Sozialpolitik Alleinerziehend – allein gelassen

1,6 Millionen Bürger ziehen ihre Kinder ohne Partner auf – und sind auf sich gestellt: Der Staat fördert lieber Ehepaare

Sie ist schön, elegant, erfolgreich und interessant. Beim französischen Volk ist sie beliebt, trotz oder vielleicht sogar wegen einer gewissen Großmäuligkeit. Seit einigen Monaten ist sie außerdem Mutter. Rachida Dati, 43, bislang Justizministerin im Kabinett Sarkozy und demnächst Abgeordnete im Europäischen Parlament, hat der Öffentlichkeit viel über ihr Leben mitgeteilt – Kleidergröße, Lieblingsdesigner, Familiengeschichte. Den Namen des Kindsvaters verrät sie nicht.

Sie ist damit die auffälligste Vertreterin eines neuen medialen Muttertyps: der glanzvollen, lässigen Alleinerziehenden. Dati ist die französische Antwort auf Hollywood-Stars wie Sharon Stone, Meg Ryan oder Diane Keaton, die als Singlemütter Kinder adoptierten. Es geht auch ohne Papa – das scheinen solche Namen und Bilder zu signalisieren.

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Eigentlich spricht viel dafür, dass es Alleinerziehenden besser als früher geht – auch in Deutschland, auch außerhalb der High Society. Es gibt mehr qualifizierte Frauen, die mit ihrem Verdienst nicht nur sich selbst, sondern zusätzlich auch Kinder ernähren können. Es gibt mehr Kindergartenplätze als früher.

Im Bundeskabinett sitzt eine ehemalige Alleinerziehende, die mittlerweile Großmutter ist: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Es ist ziemlich normal geworden, dass ein Kind nur mit einem Elternteil zusammenlebt. Alleinerziehende werden nicht mehr generell als eine traumatisierte Randgruppe gesehen, nicht mal im Fernsehen. Im Tatort ermittelt neuerdings eine alleinerziehende Mutter: Kommissarin Charlotte Lindholm, oft gestresst, aber selten verzweifelt. Sie sieht immer großartig aus.

Nur: Leider vermitteln die Datis, Lindholms und Schmidts einen gründlich falschen Eindruck.

Verschiedene Studien der vergangenen Monate zeigen: Es gibt kaum ein größeres Armutsrisiko in Deutschland, als ohne Mann ein Kind großzuziehen (den wenigen alleinerziehenden Vätern geht es besser). Und die Probleme dieser Gruppe werden nicht kleiner, sondern größer. Vierzig Prozent aller alleinerziehenden Mütter leben von Hartz IV. Seit 2005 ist der Anteil dieser Gruppe an allen Arbeitslosen von 16,3 auf 18,7 Prozent gestiegen. Trotz der viel gepriesenen Familienpolitik der Großen Koalition und trotz der guten Konjunktur.

Armut ist in Deutschland vor allem ein Problem von Migranten und von Alleinerziehenden – zu diesem Fazit gelangte eine Studie des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft in Bonn. »Die Zunahme einkommensschwacher Ansässiger ist maßgeblich auf die überdurchschnittliche Zunahme einkommensschwacher Alleinerziehender zurückzuführen, deren Zahl nahm von 1996 bis 2006 um 925.000 zu«, heißt es in dem Bericht.

Singlemütter arbeiten allzu oft in schlecht bezahlten Teilzeitjobs – und wenn sie keine Stelle haben, sind sie meistens besonders lange arbeitslos. Fast jeder zweite Hartz-IV-Haushalt mit Kindern ist eine sogenannte Ein-Eltern-Familie. Eine Million Kinder leben in Deutschland in solchen Familien. Wer etwas gegen Kinderarmut unternehmen will, muss sich also um die scheinbar so etablierte Gruppe der Alleinerziehenden kümmern.

Leser-Kommentare
  1. stehen unter dem besonderen Schutz des Staates" (Artikel 6 GrundG). Alleinerziehende nicht. Sorry!

