Interreligiosität Ein Gotteslästerer?

Unbegreiflich: Dem muslimischen Schriftsteller Navid Kermani wurde der Hessische Kulturpreis aberkannt. Kardinal Lehmann und der Protestant Steinacker halten ihn für einen Feind des Kreuzes

navid-kermani

Navid Kermani taugt nicht als Feindbild

In diesen Tagen wird gern behauptet, die Ökumene sei ein Traum von gestern, die katholische Kirche habe ihn verraten. Das mag so sein. Aber wenn es darum geht, einen religiösen Gegner zu markieren, dann ist die Ökumene plötzlich quicklebendig, dann sprechen Protestanten und Katholiken dieselbe Sprache. Es ist die Sprache der obersten Glaubensbehörde, die Sprache der modernen Inquisition.

Über den Fall, in dessen Mittelpunkt der islamische Schriftsteller Navid Kermani steht, ist in den vergangenen Tagen ausgiebig berichtet worden. Aber er ist so unbeschreiblich, er ist so bizarr und unwürdig, dass er noch einmal erzählt werden muss. Zwei Kirchenmänner, der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann und der ehemalige Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Peter Steinacker, haben einen rhetorischen Kreuzzug gegen Kermani vom Zaum gebrochen. Sie haben ihr Urteil gesprochen, und es lautet: Dieser Schriftsteller ist ein gefährlicher Mann, er lästert Gott und beleidigt das Christentum. Kermanis Nähe ist zu meiden, mit ihm darf ein Kirchenmann nicht auf der »Bühne stehen«.

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Was war geschehen? Vor einem halben Jahr meldete die Wiesbadener Staatskanzlei vollmundig, der Hessische Kulturpreis werde in diesem Jahr den toleranten Geist des »interreligiösen Dialogs« atmen, denn ein Katholik, ein Protestant, ein Jude und ein Muslim – eben Navid Kermani – sollten ausgezeichnet werden. Eine gute Entscheidung in einem Land, dessen Ministerpräsident seine Abneigung gegen Ausländer so sorgsam pflegt wie der brave Bürger den Ziergarten.

Doch über Nacht war die paradiesische Eintracht der Religionen zu Ende. Kardinal Lehmann und Peter Steinacker hatten einen Text vor Augen bekommen, in dem der designierte Preisträger Navid Kermani aus Sicht seines islamischen Glaubens über eine Kreuzigungsszene des Barockmalers Guido Reni (1575 bis 1642) meditiert. Die beiden christlichen Mit-Preisträger sahen darin einen »unversöhnlichen Angriff auf das Herz des Christentums« und drohten dem Ministerpräsidenten Koch, die Auszeichnung abzulehnen, falls Kermani der Preis nicht wieder abgesprochen würde. Im subalternen Geist beugte sich die Landesregierung der klerikalen Erpressung. Kermani wurde fallen gelassen und erfuhr von seiner »Exkommunikation« aus der Zeitung. Anschließend wurde er – Gipfel des Hohns – zu einer meinungsfreudigen »Diskussion« eingeladen, denn wir sind schließlich im Abendland, und das Abendland ist liberal, solange es nur christlich bleibt. Inzwischen ist die Preisverleihung geplatzt und auf den Herbst vertagt worden.

Kermani bekennt sich zu einem pazifizierten Islam

Der Vorgang ist nicht nur eine »Staatsposse«, wie Norbert Lammert (CDU) meint, er ist eine triumphale Niederlage, die sich die christlichen Kirchen mit eigener Hand zugefügt haben. Kardinal Lehmann, so liest man in der FR, spricht sehr gehässig über den abgelehnten Preisträger, er scheint seine Bücher nicht zu kennen. Das ist ein Fehler. Navid Kermani, 1967 als Sohn iranischer Eltern in Siegen geboren, hat Theaterwissenschaft und Philosophie studiert, war Regieassistent und Dramaturg und machte sich rasch als Schriftsteller und Essayist einen Namen. Vor allem aber: Kermani ist habilitierter Islamwissenschaftler und sorgte mit einem Buch über den Koran für Aufsehen (Gott ist schön. Das ästhetische Erleben des Koran, C.H. Beck Verlag).

