Mittelmeer Türkei all-exclusiveSeite 3/3

Am Strand sitzt Ramazan Kütle, der Bruder des Pensionsbesitzers Ahmet, und zeigt aufs glitzernde Meer. Irgendetwas bewegt sich da, kaum hundert Meter weit entfernt, es schießt aus dem Wasser und taucht dann elegant wieder ein. Was das für Fische sind? Ramazan lacht. »Das sind keine Fische«, sagt er. »Das sind Delfine. So dicht am Strand habe ich sie noch nie gesehen. Komm mit ins Boot. Mal sehen, wie nah sie uns ranlassen.«

Bucht von Olympos
Blick von der Burgruine auf die Bucht von Olympos

Blick von der Burgruine auf die Bucht von Olympos

INFORMATION

Anreise: Nach Antalya fliegen unter anderem Air Berlin, Germanwings, TUIfly, Condor und SunExpress. Transfer nach Çıralı (80 Kilometer) per Mietwagen

Anzeige

Unterkunft: Hotel Aida, Tel. 0090-242/8257323, www.aida-hotel.com, DZ ab 65 Euro. Kütle Pansyion, Tel. 0090-242/8257111, DZ 35 Euro

Restaurants: Überall in Çıralı wird gut gekocht, mal bodenständig, mal edel. Der Fisch ist wirklich fangfrisch

Auskunft: Informationsabteilung des Türkischen Generalkonsulats, Tel. 069/233081, www.reiseland-tuerkei-info.de

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. Ein Kampf gegen Windmühlen, ich weiß. Und doch: warum muß ein Organ wie die ZEIT so einen Stuß schreiben wie vom Wirt, der "selbst geangelte Fische grillt"? Denn vermutlich meint der Autor nicht, daß der Wirt sogar geangelte Fische grillt - nach richtiger (=alter) Rechtschreibung die eindeutige Aussage seines Satzes. Er meint, daß der Wirt selbst die Fische geangelt hat. Selbstgeangelte Fische.

    Die sinnlose, weil Bedeutung vernichtende Getrenntschreibung solcher Ausdrücke stößt mir in der ZEIT immer wieder auf. Warum, warum, warum? Nur weil unsere Kultusminister nicht imstande waren, diesem offenkundigen Unfug ein offizielles Ende zu bereiten? Niemand zwingt Euch, Leute! Niemand!

  2. In der Tat, Andreas Molitor hat recht. Wie die vielen seiner Kollegen von der schreibenden Zunft, die vor ihm über Cıralı veröffentlicht haben. Es läuft immer nach dem gleichen Muster ab: ein Journalist macht in Cıralı Urlaub und findet es Klasse. Anstatt diesen Geheimtipp zunächst für sich zu behalten und nur sparsam weiter zu geben, muss die Geschichte raus. Tausendfach. Auch wenn ich dem Artikel inhaltlich voll und ganz zustimmen muss, darf man doch den Sinn einer solchen Veröffentlichung bezweifeln. Denn: was ist die Folge?

    Das soeben noch geprießene Paradies läuft Gefahr, verkauft zu werden. Längst haben die großen Hotelbetreiber mehr als ein Auge auf Cıralı geworfen. Längst haben die Betreiber der kleinen familiären Pensionen bemerkt, dass aus diesem Paradies mehr zu holen ist, als die noch immer sehr günstigen Übernachtungspreise. Die Tatsache, dass jedes Jahr ein paar mehr Journalisten darüber berichten, führt letztlich dazu, dass es bald vorbei sein wird mit der letzten Perle an der türkischen Südküste.

    Ich komme seit 25 Jahren immer wieder hierher. Wie von Andreas Molitor beschrieben, zunächst im alten Campingbus mit Gitarre (hat er mich etwa gemeint?). Heute wohne ich in einer der kleinen Familienpensionen. Von hier schreibe ich Moment. Ich bin ebenfalls Journalist. Allerdings habe ich mir aus den oben beschriebenen Gründen bisher verkniffen, eine Geschichte über Cıralı zu veröffentlichen. Vielmehr habe ich gerne Cıralı gezielt empfohlen. Dann, wenn ich mir sicher sein konnte, dass der Tipp die Richtigen erreicht.

