Blick auf das Schlachtfeld von Poltawa. Gemälde von Denis Martens um 1726 © Denis Martens

In den Mittagsstunden ist die Schlacht vorbei: Bei Poltawa, einer kleinen Festungsstadt in der Ukraine, sind die Truppen des Schwedenkönigs Karl XII. vor den Russen auf der Flucht. Es ist der 8. Juli 1709, nach alter Zeitrechnung der 27. Juni – der Wendepunkt des Großen Nordischen Krieges. Und mehr noch: Es ist ein Wendepunkt der europäischen Geschichte. Denn obwohl dieser Krieg erst zwölf Jahre später zu Ende geht, kann Schweden seine Großmachtstellung an der Ostsee nicht wiederaufrichten. Auch das Russländische Imperium, das nun entstand und in Gestalt der Sowjetunion vor unseren Augen unterging, verweist auf diesen Tag und diesen Ort zurück.

Begonnen hatte der große Krieg an der Wende zum 18. Jahrhundert. Ihm zugrunde lag ein Verbundsystem geheimer Militärallianzen, in denen der sächsische Kurfürst und polnische König August der Starke, der dänische König Friedrich IV. und Zar Peter I., der Große, einander Unterstützung gegen Schweden versprachen. Die Gelegenheit schien günstig: Karl XII. war 15 Jahre alt, als er 1697 den schwedischen Thron bestieg, da sollte es mit vereinten Kräften zu schaffen sein, Schwedens Macht zu brechen. Der Däne klagte dynastische Rechte in Schleswig-Holstein ein, der Wettiner wollte für die Krone Polens Est- und Livland haben, und dem Zaren war es darum zu tun, an der Ostsee festen Fuß zu fassen.

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Doch das erste Kriegsjahr hätte für den Monarchenbund kaum unglücklicher verlaufen können: Im Februar 1700 scheiterte der Versuch sächsischer Truppen, Riga, die Hauptstadt Livlands, den Schweden zu entreißen, ein Halbjahr später schied der dänische König (um die Zerstörung Kopenhagens abzuwenden) aus dem Bündnis aus, und als Peter, der zuvor mit dem Sultan hatte Frieden schließen wollen, im November endlich so weit war, den Kampf aufzunehmen, stand er der schwedischen Militärmacht allein gegenüber. Vor Narwa erlitt er, der im Krieg den Hebel aller Reformen sah, seine erste schwere Niederlage. Sein großer Gegner, der Schwedenkönig, erwies sich als erstaunlicher Feldherr.

Mitten im Winter fällt Karl XII. mit seinem Heer in Russland ein

Was der Zar danach gewinnen konnte – Ingermanland und die Newa-Mündung, wo seit 1703 unter unsäglichen Opfern die neue Hauptstadt St. Petersburg heranwuchs –, das blieb noch lange ungesichert. Um St. Petersburgs willen war er entschlossen, »sein Reich und Cron auf die Spitze des wanckelbaren Glücks« zu setzen. 1704 wurden Narwa und Dorpat eingenommen, die eroberten Landstriche verwüstet und Tausende von Menschen deportiert. Doch aus Riga und Reval, den wichtigsten Hafen- und Festungsstädten im Baltikum, konnten die Schweden nicht vertrieben werden. Auch der Versuch, sich im Herzogtum Kurland, einem Lehnsstaat der polnischen Krone, festzusetzen, wurde im Juli 1705 abgebrochen.

Unterdessen hatte der schwedische König, schon von der Aureole eines jugendlichen Kriegsgottes umweht, die sächsischen Truppen in Polen vor sich hergetrieben. 1704 ließ er von einer polnischen Adelsfraktion August den Starken für abgesetzt erklären und den Magnaten Stanisław Leszczyński zum König wählen. Um den Wettiner vor der Katastrophe zu retten, reichten die Mittel des Zaren nicht aus. Zwei Jahre später wurde Kursachsen von den Schweden besetzt und August gezwungen, der Krone Polens »auf ewig« zu entsagen.

