Finanzkrise Droht uns Inflation?
Ja, sagt Uwe Jean Heuser, die Zentralbanken drucken mehr Geld denn je, und das führt zur Entwertung

© Dan Kitwood/Getty Images
Alles wird teurer - zumindest in Großbritannien, wo die Inflationsrate vergleichsweise hoch ist. Im Bild ein Markt in London
Natürlich droht uns eine Inflation. Und es ist leider unwahrscheinlich, dass diese Gefahr abgewendet wird. Warum »natürlich«? Weil die Zentralbanken überall auf der Welt das Feuer mit Öl gelöscht haben. Sie haben, und das zu Recht, auf den Kollaps des Bankenwesens reagiert, indem sie mehr Geld in die Märkte gepumpt haben. Anders wäre die Rettung der meisten Institute nicht gelungen oder jedenfalls ungleich teurer geworden, als sie es ohnehin ist. Bloß war schon ein Grund für die Krise selbst die gigantische Liquidität rund um den Globus. Geldgeber stürzten sich auf neue Anlageformen und schufen die Blasen, die schließlich platzten und die Finanzwelt erschütterten.
»Mehr vom Alten« heißt also das Rezept. Es war schon zu viel Liquidität auf der Welt, nun pumpen wir das System erneut auf. Derzeit führt das noch nicht zur Geldentwertung. Denn aus jedem Euro von der Zentralbank wird heute weniger Geld als früher, weil die Banken es nicht so emsig wie gewohnt in ihren Kreditkreislauf einspeisen und damit vermehren. Doch das wird sich ändern, vermutlich schneller und abrupter, als die Experten erwarten – so wie in dieser Krise scheinbar alles über Nacht abläuft.
Der Inflationsdruck kann dann schnell dazu führen, dass die Preise einzelner Anlageformen steigen und sich eine neue Finanzblase bildet. Schon steigen die Aktienkurse, weil die Anleger eine Inflation und damit sinkende Anleihepreise erwarten. Das Rad der Geldentwertung kann auch woanders in Schwung kommen. Die Preise vieler Rohstoffe nehmen bereits wieder zu, und weil die Förderer von Öl und Gas kaum mehr in neue Anlagen investieren, droht laut der seriösen Internationalen Energieagentur eine wahre Explosion der Preise. Nicht sofort, aber doch in zwei, drei Jahren, wenn die Wirtschaft eventuell wieder an Fahrt aufgenommen hat. Möglich ist auch, dass die Arbeitnehmer künftig deutlich höhere Löhne durchsetzen, im Verteilungskampf mit den Kapitalgebern und auch als Reaktion auf höhere Steuern, wie sie vermutlich viele Staaten werden erheben müssen.
Die Drohung ist also vielfältig. Warum aber wird sie nicht einfach abgewendet, indem die Zentralbanken das ganze Geld zurückholen, wenn es wieder aufwärts geht? Die Banker sagen zwar, sie wüssten, wie das ginge. Bewiesen haben sie es aber noch nicht. Schließlich haben moderne Zentralbanken noch nie so unorthodox Geld geschaffen wie heute. So kaufen sie etwa Anleihen an – was nichts anderes ist als Gelddrucken, ohne es durch zusätzliche Werte in der Volkswirtschaft aufzuwiegen. Wie und zu welchem Preis man diese Papiere dann wieder veräußert, weiß niemand genau.
Doch selbst wenn das kein Problem wäre: Man stelle sich Zentralbanker vor, die im nächsten, heiß ersehnten Aufschwung die Konjunktur mit Hochzinsen und Geldeinzug abwürgen. Sie würden sich dem Hass von Bürgern, Wirtschaft und Politik aussetzen. Gerade von der Politik, die am Ende doch über ihr Schicksal bestimmt. Schon raten US-Experten ihrer Regierung, sich eines Teils der neuen Schulden über Inflation zu entledigen. Glaubt irgendjemand ernsthaft, wir könnten und würden uns dann einfach abkoppeln?
- Datum 25.06.2009 - 13:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 04.06.2009 Nr. 24
- Kommentare 6
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In einer B-Promi Debatte auf ARTE oder ZDF Info wurde vor Kurzem darüber diskutiert. Hier stand die Zahl >10% Inflation pro Jahr als realistische Schätzung für die nächsten 3-5 Jahre im Raum.
