Gesundheitswesen Harte Schnitte

Warum es wichtig ist, in der Medizin Prioritäten zu setzen

Die Prioritäten im Krankenhausalltag sind klar gesetzt: Die Akutversorgung von Patienten ist wichtiger, als die Langzeitversorgung chronisch Kranker

Die Prioritäten im Krankenhausalltag sind klar gesetzt: Die Akutversorgung von Patienten ist wichtiger, als die Langzeitversorgung chronisch Kranker

Auf eines ist in Deutschland Verlass: Stellt jemand die allumfassende Krankenversorgung infrage, folgt ein Sturm der Entrüstung. So war es auch nach dem Auftritt des Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, vergangene Woche auf dem Deutschen Ärztetag. Dort hatte der hagere Mann unerhörterweise einmal mehr Verteilungsgerechtigkeit durch Priorisierung gefordert. Die Krankenkassen sollten nicht mehr alles erstatten, sondern nur noch solche medizinischen Behandlungen, die dringend, wichtig und kosteneffizient seien – den Rest müssten die Patienten in Zukunft selbst berappen.

Das saß. Politiker, Krankenkassenvertreter und selbst Ärzte schimpften über eine »Politik der sozialen Ausgrenzung«, nannten die Forderung »einen Irrweg« und »menschenverachtend«. Es waren die üblichen, naiven Reaktionen. Denn die Prioritätensetzung ist längst Alltag.

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Krebskranke Kinder erfahren mehr Aufmerksamkeit und erhalten mehr Mittel für die psychologische Betreuung als herzkranke Kinder. Die Akutversorgung von Patienten wird wichtiger genommen als die Langzeitversorgung von chronisch Kranken. Und in einer aktuellen Umfrage unter 1000 Intensivstationen sagten 67 Prozent der Befragten aus, dass es bereits heute Rationierungen gebe. »Über feste Regeln zum Begrenzen oder Abbrechen einer Therapie verfügen jedoch die wenigsten Kliniken«, heißt es in dem Report.

Genau diese Regeln sind dringend geboten. Nun darf dem Ärztekammerpräsidenten unterstellt werden, dass er nicht nur eine gerechtere oder bessere Gesundheitsversorgung im Blick hatte, sondern vor allem die schwindenden Einkünfte der niedergelassenen Kollegen – dennoch hat der Arzt recht. In der moralischen Fixierung auf das Wort »Priorisierung« war eine wichtige Passage seiner Rede untergegangen. In der forderte Hoppe die Einrichtung eines Gesundheitsrates, »in dem Ärzte gemeinsam mit Ethikern, Juristen, Gesundheitsökonomen, Theologen, Sozialwissenschaftlern und Patientenvertretern Empfehlungen für die Politik entwickeln, wie es zu einer gerechteren Verteilung der knappen Mittel kommen kann«.

Das wäre eine sinnvolle Lösung, wie sie etwa auch dem amerikanischen Ethiker Norman Daniels vorschwebt. Er plädiert in seinem Buch Just Health für eine gerechte Verteilung begrenzter Ressourcen, wobei die Entscheidungsträger über die Vernünftigkeit und Zumutbarkeit ihrer Entscheidungen öffentlich Rechenschaft ablegen sollen.

Noch steckt viel Sparpotenzial in effizienteren Strukturen des Gesundheitswesens. Aber irgendwann werden die alternde, kränkelnde Gesellschaft und der medizinische Fortschritt diese Reserve aufgebraucht haben. Spätestens dann werden harte Schnitte notwendig und eine transparentere Verteilung der Mittel mit öffentlicher Teilhabe im Gesundheitswesen unausweichlich.

Diese Art der Demokratisierung der Medizin aber könnte für den Ärztekammerpräsidenten eine unangenehme Nebenwirkung zeitigen. Denn schließlich kann Priorisierung auch heißen, dass Deutschland künftig mit sehr viel weniger Ärzten auskommen möchte.

 
Leser-Kommentare
  1. Egal wie sich die Demographie verändert die medizinische Vollversorgung ist immer möglich, und ich persönlich halte es für naiv zu denken die Entwicklung der nächsten 50 Jahre prognostizieren zu können wenn man sich die Vergangenheit anschaut wo sich auch sogut wie alle Annahmen als falsch entpuppt haben.
    Verhaltensfragen tun sich sicherlich auf. Es ist lang bekannt dass in industrialisierten Ländern ein Großteil der Kosten im Gesundheitssystem auf Pharmazeutika entfällt. Gleichzeitig gibt es hier Profitgier in der Pharmabranche die sich allerlei einfallen lassen um Geld aus dem Gesundheitssystem zu ziehen was aber eher für Werbegeschenke, Pharmavertreter oder Dividenden der Pharmakonzerne genutzt wird als für irgend einen Patienten. Zum anderen wird ein Großteil der Pillen eh nie eingenommen sondern nach Verfallsdatum weggeschmissen. Hier müssten schlicht und ergreifend kleinere Packungen verschrieben werden. Dazu muss dann auch irgendwas an den Zuzahlungen gemacht werden, sonst bleibt es attraktiv für Patienten sich möglichst große Packungen verschreiben zu lassen. Entweder weil bei einer zu kleinen Packung ein erneuter Gang zur Apotheke und eine erneute Zuzahlung fällig wird, oder weil man einfach "möglichst viel aus dem System herausholen will für sein Geld". Und dann gibt es die Leute die aus Prinzip keine Pillen schlucken, das nennt man dann mangelnde "Therapietreue". Was der Gesundheit dieser Patienten in vielen Fällen auch erheblich schaden dürfte - ein Beispiel wo eine Optimierung also auch der Gesundheit nützen würde, indem man die Patienten davon überzeugt die Arznei auch komplett einzunehmen. Dies geht dann auch soweit dass die meisten Resistenzen von Erregern gegen Antibiotika nur daher rühren dass Patienten die Einnahme von Antibiotika vorzeitig abgebrochen haben, dadurch nicht alle Erreger im Körper abgetötet wurden - die Stärksten haben überlebt, und bilden so mit der Zeit Resistenzen. Ein weites Feld also.

    Oder es ist ebenfalls ein Fakt dass die Deutschen viel öfter zum Arzt und in Kliniken gehen als andere Europäer, aber weder gesünder und kränker sind als der Durchschnittseuropäer. Dann die vielen Gerätschaften in jeder kleinen Praxis die ja alle "ausgelastet" werden wollen, da heißt es dann "Frau Müller, wir machen nochmal eben ein EKG" - nur zur Sicherheit natürlich. Und den Patienten kümmert es nicht, er kriegt ja nie eine Rechnung dafür.
    Ich denke wenn man all diese Mißstände beseitigt, dann noch Reformen durchführt wie Ärztehäuser und Gemeinschaftspraxen zu fördern und das Einkommen unter der Ärzteschaft gerechter zu verteilen (es gibt viele Chefärzte und Professoren die Einkommensmillionäre sind! Und es gibt Jungärzte die rund um die Uhr arbeiten und weniger als eine Oberschwester verdienen...) dann kann das Gesundheitssystem zukunftsfest sein, komme was da wolle. Und ja, spätestens der Anpassungsdruck bei steigendem Durchschnittsalter wird auch dazu führen diese Änderungen gezwungenermaßen einzuführen. Aber warum warten? Es bringt doch auch dem Patienten etwas, indem seine Krankenkassenbeiträge kurzfristig etwas sinken und langfristig stabil bleiben könnten.

