Autotest Der Wagen der Zukunft

ZEIT-Redakteur Stephan Lebert fährt VW Passat Trendline Blue TDI 2.0. Der Wagen kann viel. So viel, dass man nervös wird

Mit Harnstoff in die Zukunft. Der Passat Blue TDI erfüllt heute schon die Euro-6-Norm

Mit Harnstoff in die Zukunft. Der Passat Blue TDI erfüllt heute schon die Euro-6-Norm

Es gibt Momente, da kreuzen sich alte und neue Welten. Es war eines Nachts in Berlin, mein alter Wagen machte ein noch lauteres Geräusch als sonst und blieb stehen. Nichts ging mehr, schon gar nicht beim Schalten. Ich schob mein Auto mit letzter Kraft in eine Parklücke und orderte am nächsten Morgen einen Abschleppdienst samt Mechaniker. Der Mechaniker hat sein Büro in einem Wohnwagen. Die Werkstätte ist eher alternativ, die Leute sind tätowiert und freundlich, viele tragen Ringe in den Ohren. Der Mechaniker sagte, oh, oh, das sehe schlecht aus, entweder sei die Kupplung kaputt oder das Getriebe. Kupplung koste sechshundert Euro, Getriebe fünftausend. Könne man erst genau sehen, wenn der Wagen zerlegt sei. Okay, sagte ich.

Zufälligerweise wurde in diesen Tagen mein neuer Testwagen geliefert. Ein Passat. Oder besser: ein Passat Trendline Blue TDI 2.0. Dieser Wagen soll die Zukunft sein, denn es ist ein unglaublich umweltfreundlicher Diesel, der schon heute alle Schadstoff-Euro-Normen erfüllt, die erst im Jahr 2014 Vorschrift sein werden. Leider merkt man beim Fahren nichts von diesem Wunder, vielleicht sollten die Autobauer mal darüber nachdenken, wie man Umwelttechnik sinnlich darstellen kann.

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Um mehr über den Passat zu erfahren, las ich den Testbericht der Zeitschrift Auto, Motor und Sport . Da ist von »zusätzlicher Harnstoff-Einspritzung« und einem »Technik-Feuerwerk« die Rede, und da steht: »Durch eine neue Software stieg die Leistung um drei PS.« Als ich dies las, läutete mein Handy. Also, sagte der Mechaniker im Wohnwagen, schlechte Nachrichten, Kupplung und Getriebe seien kaputt, aber, gute Nachricht, er könne ein Getriebe auf eBay ersteigern, komme zusammen auf 1800 Euro. Okay, sagte ich. Und ich fuhr weiter mit meinem Zukunftswagen.

Der Passat ist schnell und stark, und er kann wirklich viel, manchmal ein bisschen zu viel. Er piepst sehr laut, wenn der Beifahrer sich nicht sofort anschnallt, er piepst sehr laut beim Einparken. Und er hat ein bisschen viel Technik beim Anlassen, der Starterknopf ist etwas kompliziert. Man wird zuweilen leicht nervös in dem Wagen, aber vielleicht mag man das ja in Zukunft so. Irgendwann holte ich meinen alten Wagen wieder ab und war ganz froh, dass er technisch fast nix kann. Das eBay-Getriebe fährt sich übrigens spitzenmäßig, was ja irgendwie auch was Modernes hat.

Technische Daten
Motorbauart: 4-Zylinder-Dieselmotor Leistung: 105 kW (143 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 9,9 s
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
CO2-Emission: 137 g/km
Durchschnittsverbrauch: 5,2 Liter
Basispreis: 29.225 Euro

 
Leser-Kommentare
  1. Hier kommt also der erste Diesel-Passat, der wegen seines geringen Schadstoffaustoßes eine US-Zulassung bekäme. Alle bisherigen sind solche Umweltverschmutzer, dass sie in USA nicht zulassen sind. Über das Ergebnis mag man sich freuen. Aber es lohnt nicht, deshalb Luftsprünge zu machen.
    Die Kritik an den Diesel-PKWs gilt natürlich auch für Audi, BMW, Mercedes, Opel und inzwischen auch Porsche.

  2. Welchen Wert hat dieser Artikel, von der Werbung mal abgesehen?

    Das räsoniert ein offensichtlich unbeholfener Laie (was Auto und Technik angeht) über einen Mittelklassediesel-PKW, dessen ausgefeilte Technik das Endstadium des mit fossilen Brennstoffen betriebenen Fahrzeuges ankündigt. Mithin kein Auto der Zukunft, sondern eher ein Fossil alter Technologie.

