschichte es genug negative Beispiele, auch wenn solche Revolutionen viel zu oft wegen der vermeintlichen Selbstlosigkeit ihrer Akteure, die ja keine materiellen (sondern vielmehr gar keine sinnvollen) Ziele verfolgten, im Nachhinein zum Heldentum verklärt werden. Viele der „Helden“ von 1989 hatten wohl nur das Glück, zufällig zu einer Zeit zu leben, bei der die revolutionäre Massenbewegung, bei der sie mitgelaufen sind, mal ein vernünftiges Ziel verfolgt hat. Aber neben der mitlaufenden Masse und den Querulanten war sicherlich auf eine große Zahl anständiger Weiterdenker 1989 dabei und vielleicht haben sie den Ausschlag für den Erfolg gegeben.
...wenn ich das korrekt verstehe sollte also heute und in zukunft keinerlei Aufbegehren von der Strasse her mehr stattfinden da diese grundsätzlich von niederen Instinkten und demzufolge ohne anerkennenswertes Ziel sind...
*
Vielmehr würde ich in den meisten Fällen diesem Aufbegehren zustimmen egal ob diese als rational oder irrational deklariert werden. Insbesondere dann, wenn die Mächtigen dieser Welt über längere Zeiträume "vergessen" haben den Bedürfnissen von unten zumindest Ansatzweise nachzugehen...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ihre Kritik ist – mit Verlaub – zu einseitig. Allein für den „Genuss der gemeinsamen Ressentiments“ würde kein Mensch sein Leben, seine Karriere oder seine Reputation aufs Spiel setzen. Und das taten all jene, die an den ersten Demonstrationen teilnahmen und zwar im vollen Bewusstsein des Risikos.
Sie nennen 1848, 1919 und 1968 in einem Satz mit 1933 als negative Beispiele. 1848 war der erste bedeutende Demokratieversuch auf deutschem Boden, das erste deutsche Parlament. Hätte es damals in ganz Europa nicht die Menschen gegeben, die für Demokratie und damit verbundene politische Rechte und Freiheiten kämpften und ihr Leben dafür auf Spiel setzten und opferten, würden wir heute immer noch im Absolutismus leben. Dasselbe gilt für 1919, als die erste demokratische Staatsform auf deutschem Boden erkämpft wurde. Auch wenn sie instabil gewesen sein mag. Das Wahlrecht für Frauen und viele soziale Standards, die uns heute von Ländern in der Dritten Welt unterscheiden, wurden damals ebenso erkämpft. 1933 war keine Revolution. Hitler wurde ganz rechtmäßig als Reichskanzler eingesetzt. Das Parlament hat mit den Stimmen der konservativen Parteien sich selbst seiner Macht beraubt. Unterstützt und finanziert wurden diese Machenschaften durch die alten Eliten, die die Fortschritte von Weimar rückgängig machen wollten. Eine absolute Mehrheit hatte die NSDAP übrigens zu keinem Zeitpunk.
Und Ihre „beste“ Aussage ist der Vergleich all dieser Daten mit 1968. Ohne 1968 hätte es keine Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen gegeben. Vor 1968 war diese Aufarbeitung praktisch in der Gesellschaft zum Erliegen gekommen (in der Justiz war das durch die notwendigen – aber nicht immer engagierten – Verfahren gegen Täter und Helfer des NS-Regimes freilich etwas anderes). Die alten Verbrecher des NS-Staates saßen in ihren alten Büros in Amt und Würden. Erst die 1968ger veränderten dies radikal. Man mag sich darüber durchaus streiten ob jede ihrer (also der friedlichen 68ger und nicht der späteren Terroristen) Forderungen sinnvoll war. Aber ihr Verdienst liegt darin, dass sie die notwendigen, längst überfälligen Fragen nach den ständigen Lücken zwischen 1933 und 1945 in den Lebensläufen der Menschen und der Eliten mit allem Nachdruck gestellt haben. Durch die intensive Aufarbeitung der NS-Vergangenheit hat Deutschland heute sein hohes Ansehen in der Welt. Davon zeugen nicht zuletzt auch Bilder, wie der Kniefall von Willy Brandt, der damals in der ganzen Welt das Bild vom neuen Deutschland eindrucksvoll vermittelt hat. Und ohne die 1968ger hätte es nicht zuletzt auch keinen Willy Brandt, keine Ostverträge und womöglich auch kein so schnelles (und noch relativ glimpfliches) Ende des Kalten Krieges gegeben.