Wer Kermanis literarische Lektüre des Korans gelesen hat, kennt sein Programm. Das Buch ist nicht nur ein Bekenntnis zu einem pazifizierten Islam; es ist ein Friedensaufruf an alle drei monotheistischen Religionen: Fangt noch einmal von vorn an, lest eure Bücher noch einmal; lasst ab vom Opferglauben, entsagt der Gewalt, und entdeckt das Gemeinsame aller Religionen, das Lob der Schöpfung und das Staunen über ihre Schönheit. In der ästhetischen Erfahrung der Religion, so lautet Kermanis Pointe, entbirgt sich deren ethischer Kern. Denn wer im Licht der Heiligen Schrift das Wunder der Schöpfung erkennt, der wird ihr seinen Dank abstatten. Und worin besteht der Dank an die Schöpfung? Im Frieden. »Gott ist schön.«

Lobpreis der Schöpfung, Abschaffung des Opfers, Entmystifizierung der Gewalt: Das ist auch der Geist, der aus Kermanis inkriminiertem Text (NZZ vom 14. März) über eine Kreuzigungsszene von Guido Reni spricht, also aus jenem Corpus Delicti, das Lehmann und Steinacker als »unversöhnlichen Angriff« auf ihren Glauben betrachten. Ja, sie haben recht, Kermani lässt keinen Zweifel daran, dass er als Muslim das Kreuz strikt ablehnt, mehr noch: dass er es als heidnisch empfindet, als Gotteslästerung und Idolatrie. »Kreuzen gegenüber bin ich prinzipiell negativ eingestellt. Es ist kein Vorwurf. Es ist ein Absage. Gerade weil ich ernst nehme, was es darstellt, lehne ich des Kreuz rundherum ab. Nebenbei finde ich die Hypostasierung des Schmerzes barbarisch, körperfeindlich, ein Undank gegenüber Schöpfung, über die wir uns freuen, die wir genießen sollen, auf dass wir den Schöpfer erkennen.«

Um Theologen verständlich zu bleiben: Kermani lässt den Satz des Apostels Paulus anklingen, das Kreuz sei ein »Ärgernis für die Juden und eine Torheit für die Heiden«. Abstoßend findet er die unchristliche Verklärung von Opfer und Gewalt, ihre Ontologisierung, also die Behauptung, sie seien etwas Großes und Erhabenes, das den Menschen auszeichnet. Kermani kritisiert die mythologischen Reste im Christentum, die Verklärung des Blutopfers, die Anbetung des Tragischen und das voreilige Einverständnis mit der Welt. Aber auch die Mystifizierung des Opfers in seiner eigenen, der schiitischen Glaubenswelt empört ihn. Dort werde das »Martyrium« oft »genauso exzessiv bis hin zum Pornografischen zelebriert« wie im Christentum. Für seinen Großvater sei das Aberglauben gewesen, der die Menschen davon abhalte, die Welt zu verbessern – anstatt »nur ihren Zustand zu beklagen«.

Kurzum, als Kermani die Basilika San Lorenzo in Rom betritt, steht sein Urteil fest. Ein Muslim glaubt nicht an das Kreuz, und dass Christenmenschen darüber erstaunt sind, ist erstaunlich. Aber seltsam. Wider Erwarten übt Guido Renis – in der Kreuzestheologie oft zitiertes – Bild eine rätselhafte Anziehung auf ihn aus und lässt ihn nicht mehr los. Von der opferseligen, blutüberströmten Passionsmystik keine Spur; der gefolterte Leib ist beinahe unversehrt, ohne Wundmale, ein Andachtsbild, auf dem Jesus in kontemplativer Trance auf die Welt herabzublicken scheint. Reni ist eben nicht El Greco, der die Bildpolitik der Gegenreformation bediente, er ist kein Propagandist des Schmerzes und der kalkulierten Weltverdüsterung, niemand, der Gewalt und Leiden veredelt und die Gläubigen auf den Jüngsten Tag vertröstet, damit sie nicht auf die Idee kommen, an ihren Ketten zu sägen.