Nach diesem Sieg blieb vorerst ungewiss, wohin sich Karl XII. wenden würde. Nicht auszuschließen war, dass es ihn reizen könnte, auf jenem zweiten großen Kriegstheater seinen Ruhm zu mehren, auf dem die europäischen Großmächte, Österreich und Frankreich voran, gerade den Kampf um das spanische Thronerbe austrugen. Vom aufständischen Ungarn über Italien bis nach Portugal gab es damals kaum ein Land, das von den Lasten und Schrecken dieses Krieges verschont geblieben wäre.

Doch der König von Schweden spürte, wo die größte Gefahr für sein Reich lauerte. Im Winter 1707/08 fiel er mit seinem Heer in Russland ein. Ende Januar wurde Grodno erreicht, dann der Weg über Wilna in Richtung Minsk forciert. Dort wartete die Armee das Ende der Schlammperiode ab.

Im Laufe des Jahres entschloss sich der König, nicht nach Moskau vorzustoßen, sondern zunächst nach Süden in die Ukraine zu ziehen. Für diese Entscheidung sprachen viele Gründe, allen voran die Sorge um die Versorgung der Truppen, denn der direkte Weg nach Moskau hätte durch Landstriche geführt, die Peter hatte verwüsten lassen.

Als der gewaltige Tross der schwedischen Armee Anfang Oktober 1708 in der Bataille bei Lesnaja (nahe Mogilew in Weißrussland) verloren ging, war die Operationsfähigkeit des Königs gefährdet. Dafür fand er einen neuen Bundesgenossen: den bejahrten Hetman der Dnjepr-Kosaken, Iwan Mazepa. Ende Oktober ging Mazepa ins schwedische Lager über.

Der Zar hatte ihm von Jugend an vertraut – umso grausamer traf ihn Mazepas Verrat. Peter befahl sogleich, die Festung Baturin, den Sitz dieses »zweiten Judas«, im Sturm zu nehmen, die Stadt samt allen Vorräten niederzubrennen, die Verteidiger, und was sich sonst noch regen mochte, zu erschlagen oder hinzurichten. Ähnliches geschah mit den Wohn- und Festungsplätzen der Saporoger Kosaken am Unterlauf des Dnjepr, die Mazepa folgten und im März 1709 vom Zaren abfielen.

Karl indes schöpfte neuen Mut. Im April wurde Poltawa, das dem zarentreuen Kosakenoberst Aleksej Kelin unterstand, von den schwedischen Truppen eingeschlossen. Doch die nur aus Wällen und Palisaden bestehende Festung zu stürmen wagten sie nicht. Währenddessen rückten die Hauptkräfte Peters heran. Die militärische Entscheidung war nun nicht länger aufzuschieben.

24.000 Schweden standen weit mehr als 40000 Russen gegenüber. Die Überlegenheit der Zarenarmee an Material war noch gewaltiger: 74 Kanonen gegen vier letzte Geschütze, die noch feuern konnten. Wenige Werst von Poltawa entfernt ließ Peter einen doppelten Riegel befestigter Schanzen (Redouten) bauen und markierte damit die Frontlinie, von der aus der Angriff geführt werden sollte.

Karl war in Sorge, der Zar könnte weitere Truppen heranführen. In der Nacht zum 8. Juli griffen die Schweden an, wurden zurückgeschlagen und schließlich, im Laufe des Vormittags, von den Russen umzingelt. Die schwedische Front brach zusammen, die Soldaten suchten ihr Heil in der Flucht.

Es war eine Metzelei gewesen, die Schweden verloren an Gefallenen fast 7000 Mann, die Russen um die 1500. Karl XII., am linken Fuß verwundet, hatte von der Krankenbahre aus kommandiert. Jetzt floh er mit Mazepa und einigen Hundert Reitern nach Bender in Bessarabien (heute Moldawien) und fand dort unter dem Schutz des Sultans Asyl. Der Hetman überlebte die Flucht nur um wenige Monate; er starb am 2. Oktober 1709 in Bender.