    Lieber Autor, es ist mir wohl bewusst, dass es für einen Journalisten durchaus ein Dilemma sein kann, wenn man solche Entdeckungen für sich behalten soll. In manchen Fällen wünschte ich mir jedoch, dass mancher Kollege einfach mal im Sinne einer solchen Sache entscheidet und den eventuell schon fertigen Artikel nicht abgibt.

    All denjenigen, die nun beabsichtigen, eines der letzten Paradiese der Türkei zu besuchen, sei geraten, dies bald zu tun. Denn der nächste Artikel über "eines der letzten Paradiese" kommt bestimmt.

    [...]

    [Gekürzt, bitte verzichten Sie auf Werbung. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    Ja, das sagt meine Frau auch immer! Darüber hinaus sieht des Kenner der Lage vor Ort, wo mit Blick auf das attraktive Wort und die zugkräftige Romantik schöngefärbt wurde, obwohl man das nicht nötig hätte. Es wäre viel wichtiger, wenn in einem solchen Artikel stünde, was der einzelnreisende Tourist tun kann, um die Schönheit zu erhalten.

    Sein wir ehrlich - man geht hin, weil es schön ist und geht wieder weg. Dann ist es aber nicht mehr so schön wie vorher, weil man seine Spuren hinterlassen hat.

    "Unberührte Natur", HA! Die ganze Gegend ist seit über 3000 Jhren berührt und jeder hat seine Spuren hinterlassen, nur unsere Spuren sind noch zu neu, um damit die Schönheit des Ortes zu preisen.

    "Zackenbarsch", HA! Da werden 800-Gramm-Baby-Barsche serviert - sucht lieber den Koch, der ohne Renomme-Fische schmackhaft kocht. Wer Zackenbarsch auf dem Teller rühmt, dem ist der Caretta-Schutz nicht glaubhaft abzunehmen.

    Das schöne Meer, HA! Wer erlebt, wie die Touristendampfer viel zu nah am Strand vorbei dieseln und die Musik dazu dröhnt, am abend dann den Duft des Chemo-Klos über den Wassern wittert und die Plastik-Trinkbecher aufsammelt, um wenigstens den Strand im Blickfeld schön zu haben, spürt den Drang, etwas zu bewirken.

    Solche Probleme (auch des Einzeltourismus) ausblendende Artikel sind in der Tat nichts Wert und geben der Beseitigung der gepriesenen Schönheit nur weiteren Vorschub. Besser wäre, die Bemühungen der Türkei-Torismus-Behörden und einiger ortsansässiger Kleinunternehmer zu stützen und das anpreisen, was ohne Verlust an Substanz benutzt werden könnte (z.B. zu Fuß Wandern, Schwimmen, Gemüse essen) oder was zur Erhaltung der gefärdeten Substanz zu tun wäre (Müll, Abwasser, Entwicklung des Ortes).

    Mir wären Artikel lieber, die die Gefährdungen benennen, also öffentlich machen, und damit Problembewußtsein schaffen, also solche Romantik-Jubilierungen, die auch noch falsch recherchiert sind. Beispiel: Die Leute sind nicht (nur) vor Gericht gegangen, weil sie um ihr Unternehmen fürchten. Sie wissen, dass schon Investoren bereitstehen, ihre Areale im Göynuk-Stil zu übernehmen. Strand und Wald werden nämlich von der mächtigen Waldbehörde verwaltet, die berechtigt ist, ihre Flächen zu verpachten, egal, wie der Bebauungsplan aussieht. Wenn die ebenso mächtige Tourismusbehörde es auch fördert, ist das welke Feigenblatt des Caretta-Schutzes im Zugriff des Rendite suchenden Kapitals zerkrümelt, hat aber geleistet, was es sollte, nämlich die vorhandene illegale Kleinstruktur beseitigen.