Sollte das eintreffen, sehe ich für unsere gesamte Wirtschaft schwarz. Renten, Gehälter und Hilfen wie HartzIV werden nicht mehr zum Leben reichen, geschweige denn für den von einem auf Wachstum und Expansion beruhenden Wirtschaftssystem benötigten Massenkonsum.
Die Meckerer von gestern und heute werden leider erst übermorgen einsehen, wie gut es uns in Deutschland geht - bzw. dann ging.
Hört bitte endlich auf, die großen Parteien (> 5%) zu wählen! JEDE davon ist mit Schuld an der aktuellen und kommenden Misere.
Eine Alternative sind zB die Weissen - aber Suchen macht klug, es gibt auch andere interessante Randparteien!
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Errare humanum est...
die gibt es von verschiedenen Staatsemittenten oder zur noch einfacheren Handhabung in Fonds (ETFs) kaufen. Einfach mal einen Anlageberater fragen, der diesen Namen auch verdient.
Alternativ Immobilien und Rohstoffe bzw,. Gold investieren.
PS: die Inflation kann aber auch ausfallen, da viele "Neureiche" (zB Investmentbanker) viel Geld verloren haben, und nun auf Sparflamme sind
... zwar kann ich auf den ersten Blick nichts falsches erkennen (außer der Aufmacher mit dem "drucken Geld"), aber auch keine ernsthafte Argumentation:
"...weil die Banken es nicht so emsig wie gewohnt in ihren Kreditkreislauf einspeisen und damit vermehren. Doch das wird sich ändern, vermutlich schneller und abrupter, als die Experten erwarten..."
Und diese Schlußfolgerung zieht Herr Heuser woraus?
Solange die Wirtschaft steil bergab marschiert, lohnen sich Investitionen nicht, entsprechend werden auch keine Kredite nachgefragt. Das ist ja genau der Grund für die Krise, ändern wird sich das erst, wenn/falls es zum Turnaround kommt und die Erwartungen wieder steigen.
Es gäbe theoretisch noch einen anderen Weg, denn was machen die Banken denn derzeit mit dem ganzen Geld? Richtig, sie spekulieren wieder. Jeder der an die Börse schaut, reibt sich verwundert die Augen (auch die Ölpreisspekulation ist wieder ganz groß da), offensichtlich losgelöst von jeglicher realer wirtschaftlicher Lage, klettern die Kurse seit März wieder. Über diesen Weg könnten theoretisch Gelder aus dem Wertpapierverkauf in die Realwirtschaft sickern. Dummerweise haben aber idR nur die Leute Aktien, die das Geld eigentlich nicht brauchen und eher selten ausgeben. Der Effekt wird also vermutlich gering bleiben.
Es ist wirklich spannend die derzeitige Lage zu beobachten, die Bankenkrise ist offensichtlich entschärft (während die ausgelöste Realwirtschaftskrise gerade erst losgeht), die Tagesgeldzinsen schwanken wieder um die 2% (teilweise mal bei 6%). Offensichtlich versuchen die Institute jetzt das Geld für ihre Verbindlichkeiten an der Börse zu "verdienen". Das wird nur solange klappen, wie frisches Geld zufliesst und das wird es in einer Krise vermutlich nur begrenzt. Es ist absehbar, dass das wieder schiefgeht, auf welche Art genau und ob wir dann unsere zweite Bankenkrise erleben... warten wir es ab.
sind. Daher rettet sich das Bankensystem im Grunde nur selbst.
Die einzig wirklichkeitsbezogene Weise der Geldschöpfung ist durch wertschöpfende Arbeit. Alles Andere ist Bereicherungshokuspokus.
Nun muß aber ausgerechnet der Staat, der durch die Steuern aus der Arbeitsleistung seiner Bürger über die wahre Wertschöpfung verfügt, sich Geld bei den Banken gegen seine "Wertpapiere" (Bonds, Pfandbriefe) leihen, (anstelle selbst die Geldschöpfung vorzunehmen*). Diese Bonds landen dann bei den Reichen, die aus den Zinsen leistungslose und ziemlich steuerfreie Einkommen beziehen.
Wie Hauser richtig bemerkt, ist das "Ankaufen von Anleihen" (ohne sie weiterzuveräußern) "Gelddrucken, ohne es durch zusätzliche Werte in der Volkswirtschaft aufzuwiegen."