Natürlich darf man all diese Bewegungen und Ereignisse, wie auch 1989 nicht durch die rosarote Brille betrachten. Natürlich bestanden diese Bewegungen auch aus Mitläufern, selbsternannten mehr oder weniger fähigen Anführen. Natürlich gab es Irrtümer, Illusionen und Unvollkommenheiten. Aber man muss solche Bewegungen, ihre Vordenker und „Vorkämpfer“ immer vor allem an dem, was sie erreicht haben messen. Im Übrigen verkennen Sie auch, dass es keineswegs immer allein die große revolutionäre Masse war. Maßgeblich waren eben auch immer diejenigen, die den ersten (mitunter sehr mutigen) Schritt gingen. Auch die französische Revolution war eine solche Bewegung. Ohne diese Revolution hätte es wohl keine allgemeine Erklärung der Menschenrechte und auch kein Code Civil, bzw. BGB gegeben (und was das bedeutet brauche ich jawohl nicht zu erklären – siehe Länder wie Russland und China).
Den Artikel fand ich im Übrigen sehr gut. Heute maßt sich jeder an damals 1989 Freiheitskämpfer gewesen zu sein. Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern auch Hohn für diejenigen, die damals ihr Leben riskierten um Veränderungen und Reformen in ihrem Land für die Menschen durchzusetzen.
...wenn ich das korrekt verstehe sollte also heute und in zukunft keinerlei Aufbegehren von der Strasse her mehr stattfinden da diese grundsätzlich von niederen Instinkten und demzufolge ohne anerkennenswertes Ziel sind...
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Vielmehr würde ich in den meisten Fällen diesem Aufbegehren zustimmen egal ob diese als rational oder irrational deklariert werden. Insbesondere dann, wenn die Mächtigen dieser Welt über längere Zeiträume "vergessen" haben den Bedürfnissen von unten zumindest Ansatzweise nachzugehen...
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“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Ihre Kritik ist – mit Verlaub – zu einseitig. Allein für den „Genuss der gemeinsamen Ressentiments“ würde kein Mensch sein Leben, seine Karriere oder seine Reputation aufs Spiel setzen. Und das taten all jene, die an den ersten Demonstrationen teilnahmen und zwar im vollen Bewusstsein des Risikos.
Sie nennen 1848, 1919 und 1968 in einem Satz mit 1933 als negative Beispiele. 1848 war der erste bedeutende Demokratieversuch auf deutschem Boden, das erste deutsche Parlament. Hätte es damals in ganz Europa nicht die Menschen gegeben, die für Demokratie und damit verbundene politische Rechte und Freiheiten kämpften und ihr Leben dafür auf Spiel setzten und opferten, würden wir heute immer noch im Absolutismus leben. Dasselbe gilt für 1919, als die erste demokratische Staatsform auf deutschem Boden erkämpft wurde. Auch wenn sie instabil gewesen sein mag. Das Wahlrecht für Frauen und viele soziale Standards, die uns heute von Ländern in der Dritten Welt unterscheiden, wurden damals ebenso erkämpft. 1933 war keine Revolution. Hitler wurde ganz rechtmäßig als Reichskanzler eingesetzt. Das Parlament hat mit den Stimmen der konservativen Parteien sich selbst seiner Macht beraubt. Unterstützt und finanziert wurden diese Machenschaften durch die alten Eliten, die die Fortschritte von Weimar rückgängig machen wollten. Eine absolute Mehrheit hatte die NSDAP übrigens zu keinem Zeitpunk.
Und Ihre „beste“ Aussage ist der Vergleich all dieser Daten mit 1968. Ohne 1968 hätte es keine Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen gegeben. Vor 1968 war diese Aufarbeitung praktisch in der Gesellschaft zum Erliegen gekommen (in der Justiz war das durch die notwendigen – aber nicht immer engagierten – Verfahren gegen Täter und Helfer des NS-Regimes freilich etwas anderes). Die alten Verbrecher des NS-Staates saßen in ihren alten Büros in Amt und Würden. Erst die 1968ger veränderten dies radikal. Man mag sich darüber durchaus streiten ob jede ihrer (also der friedlichen 68ger und nicht der späteren Terroristen) Forderungen sinnvoll war. Aber ihr Verdienst liegt darin, dass sie die notwendigen, längst überfälligen Fragen nach den ständigen Lücken zwischen 1933 und 1945 in den Lebensläufen der Menschen und der Eliten mit allem Nachdruck gestellt haben. Durch die intensive Aufarbeitung der NS-Vergangenheit hat Deutschland heute sein hohes Ansehen in der Welt. Davon zeugen nicht zuletzt auch Bilder, wie der Kniefall von Willy Brandt, der damals in der ganzen Welt das Bild vom neuen Deutschland eindrucksvoll vermittelt hat. Und ohne die 1968ger hätte es nicht zuletzt auch keinen Willy Brandt, keine Ostverträge und womöglich auch kein so schnelles (und noch relativ glimpfliches) Ende des Kalten Krieges gegeben.