    Das ist nicht das Niveau das ich in der ZEIT erwarte. Schade.

  3. Was wurde denn nun getestet - ein besonders umweltfreundliches Automobil, das sogar heute schon zukünftige Normen erfüllt (mit welcher Technik, was hat diese Technik für Auswirkungen auf die Handhabung, gibt es Erfahrungswerte vielleicht aus den dem Ausland (Kalifornien), gibt es Alternativlösungen um zu solch umweltfreundlichen Ergebnissen zu gelangen, usw.) - oder aber die Möglichkeut, eine Spalte inhaltsleer füllen zu können und sich dabei eBay-modern vorzukommen?

    Für einen ZEIT-Artikel wahrlich unglaublich ...

  4. 4. *???*

    Ähm... Worum geht's eigentlich in dem Artikel?!

    Das Einzige, was sich diesem entnehmen lässt, ist, dass der Redakteur einen Getriebeschaden hatte und der ,,neue" Passat piepst - wahnsinnig gehaltvoll, also!

    • Zack34
    • 28.05.2009 um 11:18 Uhr

    Der Artikel ist dermaßen nichtssagend, ja quasi ein laues Frühlingslüftchen,
    das da zwischen den Ohren weht...

    DIE neue ZEIT ...

  5. Mannomann, ich fahre schon seit Dezember 2006 einen Passat Variant TDI, der auch jede Menge kann, wahrscheinlich sogar mehr als der "getestete" Wagen der untersten Ausstattungsvariante, und mir ist noch nicht das Hirn kollabiert bei soviel Technik!!!
    Ich werde auch nicht jedes Mal nervös, wenn ich den genial einfachen Zündschlüssel zwei Stufen weit ins Armaturenbrett drücke, um den Wagen zu starten. Ich schaue auch nicht mehr hin, ob das nachleuchtende Scheinwerferlich denn auch tatsächlich nach der von mir selbst programmierten Zeit ausgeht. Und dann gibt es da ja noch diese Kombination aus Radio, CD-Wechsler und Navigationsgerät, mit Bedienelementen im Lenkrad, mit denen man sogar noch ein Mobiltelefon und den Bordcomputer bedienen kann!
    Und man soll´s nicht glauben, trotz des ganzen Klimbims kann man mit so einem Wagen ganz normal fahren! Einfach reinsetzen, anschnallen (sonst piept es ja so ganz nervig...), starten, Blinker setzen, Schulterblick, losfahren.
    Wenn ich aber diesen "Artikel" lese, muss ich mich echt fragen, ob ich nicht schon längst für die Arbeit auf der ISS qualifiziert bin, wo ich doch so problemlos mit diesem Auto klar komme. Und dann erst mein PC, mein Fernseher, mein Mobiltelefon, meine Digitalkamera, meine Spielekonsole, meine Spülmaschine, usw... Also dann: ISS, ich komme!
    Willkommen im 21sten Jahrhundert, Herr Lebert!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    auch durchschnittlichere Leute wie ich. Ich kann - und will - all die komplizierte Technik nicht. Mir macht das einfach keinen Spaß, ist das zu komplex. Gut, ich fahre nur 2500 Km Auto im Jahr - wozu dann all die vielen Knöpfe kennen (weiß z.B. nicht so recht, wie ich den cd-Player im Auto an - und aus bekomme, habe noch nie eine SMS versendet (obwohl ich mittlerweile vier Handies habe). Auch bei Handys sind mir die einfachen Geräte am liebsten. Gleichwohl schätze schon auch ich den einen oder anderen Komfort und kann das eine oder andere Gerät dann manchmal schon bedienen. Klar, würde ich jeden Tag eine Stunde im Auto verbringen, würde sich die Beschäftigung mit all dieser Technik schon lohnen und sich diese auch rentieren.

    Komplexere Entscheidungen muss man ja fast schon beim Einkaufen gewöhnlicher Dinge in der Kaufhalle, zumal in einer großen, treffen. Da gibt es sicher auch genau das, was man selbst besonders gern mag, man muss da aber schon auch ein Weilchen Zeit damit verbringen, das herauszufinden und immer wieder aufzufinden, zumal man dort ja auch gern mal die Anordnung der Regale ändert (oder man eben in einer anderen Kaufhalle ist).