Kermani entdeckt noch etwas anderes in dem Blick des Gekreuzigten, nämlich einen untröstlichen Zweifel an der göttlichen Gerechtigkeit. Für ihn zeigt Renis Bild etwas ganz Ungeheures, es zeigt eine metaphysische Revolte – das Aufbegehren des Sohnes gegen den Vater. Jesus, der Gottverlassene, leidet am Schöpfer. »Schau her, scheint er zu rufen. Nicht nur: Schau auf mich, sondern: Schau auf die Erde, schau auf uns. Jesus leidet nicht, wie es die christliche Ideologie will, um Gott zu entlasten. Jesus klagt an: Nicht, warum hast du mich verlassen, sondern: warum hast du uns verlassen.« Kermani verkennt nicht den Skandalgehalt des Kreuzes, im Gegenteil, er stellt ihn heraus. Dass Jesus stellvertretend für alle Menschen stirbt, dass eine Kreuzesdarstellung den Zweifel an der Religion mit in seine ästhetische Reflexion aufnimmt – davon ist Kermani so bewegt, dass ihm ein brandgefährlicher, ein häretischer Satz in den Sinn kommt: Das Bild sei voller »Segen«, und beinahe könne er selbst an das Kreuz glauben.

Das ist eine spektakuläre Wendung, und ganz nebenbei liefert Kermani eine substanzielle Gegendeutung zur Leidensmystik der katholischen Kirche. Papst Benedikt predigt stets vom »Leiden in Gott«, was heißt: Der christliche Glaube spendet deshalb Trost, weil Gott immer schon solidarisch »mitleidet« und niemanden in seinem Unglück allein lässt. Für Kermani steckt darin zu viel Selbstberuhigung, zu viel mythische Schicksalsergebenheit. Er spricht nicht vom »Leiden in Gott«, er spricht vom Leiden an Gott. Auf Renis Bild stellt Jesus selbst die Hiob-Frage und fragt, warum die Welt vom Leid durchkreuzt ist, wenn sie doch dem göttlichen Willen entspricht.

Einen klügeren Interpreten hätten sich die Kirchen nicht wünschen können

Für Agnostiker sind das komische Fragen, aber sie haben in der wirklichen Welt doch sehr handgreifliche Folgen: Sie befördern die Selbstaufklärung der Religionen und dienen dem Weltfrieden. Denn wäre es, so fragt Kermani zwischen den Zeilen, nicht großartig, wenn sich alle abrahamitischen Religionen auf die Abschaffung des Opfers einigen könnten, auf die Ächtung der Gewalt und den Lobpreis des Friedens?

Einen klügeren, einfühlsameren und verständigeren Interpreten als diesen muslimischen Intellektuellen hätten sich die Kirchen nicht wünschen können. Kermani ist himmelweit entfernt vom linksliberalen Standardmilieu, das Religion mit Obskurantismus verwechselt und glaubt, allein mit Gerechtigkeitsfibeln über die Runden zu kommen. Erst recht suspekt ist ihm der süßliche Katholizismus einiger Schriftsteller, die den Papst zum Fürsten der Gegenmoderne ausrufen, der auf Herz-Jesu-Wolken über unseren Dekadenzlandschaften schwebt und mit der Wiedereinführung der lateinischen Messe die Menschheit erlöst.

Dass ausgerechnet Kardinal Lehmann päpstlicher ist als der Papst, ja dass er sich dazu hinreißen lässt, die Person Kermani beim Ministerpräsidenten Koch zu denunzieren – dies ist ein neuerlicher Sieg des katholischen Neofundamentalismus, der aus Rom abstrahlt und sich zu einem trüben Bild verdichtet. Die Kirche schließt zwar judenfeindliche Pius-Brüder ins Herz und duldet Holocaust-Leugner in ihren Reihen. Einen muslimischen Interpreten aber, der das christliche Kreuz intelligenter zu deuten versteht als mancher Kirchenfürst, verfolgt sie als Gotteslästerer und verlangt Unterwerfung. Kermani im Spiegel: »Ich verlange auch nicht von Karl Lehmann, dass er sagt, Mohammed war ein Prophet. Dann wäre er ein Muslim, und wir könnten zusammen nach Mekka pilgern.«