Natürlich darf man all diese Bewegungen und Ereignisse, wie auch 1989 nicht durch die rosarote Brille betrachten. Natürlich bestanden diese Bewegungen auch aus Mitläufern, selbsternannten mehr oder weniger fähigen Anführen. Natürlich gab es Irrtümer, Illusionen und Unvollkommenheiten. Aber man muss solche Bewegungen, ihre Vordenker und „Vorkämpfer“ immer vor allem an dem, was sie erreicht haben messen. Im Übrigen verkennen Sie auch, dass es keineswegs immer allein die große revolutionäre Masse war. Maßgeblich waren eben auch immer diejenigen, die den ersten (mitunter sehr mutigen) Schritt gingen. Auch die französische Revolution war eine solche Bewegung. Ohne diese Revolution hätte es wohl keine allgemeine Erklärung der Menschenrechte und auch kein Code Civil, bzw. BGB gegeben (und was das bedeutet brauche ich jawohl nicht zu erklären – siehe Länder wie Russland und China).
Den Artikel fand ich im Übrigen sehr gut. Heute maßt sich jeder an damals 1989 Freiheitskämpfer gewesen zu sein. Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern auch Hohn für diejenigen, die damals ihr Leben riskierten um Veränderungen und Reformen in ihrem Land für die Menschen durchzusetzen.
...wenn ich das korrekt verstehe sollte also heute und in zukunft keinerlei Aufbegehren von der Strasse her mehr stattfinden da diese grundsätzlich von niederen Instinkten und demzufolge ohne anerkennenswertes Ziel sind...
*
Vielmehr würde ich in den meisten Fällen diesem Aufbegehren zustimmen egal ob diese als rational oder irrational deklariert werden. Insbesondere dann, wenn die Mächtigen dieser Welt über längere Zeiträume "vergessen" haben den Bedürfnissen von unten zumindest Ansatzweise nachzugehen...
;-)
“When I give food to the poor, they call me a saint. When I ask why the poor have no food, they call me a communist." — Dom Hélder Câmara
Aus meiner Sicht war die sogenannte "Revolution" von 1989 keine Revolution. Es ging in der Bevölkerung der DDR vielmehr um Ziele, wie sie Robert Havemann und Alexander Dubcek formulierten: um einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz. Sowohl Havemanns, als auch Dubceks Ziele waren aber nicht nur bei den Apparatschiks in den Parteizentralen des Stalinismus und ganz besonders in der KPdSU verhasst, sondern auch in den westlichen Hauptquartieren. Havemann starb vor der Wende, Dubcek als tschechoslowakischer Parlamentspräsident unter rätselhaften Umständen kurz nach der Wende.
Überhaupt: heute stellen sich die Ziele der Revolution als ganz großes Missverständnis heraus. Natürlich meinte man mit 'Freiheit' im Westen nicht die 'Reisefreiheit', die wurde lediglich in den Sonntagsreden heraus gestellt. Als Ronald Reagan Michael Gorbatschow am Brandenburger Tor aufforderte, die Mauer einzureissen, so galt das allein dafür, auch diese Länder mit einem Kapitalismus und ein 'Friedom and Democrazy" á la Bush, Cheney und Konsorten zu öffnen - einem Kapitalismus der selbsternannten Eliten, Räuber, Diebe, die die Bevölkerungen verknechten und der von Uncle Sam bewacht und verteidigt wird.
Ein grandioses Missverständnis: die DDR wurd abgewickelt und zerstört. Und interessanter Weise waren es wirkliche Errungenschaften der DDR, die das betraf. Statt dessen gewannen die Heuchler.
zum Nachdenken anregen sollte!
Hier noch ein paar Gedanken meinerseits:
1. "...weil mit der bundesrepublikanischen Marktwirtschaft bereits ein Staatskonzept funktionierend verwirklicht war, an das ohne weiteres ein Anschluss möglich war."
Ja, unzählige Ostdeutsche merken das schon seit 20 Jahren, wie gut funktionierend unsere Marktwirtschaft wirklich ist...!
Funktioniert sie denn wirklich? Plötzlich werden "wichtige" Firmen künstlich am Leben gehalten, die eigentlich pleite wären. Nur um nicht die wahren und katastrophalen Auswirkungen der jetzigen Krise öffentlich werden zu lassen bzw. um sie zu vertuschen - erinnert mich irgendwie an die DDR-Wirtschaft...
