Liebeskolumne Der Alte der Neuen

Jede Woche beantwortet der Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer eine große Frage der Liebe. Diesmal: Warum ruft ihr Ex-Freund dauernd an?

Claus hat Martina vor einem halben Jahr verlassen. Seitdem ist er mit Franziska zusammen. Dennoch ruft er Martina, die sehr unter der Trennung leidet und Claus gern zurückhätte, jeden Tag an. Er bespricht mit ihr seinen Alltag, Organisatorisches und Probleme im Beruf. Martina freut sich sehr über die Anrufe, sie schöpft jedes Mal Hoffnung, Claus könnte doch noch zu ihr zurückkehren. Auch Claus scheint die besondere Nähe zwischen den beiden zu schätzen. Martina spricht ihn manchmal darauf an, ob er seine neue Beziehung anzweifle, was er stets verneint. Er sagt, er wolle seinen Weg mit Franziska gehen. Trotzdem klingelt jeden Tag das Telefon bei Martina. Für sie ist das eine schmerzvolle Berg-und-Tal-Fahrt. Sie will Claus nicht ganz verlieren, aber andererseits von ihm loskommen. Soll sie ihm die Anrufe untersagen? Wolfgang Schmidbauer antwortet: Claus hat beides – das Leben mit Franziska und den vertrauten Austausch mit Martina. Sollen wir Martinas Geduld bewundern oder versuchen, die Tiefen ihrer Aggressionsvermeidungs-Rückkehr-Hoffnungs-Strategie auszuloten? Jedenfalls scheint für sie die Opferrolle das kleinere Übel. Aber selbst wenn sie auf Claus’ ersten Streit mit Franziska warten möchte, sollte sie es ihm nicht so leicht machen, seinen Harem zu pflegen. Ablösung gelingt nicht ohne ein Quäntchen Aggression. Meist ist es besser, den Kontakt nach der Trennung auf das Notwendige zu reduzieren. Martina könnte Claus bitten, seine Anrufe zu unterlassen. Wenn es etwas zu klären gibt, meldet sie sich. Die Rolle der Restbeziehungspartnerin, die auf Brosamen wartet, ist wenig bekömmlich für das Selbstbewusstsein.

Wolfgang Schmidbauer, 68, ist einer der bekanntesten deutschen Paartherapeuten. Zu dieser Kolumne ist das Buch  "Lässt sich Sex verhandeln?", Gütersloher Verlagshaus 2009 erschienen.

Haben Sie auch eine "große Frage der Liebe"? Schicken Sie eine E-Mail an liebeskolumne@zeit.de .

Welchen Problemen Wolfgang Schmidbauer in seiner täglichen Praxis begegnet, erzählt er im Interview mit ZEIT ONLINE.

 
Leser-Kommentare
  1. So sehr ich es schätze, dass ein Paartherapeut auf dieser Plattform wertvolle Tipps zu Partnerschaft weitergeben möchte, so sehr würde ich mir wünschen, dass in dieser Reihe auch mal wirklich Anregendes und Nach-denkenswertes veröffentlicht wird, und nicht nur, was sich jeder eh selbst zusammenreimen kann.

    Dieser Artikel versammelt leider wieder nur Selbstverständliches, was jeder mit einigen Jahren Erfahrung in Partnerschaft selbst schon weiß. Sorry, aber in die BRAVO würde der Artikel gut passen!

    ...oder muss man davon ausgehen, dass, was gesunden Menschenverstand, Umgang mit Gefühlen und Sozialverhalten betrifft, viele zeit.de-leser auf dem Niveau von Teenagern angekommen sind?

    Zukünftig weiterhin Partnerschaftstipps vom Profi, aber bitte für Erwachsene!

    Gruß,
    Andreas

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    Lieber presetfreund, ich stimme Ihnen vollkommen zu und freue mich, dass jemand diese unglaublich oberflächlichen und keinesfalls erhellenden Artikel dieser Serie als das kennzeichnet, was sie sind: relativ niveaulos. Selbst wenn jemand sich die dort dargestellten Gedanken noch nicht zusammengereimt hat, so wird in der Serie doch immer nur eine von vielen Möglichkeiten der Lösung/Erklärung erläutert. Das ist so, als ob man einem Kind nur sagen würde, es müßte deshalb aufessen, damit später etwas aus ihm wird und trotz Nachfragens bei dieser Erklärung bleibt. Das gibt keinen Erkenntnisgewinn, kein eigenes Nachdenken und beinhaltet keine Wahl- und Entwicklungsmöglichkeiten.
    Gibt es noch mehr Menschen, die das hier so sehen? Ich würde mich freuen, wenn aus dieser Reihe vielleicht doch noch etwas werden würde.