Kein Zweifel, wenn nicht einmal im Kleinen eine Verständigung gelingt, in den kernsanierten Herrgottswinkeln zwischen Mainz und Wiesbaden – dann ist der Weltfrieden ernsthaft in Gefahr, weil es dann auch im Großen keine Aussöhnung gibt: dort, wo die Religionen miteinander im Krieg liegen und von machtpolitischen Interessen vergiftet sind. Und wenn nicht einmal in unseren klerikal-akademischen Idyllen ein Mindestmaß an hermeneutischem Anstand existiert, der Kermanis Betrachtung so liest, wie sie gelesen werden will – dann sind die Fürbitten um Toleranz und Dialog Sakrokitsch für Sonntagsprediger, heilige Phrasen aus der Krypta einer Religion, die auf dem Weg ihrer Selbstmarginalisierung rapide Fortschritte macht. Natürlich, die Verleihung des Kulturpreises musste verschoben werden. Denn wollten Kardinal Lehmann und Peter Steinacker sich ernsthaft vom Ministerpräsidenten Koch dafür loben lassen, sie hätten eine »Kultur des Respekts« und der Toleranz befördert? Das wäre von erhabener Peinlichkeit gewesen und, wie Micha Brumlik vermutet, »als Symbol der Ausgrenzung von Muslimen in die Geschichte dieser Republik« eingegangen.

Nun spielt das Kuratorium auf Zeit, alle sollen »das Gespräch suchen«. Das klingt sehr salbungsvoll, aber Kermani hat keinen Grund, Abbitte zu leisten. Er muss sich nicht erklären und muss nichts zurücknehmen, schließlich hat er sich dem Kuratorium nicht aufgedrängt. Es reicht, wenn die Christenmenschen auf ihn zugehen und Frieden schließen, denn bald feiern wir Pfingsten, das Fest, an dem der Heilige Geist alle Gläubigen versöhnt mit einer Zunge sprechen lässt.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
    • kkr
    • 19.05.2009 um 12:47 Uhr

    ist das schöne Gleichnis mit dem der ach so tolerante Westen sich immer selbst ad aburdum führt.

    Es ist mir immer wieder peinlich....

    • yato
    • 19.05.2009 um 12:57 Uhr

    (Bitte unterlassen Sie derlei persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft)

    "Wo ist die Liebe?" möchte man fragen. In Wahrheit geht es der Kirche doch nur ums Geld für ihre vielen goldenen Paläste usw. und die charikativen Tätigkeiten könnte man als Feigenblatt sehen, die von der bösen Seite ablenken.

    Meinungsfreiheit, Selbstkritik, Demokratie, Toleranz - Nicht in der Kirche!

    Eine Schande das auch in der Moderne noch der Staat mit der Kirche verfilzt ist und die Kirchensteuer eintreibt!

  1. Ein Rabbi und ein katholischer Priester unterhalten sich. "Eines verstehe ich nicht", sagt der Priester, "wie kann man als moderner, aufgeklärter Mensch glauben, die Juden seien durch das Rote Meer gezogen?" - "Sie mögen recht haben", entgegnet der Rabbi, "wie aber kann man als moderner, aufgeklärter Mensch glauben, Christus sei von den Toten wieder auferstanden?" - "Das ist etwas anderes!" entgegnet der Katholik: "Das ist wahr!"

    Soviel zum religiösen Dialog...

    • peto1
    • 19.05.2009 um 13:03 Uhr

    Dieser Schriftsteller ist ein gefährlicher Mann, er lästert Gott und beleidigt das Christentum. Kermanis Nähe ist zu meiden, mit ihm darf ein Kirchenmann nicht auf der »Bühne stehen«.
    So Sprach und Kündete der Mann der Heimlich im innerren alles in Warheit Verachtete was nur Ansatzweise zum Frieden unter den Menschen führen könnte, Denn er hatte einen Auftrag vom Teufel und einen Plan wie er Ihn dem Kermani zum Ketzer erklären sollte, Doch als er die sein teufel Kund vor den Menchen tat Erschien der Prophet vom Gott gesandt und verdammte den Mann in die des Teufels Höhle, und sagte , "Wer bist du das du dir Anmasest zu Urteilen und Tust Kunde im Namen des Herren im Auftrag des Teufels du falcher Profet, Ihr sollt nicht Urteilen und nicht Falche Profeten und auch keinen Götzenbilder anbeten und daran glauben" ...so war die Menchheit wieder einmal gerettet :)

    [Anm.: Bitte versuchen Sie, Beiträge zu posten, die für andere Diskussionsteilnehmer verständlich sind, gerne auch auf Englisch. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sehr geehrte Reaktion, pardon, Redaktion.