    Es scheint also doch Leute zu geben, denen weniger quasi mehr ist, zumal wenn man beruflich geistig auch noch stärker ge- (bis über-)fordert ist, was so selten wohl auch nicht der Fall ist - und was im 21igsten Jahrhundert - für die Arbeitenden - wohl fast schon die Regel ist.

    auch durchschnittlichere Leute wie ich. Ich kann - und will - all die komplizierte Technik nicht. Mir macht das einfach keinen Spaß, ist das zu komplex. Gut, ich fahre nur 2500 Km Auto im Jahr - wozu dann all die vielen Knöpfe kennen (weiß z.B. nicht so recht, wie ich den cd-Player im Auto an - und aus bekomme, habe noch nie eine SMS versendet (obwohl ich mittlerweile vier Handies habe). Auch bei Handys sind mir die einfachen Geräte am liebsten. Gleichwohl schätze schon auch ich den einen oder anderen Komfort und kann das eine oder andere Gerät dann manchmal schon bedienen. Klar, würde ich jeden Tag eine Stunde im Auto verbringen, würde sich die Beschäftigung mit all dieser Technik schon lohnen und sich diese auch rentieren.

    Komplexere Entscheidungen muss man ja fast schon beim Einkaufen gewöhnlicher Dinge in der Kaufhalle, zumal in einer großen, treffen. Da gibt es sicher auch genau das, was man selbst besonders gern mag, man muss da aber schon auch ein Weilchen Zeit damit verbringen, das herauszufinden und immer wieder aufzufinden, zumal man dort ja auch gern mal die Anordnung der Regale ändert (oder man eben in einer anderen Kaufhalle ist).

    Es scheint also doch Leute zu geben, denen weniger quasi mehr ist, zumal wenn man beruflich geistig auch noch stärker ge- (bis über-)fordert ist, was so selten wohl auch nicht der Fall ist - und was im 21igsten Jahrhundert - für die Arbeitenden - wohl fast schon die Regel ist.

  6. Auto der Zukunft, neueste Technologien. Eine absolute Farce der Werbung, die sich Unwissende aufs Auge drücken lassen.

    Alles wo Verbrennungsmaschine drin ist und sei es nur als hybrider Generator, ist im Grunde veraltet. Es gibt nichts wirklich neues mehr auf dem Sektor. Kann es auch garnicht. Die Art der Energieumsetzung ist einfach zu schlecht - 100 Jahre Entwicklung haben es nicht über einen realen Wirkungsgrad von max. 25% geschafft (Laborwerte können höher sein sind aber im realen Leben unerreichbar - wie theoretische Datentransferraten in Netzwerken).

    Der Elektromotor beginnt, bei ganz ganz schlechten Maschinen, bei realen 80%. Was noch fehlt sind effektive, schnelle, ökologisch und ökonomisch günstige Speicher. Aber wenn 100 Jahre Geld in diese Technologien geflossen wäre hätten wir wahrscheinlich kWh-Speicher in der Größe von AA-Zellen mit einer Ladezeit von <10 Minuten.

    Mag ja sein, dass diese Art des Energietransports - als Flüssigkeit - noch ganz in Ordnung ist. Aber modern ist anders und seine Ablöse ist nur eine Frage der Zeit und vor allem des Willens.

    Und wem das nervige Dröhnen des Verbrennungsmotors fehlt der soll sich eine kleine Elektronik mit einem Horn und einer USB-Schnittstelle ins Auto einbauen. Dann kann er sich jedes beliebige Motorengeräusch aufzeichnen, einspielen und per Soft- oder Hardware an die Drehzahl/Geschwindigkeit/Leistungsabgabe des Elektromotors koppeln. Kein Mensch wird den Unterschied merken.

  7. und mich dann anders entschieden.

    Ich fand das Auto einfach sehr laut. Es ist halt ein nagelnder Diesel. Der Umgang mit Diesel an der Tankstelle ist eher etwas unagenehm im Vergleich zum Umgang mit Benzin. Der CO²-Ausstoß ist nicht gerade weltbewegend niedrig.

    Ich habe mich dann für einen Prius entschieden. Der ist Welten leiser, was in verkehrsberuhigten Zonen zum Problem werden kann, man hört das Auto einfach nicht. Der CO²-Ausstoß ist deutlich geringer. Man muss nicht mit Diesel rumhantieren. Man hat mehr Drehmoment (452 Nm).

    Allerdings hat der Prius noch mehr Piepser und auch Einstellmöglichkeiten als der Passat. Man muss sie allerdings nicht benutzen sondern kann auch sehr einfach mit dem Auto fahren, übrigens sehr viel einfacher als mit dem Passat. Und den Schlüssel muss man da auch nirgens einstecken, dank Smart-Key-System reicht es, ihn in der Jackentasche oder in der Aktentasche zu haben.

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