Klimawandel Wettlauf um die weiße KohleSeite 4/4
Auf den Fortschritt des chinesischen GreenGen-Projekts werden also die Australier von ZeroGen und die Amerikaner von FutureGen genauso schauen wie deutsche Energiekonzerne. In der Hafenstadt Tianjin haben die Bauarbeiten für die erste Stufe bereits begonnen. Schon Ende des Jahres soll das 250-Megawatt-Kraftwerk mit IGCC-Technik (Integrated Gasification Combined Cycle) fertig sein, zunächst ohne CO₂-Abscheidung. Bis 2015 soll ein IGCC-Kraftwerk mit 400 Megawatt folgen. Mehr ist derzeit von Chinas GreenGen-Planern nicht zu erfahren. »Ich darf Ihnen leider kein Interview geben«, schreibt der Forschungsingenieur Liu Yu in einer E-Mail. »Ich schlage vor, das irgendwann später im Jahr zu wiederholen, wenn die Luft rein ist.«
Über eines kann das vorgelegte Tempo jedoch nicht hinwegtäuschen: China plagen bei der großflächigen Einführung der CO₂-Abscheidung dieselben Probleme, um die auch im Westen kontrovers gestritten wird – nur in viel größerem Maßstab.
»Solange es nichts kostet, CO₂ auszustoßen, wird niemand in ein CCS-System investieren«, sagt Liu Hengwei, Gastwissenschaftler für Energiepolitik an der Harvard University. Dann bliebe es bei beeindruckend schnell gebauten Vorzeigeanlagen, womöglich unabhängig von ausländischer Technik. Viel wichtiger als technische Zusammenarbeit ist es deshalb, finanzielle Anreize zu schaffen. Etwa indem China in einen weltweiten Emissionshandel einbezogen würde. Reduktionsziele gelten für das Land bislang nicht.
Einzig der sogenannte Clean Development Mechanism (CDM) aus dem Kyoto-Protokoll bietet einen Anreiz: Wer für Klimaprojekte in Entwicklungsländern bezahlt, kann deren Einsparungen auf die eigenen Reduktionsziele anrechnen. China verdient bislang am meisten daran. Bis 2012 werden so wohl sieben Milliarden Dollar aus Europa dorthin fließen – noch ein Tropfen auf den heißen Stein. Andreas Oberheitmann, Direktor des Forschungszentrums für Internationale Umweltpolitik an der Tsinghua-Universität in Peking, plädiert dafür, den CDM auszubauen und auch Maßnahmen zur Abgaswäsche darüber zu vergüten.
Das Abkommen von Kyoto läuft 2012 aus. In diesem Herbst wird in Kopenhagen um einen Nachfolgevertrag gerungen, der Kampf um einen Kompromiss ist längst entbrannt: In Bonn streiten gerade auf Einladung der UN Vertreter von 182 Staaten über Formeln und Formulierungen. Es geht um politischen Willen und Geld – und um ganz viel Kohle.
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- Datum 24.06.2009 - 15:44 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 04.06.2009 Nr. 24
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an den Artikeln über ökonomisch verbrämten ökologischen Unfug, ist der euphorische Unterton, der in dieser Form etwa in einer Schulklasse von Hochbegabten-Darstellern zum tragen kommen könnte, die gerade diskutieren, wer von ihnen durch sein Elaborat Papa zur höchsten Taschengeld-Sonderzahlung bewegen wird. Nur das halt im richtigen Leben der Papa Staat heisst und sich das Taschengeld für die Subventionen bei den armen Leuten holt.
Liebe Frau Schramm,
es ist sehr lobenswert, dass Sie beim Thema CO2-arme Kohlekraftwerke den Blick vom relativ kleinen Deutschland auf die wirklich großen Emittenten China und Indien lenken.
Der entscheidende Aspekt der Thematik fehlt jedoch:
Existieren auf der Welt ausreichend große und geeignete Speichervorkommen? Die Spekulationen der geologischen Fachwelt über die Gesamtgröße saliner Aquifervolumina (der mit Abstand wichtigste Hoffnungsträger) streuen um mehr als drei Zehnerpotenzen! Dabei wäre nur bei optimistischer Schätzung die Speicherkapazität eventuell ausreichend für die Kohlekraftwerke dieser Welt.
International darf die weiße Kohle daher nicht die dringend notwendige Einführung von Energieeffizienz und regenerativen Energien bremsen, trotz oder gerade wegen der energetischen Kohledominanz in Ländern wie China, Indien, Polen.
Wir haben leider nicht viel Zeit für Experimente.
(Siehe dazu mein Beitrag vom 21.03.09 „CO2 – arme Kohlekraftwerke weltweit?“)
Dieser Artikel gibt eine gute Übersicht über die Möglichkeiten, Kohle als Energieträger zu erhalten. Allerdings wird auch deutlich gemacht, dass die Lagerung von CO2 möglicherweise gefährlich ist.