*Trotzdem zahlt der Staat (wir) auf all dieses gedruckte Geld Zinsen!!!
Und diese Zinsen landen trotzdem bei den Reichen, die Anteile an den Banken haben, die Anteile an den Zentralbanken haben...
Historisch gesehen muß man konstatieren, daß sich das Feudalsystem seit seiner angeblichen Abschaffung vor ca. 200 Jahren (z.B. Frz.- US-Revolution) subtil verfeinert hat.
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Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der, der fälschlich glaubt frei zu sein. [J. W. Goethe]
Das Prinzip "Staatliche Geldschöpfung für Staatsschulden" gehört ins Grundgesetz.
Die öffentlichen deutschen Banken, also die Sparkassen, Landesbanken und die Bundesbank haben bei einer Bilanzsumme von ca. 2 Billionen € einen Marktanteil von 27%. Der Marktanteil für Ausleihungen an öffentliche Haushalte liegt (Kennzahlen aus 2007) bei 28% (Bund:34%, Länder:34%,Gemeinden:46%).
Dies bedeutet, der Staat schöpft zu 28% sein eigenes Geld und die Kosten für diese Kredite (Geld = Kredite), also die Zinsen landen zu 100% wieder in der Staatskasse.
Das ist zu 28% eine ganz tolle Sache. So macht Staatsverschuldung Spaß.
Da fragt sich nur, was ist mit den übrigen 72 % ???
Die landen auf privaten Geschäftsbanken wie der deutschen Bank und ermöglichen Raffkes wie 25%RenditeAckermann die Erfüllung seiner Prophezeiung durch zehn bis zwanzigfache Geldhebel. Aus 3 % Kreditzinsen macht der mit einem Geldschöpfungshebel von 10, 30% Rendite. Da freuen sich die Aktionäre und die deutschen Milliardäre.
Da hat aber das gemeine Volk nichts von.
.
Damit alle was davon haben, dürfte der Staat sich nur bei seinen eigenen Banken Geld leihen und zwar zu 100%.. Also keinen Cent Kredit mehr bei Ackermann und allen anderen privaten Banken. Wenn schon FIAT MONEY, dann richtig !
Der Staat darf sich nur noch bei seinen eigenen Landesbanken und Sparkassen Geld leihen und damit nur noch selber für sich selber Geld schöpfen. Geldschöpfung für die Geldversorgung des Staates, ist hoheitsrechtliche Aufgabe. Kreditaufnahmen des Bundes, der Bundesländer und Gemeinden bei privaten Banken, müssen darum unter Androhung von lebenslanger Haftstrafe verboten werden.
Guttenberg und Steinbrück müssten, wenn sie ihren Eid ("Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehre...")
ernst nehmen würden, dass mindestens in ein Bundesgesetz oder noch besser ins Grundgesetz bringen.
Das Prinzip "Staatliche Geldschöpfung für Staatsschulden" gehört ins Grundgesetz.
Die öffentlichen deutschen Banken, also die Sparkassen, Landesbanken und die Bundesbank haben bei einer Bilanzsumme von ca. 2 Billionen € einen Marktanteil von 27%. Der Marktanteil für Ausleihungen an öffentliche Haushalte liegt (Kennzahlen aus 2007) bei 28% (Bund:34%, Länder:34%,Gemeinden:46%).
Dies bedeutet, der Staat schöpft zu 28% sein eigenes Geld und die Kosten für diese Kredite (Geld = Kredite), also die Zinsen landen zu 100% wieder in der Staatskasse.
Das ist zu 28% eine ganz tolle Sache. So macht Staatsverschuldung Spaß.
Da fragt sich nur, was ist mit den übrigen 72 % ???
Die landen auf privaten Geschäftsbanken wie der deutschen Bank und ermöglichen Raffkes wie 25%RenditeAckermann die Erfüllung seiner Prophezeiung durch zehn bis zwanzigfache Geldhebel. Aus 3 % Kreditzinsen macht der mit einem Geldschöpfungshebel von 10, 30% Rendite. Da freuen sich die Aktionäre und die deutschen Milliardäre.
Da hat aber das gemeine Volk nichts von.