Beziehungsweise, wo waren die Retter mit ihren "Rettungsschirmen", als nahezu die gesamte östliche Industrie von sogenannten "Insolvenzverwaltern" abgewickelt bzw. platt gemacht wurde? Ach stimmt ja, im Osten gab es ja gar keine "wichtigen" Arbeitsplätze, die zu erhalten es sich gelohnt hätte...
2. Zu den jetzigen Feierlichkeiten des Grundgesetzes sowie dem Bestehen der BRD und den dazugehörigen Ansprachen unserer Politiker möchte ich nur einmal so am Rande erwähnen, dass auch 1989 noch von den damals Regierenden der DDR kräftig gefeiert, positiv geredet und paradiert wurde, als das Volk schon längst die Nase voll hatte und unzählige teils lebensgefährliche Demonstartionen stattfanden - WO sind denn heute die Massen-Demonstrationen (nicht Krawalle!!!) ?
Nein, wir freuen uns alle über das 60-jährige "westliche" Jubiläum und versuchen den Reden der Politiker Glauben zu schenken, obwohl diese in meinen Ohren( ähnlich wie im Oktober 89) oft wie blanker Hohn klingen. Man, wir sind ganz schön lahm und müde geworden. Ich schließe mich da leider nicht aus...
Der Sozialstaat BRD hat nur und ausschliesslich im Widerspruch zur DDR funktioniert. Dass Kohl den Anschluss der DDR aus den Kassen des Sozialsystems bezahlt war kein Zufall und der Mann war nicht so dumm, zu wissen, dass er den Sozialstaat damit ruiniert.
Vielmehr ging es darum, wieder ein System zu haben, in dem Angst und soziale Unsicherheit die Menschen gefügig macht. An der Sklavenhaltergesinnung der Plutookraten kann kein Zweifel bestehen und an der Willfährigkeit der multikorrupten FDP/CDU/CSU auch nicht. Und seit Schröder ist die SPD als Mittäter entlarvt.
Wir werden auf immer Fremde sein in unserem eigenen Land, wenn wir diese Parteien nicht endlich zum Teufel jagen, eine Verfassungsgebende Versammlung einberufen und die Dritte Republik ausrufen - dann endlich demokratisch.
_________________________________________________
In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
______
Wie definieren Sie das? Meinen Sie damit den Weg (zB per Volksabstimmung über die Verfassung selbst) oder stellen Sie hier auch auf einen grundsätzlichen strukturellen Umbau der Konstitution ab? Und wie könnte das dann aussehen?
wahrhaft prägnante Definition!
.. dann wählen sie doch einfach SED oder so etwas. Was geht uns hier ihre Parteianhängigkeit an.
Oder ziehen Sie einfach die Mauer wieder auf und wickeln sie oben noch etwas Stacheldraht drumher, damit auch ja kein Kapital und kein Kapitalist Ihre Idylle stört - dann sind Sie wenigstens mit Ihren eigenen Sklavenhaltern unter sich.
Ich habe kurz nach der Wende über 2 Jahre die vorherigen DDR besucht und mit vielen Menschen - meist sehr nette und verständige Menschen - gesprochen. Keiner wollte das alte System zurück.
Immer nur herummeckern bringt uns alle auch nicht weiter.
Wie definieren Sie das? Meinen Sie damit den Weg (zB per Volksabstimmung über die Verfassung selbst) oder stellen Sie hier auch auf einen grundsätzlichen strukturellen Umbau der Konstitution ab? Und wie könnte das dann aussehen?
wahrhaft prägnante Definition!
.. dann wählen sie doch einfach SED oder so etwas. Was geht uns hier ihre Parteianhängigkeit an.
Oder ziehen Sie einfach die Mauer wieder auf und wickeln sie oben noch etwas Stacheldraht drumher, damit auch ja kein Kapital und kein Kapitalist Ihre Idylle stört - dann sind Sie wenigstens mit Ihren eigenen Sklavenhaltern unter sich.
Ich habe kurz nach der Wende über 2 Jahre die vorherigen DDR besucht und mit vielen Menschen - meist sehr nette und verständige Menschen - gesprochen. Keiner wollte das alte System zurück.
Immer nur herummeckern bringt uns alle auch nicht weiter.
Wie definieren Sie das? Meinen Sie damit den Weg (zB per Volksabstimmung über die Verfassung selbst) oder stellen Sie hier auch auf einen grundsätzlichen strukturellen Umbau der Konstitution ab? Und wie könnte das dann aussehen?
in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz.