Für die Reste des erschöpften Heeres unter Graf Adam Ludwig Lewenhaupt war die Lage verzweifelt, schließlich kapitulierte er in aller Form. An die 15.000 Schweden, darunter Staatskanzler Graf Karl Piper, Feldmarschall Graf Karl Gustav Rehnskiöld und zahlreiche Generäle, gingen in Gefangenschaft. Bei den Siegesfeiern im Dezember 1709 wurden sie samt den erbeuteten Fahnen und Standarten im Triumphzug durch das illuminierte Moskau geführt.

Der Zar hatte erreicht, was er wollte. 1710 eroberte er auch noch Riga und Reval. August der Starke durfte sich wieder König von Polen nennen, ein König von Peters Gnaden. Dänemark bot sich erneut als Bündnispartner an, gefolgt von Preußen unter Friedrich Wilhelm I., dem Soldatenkönig. Europas neue Großmacht im Osten hieß Russland.

Trotz alledem gab Karl XII., wie stets introvertiert und eigensinnig, den Krieg noch nicht verloren. Von Bender aus wies er alle Friedensfühler des Zaren in der Erwartung zurück, dass die antirussische Partei an der Hohen Pforte obsiegen und eine osmanische Streitmacht ihm Luft verschaffen könnte. Da entschied sich der Zar für ein Spiel von höchstem Risiko: für den Krieg gegen die Türken. Im Winter 1710/11 zog er Truppen zusammen, die im Frühjahr den Dnjestr überschritten. Mit den von Konstantinopel abhängigen Fürsten der Moldau und der Walachei unterschrieb er Schutzverträge. In flammenden Manifesten wurden die christlichen Völker des Balkans aufgerufen, sich gegen die Türkenherrschaft zu erheben.

Die Türken zeigen sich gnädig – und lassen den Zaren laufen

Doch diese Hoffnung trog. Am Prut, in der Nähe von Jassy, wurden die russischen Truppen von überlegenen Kräften des Großwesirs Baltadschy Mehmet eingeschlossen. In höchster Bedrängnis ließ Peter Ende Juli 1711 im türkischen Feldlager den Friedensvertrag unterzeichnen – unter Bedingungen (Rückgabe Asows, Schleifung einiger Festungen, Nichteinmischung in polnische und krimtatarische Angelegenheiten), die nach Lage der Dinge maßvoll zu nennen waren.

So folgte dem Sieg von Poltawa das »Wunder am Prut«. Schwer zu sagen, warum der Sultan den Zaren ziehen ließ. Karl XII. war um eine Hoffnung ärmer. Im November 1714 kehrte er in einem sagenhaften Gewaltritt von Adrianopel über Budapest nach Norden zurück, in das von Dänen belagerte schwedische Stralsund; 16 Tage war er unterwegs. Ein Jahr später tauchte er wieder in Schweden auf. 1718 starb der 36-jährige Monarch, wie er gelebt hatte: im Felde. Auf dem Kriegszug gegen die Dänen in Norwegen traf ihn in einem Schanzengraben vor der Festung Fredriksten beim Hafenstädtchen Halden eine Kugel.

Mit Karls Tod endet Schwedens Geschichte als Großmacht – ein historischer Wendepunkt, der im Lande unvergessen ist und immer wieder Stoff für Bücher bietet. Die auflagenstärkste Schlachtengeschichte, die zum Jubiläum auch auf Russisch und Ukrainisch erscheint, hat Peter Englund geschrieben, der Sekretär jener Akademie, die über den Nobelpreis für Literatur entscheidet. Zudem gibt es in Stockholm den Verein Carolus Rex Revivat unter dem Vorsitz eines pensionierten Generals; er lädt dazu ein, die Route des Königs durch Rumänien, Ungarn, Österreich und Deutschland von Neuem abzureiten.

Doch während man in Schweden friedlich, sachlich, touristisch bleibt, sieht es in Russland und in der Ukraine ganz anders aus: Hier ist die Erinnerung an Poltawa ein Politikum.