  2. Bei Regelleistungsvolumina pro Quartal und Patient ist mal eben ein EKG, nur so zur Sicherheit, etwas, dass die Praxis bezahlt und nicht das System. Ca. 30 Prozent aller ärztlichen Leistungen werden unentgeltlich erbracht. Sie werden entweder auf Forderung der Patienten, bestenfalls "Doktor, könnten Sie mal....", schlimmstenfalls unter Androhung von Bildzeitung, oder aber aus Angst vor juristischer Folge, "das hätten Sie aber machen müssen Herr Doktor....", erbracht.
    Leider werden die Patienten nicht mit den Kosten und Folgen ihrer Forderungshaltung konfrontiret oder gar selbst belastet.
    Wir könnten erheblich bessere Medizin erbringen, wenn diese unentgeltlichen Leístungen nicht erbracht würden. Dafür müssten aber Juristen und Politiker einen Weg definieren.
    Die Pharmaindustrie langt in der Tat ganz gut zu, auch die Ersatzteilindustrie. Das macht den Braten aber nicht dick. Selbstbeteiligung, verhaltensabhängig, das wäre gut. Der Dicke bekommt 5% pro BMI-Punkt über 30 auf die Rechnung für die Hüfte angelastet und kann durch Abnehmen seine Selbstbeteiligung selbst steuern. Warum soll die Allgemeinheit den Skiunfall in den Hochalpen bezahlen, oder das Kreuzband des Fußballers. Wer Sport treibt, soll sich absichern. Arbeitsunfälle zahlt ja auch nicht die Allgemeinheit sondern die BG. Eine Reihe solcher Maßnahmen, eine ordentliche Selbstbeteiligung beim Arztbesuch wegen einer Erkältung oder einem Konflikt etc. Das tut not.

    Zur allgemeinen Frage der Priorisierung. Selbstverständlich gibt es die seit Jahren. Promis und Politiker haben Prio 1. Beamte haben Prio 1 und 2. Ich weiß, das ist nicht die Priorisierung, die Herr Prof. Hoppe meint. Aber wie ist das bei 6 Beatmungsplätzen wenn ein siebter Beatmungsfall kommt, sagen wir ein 18-jähriger nach einer Schädelverletzung, Prognose insgesamt gut? Wer bekomt den Platz dann, der 81-jährige Lungenkrebspatient mit schlechter Prognose? Da fällt Priorisierung an. Bei begrenzten Ressourcen muss man halt gucken, wer's bekommt. Oder soll man dem Raucher mit Bronchitis die teuren Dosieraerosole bezahlen? Könnte er doch selbst bezahlen; für die Kippen reicht es ja auch. Und wie ist es mit dem Diabetiker mit einem BMI von 30 im vorletzten Jahr, 32 im letzten Jahr, jetzt 34? Sollte der nicht sein Insulin bezahlen?

    Sicher gibt es Effizienzreserven, aber die liegen mehr auf Seiten der Patienten als auf Seiten der Praxen und Krankenhäuser. Schneller geht nicht mehr. Nur Reduktion der Leistungen kann helfen.

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    Ihre Sachlogik erinnert mich an die der Zeit von 1933-45.

    • Zel
    • 29.05.2009 um 21:14 Uhr

    Wenn Sie über 18 sind, dann bezahlen sie doch das Rettungsfahrzeug inklusive Fahrer und Sanitäterteam zukünftig selbst-für den Privat-Pkw reicht es ja auch.

    Übrigens, weshalb sollen wir Patienten denn überhaupt noch deutsche Ärzte bezahlen? Bei dem, was alles hier gestrichen wird, können uns die Kassen doch gleich per Charterflug in die Länder fliegen, in denen der Patient noch nicht stört. Dort ist für weniger Geld deutlich mehr Behandlung möglich, bei besserer Qualität.

    Deutschlands Ärzte müssen sich über ihr mieses Image auch wirklich nicht wundern-so wie deren Vertreter in der öffentlichen Diskussion auftreten, ist es einfach widerlich.

    Da möchte man ja wünschen, dass die Gerätemedizin derart Fortschritte macht, dass einen bald Roboter diagnostizieren und operieren/behandeln. Dem geldgierigen Ärztemob ist man ja hilflos ausgeliefert.

    Das wie Sie sagen mutmaßliche 30% der "Leistungen" deutscher Ärzte nicht bezahlt werden, liegt vielleicht schlicht daran, dass die am liebsten jeden Pulsschlag einzeln und zum doppelten Satz abrechnen würden.

    Vielleicht sollte sich mancher Doc Hollywood mal überlegen, was passiert, wenn die gnadenlose Geldfixierung der Ärzte gesellschaftsübergreifend wäre? Der Handwerker, der jede Schraube einzeln abrechnet, dazu noch jedes reindrehen der selbigen, jedes Bohrloch, etc.. Die Bäckereifachkraft, die jeden Morgen die Begrüßung des Kunden direkt als "telefonische Beratung" abkassiert. Ach, es wär ja so vieles möglich...

    Ihre Sachlogik erinnert mich an die der Zeit von 1933-45.

    • Zel
    • 29.05.2009 um 21:14 Uhr

    Wenn Sie über 18 sind, dann bezahlen sie doch das Rettungsfahrzeug inklusive Fahrer und Sanitäterteam zukünftig selbst-für den Privat-Pkw reicht es ja auch.

    Übrigens, weshalb sollen wir Patienten denn überhaupt noch deutsche Ärzte bezahlen? Bei dem, was alles hier gestrichen wird, können uns die Kassen doch gleich per Charterflug in die Länder fliegen, in denen der Patient noch nicht stört. Dort ist für weniger Geld deutlich mehr Behandlung möglich, bei besserer Qualität.

    Deutschlands Ärzte müssen sich über ihr mieses Image auch wirklich nicht wundern-so wie deren Vertreter in der öffentlichen Diskussion auftreten, ist es einfach widerlich.

    Da möchte man ja wünschen, dass die Gerätemedizin derart Fortschritte macht, dass einen bald Roboter diagnostizieren und operieren/behandeln. Dem geldgierigen Ärztemob ist man ja hilflos ausgeliefert.

    Das wie Sie sagen mutmaßliche 30% der "Leistungen" deutscher Ärzte nicht bezahlt werden, liegt vielleicht schlicht daran, dass die am liebsten jeden Pulsschlag einzeln und zum doppelten Satz abrechnen würden.

