Stimmt's? Klingeln im Ofen
Jakob to Baben aus Jönköping (Schweden) fragt: Stimmt es, dass aus einer Mikrowelle gefährliche Strahlen austreten?
© Frederic Lewis/Getty Images

Eine Mikrowelle aus den siebziger Jahren
Der Leser fügt als Argument für Plausibilität einer »Leckstrahlung« das folgende Experiment an: Man legt ein Mobiltelefon in die (ausgeschaltete!) Mikrowelle, schließt die Tür und ruft es an. Wenn das Handy klingelt, dann ist das ein Zeichen dafür, dass Mikrowellenstrahlung in das Gerät eindringen kann – also kann sie auch heraus!
Das Experiment funktioniert tatsächlich manchmal. Und es stimmt auch, dass Handys auf einer Frequenz funken, die zum Mikrowellenspektrum gehört. Müssen wir uns also in der Küche vor jenen Strahlen fürchten, die unser Fertigessen erhitzen?
Zunächst einmal: Prinzipiell wäre es kein Problem, das Mikrowellengerät völlig abzudichten – es müsste lediglich mit einer massiven Metalltür verschlossen werden. Aber der Benutzer möchte dem Essen eben gern beim Garen zusehen. Deshalb hat die Tür eine Glasscheibe, die lediglich mit einem Metallgitter versehen ist.

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Dieses Gitter hat eine Maschenweite, die etwa einen Millimeter beträgt, und sichtbares Licht mit seiner Wellenlänge von ein paar Hundert Nanometern kann sich problemlos durch diese Löcher quetschen. Die Wellenlänge der Mikrowellenstrahlung beträgt dagegen etwa 12 Zentimeter und die der Handystrahlung je nach Mobilfunknetz 17 oder 33 Zentimeter. Solche Wellen werden von dem Metallgitter fast komplett gestoppt – aber eben nur fast. Ein bisschen geht tatsächlich immer durch.
Aber ist das auch gefährlich? Mikrowellen wirken auf den Menschen, indem sie das Gewebe erwärmen. Um Schäden auch für denjenigen auszuschließen, der fast mit der Nase die Scheibe berührt, darf die Energie der Leckstrahlung in fünf Zentimetern Entfernung nicht mehr als fünf Milliwatt pro Quadratzentimeter betragen. Moderne Geräte strahlen nur mit etwa einem Hundertstel dieses Werts. Daher ist das klingelnde Handy in der Mikrowelle also lediglich ein Beweis dafür, wie sensibel die Empfangsantenne des Telefons ist. Christoph Drösser
- Datum 15.09.2009 - 17:23 Uhr
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- Serie Stimmt's
- Quelle DIE ZEIT, 20.05.2009 Nr. 22
- Kommentare 14
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Die scheint am schlimmsten zu sein, wenn man sie nicht sehen kann. Hat sich schon mal jemand gefragt, wieviele Menschen sich tatsächlich jemals durch eine Mikrowelle verletzt haben? Und wieviele an ganz "normalen" Öfen/Herden/Kaminen? Da gibt's nämlich KEINE Leckstrahlungsvorschriften.
Sie sollten noch hinzufuegen, dass diese Kolumne von der Mikrowellenindustrie gesponsort wurde.
(Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen dieser Art. Danke. Die Redaktion/jk)
Funktioniert.
Habe dann die Vorderseite mit Alufolie abgedeckt.
Und es funktionierte immer noch. (Und das was zunächst mal sehr erstaunlich.) Tatsächlich ist aber auch an der Seite, an der sich die Lampe befindet, ein Funkleck. Hab auch die abgedeckt. Und damit war Ruhe.
Natürlich kann man lamentieren, dass hier etwas von der Mikrowellenindustrie gesponsert wurde. (Ich will mich zu dieser Ansicht nicht äußern, da diese ansonsten sofort zensiert würde.) Man könnte, das wäre konstruktiver, im Falle eigener Ängste aber einfach die Alufolie nehmen. So würde ein passenderer Schuh draus. (Wenn man denn tatsächlich Ängste hat.)
Zu einfach gedacht? Klar: die Alufolie. Da haben wir ja schon wieder etwas, was des Teufels ist ;-)
Herzlichst Crest
...damit wir wirklich sicher sind vor den Gedankenkontrollstrahlen aus den Chemtrails [...]!
Was manche Leute für Probleme haben...
[Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Provokationen. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Ich hatte eigentlich erwartet, ein paar nuetzliche Argumente anzutreffen, die ich gegen Mikrowellen richten. Zum Beispiel, warum die gesetzlichen Grenzen nicht hinreichend seien oder aehnliches. Leider hagelt es nur plumpe Kritik an Thema und Verfasser.
Ich kenne einige, die bei angeschalteter Mikrowelle aus dem Raum gehn. Mich wuerde mal interessieren, was da die wissenschaftlichen Hintergruende waeren, wenn es sie gibt. Und wenn ja, wie stark sie ins Gewicht fallen.
Ihre Erwartungen sind, denke ich, sehr häufig anzutreffen und insofern nicht unüblich. Dennoch stellt sich automatisch Frage: Was, wenn es nützliche Argumente gegen die Mikrowellen nicht wirklich gibt? Soll man sie dann aus dem Hut zaubern?
Was Ihre Bekannten anbetrifft, so geben Sie ihnen doch einfach den Tip mit der Alufolie. (Dann brauchten sie den Raum wenigstens nicht mehr zur verlassen. )
Herzlichst Crest
Ihre Erwartungen sind, denke ich, sehr häufig anzutreffen und insofern nicht unüblich. Dennoch stellt sich automatisch Frage: Was, wenn es nützliche Argumente gegen die Mikrowellen nicht wirklich gibt? Soll man sie dann aus dem Hut zaubern?
Was Ihre Bekannten anbetrifft, so geben Sie ihnen doch einfach den Tip mit der Alufolie. (Dann brauchten sie den Raum wenigstens nicht mehr zur verlassen. )
Herzlichst Crest
[Entfernt. Bitte tragen Sie zu einer sachlichen Diskussion bei. Vielen Dank. / Die Redaktion as]
Ihre Erwartungen sind, denke ich, sehr häufig anzutreffen und insofern nicht unüblich. Dennoch stellt sich automatisch Frage: Was, wenn es nützliche Argumente gegen die Mikrowellen nicht wirklich gibt? Soll man sie dann aus dem Hut zaubern?
Was Ihre Bekannten anbetrifft, so geben Sie ihnen doch einfach den Tip mit der Alufolie. (Dann brauchten sie den Raum wenigstens nicht mehr zur verlassen. )
Herzlichst Crest
Lustig, die Angst des Menschen vor dem Unsichtbaren :)
Als Naturwisschenschaftler kann ich sagen, die im Artikel angegebene Erklärung zu den Wellenlängen ist vollkommen hinreichend.
Es gibt keinen Grund die Küche zu verlassen oder Aluminiumfolien-Konstruktionen an Gerät und Körper zu tragen - es sei denn, sie drehen einen Sci-Fi-Streifen.
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