    • Rellem
    • 08.06.2009 um 15:21 Uhr

    Hallo
    Was soll das Geplärre?
    Wenn sich Frau für das Modell "Kind ohne Vater" entscheidet, dann soll sie bitte schön auch die Konsequenzen tragen.
    So langsam keimt in mir der Verdacht das ernsthaft darüber nachgedacht wird ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen, aber nur für Frau.
    Die Qualifikation ist erfüllt wenn SIE ein Kind hat aber den Vater verschweigt oder entsorgt.
    Finanziert wird das ganze System natürlich von den Männern, denn einer "Alleinerziehenden" ist Arbeit natürlich nur sehr begrenzt zuzumuten.....
    Gruss
    Rene

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    Vielleicht lesen Sie den Artikel noch einmal gründlich durch ;-)

    In mir keimt ebenfalls ein Verdacht auf, nämlich der, dass Sie ein Mann sind, der von seiner Frau/Freundin/Geliebten rausgeschmissen (mit Ihren Worten: "entsorgt") wurde und nun für das Kind zwar zahlen muss, der Umgang mit ihm aber verboten ist.
    Das wird seine Gründe haben, Rellem! Wie schreiben Sie doch so schön: "Dann soll sie bitte schön auch die Konsequenzen tragen."
    Das sollten SIE auch!!
    Ansonsten schließe ich mich meinem Vorkommentator/in an: Artikel lesen!! (Nicht nur das, was man herauslesen will, sondern was drinsteht!!)

    Vielleicht lesen Sie den Artikel noch einmal gründlich durch ;-)

    In mir keimt ebenfalls ein Verdacht auf, nämlich der, dass Sie ein Mann sind, der von seiner Frau/Freundin/Geliebten rausgeschmissen (mit Ihren Worten: "entsorgt") wurde und nun für das Kind zwar zahlen muss, der Umgang mit ihm aber verboten ist.
    Das wird seine Gründe haben, Rellem! Wie schreiben Sie doch so schön: "Dann soll sie bitte schön auch die Konsequenzen tragen."
    Das sollten SIE auch!!
    Ansonsten schließe ich mich meinem Vorkommentator/in an: Artikel lesen!! (Nicht nur das, was man herauslesen will, sondern was drinsteht!!)

  2. Vielleicht lesen Sie den Artikel noch einmal gründlich durch ;-)

    Antwort auf "Und nun?"
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    Ich habe den Artikel gelesen, und den Kommentar. Tatsache ist es das man wenn man Kinder bekommt auch fuer die neachsten 20 Jahre mal das einplanen soll. In der Natur koennte ein Frau alleine mit Kindern kaum ueberleben. Warum hat die Natur das eingefuehrt? Auch warum brauchen Menschenkinder so lange um selbststaendig zu werden? Koennte das einen Sinn haben? Es wird den Frauen zu leicht gemacht den Mann zu entsorgen. Weil wenn man ein Kind hat muss der Mann weiterzahlen oder eben der Staat spring ein. Warum uebrlegt man das nicht vorher? Und das beste ist ja das sich das vererbt. Solange Frauen der Meinung sind (was ja irrig ist) das wenn man Kinder hat ist man versorgt und mir kann kaum was passieren wird sich nichts aendern.

    Ich habe den Artikel gelesen, und den Kommentar. Tatsache ist es das man wenn man Kinder bekommt auch fuer die neachsten 20 Jahre mal das einplanen soll. In der Natur koennte ein Frau alleine mit Kindern kaum ueberleben. Warum hat die Natur das eingefuehrt? Auch warum brauchen Menschenkinder so lange um selbststaendig zu werden? Koennte das einen Sinn haben? Es wird den Frauen zu leicht gemacht den Mann zu entsorgen. Weil wenn man ein Kind hat muss der Mann weiterzahlen oder eben der Staat spring ein. Warum uebrlegt man das nicht vorher? Und das beste ist ja das sich das vererbt. Solange Frauen der Meinung sind (was ja irrig ist) das wenn man Kinder hat ist man versorgt und mir kann kaum was passieren wird sich nichts aendern.

    • Chali
    • 08.06.2009 um 15:43 Uhr

    Sie schreiben
    ... rund sieben Millionen Ehen schlechterstellen würde ...

    Da würde mich ja nun mal interessieren, wieviel Ehen von Bundestagsabgeordeneten in diese Kategorie fallen würden?
    (Parteiübergreifend, natürlich.)

    Nach dem gefühlten Alter sind doch bei der überwiegenden Anzahl die DamenHerren die Kinder - sofern überhaupt jemals vorhanden - doch heute aus dem Haus? Sodass via Ehegatten-Splitting das zu geniessende Einkommen prall gefüllt wird?