    Vielleicht sollte sich mancher Doc Hollywood mal überlegen, was passiert, wenn die gnadenlose Geldfixierung der Ärzte gesellschaftsübergreifend wäre? Der Handwerker, der jede Schraube einzeln abrechnet, dazu noch jedes reindrehen der selbigen, jedes Bohrloch, etc.. Die Bäckereifachkraft, die jeden Morgen die Begrüßung des Kunden direkt als "telefonische Beratung" abkassiert. Ach, es wär ja so vieles möglich...

  3. 3. Grusel

    Ihre Sachlogik erinnert mich an die der Zeit von 1933-45.

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    führt wirklich in die von Ihnen angeprangerten Verhältnisse. Damals hat man übrigens, nachdem man die Ärzteschaft systematisch dezimiert hat, es waren viele Ärzte jüdischen Glaubens, das Heilpraktikergesetz geschaffen, um eine Minimalversorgung zu etablieren.

    Und vor den Realitäten in der Medizin machen Sie offensichtlich die Augen zu. Das Beispiel mit den Beatmungsplätzen ist nicht unrealistisch.

    führt wirklich in die von Ihnen angeprangerten Verhältnisse. Damals hat man übrigens, nachdem man die Ärzteschaft systematisch dezimiert hat, es waren viele Ärzte jüdischen Glaubens, das Heilpraktikergesetz geschaffen, um eine Minimalversorgung zu etablieren.

    Und vor den Realitäten in der Medizin machen Sie offensichtlich die Augen zu. Das Beispiel mit den Beatmungsplätzen ist nicht unrealistisch.

    • Zel
    • 29.05.2009 um 21:14 Uhr

    Wenn Sie über 18 sind, dann bezahlen sie doch das Rettungsfahrzeug inklusive Fahrer und Sanitäterteam zukünftig selbst-für den Privat-Pkw reicht es ja auch.

    Übrigens, weshalb sollen wir Patienten denn überhaupt noch deutsche Ärzte bezahlen? Bei dem, was alles hier gestrichen wird, können uns die Kassen doch gleich per Charterflug in die Länder fliegen, in denen der Patient noch nicht stört. Dort ist für weniger Geld deutlich mehr Behandlung möglich, bei besserer Qualität.

    Deutschlands Ärzte müssen sich über ihr mieses Image auch wirklich nicht wundern-so wie deren Vertreter in der öffentlichen Diskussion auftreten, ist es einfach widerlich.

    Da möchte man ja wünschen, dass die Gerätemedizin derart Fortschritte macht, dass einen bald Roboter diagnostizieren und operieren/behandeln. Dem geldgierigen Ärztemob ist man ja hilflos ausgeliefert.

    Das wie Sie sagen mutmaßliche 30% der "Leistungen" deutscher Ärzte nicht bezahlt werden, liegt vielleicht schlicht daran, dass die am liebsten jeden Pulsschlag einzeln und zum doppelten Satz abrechnen würden.

    Vielleicht sollte sich mancher Doc Hollywood mal überlegen, was passiert, wenn die gnadenlose Geldfixierung der Ärzte gesellschaftsübergreifend wäre? Der Handwerker, der jede Schraube einzeln abrechnet, dazu noch jedes reindrehen der selbigen, jedes Bohrloch, etc.. Die Bäckereifachkraft, die jeden Morgen die Begrüßung des Kunden direkt als "telefonische Beratung" abkassiert. Ach, es wär ja so vieles möglich...

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    • CB89
    • 29.05.2009 um 22:15 Uhr

    Tut mir leid, aber was sie da behaupten - ich weiß nicht woher sie diese Informationen nehmen - ist planker Populismus!

    Was in Kommentar zwei gesagt wird, mag vielleicht unangenehm klingen und soweit stimme ich ihnen zu, ist auch durchaus nicht mein "Wunschzustand", allerdings sieht so nun einmal eher die Realität aus, als sie sie beschreiben!

    Ihr Bild von "den deutschen Ärzten" scheint mir einer sehr verzerrten Sicht der Dinge entnommen. Ich weiß ja nicht wie sie auf ihr Thesen der geldgeilen und faulen Ärzte kommen, aber mit der Realität hat das sicher nichts zu tun.
    Sicherlich mag es auch hier schwarze Schafe geben, aber wo gibt es die nicht?

    Natürlich verdienen Ärzte absolut gesehen gut, im Verhältnis allerdings verdienen sie eher bescheiden! (Ich rede hier von Ärzten im KH)
    Ich kenne persönlich kaum jemanden der mehr und härter Arbeit als die meisten Ärzte.
    Also Jugnmediziner, ist das Arbeiten in 24Std. schichten keine Seltenheit, und auch als erfahrener Chirurg oder bzw besonders als Chefarzt - der praktisch für jede OP verantwortlich ist- steht man auch gut und gerne mal von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr Abends im OP, wenn es sein muss auch am Stück!
    Arbeiten sie so viel? Finden sie für so eine anstrengende Tätigkeit mehr als 10.000€ im Monat zu viel? Finden sie es angemessen?
    Ich würde sagen, es ist sogar noch eher zu wenig, und verglichen mit anderen Ländern, in denen die Medizin auf einem vergleichbaren Stand ist, sind die Gehälter auch gering!

    Und wenn sie die "günstigeren" Leistungen aus Osteuropa oder sonstwo in Anspruch nehmen wollen - bitte - aber die gleiche Qualität dürfen sie dann wirklich nicht erwarten.

    Auf den Punkt gebracht: Sorry, aber sie haben nicht den leisesten Schimmer!

    Als deutscher Arzt ist man in folgenden Ländern gesuchte Kraft:
    Großbritannien
    Schweiz
    Niederlande
    Frankreich
    Spanien
    Dänemark
    Schweden
    Norwegen
    Warum eigentlich: Deutsche Ärzte gelten als extrem gut ausgebildet und extrem belastbar.

    Warum ist der Vorschlag, ins Ausland zur Behandlung zu reisen, wenig belastbar? Das kann man mal für eine plastische Operation machen, vielleicht auch für einen Zahnersatz oder für eine Augenlaserung. Es geht aber sicher nicht bei Herzinfarkt, Asthmaanfall oder auch für die Erkältung, die sich in eine eitrige Bronchitis wandelt und der Antibiose bedarf. Und wer schreibt z. B. krank, wer bescheinigt für das Versorgungsamt oder die DRV? Wer verschreibt die notwendige Physiotherapie? Wer leitet die Rehabilitation ein, sagen wir nach Hüft-OP? Komme ich mit der neuen Hüfte, sagen wir aus Ungarn, überhaupt in den Flieger, darf ich 2 Stunden bis Hamburg in der Economy-Class sitzen?

    Aber noch mehr Vorsicht: Wie sieht es mit der Garantie aus? Wie sieht es mit Kunstfehlern aus? Wie sieht es mit Kostenerstattung aus? Wie ist die Verständigungsmöglichkeit? Wer macht die Nachuntersuchung und Kontrolle? Medizin ist hochkomplex. Vorsicht.

    • CB89
    • 29.05.2009 um 22:15 Uhr

    Tut mir leid, aber was sie da behaupten - ich weiß nicht woher sie diese Informationen nehmen - ist planker Populismus!