Gänzlich fehlt hingegen der Hinweis auf den Weg, den uns die Natur liefert, um das CO2 Problem vom Tisch zu bekommen: Den Kohlenstoffkreislauf. Dieser gestattet es der Natur dank der im Überfluss zur Verfügung stehenden Sonnenenergie, übers Jahr hinweg CO2 Produktion und Verbrauch im Gleichgewicht zu halten. Dabei spielt die Photsynthese mit ihrem lausigen Wirkungsgrad von unter 1% die zentrale Rolle.
Die Technik sollte langsam daran gehen, das Prinzip des Kohlenstoffkreislaufs industriell nachzubauen allerdings mit besseren Wirkungsgraden, als die Evolution hat erreichen können. Überführen wir die Darwinsche Evolution in eine Einsteinsche Evolution: Aus CO2 werden mithilfe von Wasserstoff -hergestellt durch Sonnenstrom zu Wirkungsgraden von 10% und darüber nach dem von Einstein entdeckten Prinzip der Photovoltaik oder aus Windstrom und der Elektrolyse von Wasser- Kohlenwasserstoffe am besten in flüssiger Form erzeugt.
Diese so hergestellten Brennstoffe könnten in bisherigen Kraftwerken oder Verbrennungsmotoren benutzt werden - man muss dann CO2 industriell aus der Atmosphäre wieder einsammeln- oder in hocheffizienten Verbrennungsmotoren und Kraftwerken, wo der Carnotwirkungsgrad durch hohe Betriebstemperaturen auf Spitzenwerte getrieben wird und im nachgeschalteten Abgasprozessor das CO2 wieder eingefangen wird, oder in Brennstoffzellen, wo flüssige Kohlenwasserstoffe Energie zum Strom und zum Einfang von CO2 liefern, das dann wieder in den Kreislauf eingebracht wird.
All dies ist Stand der Technik. Es geht nicht um wissenschaftliche Forschung sondern um handfeste Anwendung gut bekannter technischer Prozesse.
Die auf Kohlenstoff basierenden flüssigen Brennstoffe sind nicht von ungefähr so beliebt: sie sind leicht handhabbar, leicht lagerbar und stellen eine sehr hohe Energiedichte bereit, die weder Batterien noch gasförmige Brennstoffe erreichen können. Deshalb sollte man diese Brennstoffe auch weiterhin dem Verbraucher zur Verfügung stellen.
Nebenbeibemerkt, ich beschreibe hier kein perpetuum mobile, sondern eine Prozessführung, die den wertvollen Rohstoff Kohlenstoff nicht in die Luft verpuffen oder in unterirdischen Kavernen verschwinden lässt, sondern zur künftigen Endenergieversorgung recycliert.
Dazu wird natürlich mehr Energie als für die Bereitstellung der heutigen Energieträger Kohle und Öl benötigt. Denn die Energie, die dem Brennwert dieser Energieträger entspricht, wurde über Millionen Jahren hinweg bereits aufgebracht, um aus dem damals im Überfluss in der Atmosphäre vorhandenen CO2 über die Photosynthese Biomaterial zu erzeugen, das schließlich in Kohleflöze oder Öle gewandelt wurde. So muss man heute nur noch die Energie aufwenden, um die Brennstoffe verbrauchsgerecht zum Verbraucher zu bringen- also zum Betrieb von Bergwerken, Transport oder Raffinerien. Dieser Energieaufwand beträgt weniger als 10% des Brennwertes, der in den Brennstoffen steckt.
Der Recycling Process aber verlangt, dass nach der Energiewandlung das entstehende CO2 aufgefangen wird und dazu benötigt man etwa 10% des Brennwertes von Kohlewasserstoffen. Um aber aus CO2 wieder einen Brennstoff zu machen, muss man mindestens den im produzierten Brennstoff steckenden Brennwert als Energie bereitstellen. D.h. der Energieaufwand, um den Kreislauf in Gang zu halten beträgt mindestens das 1.1 fache des Brennwertes der aus dem CO2 erzeugten Brennstoffe; wahrscheinlicher ist ein Wert in der Nähe von1.2. Aber Energie ist ja in Form von Sonnenenergie im Überfluss vorhanden: Mehr als das 10000fache der vom Menschen täglich genutzten Energie wird täglich von der Sonne auf die Erde eingestrahlt.
Nutzt man Wind- und Sonnenkraftwerke ausschließlich dazu, CO2 in Kohlenwasserstoffe zu verwandeln, würde man das variierende Wind- und Sonnenenergieangebot in Brennstoffe binden, die genau dann ihre Energie in unserem Endenergiesystem von Kraftwerken und Verbrennungsmotoren freigeben, wenn sie benötigt wird.