    Molitors heiles Cirali gibt es nicht! Man muß es erstmal heilen! Dazu gehören Kfz-Beschränkungen, Abwasserreinigung, Kontrolle des Massen-Boottourismus, Lastenverteilung auf die Benutzer und noch so einiges mehr. Zuerst aber gründliche Forschuing bis zum Kern der Sache und absolute Aufrichtigkeit in der Darstellung. Ohne das kommt man nicht weiter...

    Ulrich Fries

    Ja, das sagt meine Frau auch immer! Darüber hinaus sieht des Kenner der Lage vor Ort, wo mit Blick auf das attraktive Wort und die zugkräftige Romantik schöngefärbt wurde, obwohl man das nicht nötig hätte. Es wäre viel wichtiger, wenn in einem solchen Artikel stünde, was der einzelnreisende Tourist tun kann, um die Schönheit zu erhalten.

    Sein wir ehrlich - man geht hin, weil es schön ist und geht wieder weg. Dann ist es aber nicht mehr so schön wie vorher, weil man seine Spuren hinterlassen hat.

    "Unberührte Natur", HA! Die ganze Gegend ist seit über 3000 Jhren berührt und jeder hat seine Spuren hinterlassen, nur unsere Spuren sind noch zu neu, um damit die Schönheit des Ortes zu preisen.

    "Zackenbarsch", HA! Da werden 800-Gramm-Baby-Barsche serviert - sucht lieber den Koch, der ohne Renomme-Fische schmackhaft kocht. Wer Zackenbarsch auf dem Teller rühmt, dem ist der Caretta-Schutz nicht glaubhaft abzunehmen.

    Das schöne Meer, HA! Wer erlebt, wie die Touristendampfer viel zu nah am Strand vorbei dieseln und die Musik dazu dröhnt, am abend dann den Duft des Chemo-Klos über den Wassern wittert und die Plastik-Trinkbecher aufsammelt, um wenigstens den Strand im Blickfeld schön zu haben, spürt den Drang, etwas zu bewirken.

    Solche Probleme (auch des Einzeltourismus) ausblendende Artikel sind in der Tat nichts Wert und geben der Beseitigung der gepriesenen Schönheit nur weiteren Vorschub. Besser wäre, die Bemühungen der Türkei-Torismus-Behörden und einiger ortsansässiger Kleinunternehmer zu stützen und das anpreisen, was ohne Verlust an Substanz benutzt werden könnte (z.B. zu Fuß Wandern, Schwimmen, Gemüse essen) oder was zur Erhaltung der gefärdeten Substanz zu tun wäre (Müll, Abwasser, Entwicklung des Ortes).

    Mir wären Artikel lieber, die die Gefährdungen benennen, also öffentlich machen, und damit Problembewußtsein schaffen, also solche Romantik-Jubilierungen, die auch noch falsch recherchiert sind. Beispiel: Die Leute sind nicht (nur) vor Gericht gegangen, weil sie um ihr Unternehmen fürchten. Sie wissen, dass schon Investoren bereitstehen, ihre Areale im Göynuk-Stil zu übernehmen. Strand und Wald werden nämlich von der mächtigen Waldbehörde verwaltet, die berechtigt ist, ihre Flächen zu verpachten, egal, wie der Bebauungsplan aussieht. Wenn die ebenso mächtige Tourismusbehörde es auch fördert, ist das welke Feigenblatt des Caretta-Schutzes im Zugriff des Rendite suchenden Kapitals zerkrümelt, hat aber geleistet, was es sollte, nämlich die vorhandene illegale Kleinstruktur beseitigen.