    Was in Kommentar zwei gesagt wird, mag vielleicht unangenehm klingen und soweit stimme ich ihnen zu, ist auch durchaus nicht mein "Wunschzustand", allerdings sieht so nun einmal eher die Realität aus, als sie sie beschreiben!

    Ihr Bild von "den deutschen Ärzten" scheint mir einer sehr verzerrten Sicht der Dinge entnommen. Ich weiß ja nicht wie sie auf ihr Thesen der geldgeilen und faulen Ärzte kommen, aber mit der Realität hat das sicher nichts zu tun.
    Sicherlich mag es auch hier schwarze Schafe geben, aber wo gibt es die nicht?

    Natürlich verdienen Ärzte absolut gesehen gut, im Verhältnis allerdings verdienen sie eher bescheiden! (Ich rede hier von Ärzten im KH)
    Ich kenne persönlich kaum jemanden der mehr und härter Arbeit als die meisten Ärzte.
    Also Jugnmediziner, ist das Arbeiten in 24Std. schichten keine Seltenheit, und auch als erfahrener Chirurg oder bzw besonders als Chefarzt - der praktisch für jede OP verantwortlich ist- steht man auch gut und gerne mal von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr Abends im OP, wenn es sein muss auch am Stück!
    Arbeiten sie so viel? Finden sie für so eine anstrengende Tätigkeit mehr als 10.000€ im Monat zu viel? Finden sie es angemessen?
    Ich würde sagen, es ist sogar noch eher zu wenig, und verglichen mit anderen Ländern, in denen die Medizin auf einem vergleichbaren Stand ist, sind die Gehälter auch gering!

    Und wenn sie die "günstigeren" Leistungen aus Osteuropa oder sonstwo in Anspruch nehmen wollen - bitte - aber die gleiche Qualität dürfen sie dann wirklich nicht erwarten.

    Auf den Punkt gebracht: Sorry, aber sie haben nicht den leisesten Schimmer!

    Als deutscher Arzt ist man in folgenden Ländern gesuchte Kraft:
    Großbritannien
    Schweiz
    Niederlande
    Frankreich
    Spanien
    Dänemark
    Schweden
    Norwegen
    Warum eigentlich: Deutsche Ärzte gelten als extrem gut ausgebildet und extrem belastbar.

    Warum ist der Vorschlag, ins Ausland zur Behandlung zu reisen, wenig belastbar? Das kann man mal für eine plastische Operation machen, vielleicht auch für einen Zahnersatz oder für eine Augenlaserung. Es geht aber sicher nicht bei Herzinfarkt, Asthmaanfall oder auch für die Erkältung, die sich in eine eitrige Bronchitis wandelt und der Antibiose bedarf. Und wer schreibt z. B. krank, wer bescheinigt für das Versorgungsamt oder die DRV? Wer verschreibt die notwendige Physiotherapie? Wer leitet die Rehabilitation ein, sagen wir nach Hüft-OP? Komme ich mit der neuen Hüfte, sagen wir aus Ungarn, überhaupt in den Flieger, darf ich 2 Stunden bis Hamburg in der Economy-Class sitzen?

    Aber noch mehr Vorsicht: Wie sieht es mit der Garantie aus? Wie sieht es mit Kunstfehlern aus? Wie sieht es mit Kostenerstattung aus? Wie ist die Verständigungsmöglichkeit? Wer macht die Nachuntersuchung und Kontrolle? Medizin ist hochkomplex. Vorsicht.

  4. ... darf bei dieser Diskussion nicht fehlen.

    Es sei jetzt dahingestellt ob die deutschen Ärzte wirklich ein raffgieriges Rudel sind, die ihren Lebenssinn darin sehen Patienten abzuzocken und Caprios zu fahren. Darauf oder auf das mögliche egoistische Handeln von Herrn Hoppe möchte ich auch gar nicht eingehen.

    Aber Fakt ist, dass in deutschen Krankenhäusern bei vielen Fällen eine Unterversorgung stattfindet. Seien es Krankenschwestern die angehalten werden Medikamente wie Schmerzmittel stark zu rationieren und eher weniger teure Medizin zu verwenden als die teure besser wirkende, seien es ermüdete Ärzte die im Vergleich mit dem europäischen Ausland überproportional viele Patienten betreuen müssen oder seien es Zeitarbeiter/Praktikanten/Schwesternschüler oder Zivildienstleistende, ohne die das deutsche Gesundheitssystem keine Grundlage mehr hat.

    Besonders bei schwereren Fällen tritt dies zu Tage. Fälle wo eigentlich eine umfassende Versorgung mit Rehabitilation erfolgen müsste, aber es einfach an Geld und somit Personal mangelt diese in einem zufriedenstellenden Maß durchzuführen.

    Ich folge somit dem Kommentar Nr. 2: Warum sollte ein Raucher nicht einen Teil seiner Versorgung selber bezahlen, warum sollten nicht Übergewichtige Menschen höhere Prämien zahlen (...und ich meine nicht Patienten mit Schilddrüsenstörungen). Wo ist das Problem wenn Menschen die Folgen ihres Handelns auf einmal tragen? Sicher kann man bei Zahlungsunfähigkeit auch keine Behandlung unterlassen, das wäre wieder ein Fall für die Versicherungen, aber ein wenig Selbstbeteiligung ist keine Sache der Unmöglichkeit.

    Wohin würde das zusätzliche Geld fließen?

    Möglicherweise wirklich in die großen Pharmaunternehmen, welche Milliarden für die Erforschung neuer Medikamente aufbringen, solange dieses Geld nicht in den Taschen der Vorsitzenden versinkt wäre mir das auch recht.

    Falls man dies jedoch gesetzlich vorschreiben könnte und das Geld in das Krankenhauspersonal investiert wird, wäre das durchaus positiv.
    Ich rede nicht davon die Gehälter zu erhöhen, auch wenn das vielleicht die hohe Abwanderungsrate von Krankenschwestern und Ärzten nach England aufhalten könnte, ich rede davon mehr Personal einzustellen, sodass der PATIENT davon profitiert.

    Wäre es nicht schön wenn die Krankenschwestern mehr Zeit für einen hätten? Wäre es nicht schön wenn Ärzte mehr als 2 Minuten pro Tag direkt mit ihren Patienten reden würden? Wäre es nicht schön wenn Pflegepatienten mehr aufmerksamkeit zuteil würde? Wäre es nicht schön, die Medizinische Versorgung zu erhalten die man für seine Beiträge erwarten kann?

    Mit freundlichen Grüßen,

    f.zillo

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    Wäre es nicht schön, wenn die Politiker so handeln würden, dass der Mensch und nicht die Wirtschaft und deren Lobbyisten gut bedient würden???
    Der öffentliche Sektor - z.B. auch in Krankenhäusern - wird ausgedünnt, während man der Finanzindustrie Abermilliarden für ihre Zockergeschäfte ztur Verfügung stellt.