Das schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Das stochastische Energieangebot von Sonne und Wind wird verstetigt und CO2 gelangt in weit geringerem Masse in die Atmosphäre als bisher und kann auf Dauer stabilisiert und geregelt werden. Dies ist natürlich ein über Jahre anzulegendes Investitionsprogramm und entspricht in seiner Größenordnung der Neueinführung des Autos oder der Eisenbahn.
Aber stellen Sie sich vor, das Gerede um CO2 Ausstoss und nachfolgenden Klimawandel hätte ein Ende hat und jeder kann seine SUV oder benzinfressenden Luxusliner fahren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder kann Rindfleisch essen, ohne ums Klima fürchten zu müssen.
Winfried Grüter
Bruxelles
Herzlichen Glückwunsch zu einem durchdachten Prinzip. Lesen dazu meinen Beitrag vom 23.12. 2008: Es ist erreicht: "Sieg über alle Krisen...." vom 23.12.2008.
ps: Die Kosten pro Liter Methanol, auf diese Weise hergestellt, liegt im Bereich von ca 1 Euro. Bei einem Erdölpreis von ca 100 $/barrel kann diese Technologie konkurrenzfähig sein.; d.h. es braucht keine Subventionen sondern nur eine faire Besteuerung der CO2 emittierenden Energieträger.
Woher ich das weiss: Ich arbeite seit über 30 Jahren in der Produktion von Grundchemikalien und habe ziemlich gute Kenntnisse von Kapitalinvestitionen, Instandhaltungskosten, sowie anderer anteiliger Veredelungskosten bei Betrieb von 250,000 bis 1000,000 Jahrestonnen grossen Chemieanlagen.
Aber es ist gut dass immer mehr Leute entdecken das die Sonne unsere Zunkunft ist und das z.B. das Desertec Projekt weitaus mehr bringen könnte als "nur" unseren Strombedarf zu decken.
Die Chancen und der Nutzen für diesen Umbau der globalen Industrie sind gewaltig und stellen als Wachstumspotential alles bisherige in den Schatten.
Herzlichen Glückwunsch zu einem durchdachten Prinzip. Lesen dazu meinen Beitrag vom 23.12. 2008: Es ist erreicht: "Sieg über alle Krisen...." vom 23.12.2008.
ps: Die Kosten pro Liter Methanol, auf diese Weise hergestellt, liegt im Bereich von ca 1 Euro. Bei einem Erdölpreis von ca 100 $/barrel kann diese Technologie konkurrenzfähig sein.; d.h. es braucht keine Subventionen sondern nur eine faire Besteuerung der CO2 emittierenden Energieträger.
Woher ich das weiss: Ich arbeite seit über 30 Jahren in der Produktion von Grundchemikalien und habe ziemlich gute Kenntnisse von Kapitalinvestitionen, Instandhaltungskosten, sowie anderer anteiliger Veredelungskosten bei Betrieb von 250,000 bis 1000,000 Jahrestonnen grossen Chemieanlagen.
Aber es ist gut dass immer mehr Leute entdecken das die Sonne unsere Zunkunft ist und das z.B. das Desertec Projekt weitaus mehr bringen könnte als "nur" unseren Strombedarf zu decken.
Die Chancen und der Nutzen für diesen Umbau der globalen Industrie sind gewaltig und stellen als Wachstumspotential alles bisherige in den Schatten.
Ich möchte hinzufügen, dass sich aus meinen Darlegungen für den Kohlenstoffkreislauf ergibt, dass eine Energiewirtschaft, die Kohlenwasserstoffe aus dem Recycling von CO2 benutzt, etwa 20% mehr Energie benötigt als im gegenwärtigen System, aber kein oder kaum noch CO2 in die Atmosphäre bläst.
Winfried Grüter
Bruxelles
Herzlichen Glückwunsch zu einem durchdachten Prinzip. Lesen dazu meinen Beitrag vom 23.12. 2008: Es ist erreicht: "Sieg über alle Krisen...." vom 23.12.2008.
ps: Die Kosten pro Liter Methanol, auf diese Weise hergestellt, liegt im Bereich von ca 1 Euro. Bei einem Erdölpreis von ca 100 $/barrel kann diese Technologie konkurrenzfähig sein.; d.h. es braucht keine Subventionen sondern nur eine faire Besteuerung der CO2 emittierenden Energieträger.
Woher ich das weiss: Ich arbeite seit über 30 Jahren in der Produktion von Grundchemikalien und habe ziemlich gute Kenntnisse von Kapitalinvestitionen, Instandhaltungskosten, sowie anderer anteiliger Veredelungskosten bei Betrieb von 250,000 bis 1000,000 Jahrestonnen grossen Chemieanlagen.
Aber es ist gut dass immer mehr Leute entdecken das die Sonne unsere Zunkunft ist und das z.B. das Desertec Projekt weitaus mehr bringen könnte als "nur" unseren Strombedarf zu decken.
Die Chancen und der Nutzen für diesen Umbau der globalen Industrie sind gewaltig und stellen als Wachstumspotential alles bisherige in den Schatten.
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