    Gerade jetzt, wo die fetten Gehälter winken, sollen sie auch noch Steuern zahlen?!?

    "Ich bin doch nicht blöd" ....

  3. Ich verstehe nicht ganz den Sinn des Artikels, soll jetzt ein gewisser Neid geschürt werden?
    So selten ich exsoeldners Aussagen unterstütze, aber die Familie wird geschützt - und das sehe ich als richtig an. Deshalb bekommen sie finanzielle Entlastungen bei der Steuer zum Beispiel, aber selbst da gibt es eine Art Gleichheit, denn sobald ein Kind da ist, gibt es steuerliche Vergünstigungen auch bei Alleinerziehenden.
    Gut, viele Frauen und Männer sind unverschuldet in dieser Situation. Was mir absolut nicht an diesem Artikel gefällt ist der Satz "Es geht auch ohne Papa". Grundsätzlich stimme ich dem nicht zu, denn sowohl Mädchen als auch Jungen suchen nach einer zweiten Person zur Orientierung.
    Zudem stellt sich die Frage nach der Aussage: Es gibt kaum ein größeres Armutsrisiko in Deutschland, als ohne Mann ein Kind großzuziehen (den wenigen alleinerziehenden Vätern geht es besser). Warum geht es den Männern besser? Die Antwort findet sich in den Fakten, die dort nicht stehen. Die Akademikerinnen heben vielleicht sogar die Statistik, aber im großen und ganzen ist es verständlich, weshalb Menschen mit geringer Qualifikation weniger Chancen auf einen Job haben. Das geht Männern genauso wie Frauen.
    Es gibt sehr viel Unterstützung für Alleinerziehende, aber wenn etwas fehlt, dann sollte man anders unterstützen. Sachleistungen für Kinder sind der einzige Weg - meiner Ansicht nach - um dort wirklich was zu verändern. Bessere Qualifikationen kann die Regierung leider auch nicht aus dem Hut zaubern, bleibt der Ansatz der Neiddebatte:
    Ehepartner mit Kindern werden gefördert. Ja, das finde ich auch richtig und nein, das stimmt nicht ganz. Kindergeld, Steuervorteile und Erziehungsgeld gibt es auch für Alleinerziehende, so... was soll also der Vergleich?

    • ztc77
    • 08.06.2009 um 15:59 Uhr

    Wieso gibt es Menschen(Männer), die in ihrem Hass nur verletzen wollen und die Sorge um die Kinder vergessen?

    Frau Niejahr will das Armutsrisiko von Trennungskindern ansprechen, und das tut sie sehr kompetent und liefert zudem nachprüfbare Zahlen!

    Dieses Thema nehme ich ernst, und möchte auch Kommentare lesen, deren Autoren ich ernstnehmen kann!

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    Warum schweigen Sie dann nicht...;-)

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  4. Ich habe den Artikel gelesen, und den Kommentar. Tatsache ist es das man wenn man Kinder bekommt auch fuer die neachsten 20 Jahre mal das einplanen soll. In der Natur koennte ein Frau alleine mit Kindern kaum ueberleben. Warum hat die Natur das eingefuehrt? Auch warum brauchen Menschenkinder so lange um selbststaendig zu werden? Koennte das einen Sinn haben? Es wird den Frauen zu leicht gemacht den Mann zu entsorgen. Weil wenn man ein Kind hat muss der Mann weiterzahlen oder eben der Staat spring ein. Warum uebrlegt man das nicht vorher? Und das beste ist ja das sich das vererbt. Solange Frauen der Meinung sind (was ja irrig ist) das wenn man Kinder hat ist man versorgt und mir kann kaum was passieren wird sich nichts aendern.

  5. In mir keimt ebenfalls ein Verdacht auf, nämlich der, dass Sie ein Mann sind, der von seiner Frau/Freundin/Geliebten rausgeschmissen (mit Ihren Worten: "entsorgt") wurde und nun für das Kind zwar zahlen muss, der Umgang mit ihm aber verboten ist.
    Das wird seine Gründe haben, Rellem! Wie schreiben Sie doch so schön: "Dann soll sie bitte schön auch die Konsequenzen tragen."
    Das sollten SIE auch!!
    Ansonsten schließe ich mich meinem Vorkommentator/in an: Artikel lesen!! (Nicht nur das, was man herauslesen will, sondern was drinsteht!!)

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