    Wäre es nicht schön, wenn die Politiker so handeln würden, dass der Mensch und nicht die Wirtschaft und deren Lobbyisten gut bedient würden???
    Der öffentliche Sektor - z.B. auch in Krankenhäusern - wird ausgedünnt, während man der Finanzindustrie Abermilliarden für ihre Zockergeschäfte ztur Verfügung stellt.

  5. Wäre es nicht schön, wenn die Politiker so handeln würden, dass der Mensch und nicht die Wirtschaft und deren Lobbyisten gut bedient würden???
    Der öffentliche Sektor - z.B. auch in Krankenhäusern - wird ausgedünnt, während man der Finanzindustrie Abermilliarden für ihre Zockergeschäfte ztur Verfügung stellt.

    • CB89
    • 29.05.2009 um 22:15 Uhr

    Tut mir leid, aber was sie da behaupten - ich weiß nicht woher sie diese Informationen nehmen - ist planker Populismus!

    Was in Kommentar zwei gesagt wird, mag vielleicht unangenehm klingen und soweit stimme ich ihnen zu, ist auch durchaus nicht mein "Wunschzustand", allerdings sieht so nun einmal eher die Realität aus, als sie sie beschreiben!

    Ihr Bild von "den deutschen Ärzten" scheint mir einer sehr verzerrten Sicht der Dinge entnommen. Ich weiß ja nicht wie sie auf ihr Thesen der geldgeilen und faulen Ärzte kommen, aber mit der Realität hat das sicher nichts zu tun.
    Sicherlich mag es auch hier schwarze Schafe geben, aber wo gibt es die nicht?

    Natürlich verdienen Ärzte absolut gesehen gut, im Verhältnis allerdings verdienen sie eher bescheiden! (Ich rede hier von Ärzten im KH)
    Ich kenne persönlich kaum jemanden der mehr und härter Arbeit als die meisten Ärzte.
    Also Jugnmediziner, ist das Arbeiten in 24Std. schichten keine Seltenheit, und auch als erfahrener Chirurg oder bzw besonders als Chefarzt - der praktisch für jede OP verantwortlich ist- steht man auch gut und gerne mal von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr Abends im OP, wenn es sein muss auch am Stück!
    Arbeiten sie so viel? Finden sie für so eine anstrengende Tätigkeit mehr als 10.000€ im Monat zu viel? Finden sie es angemessen?
    Ich würde sagen, es ist sogar noch eher zu wenig, und verglichen mit anderen Ländern, in denen die Medizin auf einem vergleichbaren Stand ist, sind die Gehälter auch gering!

    Und wenn sie die "günstigeren" Leistungen aus Osteuropa oder sonstwo in Anspruch nehmen wollen - bitte - aber die gleiche Qualität dürfen sie dann wirklich nicht erwarten.

    Auf den Punkt gebracht: Sorry, aber sie haben nicht den leisesten Schimmer!

    Antwort auf "Wie alt sind Sie denn?"
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    • Zel
    • 29.05.2009 um 22:43 Uhr

    Tut mir leid, aber was sie da behaupten - ich weiß nicht woher sie diese Informationen nehmen - ist planker Populismus!

    Ich mache eigene Erfahrungen, ich muss nicht "Informationen" von anderen haben, sondern bilde meine Meinung selber. Und vielleicht informieren Sie sich bei Gelegenheit mal darüber, was Populismus vom Wort her bedeutet und nicht nur darüber, was Sie über Populismus denken sollen.

    Sicherlich mag es auch hier schwarze Schafe geben, aber wo gibt es die nicht?

    Und wo sehen Sie jetzt einen Grund, die Schafe nicht zu diskutieren? Angst kann einem eine solche Diskussion ja nur machen, wenn man ahnt, dass es mehr schwarze oder zumindest dunkelweiße Schafe gibt, als weiße Schafe.

    Ich kenne persönlich kaum jemanden der mehr und härter Arbeit als die meisten Ärzte.

    Gut gemeint ist nicht immer gut gekonnt. In der Finanzbranche wird ähnlich geackert und wie überall, wo man einen pervertierten Arbeitsethos hat, fallen Fehler nicht leicht, sondern extrem aus. Das liegt in der Natur der falschen Sache.

    steht man auch gut und gerne mal von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr Abends im OP, wenn es sein muss auch am Stück!

    Einfache Präsenz am Arbeitsort rechtfertigt kein Gehalt und wer ohne Pause durcharbeitet liefert nicht 100% Qualität. Letzteres muss man in so einem sensiblen Bereich aber liefern, ansonsten lügt man sich was in die Tasche, wenn man meint, man verdiene hohe Gehälter. Gut gemeinter Pfusch ist eben auch nur Pfusch.


    Arbeiten sie so viel? Finden sie für so eine anstrengende Tätigkeit mehr als 10.000€ im Monat zu viel? Finden sie es angemessen?

    Das ist natürlich nicht angemessen. Die Qualität der erbrachten Leistung ist unter solchen Vorraussetzungen nicht optimal. Man könnte auch mehr Ärzte einstellen und die Arbeit so aufteilen, dass immer 100% Qualität heraus kommt.

    Dagegen wehren sich aber die Ärzte, denn das würde Gehaltseinbussen bedeuten. Da kassiert man lieber weiter Traumgehälter und was auf dem Operationstisch passiert ist dann zweitrangig-neue Patientenware kommt ja täglich rein, ist im Überfluss vorhanden. Die Ausrichtung ist mittlerweile völlig schief.

    Ob ich so viel arbeite oder nicht ist völlig irrelevant und eigentlich nur einem Kind als Diskussionsgrundlage würdig. Als erwachsener Diskutant sollte man sich schon auf die Sache konzentrieren, wenn man sich ein Urteil bilden will und nicht Berufsgruppen unterschiedlichster Tätigkeitsanforderung miteinander vergleichen. Denn so gesehen müssten Ärzte in Wellblechhütten leben, was meinen Sie denn, wie lange in Sweatshops oder ähnlichem gearbeitet wird?

    Ich würde sagen, es ist sogar noch eher zu wenig, und verglichen mit anderen Ländern, in denen die Medizin auf einem vergleichbaren Stand ist, sind die Gehälter auch gering!

    Andere Länder haben aber auch andere Gesundheitssysteme. Und wenn Sie unbedingt Geld verdienen wollen, dann werden sie Rockstar oder eröffnen Sie ein Casino. Gerade dieses fixieren auf Kohle, Kohle, Kohle ist das Problem!

    Auf den Punkt gebracht: Sorry, aber sie haben nicht den leisesten Schimmer!

    Sich brauchen sich nicht entschuldigen, denn Sie sind weder überzeugend, noch relevant.

    Finden sie für so eine anstrengende Tätigkeit mehr als 10.000€ im Monat zu viel?