    Ihre Anmerkung bitte verständlich, also in diesem Fall "in einem ordentlichen Deutsch" oder aber auf Englisch zu posten, empfinde ich als Sprach- und Interaktionswissenschaftler, der sich mit multikulturellen und multisprachlichen Kontexten beschäftigt, als verletzend gegenüber dem Autoren von Kommentar 3.
    Es ist bemerkenswert und spricht für das Sprachverständnis und Sprachgefühl von peto 1, dass er sich, obschon er ebenso kein deutscher Muttersprachler zu sein scheint, in prosaischer Form äußert.
    Jeder Leser der nur einen Bruchteil eben dieses Sprachverständnisses hat, kann seinen kleinen Text verstehen.
    Ihn also aufzufordern, bei mangelnden Kenntnissen lieber auf die neue lingua franca, das Englische, auszuweichen, ist im weiteren Sinne sogar der Aussage des inhaltlich diskutierten Artikels wiedersprüchlich.
    Der Artikel prangert an, dass sich Menschen herausgenommen haben einem anderen zu befehlen er solle nur davon sprechen, wovon er etwas versteht.
    Sie sagen jemanden er solle nur auf die Art und Weise sprechen, von der er etwas versteht.
    (Wobei heute alle Englisch sprechen, im Sinne des von ihnen implizierten "ordentlich" tun es jedoch nur die wenigsten.)

    Es tut mir leid, falls ich überempfindlich erscheine.

    Ich hoffe jedoch sie verstehen meine Punkt und decouragieren in Zukunft nicht mehr unüberlegt Autoren, die einen harten Aufwand betreiben (und eben nicht"einfach" auf das Englische ausweichen) und sich hier auf Deutsch einbringen.

    Mit freundlichem Gruß,

    elhombre

    Sehr geehrte Reaktion, pardon, Redaktion.

    Ihre Anmerkung bitte verständlich, also in diesem Fall "in einem ordentlichen Deutsch" oder aber auf Englisch zu posten, empfinde ich als Sprach- und Interaktionswissenschaftler, der sich mit multikulturellen und multisprachlichen Kontexten beschäftigt, als verletzend gegenüber dem Autoren von Kommentar 3.
    Es ist bemerkenswert und spricht für das Sprachverständnis und Sprachgefühl von peto 1, dass er sich, obschon er ebenso kein deutscher Muttersprachler zu sein scheint, in prosaischer Form äußert.
    Jeder Leser der nur einen Bruchteil eben dieses Sprachverständnisses hat, kann seinen kleinen Text verstehen.
    Ihn also aufzufordern, bei mangelnden Kenntnissen lieber auf die neue lingua franca, das Englische, auszuweichen, ist im weiteren Sinne sogar der Aussage des inhaltlich diskutierten Artikels wiedersprüchlich.
    Der Artikel prangert an, dass sich Menschen herausgenommen haben einem anderen zu befehlen er solle nur davon sprechen, wovon er etwas versteht.
    Sie sagen jemanden er solle nur auf die Art und Weise sprechen, von der er etwas versteht.
    (Wobei heute alle Englisch sprechen, im Sinne des von ihnen implizierten "ordentlich" tun es jedoch nur die wenigsten.)

    Es tut mir leid, falls ich überempfindlich erscheine.

    Ich hoffe jedoch sie verstehen meine Punkt und decouragieren in Zukunft nicht mehr unüberlegt Autoren, die einen harten Aufwand betreiben (und eben nicht"einfach" auf das Englische ausweichen) und sich hier auf Deutsch einbringen.

    Mit freundlichem Gruß,

    elhombre

  2. es ist bezeichnend, dass immer wieder nach Meinungsfreiheit in der Kirche geschrien wird und den Vertretern der Kirchen dieses Recht versagt wird. Wenn Kardinal Lehmann seine Meinung sagt hat man das zu akzeptieren, auch wenn man anderer Meinung ist. Das ist Toleranz.
    Das dieser Kardinal nicht mit jemandem präsentiert werden will, der den Christlichen Glauben angreift ist völlig verständlich, denn dieser Mann greift den christlichen Glauben massiv in seinen Grundfesten an.

    gelitten unter Pontius Pilatus,
    gekreuzigt, gestorben und begraben

    Jesus ist für die Menschheit gestorben und er hat für die Menschheit gelitten! Etwas anderes zu behaupten ist Ketzerei und die hat jeder Christ zu bekämpfen (Die Idee, nicht den ausserhalb der Kirche stehenden Menschen).
    Alle anderen, insbesondere kirchlich nicht gebundene und Nichtchristen haben da nicht mitzureden da dies eine innerkirchliche Angelegenheit ist, auch wenn Diskussion durch diese Preisverleihung an die säkulare Öffentlichkeit getreten ist.

