Auto-Krise Guttenberg hält Opel-Angebote für unzureichend
Falls Fiat, Magna oder Ripplewood ihre Konzepte nicht nachbesserten, sei die geordnete Insolvenz der Übernahme vorzuziehen, sagt der Bundeswirtschaftsminister

© Ralph Orlowski/Getty Images
Warten auf eine Entscheidung der Politik: Opel-Chef Hans Demant und Arbeiter im Werk Eisenach
Dass drei Angebote für die Übernahme des Autobauers Opel vorlägen, bedeute nicht, "dass eines davon automatisch und zwingend zum Tragen kommt", sagte Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im Gespräch mit der Bild am Sonntag.
"Zuvor müssen wir eine hohe Sicherheit dafür haben, dass die erheblichen Steuermittel, die wir dafür einsetzen müssen, nicht verloren gehen. Diese Sicherheit gewährleistet bislang aus meiner Sicht noch keines der drei Angebote in ausreichender Weise." Der Minister machte die Konsequenzen deutlich, sollte es keine Verbesserungen geben: "Bliebe es bei diesen Defiziten, wäre eine geordnete Insolvenz die klar bessere Lösung - auch sie könnte Chancen für die Zukunft Opels eröffnen."
Guttenberg hatte am Samstag von "Verhandlungsbereitschaft an allen Stellen" gesprochen und dem Fiat-Konzern bescheinigt, dieser habe sein Angebot in vielen Punkten präzisiert. Fiat-Chef Sergio Marchionne hat für den Fall einer Opel-Übernahme den Beschäftigten weitgehende Garantien zugesichert.
Im Gespräch mit der Bild am Sonntag sagte der Fiat-Chef, dass in Deutschland maximal 2000 Arbeitsplätze "durch die Integration von Opel in ein schuldenfreies Gemeinschaftsunternehmen" betroffen seien. Seiner Darstellung zufolge sind auch die rund vier Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen des deutschen Automobilherstellers durch das Fiat-Konzept abgedeckt. Er gab eine Garantie ab, dass ein aus Fiat und GM Europe gebildetes Unternehmen in spätestens fünf Jahren die Staatsgarantien ablösen werde.
Weiterer Bieter ist der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna. Von dem Konzern werden Regierungskreisen zufolge noch Veränderungen erwartet, insbesondere Abstriche bei dem bislang geplanten massiven Stellenabbau am Opel-Standort Bochum. Dritter Bieter ist der Finanzinvestor Ripplewood.
Die Beratungen über die Opel-Rettung erfolgen am Wochenende mit den Bietern wie auch mit dem Mutterkonzern General Motors und der US-Regierung. Am Montag will die Regierung erneut zusammenkommen und möglicherweise eine Vorentscheidung treffen.
General Motors kämpft unterdessen weiter gegen die drohende Insolvenz. Das Unternehmen muss bis Ende des Monats ein tragfähiges Unternehmenskonzept vorlegen und sich mit den Gläubigern über eine Schuldenregelung einigen, verlangt die US-Regierung. Gelingt das nicht und ginge GM Pleite, hätte das massive Folgen für die deutsche Tochter Opel. Erst am Freitag hatten die größten Gläubiger einen Sanierungsplan abgelehnt.
Der amerikanische Präsident Barack Obama sagte am Samstag, GM werde aus einer Umstrukturierung "schlanker, angriffslustiger und wettbewerbsfähiger" hervorgehen. Ob das gleichbedeutend ist mit der Insolvenz, ließ er offen.
- Datum 25.05.2009 - 07:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, sh, dpa, Reuters
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Das Bewusstsein darüber, imstande sein zu müssen, mit Erkenntnissen über mehrere Generationen hinweg umgehen zu können, gibt grob an, was gegenwärtig auf den Tisch zu legen wäre, sollen Perspektiven für industrielle Arbeit sich öffnen. Zu Guttenberg könnte deshalb durchaus sich entscheiden, auch Bandarbeiter etwa in Rüsselsheim oder Bochum real spüren zu lassen, worin deren Arbeit tatsächlich besteht und wofür sie auch entgolten wurden, ohne jedoch in den vergangenen vierzig Jahren diese Arbeit je erbracht zu haben.
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