    Es gibt viele andere Berufsgruppen die ähnlich lange UND verantwortungsvoll UND anstrengend arbeiten und weitaus weniger verdienen! Es geht auch nicht an, dass jemand eine so lange Zeitdauer am Stück operiert, da muss halt gewechselt werden! Denn sonst wird wohl die Versicherung für ärztliches Versagen (versehentlich eine Schere einoperiert, oh hoppla..., falsches Bein erwischt...nächster Versuch, ...) das unverhältnismäßig hohe Gehalt wieder aufzehren...

    • Zel
    • 29.05.2009 um 22:43 Uhr

    Tut mir leid, aber was sie da behaupten - ich weiß nicht woher sie diese Informationen nehmen - ist planker Populismus!

    Ich mache eigene Erfahrungen, ich muss nicht "Informationen" von anderen haben, sondern bilde meine Meinung selber. Und vielleicht informieren Sie sich bei Gelegenheit mal darüber, was Populismus vom Wort her bedeutet und nicht nur darüber, was Sie über Populismus denken sollen.

    Sicherlich mag es auch hier schwarze Schafe geben, aber wo gibt es die nicht?

    Und wo sehen Sie jetzt einen Grund, die Schafe nicht zu diskutieren? Angst kann einem eine solche Diskussion ja nur machen, wenn man ahnt, dass es mehr schwarze oder zumindest dunkelweiße Schafe gibt, als weiße Schafe.

    Ich kenne persönlich kaum jemanden der mehr und härter Arbeit als die meisten Ärzte.

    Gut gemeint ist nicht immer gut gekonnt. In der Finanzbranche wird ähnlich geackert und wie überall, wo man einen pervertierten Arbeitsethos hat, fallen Fehler nicht leicht, sondern extrem aus. Das liegt in der Natur der falschen Sache.

    steht man auch gut und gerne mal von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr Abends im OP, wenn es sein muss auch am Stück!

    Einfache Präsenz am Arbeitsort rechtfertigt kein Gehalt und wer ohne Pause durcharbeitet liefert nicht 100% Qualität. Letzteres muss man in so einem sensiblen Bereich aber liefern, ansonsten lügt man sich was in die Tasche, wenn man meint, man verdiene hohe Gehälter. Gut gemeinter Pfusch ist eben auch nur Pfusch.


    Arbeiten sie so viel? Finden sie für so eine anstrengende Tätigkeit mehr als 10.000€ im Monat zu viel? Finden sie es angemessen?

    Das ist natürlich nicht angemessen. Die Qualität der erbrachten Leistung ist unter solchen Vorraussetzungen nicht optimal. Man könnte auch mehr Ärzte einstellen und die Arbeit so aufteilen, dass immer 100% Qualität heraus kommt.

    Dagegen wehren sich aber die Ärzte, denn das würde Gehaltseinbussen bedeuten. Da kassiert man lieber weiter Traumgehälter und was auf dem Operationstisch passiert ist dann zweitrangig-neue Patientenware kommt ja täglich rein, ist im Überfluss vorhanden. Die Ausrichtung ist mittlerweile völlig schief.

    Ob ich so viel arbeite oder nicht ist völlig irrelevant und eigentlich nur einem Kind als Diskussionsgrundlage würdig. Als erwachsener Diskutant sollte man sich schon auf die Sache konzentrieren, wenn man sich ein Urteil bilden will und nicht Berufsgruppen unterschiedlichster Tätigkeitsanforderung miteinander vergleichen. Denn so gesehen müssten Ärzte in Wellblechhütten leben, was meinen Sie denn, wie lange in Sweatshops oder ähnlichem gearbeitet wird?

    Ich würde sagen, es ist sogar noch eher zu wenig, und verglichen mit anderen Ländern, in denen die Medizin auf einem vergleichbaren Stand ist, sind die Gehälter auch gering!

    Andere Länder haben aber auch andere Gesundheitssysteme. Und wenn Sie unbedingt Geld verdienen wollen, dann werden sie Rockstar oder eröffnen Sie ein Casino. Gerade dieses fixieren auf Kohle, Kohle, Kohle ist das Problem!

    Auf den Punkt gebracht: Sorry, aber sie haben nicht den leisesten Schimmer!

    Sich brauchen sich nicht entschuldigen, denn Sie sind weder überzeugend, noch relevant.

    Finden sie für so eine anstrengende Tätigkeit mehr als 10.000€ im Monat zu viel?

    Es gibt viele andere Berufsgruppen die ähnlich lange UND verantwortungsvoll UND anstrengend arbeiten und weitaus weniger verdienen! Es geht auch nicht an, dass jemand eine so lange Zeitdauer am Stück operiert, da muss halt gewechselt werden! Denn sonst wird wohl die Versicherung für ärztliches Versagen (versehentlich eine Schere einoperiert, oh hoppla..., falsches Bein erwischt...nächster Versuch, ...) das unverhältnismäßig hohe Gehalt wieder aufzehren...

    • Zel
    • 29.05.2009 um 22:43 Uhr

    Tut mir leid, aber was sie da behaupten - ich weiß nicht woher sie diese Informationen nehmen - ist planker Populismus!

    Ich mache eigene Erfahrungen, ich muss nicht "Informationen" von anderen haben, sondern bilde meine Meinung selber. Und vielleicht informieren Sie sich bei Gelegenheit mal darüber, was Populismus vom Wort her bedeutet und nicht nur darüber, was Sie über Populismus denken sollen.

    Sicherlich mag es auch hier schwarze Schafe geben, aber wo gibt es die nicht?

    Und wo sehen Sie jetzt einen Grund, die Schafe nicht zu diskutieren? Angst kann einem eine solche Diskussion ja nur machen, wenn man ahnt, dass es mehr schwarze oder zumindest dunkelweiße Schafe gibt, als weiße Schafe.

    Ich kenne persönlich kaum jemanden der mehr und härter Arbeit als die meisten Ärzte.

    Gut gemeint ist nicht immer gut gekonnt. In der Finanzbranche wird ähnlich geackert und wie überall, wo man einen pervertierten Arbeitsethos hat, fallen Fehler nicht leicht, sondern extrem aus. Das liegt in der Natur der falschen Sache.

    steht man auch gut und gerne mal von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr Abends im OP, wenn es sein muss auch am Stück!

    Einfache Präsenz am Arbeitsort rechtfertigt kein Gehalt und wer ohne Pause durcharbeitet liefert nicht 100% Qualität. Letzteres muss man in so einem sensiblen Bereich aber liefern, ansonsten lügt man sich was in die Tasche, wenn man meint, man verdiene hohe Gehälter. Gut gemeinter Pfusch ist eben auch nur Pfusch.


    Arbeiten sie so viel? Finden sie für so eine anstrengende Tätigkeit mehr als 10.000€ im Monat zu viel? Finden sie es angemessen?

    Das ist natürlich nicht angemessen. Die Qualität der erbrachten Leistung ist unter solchen Vorraussetzungen nicht optimal. Man könnte auch mehr Ärzte einstellen und die Arbeit so aufteilen, dass immer 100% Qualität heraus kommt.

