Der neue, vierte Film über den Terminator, der aus der Zukunft in die Vergangenheit reist, um die Welt zu retten, ist nicht die »Erlösung«, die der Untertitel verspricht – es sei denn, man begriffe es als Erlösung, wenn von nun an keine weiteren Terminator- Filme erwartet werden müssten. Es reicht. Eisen kracht nur mehr auf Eisen, die Roboter, mögen es nun gute oder böse sein, machen ihren Kampf unter sich aus, die Menschen sind zur entbehrlichen Staffage geworden. Vielleicht gibt es Fans der komplizierten Science-Fiction-Erzählung, die vor allem an den Belastungsproben der Technik interessiert sind; sie werden mit reichlich splitternder Feinmechanik belohnt.

Der Film von dem Regisseur McG (Joseph McGinty Nichol) folgt der Mode, die Vorgeschichte früherer Episoden zu erzählen. Im Falle des Terminator-Roboters liegt die Vorgeschichte in der Zukunft, ein heiteres Paradox, das aus dem Umstand der Zeitreiserei folgt. Wer war der Terminator, bevor er in die Vergangenheit aufbrach, um die Zukunft zu sichern, der er entstammt? Nun, er war etwas, was aus ebendieser Vergangenheit stammt – nämlich ein Mensch, wenn auch inzwischen im Robotergewand. Diese bizarre Volte ist allerdings nicht so originell, wie sie scheinen mag. Im Gegenteil entzieht sie der ganzen Geschichte ihre Originalität.

Denn der Spaß und die Rührung bei früheren Episoden der Großerzählung, vor allem bei dem unvergesslichen Terminator II, bestand darin, in einem Roboter ein menschlich fühlendes Herz zu entdecken; dieser Spaß ist dahin, wenn dem Roboter tatsächlich ein menschliches Herz und menschliches Hirn inne wohnen. Ein solches Mischwesen erweckt keine höhere Einfühlung, weil es vom Zuschauer ohnehin als Mensch verbucht wird; Herz und Hirn reichen für die Gattungszugehörigkeit. Der Tausch des fleischlichen Körpers gegen einen aus Stahl senkt die Anteilnahme noch einmal, weil die Hinfälligkeit des irdischen Menschenleibes fehlt.

Der Film gefällt sich in allerlei Christus-Anspielungen, selbst eine Kreuzigungsszene fehlt nicht, er tut gewissermaßen, als sei die Maschine hier der Gott, der in den Menschensohn hinabfährt, um die Menschheit zu retten. Aber die Analogie ist wenig belastbar, weil auf der anderen Seite ja die Maschinenwelt das ist, was die Menschheit bedroht. Das Skynet, eine kybernetische Selbstorganisation von Robotern, ist der Antichrist; warum sollte es sich einen Retter der Menschheit konstruieren?

Kurzum, die philosophische Konstruktion, die um das Terminator- Epos von Anfang an gesponnen wurde, zersplittert hier wie das Metall der Roboter. Die Zeichen der Materialermüdung sind nicht zu übersehen. Aber auch die Erzählung selbst schwächelt; sie wirkt wie in einem Porno nur mehr als Vorwand, um schicklich, doch möglichst bald zur Sache kommen zu können. Die Sache hier ist eine Zertrümmerungsorgie; selbst ein kleiner Atomschlag ist darunter. Es riecht freilich nur nach Benzin in den Kulissen; über den Eindruck herkömmlicher Pyrotechnik kommt die Animation nicht hinaus.

Wer gerne zuguckt, wie etwas kaputtgeht, wird von dem Terminator IV gut bedient. Wer indes, wie nicht wenige Science-Fiction-Fans, auch ein bisserl Metaphysik braucht, um seinen Spaß vor sich selbst zu nobilitieren, wird grausam enttäuscht. Am schlimmsten dran sind jedoch Zuschauer, die sich auch amüsieren wollen. Humor scheut der Film wie der Teufel das Weihwasser. Roboter lachen nicht. Vielleicht wäre ein gelungener Scherz, aus unserer Gegenwart in die Zukunft geschmuggelt, das beste Mittel gewesen, die teuflische Herrschaft des Skynets zu stürzen. So trocken jedoch, wie die Erlösung hier versucht wurde, wird der Abspann Recht behalten, der prophezeit: Der Kampf geht weiter.