    Molitors heiles Cirali gibt es nicht! Man muß es erstmal heilen! Dazu gehören Kfz-Beschränkungen, Abwasserreinigung, Kontrolle des Massen-Boottourismus, Lastenverteilung auf die Benutzer und noch so einiges mehr. Zuerst aber gründliche Forschuing bis zum Kern der Sache und absolute Aufrichtigkeit in der Darstellung. Ohne das kommt man nicht weiter...

    Ulrich Fries

  3. Ja, das sagt meine Frau auch immer! Darüber hinaus sieht des Kenner der Lage vor Ort, wo mit Blick auf das attraktive Wort und die zugkräftige Romantik schöngefärbt wurde, obwohl man das nicht nötig hätte. Es wäre viel wichtiger, wenn in einem solchen Artikel stünde, was der einzelnreisende Tourist tun kann, um die Schönheit zu erhalten.

    Sein wir ehrlich - man geht hin, weil es schön ist und geht wieder weg. Dann ist es aber nicht mehr so schön wie vorher, weil man seine Spuren hinterlassen hat.

    "Unberührte Natur", HA! Die ganze Gegend ist seit über 3000 Jhren berührt und jeder hat seine Spuren hinterlassen, nur unsere Spuren sind noch zu neu, um damit die Schönheit des Ortes zu preisen.

    "Zackenbarsch", HA! Da werden 800-Gramm-Baby-Barsche serviert - sucht lieber den Koch, der ohne Renomme-Fische schmackhaft kocht. Wer Zackenbarsch auf dem Teller rühmt, dem ist der Caretta-Schutz nicht glaubhaft abzunehmen.

    Das schöne Meer, HA! Wer erlebt, wie die Touristendampfer viel zu nah am Strand vorbei dieseln und die Musik dazu dröhnt, am abend dann den Duft des Chemo-Klos über den Wassern wittert und die Plastik-Trinkbecher aufsammelt, um wenigstens den Strand im Blickfeld schön zu haben, spürt den Drang, etwas zu bewirken.

    Solche Probleme (auch des Einzeltourismus) ausblendende Artikel sind in der Tat nichts Wert und geben der Beseitigung der gepriesenen Schönheit nur weiteren Vorschub. Besser wäre, die Bemühungen der Türkei-Torismus-Behörden und einiger ortsansässiger Kleinunternehmer zu stützen und das anpreisen, was ohne Verlust an Substanz benutzt werden könnte (z.B. zu Fuß Wandern, Schwimmen, Gemüse essen) oder was zur Erhaltung der gefärdeten Substanz zu tun wäre (Müll, Abwasser, Entwicklung des Ortes).

    Mir wären Artikel lieber, die die Gefährdungen benennen, also öffentlich machen, und damit Problembewußtsein schaffen, also solche Romantik-Jubilierungen, die auch noch falsch recherchiert sind. Beispiel: Die Leute sind nicht (nur) vor Gericht gegangen, weil sie um ihr Unternehmen fürchten. Sie wissen, dass schon Investoren bereitstehen, ihre Areale im Göynuk-Stil zu übernehmen. Strand und Wald werden nämlich von der mächtigen Waldbehörde verwaltet, die berechtigt ist, ihre Flächen zu verpachten, egal, wie der Bebauungsplan aussieht. Wenn die ebenso mächtige Tourismusbehörde es auch fördert, ist das welke Feigenblatt des Caretta-Schutzes im Zugriff des Rendite suchenden Kapitals zerkrümelt, hat aber geleistet, was es sollte, nämlich die vorhandene illegale Kleinstruktur beseitigen.

    Molitors heiles Cirali gibt es nicht! Man muß es erstmal heilen! Dazu gehören Kfz-Beschränkungen, Abwasserreinigung, Kontrolle des Massen-Boottourismus, Lastenverteilung auf die Benutzer und noch so einiges mehr. Zuerst aber gründliche Forschuing bis zum Kern der Sache und absolute Aufrichtigkeit in der Darstellung. Ohne das kommt man nicht weiter...

    Ulrich Fries

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  • Quelle DIE ZEIT, 04.06.2009 Nr. 24
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