    Dagegen wehren sich aber die Ärzte, denn das würde Gehaltseinbussen bedeuten. Da kassiert man lieber weiter Traumgehälter und was auf dem Operationstisch passiert ist dann zweitrangig-neue Patientenware kommt ja täglich rein, ist im Überfluss vorhanden. Die Ausrichtung ist mittlerweile völlig schief.

    Ob ich so viel arbeite oder nicht ist völlig irrelevant und eigentlich nur einem Kind als Diskussionsgrundlage würdig. Als erwachsener Diskutant sollte man sich schon auf die Sache konzentrieren, wenn man sich ein Urteil bilden will und nicht Berufsgruppen unterschiedlichster Tätigkeitsanforderung miteinander vergleichen. Denn so gesehen müssten Ärzte in Wellblechhütten leben, was meinen Sie denn, wie lange in Sweatshops oder ähnlichem gearbeitet wird?

    Ich würde sagen, es ist sogar noch eher zu wenig, und verglichen mit anderen Ländern, in denen die Medizin auf einem vergleichbaren Stand ist, sind die Gehälter auch gering!

    Andere Länder haben aber auch andere Gesundheitssysteme. Und wenn Sie unbedingt Geld verdienen wollen, dann werden sie Rockstar oder eröffnen Sie ein Casino. Gerade dieses fixieren auf Kohle, Kohle, Kohle ist das Problem!

    Auf den Punkt gebracht: Sorry, aber sie haben nicht den leisesten Schimmer!

    Sich brauchen sich nicht entschuldigen, denn Sie sind weder überzeugend, noch relevant.

    Antwort auf "Geht's noch?"
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    Sie sind offensichtlich körperlich gesund.

    Wenn Sie mit einem akuten Abdomen nachts um 3.00h die 112 anrufen, erwarten Sie einen Transport und eine sofortige OP. Das kann ich gut nachempfinden.

    Der Arzt, der zu Ihnen nach Haus kommt, arbeitet bereits seit 17 Stunden. Der KTW- oder NAW-Fahrer arbeite bereits seit 17 oder gar seit 41 Stunden. Im Krankenhaus treffen Sie auf ein OP-Team, das bereits seit 7 Stunden arbeitet, genauso die Laborfachkraft, die Röntgenassistentin usw. Der Röntgenarzt arbeit bereits seit 17 Stunden, der Chirurg und sein Assistent auch. Um 5.oo werden Sie auf der Intensivstation wach, die Krankenschwester, die gerade ihre Wange streichelt und den Blutdruck misst, arbeitet seit 9 Stunden, der Chirurg, der sich ihren bauch noch mal anschaut arbeitet seit 19 Stunden.

    Sie sind nicht nur absolut ahnungslos, was Medizin angeht, sondern noch viel mehr, was deren Effizienz in Deutschland angeht.

    Das macht Ihnen aber nichts, sie sind ja offensichtlich körperlich gesund.

    Übrigens, ich rate Ihnen dringend, mit dem akuten Bauch nicht nach Rumänien, Polen oder Thailand zu fliegen, um sich vom deutschen "Ärztemob" nicht ausnehmen zu lassen. Sie kämen dort ziemlich tot an.

    Noch mal was zu den Preisen für Medizin in Deutschland und Verrücktheiten im System:

    Die nächtliche, notfallmäßige Wiederbelebung mit Intubation, Legen eines Zugangs und Versorgung bis der NAW kommt bringt dem Arzt im Notdienst inkl. seiner Anreise ca. 45.-€. Vergleichen Sie das doch mal mit, sagen wir, dem Schlüsseldienst, oder mit dem Rohrreinigungsservice. Aber viel schriller wird es, wenn der Patient nicht mehr wiederbelebt wird, sondern tot ist. Todesfeststellung kostet nämlich ca. 100.-€.

    Hallo!

    Die Diskussion über unser Gesundheitssystem, wie auch hier die Diskussion über diesen Artikel, existiert in dieser Form schon lange. Eigentlich geht es darum, welche Leistungen von wem bezahlt werden? Strukturell hat sich in unserem Gesundheitswesen nur wenig verändert (trotz Reformen, Gesundheitsfond, etc!).
    Woran liegt das?
    Am System ziehen viele Interessen!

    - Patienten
    - angestelltes Gesundheitspersonal
    ------ Ärzte
    ------ Pflegepersonal
    - Unternehmen
    ------ Pharmaindustrie (zu komplex um hier detailliert darauf einzugehen)
    ------ private Krankenhäuser (v.a. die großen Ketten)
    ------ niedergelassene Ärzte und Praxisgemeinschaften
    - die Politik + die gesetzliche Krankenkassen

    nur um die wichtigsten zu nennen! Sie alle vertreten ihre legitimen Interessen, das Problem ist - wie auch in anderen Teilen dieser Gesellschaft - dass die Akteure ein unterschiedliches Gewicht auf das System haben!

    Die Vorstellung, dass die Gestalter vor allem die Ärzte sind ist von vorgestern! Die Rahmenbedingungen werden von der Politik bestimmt, die Bürger (wer benutzt das Wort eigentlich noch? Ich höre nur Steuerzahler!) selbst und damit die potentiellen Patienten müssen bestimmen, welche Politik hier verfolgt werden soll!
    Beispiele:
    - die Zweiklassenmedizin ist empirisch belegt, politisch gewollt und wird von Teilen der Politik vorangetrieben.
    Die bei Bevölkerung beliebte Versorgung über Arztpraxen ist akut gefährdet. Es gibt schon großflächig Mangelversorgung und andererseits eine hohe Dichte an niedergelassenen Ärzten den Städten, in den Bezirken wo die entsprechende Kaufkraft hoch ist!
    - Es wird festgelegt, wie viel Geld in das (gesetzliche) System gesteckt wird. Das hat Auswirkungen auf:
    ---den Grad der Versorgung mit: Krankenhäusern, Betten, Praxen, etc
    ---die Zeit, die pro Patient aufgewendet werden kann

    Je mehr der öffentliche Gesundheitssektor unterfinanziert ist, umso mehr müssen die Akteure um das vorhandene Geld kämpfen! Dabei bleiben einige auf der Strecke. Vor allem die Patienten, die nicht mehr so gut versorgt werden!
    Dabei haben sie es als Bürger selbst in der Hand.

    Die Beschäftigten müssen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Interessen als Arbeitnehmer vertreten. Das gelingt den Ärzten besser, als dem Pflegepersonal - leider, denn die Arbeitsbedingungen sind grausig, das Gehalt völlig unangemessen.
    Es muss teilweise schon wirklich schlimm bestellt sein oder? Raffgierige Ärzte, die sich die Taschen vollstopfen! Woher kommt das? Ist das schlicht der Außendarstellung (z.B. des Marburger Bunds) zu verdanken? Sind die Ärztestreiks der letzten Jahre der Grund? Ich würde das als Medizinstudent und angehender Arzt wirklich gerne wissen!