    Das diese Öffentlichkeit und als deren Sprecher die Presse in solchen Fragen offensichtlich inkompetent ist zeigt sich wenn Ökumene mit interreligiösem Dialog gleichgesetzt wird. Das zeugt von gewaltigem Halbwissen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • yato
    • 19.05.2009 um 13:48 Uhr

    wenn seine Meinung eine Machtposition bekommt, die dann bestimmt ob eine Preisverleihung stattfindet oder nicht, das kann ich in einem demokratischen Land nicht akzeptieren.

    Wenn die Kirche ihre Macht, die sie auf die Allgemeinheit ausübt zurückzieht (Rundfunkräte, Lobbypolitik die wie bei Lobby üblich Politiker besticht oder Meinungsfreiheit einschränkt - siehe buskampagne.de ) dann erst gehen mich innerkirchliche Angelegenheiten nichts an!

    Sie sprechen von Halbwahrheiten, weigern sich aber ihrerseits der andere Hälfte der Wahrheit ins Auge zu sehen.

    Etwas anderes zu behaupten als das was ihren Märchen entspricht (Auferstehung, Jungfrauengeburt...) ist also Ketzerei? (Wo sind ihre Beweisvideos?)
    Und was machen wir dann mit den Ketzern? Mittelalter spielen?

    Haben Sie denn die Fähigkeit zwischen Phantasie und beweisbarer Realität zu unterscheiden? Wenn nicht, dann unterhalten wir uns im Sandkasten weiter, denn auch bei mir fliegen hier ständig rosa Elefanten in der Gegend herum und ein fliegendes Spaghettimonster...
    ;-)

    Ich stimme Ihnen zu: Auch Kardinal Lehmann hat ein Recht auf seine Meinung.

    Das Opfer, mit dem der Mensch Gott (oder die Götter, oder die als göttlich erlebte Natur) versöhnen will, weil er sich ihm /ihnen/ihr gegenüber schuldig fühlt und auch schuldig ist, gehört zum Kern eines jeden Glaubens. Wer wie Thomas Assheuer das Opfer abschaffen will, verneint, dass der Mensch schuldig ist, erklärt ihn - und sich selbst - für schuldlos. Wir Menschen sind aber nicht schuldlos. Auch moderne Menschen schleppen ein immenses Schuldgefühl mit sich herum. Um dieses Schuldgefühl zu beschwichtigen, überweist zum Beispiel der aufgeklärte Linke gleichsam als Ablass per Dauerauftrag Geld an Greenpeace, weil er an der Ausbeutung und Vergiftung der Mutter Erde beteiligt ist. Oder die 68er schlugen sich bis zum Irrationalismus auf die Seite der Dritten Welt, zum Beispiel des Vietcong, weil sie als Bewohner der Ersten Welt wissen, was sie der Dritten Welt angetan haben.

    • Manu84
    • 19.05.2009 um 15:16 Uhr

    Nein...
    sie haben mit allem, was sie in ihrem Arteikel schreiben Unrecht. Jeder Vertreter der Kirche darf seine Meinung immer und überall loswerden, das stört eigentlich niemanden. Was extrem stört, ist die Tatsache, dass stehts versucht wird, diese Meinung als einzig wahre Tatsache darzustellen; daraus folgt dann die moralische Überlegenheit anderen gegenüber und schließlich das Bedürfnis, die Gesellschaft glaubenskonform zu gestalten.

    Aber auch wir, die wir nicht an Gott oder nicht an Gott in eurer Form oder einfach an irgendetwas anderes glauben, oder die wir eventuell auch einfach gar nicht wissen, ob so etwas wie Gott überhaupt existiert ( und wer das zugibt, hat sich meist schon wesentlich mehr mit dem Thema beschäftigt alsi sie, die sie ein 2000 Jahre alstes Buch wörtlich nehmen), haben ein Recht, in dieser Gesellschaft zu leben, und ein Recht darauf, unsere Meinung kundzutun, wo immer wir auch wollen.