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Damit alle was davon haben, dürfte der Staat sich nur bei seinen eigenen Banken Geld leihen und zwar zu 100%.. Also keinen Cent Kredit mehr bei Ackermann und allen anderen privaten Banken. Wenn schon FIAT MONEY, dann richtig !
Der Staat darf sich nur noch bei seinen eigenen Landesbanken und Sparkassen Geld leihen und damit nur noch selber für sich selber Geld schöpfen. Geldschöpfung für die Geldversorgung des Staates, ist hoheitsrechtliche Aufgabe. Kreditaufnahmen des Bundes, der Bundesländer und Gemeinden bei privaten Banken, müssen darum unter Androhung von lebenslanger Haftstrafe verboten werden.
Guttenberg und Steinbrück müssten, wenn sie ihren Eid ("Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehre...")
ernst nehmen würden, dass mindestens in ein Bundesgesetz oder noch besser ins Grundgesetz bringen.
hat sich ja überhaupt nichts geändert Herr Heuser. In den Industrieländern sinken die Reallöhne.
Was kümmert es mich wenn jetzt Luxuskonsumgüter das vierfache oder Luxusvillen das hundertfache Kosten.
Was mir Angst macht mit den von den Steuerzahlern aufgebrachten Geldern werden von den Feudalisten die Rohstoff- und Nahrungsmittelmärkte manipuliert.
Abgesehen davon gibt es immer mehr Märkte mit Angebotsmonopolen.
Preissteigerungen können vielfältige Ursachen haben.
Und so untergräbt der Kapitalismus sein eigenes Fundament auf dem er Stand. Produktivitätsgewinne führten einmal zu steigenden Reallöhnen für ALLE. Jetzt sehen wir nur noch sinkende Reallöhne sinkende Investitionen und damit Wohlstandsverlust. Der Kapitalstock unseres Landes sinkt.
Liegt dies an der zu grossen Geldmenge?
Würden Sie uns bitte erklären welches Ziel der Staat mit seiner Wirtschaftspolitik verfolgt?
Vollbeschäftigung ganz sicher nicht.
Das Prinzip "Staatliche Geldschöpfung für Staatsschulden" gehört ins Grundgesetz.
Die öffentlichen deutschen Banken, also die Sparkassen, Landesbanken und die Bundesbank haben bei einer Bilanzsumme von ca. 2 Billionen € einen Marktanteil von 27%. Der Marktanteil für Ausleihungen an öffentliche Haushalte liegt (Kennzahlen aus 2007) bei 28% (Bund:34%, Länder:34%,Gemeinden:46%).
Dies bedeutet, der Staat schöpft zu 28% sein eigenes Geld und die Kosten für diese Kredite (Geld = Kredite), also die Zinsen landen zu 100% wieder in der Staatskasse.
Das ist zu 28% eine ganz tolle Sache. So macht Staatsverschuldung Spaß.
Da fragt sich nur, was ist mit den übrigen 72 % ???
Die landen auf privaten Geschäftsbanken wie der deutschen Bank und ermöglichen Raffkes wie 25%RenditeAckermann die Erfüllung seiner Prophezeiung durch zehn bis zwanzigfache Geldhebel. Aus 3 % Kreditzinsen macht der mit einem Geldschöpfungshebel von 10, 30% Rendite. Da freuen sich die Aktionäre und die deutschen Milliardäre.
Da hat aber das gemeine Volk nichts von.
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Damit alle was davon haben, dürfte der Staat sich nur bei seinen eigenen Banken Geld leihen und zwar zu 100%.. Also keinen Cent Kredit mehr bei Ackermann und allen anderen privaten Banken. Wenn schon FIAT MONEY, dann richtig !
Der Staat darf sich nur noch bei seinen eigenen Landesbanken und Sparkassen Geld leihen und damit nur noch selber für sich selber Geld schöpfen. Geldschöpfung für die Geldversorgung des Staates, ist hoheitsrechtliche Aufgabe. Kreditaufnahmen des Bundes, der Bundesländer und Gemeinden bei privaten Banken, müssen darum unter Androhung von lebenslanger Haftstrafe verboten werden.
Guttenberg und Steinbrück müssten, wenn sie ihren Eid ("Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehre...")
ernst nehmen würden, dass mindestens in ein Bundesgesetz oder noch besser ins Grundgesetz bringen.
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