ZEITmagazin:  Herr Möller, sind Sie des Teufels?

Philipp Möller:  Das kann ich nicht sein. Gott und Teufel passen nicht in mein Weltbild. Das ist frei von übernatürlichen Kräften.

ZEITmagazin: Angeblich ist es der böseste Trick des Teufels, uns einzureden, dass es ihn nicht gibt.

Möller: Kann ich nichts mit anfangen.

ZEITmagazin: Bei Diderot sagt ein Hauptmann: "Mein Gott, wenn es einen gibt, habe Mitleid mit meiner Seele, wenn ich eine habe."

Möller: Schon besser. Da ist Gott kein streitfähiges Konzept, sondern Teil einer haltlosen Behauptung, die sich weder be- noch widerlegen lässt. Also ein gutes Konzept, um Leuten Geld abzunehmen, sie gefügig zu machen et cetera. Angeblich ist die Kirche ja auch kapitalismuskritisch, ich sehe sie eher als einen riesigen Wirtschaftsbetrieb, der den Staat in jedem Jahr 20 Milliarden Euro kostet. Das sollte man lieber in die Bildung investieren.

ZEITmagazin: Und welche Argumente hat die Kirche gegen Sie?

Möller: Sie sagt: Sie sind doch auch ein Geschöpf Gottes, das ist doch genug Beweis für seine Existenz. Ein Pius-Bruder sagte mir neulich: Die Evolution ist nur eine Behauptung.

ZEITmagazin: Und Gott hat eben auch Gottesleugner geschaffen…

Möller: …sagen die, die sich als sein Sprachrohr ausgeben. Gott ist eine Behauptung von Menschen. Damit ist er noch lange nicht real.

ZEITmagazin: Ihren Versuch, den Slogan "Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott", als Werbebotschaft auf Busse zu kleben haben aber nicht die Kirchen, sondern die Verkehrsbetriebe unterbunden.

Möller: Das beweist den langen Arm der Kirche. In Hamm hat sich sogar der Bürgermeister gemeldet und gesagt, das werde ich persönlich verhindern!