    Es verlassen etwa 50% der Absolventen direkt nach dem Studium Deutschland, um im Ausland zu arbeiten! Warum bleiben sie nicht, wenn sie hier so völlig überbezahlt sind? Dabei könnten man viele von Ihnen hier gut gebrauchen, um der teilweise jetzt schon existierenden Unterversorgung Herr zu werden. Aber die Stimmung hier ist schlecht, das Klima stimmt nicht.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich hier nichts ändert. Der Druck wird aufgrund des weiter wachsenden Mangels an Ärzten weiter wachsen.

    Abschließend kann ich nur sagen, dass zum Glück nicht alle Patienten so drauf sind wie einige Komentatoren hier. Leute, die auf ärztlichen Beistand angewiesen sind denken meistens nicht so und sind zufriedenmit der Versorgung, die sie erhalten. Sonst könnte ich mir wirklich nicht mehr vorstellen hier in Zukunft zu arbeiten.

    Sie sind offensichtlich körperlich gesund.

    Wenn Sie mit einem akuten Abdomen nachts um 3.00h die 112 anrufen, erwarten Sie einen Transport und eine sofortige OP. Das kann ich gut nachempfinden.

    Der Arzt, der zu Ihnen nach Haus kommt, arbeitet bereits seit 17 Stunden. Der KTW- oder NAW-Fahrer arbeite bereits seit 17 oder gar seit 41 Stunden. Im Krankenhaus treffen Sie auf ein OP-Team, das bereits seit 7 Stunden arbeitet, genauso die Laborfachkraft, die Röntgenassistentin usw. Der Röntgenarzt arbeit bereits seit 17 Stunden, der Chirurg und sein Assistent auch. Um 5.oo werden Sie auf der Intensivstation wach, die Krankenschwester, die gerade ihre Wange streichelt und den Blutdruck misst, arbeitet seit 9 Stunden, der Chirurg, der sich ihren bauch noch mal anschaut arbeitet seit 19 Stunden.

    Sie sind nicht nur absolut ahnungslos, was Medizin angeht, sondern noch viel mehr, was deren Effizienz in Deutschland angeht.

    Das macht Ihnen aber nichts, sie sind ja offensichtlich körperlich gesund.

    Übrigens, ich rate Ihnen dringend, mit dem akuten Bauch nicht nach Rumänien, Polen oder Thailand zu fliegen, um sich vom deutschen "Ärztemob" nicht ausnehmen zu lassen. Sie kämen dort ziemlich tot an.

    Noch mal was zu den Preisen für Medizin in Deutschland und Verrücktheiten im System:

    Die nächtliche, notfallmäßige Wiederbelebung mit Intubation, Legen eines Zugangs und Versorgung bis der NAW kommt bringt dem Arzt im Notdienst inkl. seiner Anreise ca. 45.-€. Vergleichen Sie das doch mal mit, sagen wir, dem Schlüsseldienst, oder mit dem Rohrreinigungsservice. Aber viel schriller wird es, wenn der Patient nicht mehr wiederbelebt wird, sondern tot ist. Todesfeststellung kostet nämlich ca. 100.-€.

    Hallo!

    Die Diskussion über unser Gesundheitssystem, wie auch hier die Diskussion über diesen Artikel, existiert in dieser Form schon lange. Eigentlich geht es darum, welche Leistungen von wem bezahlt werden? Strukturell hat sich in unserem Gesundheitswesen nur wenig verändert (trotz Reformen, Gesundheitsfond, etc!).
    Woran liegt das?
    Am System ziehen viele Interessen!

    - Patienten
    - angestelltes Gesundheitspersonal
    ------ Ärzte
    ------ Pflegepersonal
    - Unternehmen
    ------ Pharmaindustrie (zu komplex um hier detailliert darauf einzugehen)
    ------ private Krankenhäuser (v.a. die großen Ketten)
    ------ niedergelassene Ärzte und Praxisgemeinschaften
    - die Politik + die gesetzliche Krankenkassen

    nur um die wichtigsten zu nennen! Sie alle vertreten ihre legitimen Interessen, das Problem ist - wie auch in anderen Teilen dieser Gesellschaft - dass die Akteure ein unterschiedliches Gewicht auf das System haben!

    Die Vorstellung, dass die Gestalter vor allem die Ärzte sind ist von vorgestern! Die Rahmenbedingungen werden von der Politik bestimmt, die Bürger (wer benutzt das Wort eigentlich noch? Ich höre nur Steuerzahler!) selbst und damit die potentiellen Patienten müssen bestimmen, welche Politik hier verfolgt werden soll!
    Beispiele:
    - die Zweiklassenmedizin ist empirisch belegt, politisch gewollt und wird von Teilen der Politik vorangetrieben.
    Die bei Bevölkerung beliebte Versorgung über Arztpraxen ist akut gefährdet. Es gibt schon großflächig Mangelversorgung und andererseits eine hohe Dichte an niedergelassenen Ärzten den Städten, in den Bezirken wo die entsprechende Kaufkraft hoch ist!
    - Es wird festgelegt, wie viel Geld in das (gesetzliche) System gesteckt wird. Das hat Auswirkungen auf:
    ---den Grad der Versorgung mit: Krankenhäusern, Betten, Praxen, etc
    ---die Zeit, die pro Patient aufgewendet werden kann

    Je mehr der öffentliche Gesundheitssektor unterfinanziert ist, umso mehr müssen die Akteure um das vorhandene Geld kämpfen! Dabei bleiben einige auf der Strecke. Vor allem die Patienten, die nicht mehr so gut versorgt werden!
    Dabei haben sie es als Bürger selbst in der Hand.

    Die Beschäftigten müssen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Interessen als Arbeitnehmer vertreten. Das gelingt den Ärzten besser, als dem Pflegepersonal - leider, denn die Arbeitsbedingungen sind grausig, das Gehalt völlig unangemessen.
    Es muss teilweise schon wirklich schlimm bestellt sein oder? Raffgierige Ärzte, die sich die Taschen vollstopfen! Woher kommt das? Ist das schlicht der Außendarstellung (z.B. des Marburger Bunds) zu verdanken? Sind die Ärztestreiks der letzten Jahre der Grund? Ich würde das als Medizinstudent und angehender Arzt wirklich gerne wissen!

    Es verlassen etwa 50% der Absolventen direkt nach dem Studium Deutschland, um im Ausland zu arbeiten! Warum bleiben sie nicht, wenn sie hier so völlig überbezahlt sind? Dabei könnten man viele von Ihnen hier gut gebrauchen, um der teilweise jetzt schon existierenden Unterversorgung Herr zu werden. Aber die Stimmung hier ist schlecht, das Klima stimmt nicht.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich hier nichts ändert. Der Druck wird aufgrund des weiter wachsenden Mangels an Ärzten weiter wachsen.

    Abschließend kann ich nur sagen, dass zum Glück nicht alle Patienten so drauf sind wie einige Komentatoren hier. Leute, die auf ärztlichen Beistand angewiesen sind denken meistens nicht so und sind zufriedenmit der Versorgung, die sie erhalten. Sonst könnte ich mir wirklich nicht mehr vorstellen hier in Zukunft zu arbeiten.

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