    Das größte Problem an eurer Religion ist das Missionsgebot!

    Zitat: Jesus ist für die Menschheit gestorben und er hat für die Menschheit gelitten! Etwas anderes zu behaupten ist Ketzerei und die hat jeder Christ zu bekämpfen

    Ich habe das vage Gefühl, das ist keine wirklich ideale Voraussetzung für ein Miteinander von Christentum und anderen Religionen, wenn ich mich mal als Außenstehender in diese Diskussion einmischen darf. Ist aber auch blöde irgendwie, dass andere Glaubensgemeinschaften was anderes glauben als man selbst, nicht wahr? Wenn Herr Kermani nur dann akzeptiert wird, wenn er anerkennt, das "Jesus (...) für die Menschheit gestorben und (....) für die Menschheit gelitten (hat)!", dann wird er doch faktisch nur dann akzeptiert, wenn er Christ ist! Völlig absurd.

    wahrensfeld @ http://zu-zeiten.blogspot...

    • yato
    • 19.05.2009 um 13:48 Uhr

    wenn seine Meinung eine Machtposition bekommt, die dann bestimmt ob eine Preisverleihung stattfindet oder nicht, das kann ich in einem demokratischen Land nicht akzeptieren.

    Wenn die Kirche ihre Macht, die sie auf die Allgemeinheit ausübt zurückzieht (Rundfunkräte, Lobbypolitik die wie bei Lobby üblich Politiker besticht oder Meinungsfreiheit einschränkt - siehe buskampagne.de ) dann erst gehen mich innerkirchliche Angelegenheiten nichts an!

    Sie sprechen von Halbwahrheiten, weigern sich aber ihrerseits der andere Hälfte der Wahrheit ins Auge zu sehen.

    Etwas anderes zu behaupten als das was ihren Märchen entspricht (Auferstehung, Jungfrauengeburt...) ist also Ketzerei? (Wo sind ihre Beweisvideos?)
    Und was machen wir dann mit den Ketzern? Mittelalter spielen?

    Haben Sie denn die Fähigkeit zwischen Phantasie und beweisbarer Realität zu unterscheiden? Wenn nicht, dann unterhalten wir uns im Sandkasten weiter, denn auch bei mir fliegen hier ständig rosa Elefanten in der Gegend herum und ein fliegendes Spaghettimonster...
    ;-)

    Ich stimme Ihnen zu: Auch Kardinal Lehmann hat ein Recht auf seine Meinung.

    Das Opfer, mit dem der Mensch Gott (oder die Götter, oder die als göttlich erlebte Natur) versöhnen will, weil er sich ihm /ihnen/ihr gegenüber schuldig fühlt und auch schuldig ist, gehört zum Kern eines jeden Glaubens. Wer wie Thomas Assheuer das Opfer abschaffen will, verneint, dass der Mensch schuldig ist, erklärt ihn - und sich selbst - für schuldlos. Wir Menschen sind aber nicht schuldlos. Auch moderne Menschen schleppen ein immenses Schuldgefühl mit sich herum. Um dieses Schuldgefühl zu beschwichtigen, überweist zum Beispiel der aufgeklärte Linke gleichsam als Ablass per Dauerauftrag Geld an Greenpeace, weil er an der Ausbeutung und Vergiftung der Mutter Erde beteiligt ist. Oder die 68er schlugen sich bis zum Irrationalismus auf die Seite der Dritten Welt, zum Beispiel des Vietcong, weil sie als Bewohner der Ersten Welt wissen, was sie der Dritten Welt angetan haben.

    • Manu84
    • 19.05.2009 um 15:16 Uhr

    Nein...
    sie haben mit allem, was sie in ihrem Arteikel schreiben Unrecht. Jeder Vertreter der Kirche darf seine Meinung immer und überall loswerden, das stört eigentlich niemanden. Was extrem stört, ist die Tatsache, dass stehts versucht wird, diese Meinung als einzig wahre Tatsache darzustellen; daraus folgt dann die moralische Überlegenheit anderen gegenüber und schließlich das Bedürfnis, die Gesellschaft glaubenskonform zu gestalten.