Schon das zarische Russland hatte es an Zeichen stolzen Gedenkens nicht fehlen lassen. Poltawa ist mit Geschichte vollgestellt. Zum 100-Jahres-Jubiläum der Schlacht 1809 wurde dort eine monumentale Siegessäule errichtet. Kurz zuvor hatte der Ort den Status einer Gouvernementsstadt erhalten, der ihm eine diesem Rang angemessene architektonische Grundausstattung brachte: öffentliche und private Gebäude im klassizistischen Stil, Parkanlagen, Ringstraßen.

Der 200. Jahrestag des Sieges dann wurde – nach der Kriegsniederlage gegen Japan und den Revolutionswirren von 1905 – besonders aufwendig begangen. Zar Nikolaus II., von Ministerpräsident Peter Stolypin begleitet, erschien an den Gedächtnisorten, um die Toten zu ehren und zahlreiche Gedenkstätten einzuweihen, darunter die »Weiße Rotunde«, ein bezauberndes Aussichtsplateau an der Stelle, wo sich einst die alte Festung befand. Im selben Jahr wurde ein Museum zur Geschichte der Schlacht gestiftet, davor steht heute Zar Peter in voller Lebensgröße.

Schwer vorherzusagen, wie die 300-Jahr-Feiern in diesem Sommer verlaufen werden. Seit 1991 liegt Poltawa auf dem Territorium der unabhängigen Ukraine, und Präsident Wiktor Juschtschenko persönlich hat sich vorbehalten, das Programm zu bestimmen. Wie ein Dekret vom Frühjahr 2008 belegt, soll das Jubiläum Anlass sein, die Schlacht als Zeugnis für das politische und militärische Bündnis zwischen der Ukraine und Schweden vorzuführen: für eine 300-jährige Sonderbeziehung, die Hetman Mazepa und Karl XII. gestiftet haben; einige nationalukrainische Exegeten verfolgen diese Allianz bis in die Normannenzeit zurück. Die schwedischen Reaktionen auf solche Art manipulierter Geschichtspolitik fielen nicht unfreundlich, aber verhalten aus. Immerhin war am 1. Oktober vergangenen Jahres, als in Kiew eine historische Ausstellung zum Thema eröffnet wurde, das schwedische Königspaar zugegen.

Die Feierlichkeiten stehen so ganz im Zeichen einer Mazepa-Renaissance, jenes Hetmans, der, von Peter geächtet, von der Moskauer Kirche verflucht, zu einer Zentralfigur ukrainischen Nationalbewusstseins geworden ist. Seit Jahren ist das Konterfei des Hetmans auf den 10-Hryvnja-Geldscheinen zu sehen. Nun aber werden Straßen nach ihm benannt, Konferenzen zur internationalen Mazepa-Forschung abgehalten und Baturin, einstige Residenz des Hetmans, zum Landsitz des Präsidenten ausgebaut. Überdies entstand ein aufwendiger Historienfilm (Ein Gebet für den Hetman), der auch die amerikanischen und kanadischen Ukrainer erreichen soll. An der Reaktion der drei zerstrittenen orthodoxen Kirchen, die es in der Ukraine gibt, wird abzulesen sein, inwieweit es ihnen gelingt, die grenzüberschreitende Einheit der »heiligen Rus« zu repräsentieren. Bei Aleksej II., dem inzwischen verstorbenen Oberhaupt der Moskauer Kirche, hatte sich Juschtschenko indes vergeblich bemüht, die Aufhebung des Banns gegen Mazepa zu erreichen.