Über eine Verfassung sollte auf jeden Fall abgestimmt werden. Allein das kann verhindern, dass ein undurchschaubares, undurchsichtiges Konvolut vom Schlage des Lissabon-Vertrages droht. Wie sagt man, sei ein guter Verfassungstetxt: Kurz und dunkel. Darüber hinaus wäre etwaigen Schäuble-Wiedergängern schon im der Wiege das Handwerk gelegt, wenn auch Änderungen die Zustimmung des Souveräns erforderten.
Bei all den Dingen, die direkt die Bürger betreffen, ich extemporier mal: Sozialsystem, Steuern, Bildung (to be continued) ist die Möglichkeit der Volksabstimmung obligatorisch. Über alles weitere muss geredet werden können.
Was aber das Tagesgeschäft angeht: Da haben sich Parlamente und Parteien durchaus bewährt - Fraktionszwang sollte allerdings verfassungswidrig sein und Parteienlisten auch. Nur die mit den besten Ergebnissen sitzen in Bern äh, Berlin.
Ja, so oder ähnlich würds laufen, wenn ich der Könich von Deutschland wär, oder es schaffte, den Dampfer zu entern. So läuft's aber eher nicht, also versuch ich, möglichst viele dazu zu bringen, in eine solche Richtung zu denken. Etwas besseres als den Tod oder die CDUCSUSPDFDP-Regierung finden wir allemal.
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In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
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in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz.
Über eine Verfassung sollte auf jeden Fall abgestimmt werden. Allein das kann verhindern, dass ein undurchschaubares, undurchsichtiges Konvolut vom Schlage des Lissabon-Vertrages droht. Wie sagt man, sei ein guter Verfassungstetxt: Kurz und dunkel. Darüber hinaus wäre etwaigen Schäuble-Wiedergängern schon im der Wiege das Handwerk gelegt, wenn auch Änderungen die Zustimmung des Souveräns erforderten.
Bei all den Dingen, die direkt die Bürger betreffen, ich extemporier mal: Sozialsystem, Steuern, Bildung (to be continued) ist die Möglichkeit der Volksabstimmung obligatorisch. Über alles weitere muss geredet werden können.
Was aber das Tagesgeschäft angeht: Da haben sich Parlamente und Parteien durchaus bewährt - Fraktionszwang sollte allerdings verfassungswidrig sein und Parteienlisten auch. Nur die mit den besten Ergebnissen sitzen in Bern äh, Berlin.
Ja, so oder ähnlich würds laufen, wenn ich der Könich von Deutschland wär, oder es schaffte, den Dampfer zu entern. So läuft's aber eher nicht, also versuch ich, möglichst viele dazu zu bringen, in eine solche Richtung zu denken. Etwas besseres als den Tod oder die CDUCSUSPDFDP-Regierung finden wir allemal.
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In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
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in der Schweiz, in der Schweiz, in der Schweiz.
Über eine Verfassung sollte auf jeden Fall abgestimmt werden. Allein das kann verhindern, dass ein undurchschaubares, undurchsichtiges Konvolut vom Schlage des Lissabon-Vertrages droht. Wie sagt man, sei ein guter Verfassungstetxt: Kurz und dunkel. Darüber hinaus wäre etwaigen Schäuble-Wiedergängern schon im der Wiege das Handwerk gelegt, wenn auch Änderungen die Zustimmung des Souveräns erforderten.
Bei all den Dingen, die direkt die Bürger betreffen, ich extemporier mal: Sozialsystem, Steuern, Bildung (to be continued) ist die Möglichkeit der Volksabstimmung obligatorisch. Über alles weitere muss geredet werden können.
Was aber das Tagesgeschäft angeht: Da haben sich Parlamente und Parteien durchaus bewährt - Fraktionszwang sollte allerdings verfassungswidrig sein und Parteienlisten auch. Nur die mit den besten Ergebnissen sitzen in Bern äh, Berlin.
Ja, so oder ähnlich würds laufen, wenn ich der Könich von Deutschland wär, oder es schaffte, den Dampfer zu entern. So läuft's aber eher nicht, also versuch ich, möglichst viele dazu zu bringen, in eine solche Richtung zu denken. Etwas besseres als den Tod oder die CDUCSUSPDFDP-Regierung finden wir allemal.
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In diesem Wahljahr werde ich mich für keine Partei
aussprechen und zu keinem Parteiprogramm. Aber ich
werde nicht aufhören, zu sagen, dass diese Krise eine
ideologische Heimat hat: die FDP.…
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