    Aber auch wir, die wir nicht an Gott oder nicht an Gott in eurer Form oder einfach an irgendetwas anderes glauben, oder die wir eventuell auch einfach gar nicht wissen, ob so etwas wie Gott überhaupt existiert ( und wer das zugibt, hat sich meist schon wesentlich mehr mit dem Thema beschäftigt alsi sie, die sie ein 2000 Jahre alstes Buch wörtlich nehmen), haben ein Recht, in dieser Gesellschaft zu leben, und ein Recht darauf, unsere Meinung kundzutun, wo immer wir auch wollen.

    Das größte Problem an eurer Religion ist das Missionsgebot!

    Zitat: Jesus ist für die Menschheit gestorben und er hat für die Menschheit gelitten! Etwas anderes zu behaupten ist Ketzerei und die hat jeder Christ zu bekämpfen

    Ich habe das vage Gefühl, das ist keine wirklich ideale Voraussetzung für ein Miteinander von Christentum und anderen Religionen, wenn ich mich mal als Außenstehender in diese Diskussion einmischen darf. Ist aber auch blöde irgendwie, dass andere Glaubensgemeinschaften was anderes glauben als man selbst, nicht wahr? Wenn Herr Kermani nur dann akzeptiert wird, wenn er anerkennt, das "Jesus (...) für die Menschheit gestorben und (....) für die Menschheit gelitten (hat)!", dann wird er doch faktisch nur dann akzeptiert, wenn er Christ ist! Völlig absurd.

    wahrensfeld @ http://zu-zeiten.blogspot...

  3. 6. Soviel

    zum Thema religiöse Toleranz gegenüber Christen seitens der Muslime.
    Sie, die sich wöchentlich, nein täglich, über angebliche Intoleranz und Diskriminierung aufregen dürfen hier über unsere christlichen Symbole vom Leder ziehen.
    Gottseidank nicht ungestraft.

  4. Für mich wirkt es so, als ob der Autor nicht verstanden hat um was es beim christlichen Kreuz geht.
    Es ist das Sinnbild für die Opferbereitschaft Gottes für seine Schöpfung und ein Zeichen seiner Gnade. Daher ist fraglich, ob er trotz des Ablehnens einer der zentralen Punkte des Christentums ("aus Gnade allein"), welche er indirekt als heidnisch, als Gotteslästerung und Idolatrie bezeichnet und mit einer prinzipiell negativen Einstellung einher kommt, ihm die Möglichkeit offen lässt, den interreligiösen Dialog so vorbildlich zu führen, dass er ein geeigneter Kandidat für diesen Preis ist.
    Die Anerkennung eines großen Kunstwerks der katholischen Kirche bzw. das eingestehen der emotionalen Bewegtheit scheint mir da auch kein adäquater ausgleich zu sein.
    Es macht wenig sinn, dies gleich gegen ein "Feindbild" auszuspielen, da zwischen einem Feindbild und einem Preis für interreligiöse Dialogfähigkeit noch reichlich Zwischentöne möglich sind. Eine prinzipiell negative Einstellung gegenüber einem anderen Glaubenssymbol, welches auch auf den Gott Abrahams sowie einen seiner wesentlichen Wesenszüge hinweist, macht dies auf jeden Fall schwierig.
    Davon abgesehen würde mich interessieren, welche Formulierung des jüdischen Preisträgers genau dazu führte, dass der erste islamische Preisträger von der Ehrung zurücktrat.

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    Hallo Klaus Fuchs

    Was ist das für eine Gnade, wenn Gott angeblich seinen Sohn auf die Erde schickt damit er von der römischen Obrigkeit ans Kreuz geschlagen wird? Das ist keine Gnade, das ist Mord. Ein gnädiger Gott hätte das verhindert. Die Kreuzigung ist bestenfalls ein Zeichen, dass die Welt von einem gütigen Gott abgefallen war. Das ist sie noch immer, wenn man sich die beiden Weltkriege in Erinnerung ruft.

    Gruss

    Hallo Klaus Fuchs

    Was ist das für eine Gnade, wenn Gott angeblich seinen Sohn auf die Erde schickt damit er von der römischen Obrigkeit ans Kreuz geschlagen wird? Das ist keine Gnade, das ist Mord. Ein gnädiger Gott hätte das verhindert. Die Kreuzigung ist bestenfalls ein Zeichen, dass die Welt von einem gütigen Gott abgefallen war. Das ist sie noch immer, wenn man sich die beiden Weltkriege in Erinnerung ruft.

    Gruss

  5. Vielen Dank!

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