Vor wenigen Wochen, am 20. März, dem 370. Geburtstag des Hetmans, war der Präsident in dessen Heimatdorf und erklärte, dass es Zeit sei, »mit dem Mythos des Verrats endlich Schluss zu machen«. Unter Führung dieses großen Mannes sei die Ukraine vereinigt worden und »als ein Land europäischer Kulturtradition« aufgeblüht. In Kiew legte der Präsident einen Kranz vor dem neu errichteten Mazepa-Denkmal nieder. Im April stiftete er einen Verdienstorden, das Iwan-Mazepa-Kreuz, ein Vorgang, der in Moskau nichts als hämische Kommentare weckte. Dort kennt man den zwielichtigen »Verräter« aus Puschkins berühmtem Poem Poltawa, das Tschaikowski als Vorlage für seine 1884 uraufgeführte Oper Mazeppa nutzte. Der Plan, auf dem Schlachtfeld Statuen von Mazepa und Karl XII. aufzustellen, wurde als blanker Hohn empfunden. Russlands Botschafter in Kiew, Wiktor Tschernomyrdin, soll die Idee mit der Errichtung einer Hitler-Statue in Stalingrad verglichen haben.

Putin verlangt von der Ukraine, das Jubiläum gemeinsam zu begehen

Nach alledem ist unwahrscheinlich, dass Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew Anfang Juli nach Poltawa kommen könnte. Sein Vorgänger Wladimir Putin hatte im vergangenen Jahr während des Gas-Streits von Juschtschenko verlangt, das Jubiläum gemeinsam zu begehen. Doch alle Gespräche darüber sind missglückt. So haben denn in Moskau, St. Petersburg und andernorts die Sieges- und Jubiläumsfeiern schon begonnen: Ausstellungen, Konferenzen und Festschriften unter Mitwirkung schwedischer Historiker. Auch wird demnächst ein monumentales Skulpturenensemble, das Zurab Tsereteli, der Präsident der Russischen Akademie der Künste, der Schlacht gewidmet hat, in Moskau enthüllt. Ob der geplante Autokorso Moskau – Poltawa – Moskau glimpflich verläuft, ist zu hoffen.

Was in Poltawa selbst geschehen wird, bleibt abzuwarten. Unvorstellbar, dass russisches Militär in historischen Uniformen – wie 1909 – die Schlacht auch diesmal an Ort und Stelle nachspielen könnte. In dieser am Tourismus interessierten Stadt (die etwa 340.000 Einwohner zählt) trat kürzlich ein neuer Bürgermeister sein Amt an. Anders als der alte unterstützt er die auf scharfe Abgrenzung von Russland bedachte Ministerpräsidentin Julija Timoschenko. Am 8. April wurde gemeldet, die örtlichen Behörden hätten es abgelehnt, Karl XII. und Mazepa auf Denkmalssockeln neben Peter den Großen zu stellen. Nun sollen die beiden an der Stelle platziert werden, wo sie im Juli 1709 dem Zugriff der Russen entkamen.

Noch zeigen etliche Straßen der Stadt die Namen aus der Sowjetzeit. Zwar gibt es nach Kiewer Muster inzwischen eine »Straße der Unabhängigkeit« (maidan nezaleshnosti), und eine Klosterstraße gibt es auch, doch von Lenin, Kujbyschew, Frunze, ja auch von Karl Liebknecht, Clara Zetkin und Rosa Luxemburg hat man sich bisher nicht getrennt. Zu dieser prekären Koexistenz multipler Erinnerungen gehört nicht zuletzt die deutsche Besetzung Poltawas im Ersten und im Zweiten Weltkrieg.

Auch deshalb ist es gut zu wissen, dass Studierende der Geschichte aus Freiburg und Poltawa in diesem Sommersemester dabei sind, am Beispiel der Schlacht von 1709 »die nationale und europäische Identitätssuche der Ukraine seit 1991« in kritischer Absicht zu erkunden. Nicht zuletzt hat die 1988 geschlossene Partnerschaft zwischen Poltawa und dem württembergischen Trio Leinfelden-Echterdingen, Ostfildern und Filderstadt zum Jubiläum beigetragen: durch eine gemeinsam von schwedischen, finnischen und ukrainischen Autoren sorgsam gestaltete Webseite zur Stadtgeschichte, die im Internet unter dem Stichwort »Poltawa-Schlacht« unschwer zu finden ist.

Der Autor ist Professor (em.) für osteuropäische Geschichte an der Universität Tübingen