Tatort Fernsehen "Schiffe versenken"

Sabine Postel alias Inga Lürsen ermittelt in Bremerhaven, denn dort ist ein toter Seemann aus dem Wasser gefischt worden. Aus unserer Reihe zum sonntäglichen "Tatort"

Sabine Postel als Inga Lürsen wird auf dem Containerschiff in Bremerhaven ordentlich nass

Sabine Postel als Inga Lürsen wird auf dem Containerschiff in Bremerhaven ordentlich nass

Die Kommissarin Inga Lürsen – Kripo Bremen, rosa Mantel – wird unwirsch, wenn der Kollege Stedefreund sie beim Treppensteigen stützen will. Ihr weher Rücken knirscht, die Damenschuhe drücken, aber sie hält sich aufrecht. Zur Not zieht sie die schwarze Knarre aus dem Holster, dann erstarren sie, die blöden Männer, und warten, bis die Brise auffrischt.

Ein toter Seemann ist ins Netz gegangen, er war Zweiter Offizier auf der MS Karina, und da das Containerschiff in Bremerhaven noch vor Anker liegt, geht die Kommissarin an Bord. Das sehen die Jungs auf dem Schiff aber gar nicht gern, und weil die Frau keine Ruhe gibt, beruft sich der Kapitän auf das Gesetz der freien See.

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Denn längst ist die MS Karina auf Fahrt gebracht, außerhalb der deutschen Hoheitsgewässer hat die Lürsen, trotz rosa Mantel, herzlich wenig zu bestimmen. Sie wird in der Koje eingeschlossen, und weil man sie mit dem Klabautermann im Bunde weiß, wird auch gleich die Kabinentür eingeschweißt.

Wir lehnen uns zurück und denken: Der Schiffskobold hat andere Sorgen; da taucht doch bestimmt ein schwuler Seemann auf, sind denn nicht die Schwulen die natürlichen Bündnispartner von Kommissarinnen? Und tatsächlich, der Koch Onno ist zur Stelle, erst legt er der halb nackten Inga die Handschellen an, dann brüllt er seine Liebe zu dem nun mausetoten Radek Jankowski heraus.

Währenddessen rennt Kollege Stedefreund an Land von einem Schauplatz zum nächsten, als da sind: Radeks Magen auf dem Seziertisch des Pathologen, die liberianische Botschaft und die Reederei Delius. Hier führt der Vater formal die Geschäfte und donnert mal im Zorn den Gehstock auf den Tisch. Doch die eiskalte Tochter verweist auf die 13 Prozent Zuwachsrate, für die sie allein verantwortlich sei.

Wir beugen uns vor und denken: Moment mal, sie hat doch bestimmt ein weiches Herz, so blöd sind wir nicht, dass wir drauf reinfallen. Wir fallen darauf rein, leider ja, und mit schlafesroten Apfelbacken lauschen wir dem Kapitän: Die Ballasttanks unterm Laderaum müssen voll sein, sonst kippt das Schiff bei rauer See um, leere Tanks bedeuten mehr Fracht bedeuten mehr Geld. Da dämmert der frisch geduschten Kommissarin, dass man für ein bisschen mehr Profit Schiffe versenken spielt.

Leser-Kommentare
  1. Schunkeln schunkeln schunkeln.

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