    Lieber presetfreund, ich stimme Ihnen vollkommen zu und freue mich, dass jemand diese unglaublich oberflächlichen und keinesfalls erhellenden Artikel dieser Serie als das kennzeichnet, was sie sind: relativ niveaulos. Selbst wenn jemand sich die dort dargestellten Gedanken noch nicht zusammengereimt hat, so wird in der Serie doch immer nur eine von vielen Möglichkeiten der Lösung/Erklärung erläutert. Das ist so, als ob man einem Kind nur sagen würde, es müßte deshalb aufessen, damit später etwas aus ihm wird und trotz Nachfragens bei dieser Erklärung bleibt. Das gibt keinen Erkenntnisgewinn, kein eigenes Nachdenken und beinhaltet keine Wahl- und Entwicklungsmöglichkeiten.
    Gibt es noch mehr Menschen, die das hier so sehen? Ich würde mich freuen, wenn aus dieser Reihe vielleicht doch noch etwas werden würde.

  2. Lieber presetfreund, ich stimme Ihnen vollkommen zu und freue mich, dass jemand diese unglaublich oberflächlichen und keinesfalls erhellenden Artikel dieser Serie als das kennzeichnet, was sie sind: relativ niveaulos. Selbst wenn jemand sich die dort dargestellten Gedanken noch nicht zusammengereimt hat, so wird in der Serie doch immer nur eine von vielen Möglichkeiten der Lösung/Erklärung erläutert. Das ist so, als ob man einem Kind nur sagen würde, es müßte deshalb aufessen, damit später etwas aus ihm wird und trotz Nachfragens bei dieser Erklärung bleibt. Das gibt keinen Erkenntnisgewinn, kein eigenes Nachdenken und beinhaltet keine Wahl- und Entwicklungsmöglichkeiten.
    Gibt es noch mehr Menschen, die das hier so sehen? Ich würde mich freuen, wenn aus dieser Reihe vielleicht doch noch etwas werden würde.

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    Queenpa ich muss Ihnen voll und ganz zustimmen. Ich habe diese Artikel von dem selbsternannten "Paartherapeuth" auch schon öfter gelesen und habe mir danach immer gedacht..."Äh wars das jetzt schon??" Wirklich neues steht dort nicht drin.

    Ich erwarte von so einem Artikel nicht, dass mir jemand auf eine komplexe Problemstellung eine einfache Lösung vorschreibt.

    Ich erwarte viel mehr, dass der Artikel auf die einzelnen Beteiligten und deren Gefühle eingeht. Außerdem sollten dann, ohne eine Wertung, mehrere Lösungsansätze sowie deren Konsequenzen und Chancen vorgestellt werden

    Das regt zum Denken an. Dann kann sich der Leser intensiv darüber Gedanken machen und die Lösung finden, die auch letztendlich zu der Situation und dem eigenen Charakter passen.

    Queenpa ich muss Ihnen voll und ganz zustimmen. Ich habe diese Artikel von dem selbsternannten "Paartherapeuth" auch schon öfter gelesen und habe mir danach immer gedacht..."Äh wars das jetzt schon??" Wirklich neues steht dort nicht drin.

    Ich erwarte von so einem Artikel nicht, dass mir jemand auf eine komplexe Problemstellung eine einfache Lösung vorschreibt.

    Ich erwarte viel mehr, dass der Artikel auf die einzelnen Beteiligten und deren Gefühle eingeht. Außerdem sollten dann, ohne eine Wertung, mehrere Lösungsansätze sowie deren Konsequenzen und Chancen vorgestellt werden

    Das regt zum Denken an. Dann kann sich der Leser intensiv darüber Gedanken machen und die Lösung finden, die auch letztendlich zu der Situation und dem eigenen Charakter passen.

  3. Queenpa ich muss Ihnen voll und ganz zustimmen. Ich habe diese Artikel von dem selbsternannten "Paartherapeuth" auch schon öfter gelesen und habe mir danach immer gedacht..."Äh wars das jetzt schon??" Wirklich neues steht dort nicht drin.

    Ich erwarte von so einem Artikel nicht, dass mir jemand auf eine komplexe Problemstellung eine einfache Lösung vorschreibt.

    Ich erwarte viel mehr, dass der Artikel auf die einzelnen Beteiligten und deren Gefühle eingeht. Außerdem sollten dann, ohne eine Wertung, mehrere Lösungsansätze sowie deren Konsequenzen und Chancen vorgestellt werden

    Das regt zum Denken an. Dann kann sich der Leser intensiv darüber Gedanken machen und die Lösung finden, die auch letztendlich zu der Situation und dem eigenen Charakter passen.

    Antwort auf "Niveau von Teenagern"

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  • Quelle DIE ZEIT, 28.05.2009 Nr. 23
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  • Schlagworte Wolfgang Schmidbauer | Alte | Familie und Partnerschaft
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